Unterwegs: SPD-AG's 60 plus Weinheim und Laudenbach beim ESOC in Darmstadt

Veröffentlicht am 02.09.2019 in AG 60plus

Raumfahrt als Lieferant unverzichtbarer Informationen und Dienstleistungen 


LAUDENBACH/WEINHEIM. Es war eine gelungene Premiere: erstmals unternahmen die SPD-Arbeitsgemeinschaften 60 plus aus Weinheim und Laudenbach eine gemeinsame Exkursion unter Federführung der Weinheimer mit Parteifreund Hans-Georg Junginger, aus der Zeit seiner Abgeordnetentätigkeit mit den Laudenbachern immer noch freundschaftlich verbunden sowie Volkmar Schlaberg. Angeregt hatte die Kooperation der Laudenbacher AG-Sprecher Herbert Bangert, als er bei Durchsicht beider Programme feststellte, dass beide Arbeitsgemeinschaften einen Besuch des European Space Operation Centre der ESA (ESOC) planten.

Wenige Tage nach dem 50. Jahrestag der ersten Mondlandung widmete man sich einem anderen Feld der Raumfahrt, nämlich der Steuerung und Kontrolle der europäischen Satelliten, die in gezielten Missionen zur Erdbeobachtung, Navigation, Telekommunikation und zur astronomischen Forschung ins Weltall geschickt werden. Zur Erfüllung dieser Aufgaben betreut ESOC auch das weltweite Netz von Bodenstationen der ESA und stellt jene Bodeninfrastruktur bereit, die die Satelliten zur Durchführung ihrer unterschiedlichen Missionen benötigen. Das ESOC in Darmstadt ist seit 1967 nicht nur eine bedeutende Wissenschaftseinrichtung, sondern auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor durch die Ansiedlung zahlreicher spezifischer Unternehmen und die Gründung vieler Start-Ups. Außerdem ist es ein attraktiver Arbeitgeber mit insgesamt rund 900 Beschäftigten, darunter 260 unmittelbar bei der ESA, die überwiegend ein technisch-naturwissenschaftliches Studium absolviert haben. Die Führer stellten beim rund eineinhalbstündigen Rundgang ESOC als das Expertenzentrum für die Steuerung von Weltraummissionen schlechthin vor. Die ESA-Zentrale befinde sich in Paris. Weitere bedeutende Standorte seien das Europäische Weltraumforschungs- und -technologiezentrum (ESTEC) im niederländischen Noordwijk als größter Standort und technisches Herz der ESA sowie das Europäische Astronautenzentrum (EAC) in Köln, wo Astronauten für ihre Missionen, beispielsweise zur internationalen Raumfahrtstation ISS, ausgebildet würden. 


Als eine der wesentlichen Aufgaben wurde die Erdbeobachtung aus dem Weltraum geschildert. Man sammle Schlüsselinformationen für eine Vielzahl praktischer Anwendungen und schärfe die Wahrnehmung der Auswirkungen des Klimawandels durch Daten beispielsweise zum Ozonloch, zur Vegetation, zum Meeresspiegel oder zur Situation des Eises an den Polen. Man erhielt einen Überblick über die unterschiedlichen Zuständigkeiten. So kümmere sich eine Gruppe gezielt um den Weltraumschrott, der teilweise mikroskopisch klein, teilweise aber auch tonnenschwer sei, wobei der Großteil in einer Höhe von 400 bis 1.500 km fliege und Satelliten gefährden könne, die es zu schützen gelte. Müsse ein Satellit nach Erfüllung seiner Mission entsorgt werden, könne man seine Flugbahn absenken, damit er verglühe, oder auch anheben, wo er dann in einer "Friedhofsbahn" weiterfliegen könne. Satelliten seien zwischen 800 kg und 4,5 Tonnen schwer und würden über Trägerraketen, die vom Europäischen Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guayana in den Orbit gebracht würden. Der Aufbau, Test und Start der Raketen erfolge von dort aus. Sobald der Satellit die Rakte verlasse, werde er in Betrieb genommen und gehe in die Zuständigkeit des ESOC über. 

Nachdem ein Film gerafft über die Aufgaben des ESOC informiert hatte, konnte man unterschiedliche missionsspezifische Kontrollräume mit den differenzierten Zuständigkeiten für Beobachtung und Kontrolle und schließlich den ESOC-Hauptkontrollraum in Augenschein nehmen. Hier erfuhr man, dass der ESA insgesamt 22 Mitgliedsstaaten angehörten, eine weltweite Zusammenarbeit insbesondere mit USA, Russland und Japan bestehe und man über ein Budgeit von 6 Milliarden Euro/Jahr verfüge, das steuerfinanziert sei. So entfalle auf einen Einwohner rund der Gegenwert einer Kinokarte in Höhe von 10 Euro. Beim Rundgang konnte man ein Modell der rund 110 Meter langen ISS-Raumstation bewundern, die in 400 km Höhe fliege und mit bloßem Auge zu sehen sei, man sah einen Erdbeobachtungssatelliten aus dem Copernicusprogramm in Originalgröße, ein Modell der Trägerrakete Ariane 5 und schließlich den "Rosetta"-Satelliten, der als "Sparringspartner" für den Test der Verbindung ESOC-Satellit diente. Zum gemütlichen Abschluss fand man sich in einer gleichermaßen urigen wie stilvoll-gepflegten Gaststätte in Bensheim-Auerbach ein, wo man die zahlreichen Eindrücke noch nachbereiten und vertiefen konnte, wobei die Hochachtung vor der Leistung der ESOC-Mitarbeitenden die Gespräche beherrschte.

 
 

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