Pläne für Grundstück "Krone" nicht zustimmungsfähig - SPD erstaunt über Verwaltungsvorschlag

Veröffentlicht am 13.11.2018 in Ortsverein

LAUDENBACH. Als die Sozialdemokraten Anfang Juli eine Ortsbegehung vornahmen und hierbei insbesondere das Verschwinden der ortsbildprägenden Fassade und die mangelnde Transparenz bezüglich der Planungen einer weiteren Nutzung des ehemals gemeindeeigenen Grundstücks "Krone" beklagten, kündigte die Ortsvereinsvorsitzende Vanessa Bausch an, dass man eine abschließende politische Bewertung vornehmen werde, sobald man wisse, was hier tatsächlich entstehen solle.

In der Folge dieser Ortsbegehung suchte Bausch den Kontakt mit dem Bürgermeister und kann dessen damalige Auskunft nicht mehr nachvollziehen. "Mir wurde damals gesagt, dass hier zwar keine Senioren-, aber behindertengerechte Wohnungen entstünden und die Gaststätte nicht erhalten werde.". Diese Auskunft vom 1. August wurde nie korrigiert und insoweit sieht Bausch darin alles andere als eine vertrauensbildende Maßnahme. 

Sie kann sich auch  nicht vorstellen, dass seit dieser Zeit eine völlig neue Planung entstanden ist, auch wenn diese jetzt alles andere als ausgegoren erscheint. "Diese Erfahrung hätte ich mir und meinem Ortsverein, dem ich die damalige Auskunft weitergegeben habe, gerne erspart", so das Fazit einer ernüchterten Vorsitzenden in der Sitzung des Vorstandes. Dieser setzte sich mit der nunmehr vorliegenden Planung intensiv auseinander und freute sich, dass die Gemeinderatsfraktion nach ihren internen Beratungen hier eine klare Auffasung vertrete , dass nämlich die jetzt vorliegende - wenn auch lückenhafte - Planung keine Zustimmung finden könne.

Zwar wurde der Tagesordnungspunkt in der letzten Gemeinderatssitzung auf Antrag der CDU-Fraktion aus formalen Gründen (fehlende Pläne, zu späte Nachbaranhörung) vertagt, die Haltung der SPD-Fraktion sei aber eindeutig, so Gemeinderätin Ulrike Schweizer. Die vorliegende Planung sei eine lieblos zusammengepferchte Ansammlung von Baukörpern und entsprechend falle die vernichtende Stellungnahme des Sanierungsträgers aus, der die planerische Sensibilität vermisst. Er beklagt, dass "die Anregungen, über die Anzahl der Einheiten zugunsten qualitätsvoller Grundrisse und Außenbereichsflächen nachzudenken", wohl nicht erwogen wurde.

Nach Auffassung der Sozialdemokraten sei einziger positiver Aspekt der vorliegenden Planung  die Wiederaufnahme des Gastronomiebetriebs mit einem Beherbergungsangebot, wobei die Freude allerdings getrübt werde durch den Mangel an ausgewiesenen Stellplätzen, der allerdings schon im Altbestand ein Problem war.
 
Von Mitgliedern des Dorfentwicklungsausschusses wird heftig kritisiert, dass sie erneut nicht einbezogen wurden und dies wohl trotz der Vertagung auch weiterhin nicht vorgesehen sei, was die Sinnhaftigkeit des Ausschusses nachhaltig in Frage stelle. Nur Kopfschütteln löste es aus, dass die Verwaltung trotz der Stellungnahme des Sanierungsträgers und fehlender Detailplanungen dem Gemeinderat empfohlen hat, das Einvernehmen zu den vorliegenden Planungen zu erteilen. Dies werde als unverantwortlich bewertet.

Insgesamt stelle sich auch die Frage, ob der vom Sanierungsträger abgewatschte Bauträger aufgrund seiner inakzeptablen Planungen der richtige Partner für diesen sensiblen, ortbildprägenden Bereich sei und ob sich der Bürgermeister, unabhängig von einer rechtlichen Beurteilung,  aus Gründen der politischen Hygiene vielleicht nicht besser für befangen erkläre, nachdem der gleiche Bauträger derzeit im Neubaugebiet "Kisselfließ" für ihn ein weiteres Wohnhaus errichte.
 
Der Vorstand des SPD-Ortsvereins wird jedenfalls die Gemeinderatsfraktion mit allem Nachdruck unterstützen, die Realisierung der vorliegenden Pläne zu verhindern. Gleichzeitig hat man die Hoffnung, dass an dieser Stelle wieder ein Gastronomieangebot, das in Laudenbach dringend benötigt werde, entsteht. Vielleicht kann es der weitere Prozess auch noch ermöglichen, dass an dieser Stelle nach dem Scheitern der Seniorenwohnanlage bezahlbarer, familiengerechter Wohnungsbau entsteht, der sich planerisch anspruchsvoll einfügt. Hier sehen die Laudenbacher Sozialdemokraten wie vielerorts nämlich dringenden Bedarf.

 
 

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