SPD Laudenbach


 

Liedermacherin Joana begeisterte zum Jubiläum der SPD Laudenbach

Veröffentlicht am 13.10.2021 in Ortsverein

Joana

Verbindung von Zeitgeist-Themen und humorvollem Entertainment

Laudenbach. Das war coronabedingt der verzögerte Auftakt und markierte sicherlich auch den Höhepunkt zum 120. Geburtstag des SPD-Ortsvereins: das Konzert mit der bekannten Liedermacherin Joana, kongenial am Flügel begleitet von Peter Grabinger, im Festsaal der Sonnbergschule und die Künstler begeisterten ihr Publikum, darunter auch eine stattliche Delegation der Parteifreunde aus der Nachbarstadt Hemsbach.

Es war erst ihr 4. Auftritt nach der Coronapause, die bekanntlich gerade die Kunstszene besonders hart traf und es war nach 2000, 2007 und 2016 auch der 4. Auftritt Joanas bei den Laudenbacher Genossen. Eigentlich hätte sie wie bei den Gastspielen zuvor ein Konzert zum internationalen Frauentag geben sollen. Nachdem dies aufgrund der Pandemie nicht möglich war, hatte man sich verständigt, den Auftritt im Herbst nachzuholen und dies war - wenn auch mit den Einschränkungen durch die Coronabestimmungen - ein Glücksgriff.

Die Ortsvereinsvorsitzende Vanessa Bausch freute sich in ihrer Begrüßung, dass man, nachdem man lange auf kulturelle Ereignisse habe verzichten müssen, jetzt dieses Konzert durchführen könne und begrüßte neben der Künstlerin und dem Künstler ganz besonders Bürgermeister Benjamin Köpfle, den scheidenden Bundestagsabgeordneten Lothar Binding und den Landtagsabgeordneten Sebastian Cuny unter den Gästen. Ihr Dank galt allen Helfern, die dieses Konzert, das man im Rahmen des 120. Geburtstags des Ortsvereins durchführe, möglich gemacht hatten, allen voran Cheforganisatorin Ulrike Wagner und Frank Peiker, der für Licht und Ton verantwortlich zeichnete.

Sebastian Cuny beschrieb in seinem Grußwort zunächst die gute Stimmung in der Partei nach der Bundestagswahl, deren Ergebnis auch der Lohn harter Arbeit der 400.000 Mitglieder in 12.500 Ortsvereinen gewesen sei. Gemeinsam habe man sich der Aufgabe gestellt, das Leben der Menschen besser zu machen und dieses Ziel präge auch seit März seine neue Aufgabe im Stuttgarter Landtag, wo er Mitglied im Europa- und im Petitionsausschuss sei. Cuny attestierte dem 120 Jahre alten Laudenbacher Ortsverein Engagement, Tatkraft und Kampagnenfähigkeit und würdigte den ehrenamtlichen Einsatz für soziale Gerechtigkeit und demokratische Grundwerte und letzteres wolle er gerade am Jahrestag des Anschlags in Halle unterstreichen. Der Ortsverein habe in seiner Geschichte Höhen und Tiefen durchlebt, sich den Herausforderungen gestellt und die demokratische Kultur im Ort maßgeblich mitgeprägt.

 
Sebastian Cuny (MdL) mit Ortsvereinsvorsitzender Vanessa Bausch

Joana erinnerte an die Tradition ihrer Auftritte zum internationalen Frauentag und eröffnete das Konzert entsprechend mit dem Lied "Denn wir sind viele" und schilderte später noch mit "Als Frau in dem Metier" die Missstände in ihrer Branche. Aus ihrer neuen CD "Tun wir was dazu" mit Liedern der Deutschen Revolution 1848/49, als ein Aufbruch zu Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit erfolgte und "Kämpfe auch mit Liedern ausgetragen wurden" sang sie das "Bürgerlied", wobei sie den Text auf aktuelle Berufe umgeschrieben habe, so Joana. Das Auseinanderdriften von Arm und Reich, für das der Geldbesitz stehe, verurteilte sie,  forderte ein Streiten für Gleichheit und rief auf:  "Geldwirtschaft muss zugrunde gehn". "Mit "Am End vun de Nacht werd's doch wieder hell" bot sie erstmals ein Lied in ihrer geliebten Kurpfälzer "Mudderschbrooch. Die kleinen Kalamitäten des Älterwerdens beschrieb sie mit "Ich staune bloß" und ließ einen ihrer Klassiker "Und mit dir wollt' ich mal nach Gretna Green" folgen. Die "G'schicht vom Herr Ficht" und dessen ganzem Stolz "Lodenmantel" ließ sie "Ich hab' mei Handy vergesse' folgen und bat darum, im Sarg nicht nur das Gerät selbst, sondern auch Ersatzakkus beizulegen, damit sie erreichbar bleibe.

 

Nach der Pause, in er man leider auf das beliebte Buffet verzichten und mit Laugenteilen vorliebnehmen musste, wählte sie einen nachdenklichen Einstieg, ehe sie mit "Staubsauger" nicht nur die Beseitigung des "dusseligen Alltagsdrecks", sondern auch aktueller gesellschaftlicher Missstände forderte. Das "Seefrauen-Lied" zu dem sie nach einer intensiven bürokratischen Auseinandersetzung mit der "Seemannskasse" inspiriert wurde, beschrieb die Sehnsucht "so viele Himmel und viele Meere" noch sehen zu wollen. Die Hektik des Alltags und falsches und richtiges Zeitmanagement beherrschten "Wenn ich schlafe, schlafe ich" und selbstverständlich durfte auch der Hit von "De Hildegard ihr Yuccapalm" nicht fehlen. Mit dem Motto ihres Abends "In de Heimat isses schää" wurde das Programm beschlossen und als Zugaben folgte mit "Die Gedanken sind frei" ein weiteres Lied der 1848er und mit "Wo ist der Schnee vom vergangenen Jahr" ein Rückblick auf "alte Zeiten".

Stürmischen Beifall , Blumen und Wein waren der Lohn für ein überaus beeindruckendes Konzert, in dem die Künstlerin Zeitgeist-Themen aufgriff, gesellschaftliche Mängel offenlegte und klug in Musikalisches und Entertainment übersetzte, männliche Klischees und weibliche Stärken beleuchtete, dabei Tiefgang mit Leichtigkeit und Poetisches mit Politischem  verband sowie mit Liedern und eingestreuten Gedichten und Zitaten zum Nachdenken und Staunen anregte, aber auch mit Kabarettistischem, Kurpfälzisch in Bloomaulmanier und dialektfrei, aufwartete. Mit Peter Grabinger, der an der Staatlichen Hochschule für Musik in Mannheim studierte, dort als Dozent tätig war, ehe er zum SWR als Musikredakteur und Produzent wechselte, hatte sie einen Pianisten an ihrer Seite, der ihre Songs gleichermaßen einfühlsam wie temperamentvoll begleitete, sie manchmal auch mit musikalischen "Ausflügen" überraschte, aber deutlich machte, dass man nach 40 Jahren gemeinsamer Arbeit in Studio und auf der Bühne ein wahrlich "eingespieltes" Team darstellt. Insgesamt ein großartiges Ständchen für das Geburtstagskind SPD und seine Gäste!

hb