SPD Laudenbach


 

Jahreshauptversammlung des SPD-Ortsvereins mit Rück- und Ausblick

Veröffentlicht am 25.09.2021 in Ortsverein

Corona-Pandemie verhinderte bislang Geburtstagsfeiern

Laudenbach. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie zogen sich wie ein roter Faden durch die Berichte der Verantwortlichen bei der Jahreshauptversammlung des SPD-Ortsvereins. Diese treffen die örtlichen Genossen besonders hart, weil sie in diesem Jahr auf eine 120-jährige Geschichte zurückblicken können und bislang alle Veranstaltungen, die in diesen Kontext gestellt werden sollten, absagen mussten. Nach der Jahreshauptversammlung im Oktober 2020 ruhte das Ortsvereinsleben bis zum Juli 2021, als die Arbeitsgemeinschaft 60 plus wieder mit einem Monatstreffen erste Aktivitäten startete. Die Ortsvereinsvorsitzende Vanessa Bausch freute sich über den guten Besuch im Georg-Bickel-Haus. Viel Beifall gab es für den Überraschungsgast, den "Noch Bundestagsabgeordneten" Lothar Binding, der wenige Tage vor seinem Ausscheiden noch einmal den Ortsverein besuchte, sowie Bürgermeister Benjamin Köpfle, die beide nach einem ehrenden Gedenken an drei verstorbene Mitglieder das Wort ergriffen.

Köpfle stellte die Bedeutung der kommunalen Selbstverwaltung heraus und forderte in Anbetracht des Umstandes, dass immer mehr Aufgaben durch die Gemeinden zu erledigen seien, eine deutlich bessere Finanzausstattung und zwar nicht mittels schwer durchschaubarer Förderprogramme, sondern durch aufzustockende Schlüsselzuweisungen. Köpfles Dank galt Binding für seinen Einsatz zur Bewilligung des Bundeszuschusses für das Umkleidegebäude auf dem Sportplatz und ging auf die wesentlichen kommunalpolitischen Weichenstellungen im letzten Jahr ein. Klimaschutz- und Grünflächenkonzept seien angegangen, der erste Abschnitt der Umgestaltung des Rathausumfeldes realisiert worden. Man habe das Beteiligungsverfahren um die Neugestaltung des Schillerplatzes mit einer herausragenden Beteiligung der Bürgerschaft eingeleitet und die Wahl zum Jugendgemeinderat durchgeführt. Wichtig sei ihm gewesen, die Öffentlichkeitsarbeit zu intensivieren und er erfahre viele positive Rückmeldungen über eine häufige, offene und transparente Informationspolitik des Rathauses.

Lothar Binding gab seine Eindrücke aus dem Wahlkampf wieder, in den er intensiv eingebunden ist. "Vor rund sechs Wochen hat sich die Wahrnehmung und die Stimmung sowohl für die Partei wie auch ihren Kanzlerkandidaten gedreht" beschrieb Bindung seine Erfahrungen aus vielen Städten. Inzwischen habe man in Anbetracht der Umfrageergebnisse den Eindruck, als sei die CDU erschrocken, dass "ihr der Staat nicht automatisch gehört" so Binding, der dem Ortsverein für die beispielhafte Unterstützung in den vielen Jahren seiner Abgeordnetentätigkeit dankte.

In ihrem Tätigkeitsbericht freute sich Vanessa Bausch ganz besonders, dass nach einem überwiegend virtuell geführten Wahlkampf bei den Landtagswahlen Sebastian Cuny das Mandat im Wahlkreis verteidigen konnte und verlas ein Grußwort, in dem dieser seine ersten Erfahrungen in Stuttgart schilderte und bedauerte, dass sich die Grünen nach der Wahl gegen eine progressive Regierung entschieden und sich auf ein "Weiter so" mit der CDU eingelassen hätten. Bausch bedauerte die Absagen aller geplanten Veranstaltungen, die nicht nur Auswirkungen auf die Kassenlage, sondern auch große Bedeutung für den Zusammenhalt und das Gemeinschaftsgefühl im Ortsverein hätten. Ausblickend freute sie sich, dass bei den Bundestagswahlen nach den aktuellen Umfragen ein Richtungswechsel möglich sei. Man habe mit Olaf Scholz einen überaus kompetenten Kanzlerkandidaten und mit Elisabeth Krämer eine sehr engagierte Wahlkreiskandidatin, die in den letzten Wochen mehrfach in Laudenbach gewesen sei. Bausch lud zur Wahlparty am Wahlsonntag ein und warb für das Konzert mit Joana am 9. Oktober im Festsaal der Sonnbergschule, das als erste Veranstaltung im Zeichen des 120-jährigen Bestehens stehen solle. Bausch kündigte an, dass man zum Ende der Versammlung die von Herbert Bangert verfasste und von Sven Olthoff gestaltete Fortschreibung der Chronik der Ortsvereinsgeschichte verteilen werde.

Auch der Jahresabschluss am 19. November solle mit im Zeichen des Jubiläums stehen und im Rahmen dieser Veranstaltung wolle man auch zahlreiche Mitglieder für ihre Treue ehren. Für die familiär verhinderte Vorsitzende der Gemeinderatsfraktion, Ulrike Schweizer, verlas Bausch deren Rechenschaftsbericht, der die harmonische Zusammenarbeit in der fünfköpfigen Fraktion herausstellte und die Anträge ihrer Fraktion in Erinnerung brachte. Mit Blick auf die letzte Gemeinderatsitzung freute sie sich, dass die Stelle für ein Klimaschutzmanagement eine Mehrheit gefunden habe, bedauerte aber, dass man sich bezüglich der Änderung der Richtlinien für das Amtsblatt nicht durchsetzen konnte. Zufrieden zeigte sie sich, dass der Gemeinderat in einer Sondersitzung auf Antrag der SPD beschlossen habe, Luftfilter für Räume in Grundschule und Kindertagesstätten anzuschaffen. Schließlich wurde die Schließung des EDEKA-Marktes am Südring thematisiert und - auch in der Diskussion - heftig kritisiert, wobei Bürgermeister Köpfle ankündigte, weiterhin alle Anstrengungen zu unternehmen, hier wieder einen Nahversorger anzusiedeln, wobei er auch bereit sei, alternative Modelle anzugehen. Die Einrichtung eines Getränkemarktes wurde jedenfalls allgemein als wenig sinnvoll erachtet.

Kassierer Csaba Kristof schilderte Vermögensbestände und Kassenbewegungen im Zeichen der Pandemie und freute sich, dass ausgebliebene Einnahmen aufgrund von ausgefallenen Veranstaltungen ein wenig durch die Spendenbereitschaft der Mitglieder kompensiert wurden. Persönlich dankte er für die Zeichen der Solidarität, die er durch Spendenaktionen nach seinem Hausbrand erfahren durfte (wir berichteten). Der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft 60+, Herbert Bangert,  bilanzierte die bisherigen Veranstaltungen ab der Wiederbelebung im Juli und gab einen Ausblick auf die weiteren Aktivitäten wie Besuch des jüdischen Friedhofs in Hemsbach, Filmabend und Jahresabschluss. Olaf Pretzsch und Thomas Bangert bescheinigten dem Kassierer eine perfekte Kassenführung und auf ihren Antrag erfolgte eine einstimmige Entlastung des Kassierers und der Gesamtvorstandschaft. Als Mitgliederbeauftragte wurden Sven Olthoff und Uli Wagner gewählt, ehe Bausch nach kurzen Ausführungen zum aktuellen Wahlkampf und den anstehenden Terminen die Versammlung beschloss.   hb