Aktuelles

    

01.05.2011 

1. Mai 2011 

Gute Arbeit – Zukunft ohne Atom

Der 1. Mai 2011 steht unter dem Eindruck der nuklearen Katastrophe in Japan. Wir sind an diesem Tag deshalb auch solidarisch mit den Menschen, die unter den Folgen dieser Katastrophe leiden. Sie hat einmal mehr deutlich gemacht: Atomkraft ist nicht  sicher – weder vor Naturgefahren, noch vor menschlichem Versagen, technischen Unwägbarkeiten oder Terroranschlägen. Deshalb muss das Atomzeitalter zu Ende gehen – so schnell wie möglich, aber vor allem dauerhaft und unumkehrbar.

Die Energiewende muss kommen

Die Energiewende ist nicht nur eine Frage der ökologischen Vernunft und Verantwortung. Sie birgt auch große Chancen für Forschung und Industrie – und damit für viele neue Arbeitsplätze: neue Technologien für mehr Energieeffizienz, die Produktion ressourcen - schonender Materialien und moderner Antriebstechniken sowie die Entwicklung der erneuerbaren Energien sind ein Schlüssel für Wachstum und wirtschaftlichen Erfolg, der sich mit sozialer Verantwortung und Nachhaltigkeit verbindet.

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

Lohndumping muss endlich wirksam und flächendeckend unterbunden werden. Dies gilt umso mehr, da mit dem 1. Mai 2011 der deutsche Arbeitsmarkt für Menschen aus den mittel- und osteuropäischen EU-Staaten geöffnet ist. Diese Öffnung darf nicht für eine weitere Lohndrückerei missbraucht werden. CDU, CSU und FDP sperren sich noch immer gegen Mindestlöhne. Deshalb bleibt unsere Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro auf der Tagesordnung!

Ordnung auf dem Arbeitsmarkt

Deutschland befindet sich nach der Finanzkrise wieder in einer stabilen Aufschwungphase. Die Unternehmen streichen gute, manche sogar hervorragende Gewinne ein. Der Aufschwung ist aber bei den Menschen noch nicht angekommen. Dies zeigt sich besonders beim Niedriglohnsektor. Rund 22 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten müssen zu Löhnen arbeiten, von denen sie und ihre Familien kaum leben können. Viele von ihnen sind Frauen, die zudem immer noch viel weniger Lohn für vergleichbare Arbeit erhalten als ihre männlichen Kollegen. Wir wollen wieder für Ordnung auf dem Arbeitsmarkt sorgen. Das heißt: Stärkung des Tarifvertragssystems, gleicher Lohn für gleiche Arbeit bei der Leiharbeit sowie für Frauen und Männer, Verbot der sachgrundlosen Befristung von Arbeitsverträgen. 

Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten demonstrieren am 1. Mai 2011 gemeinsam mit den DGB-Gewerkschaften für gute Arbeit und eine Zukunft ohne Atom!

 

31.03.2011 

Gleichstellung nur mit festen Regeln!

Deutschland hinkt bei der Gleichstellung von Frauen und Männern im Berufsleben international hinterher. Das zeigte sich auch beim Treffen der Bundesregierung mit den dreißig Unternehmen, die im Deutschen Aktienindex vertreten sind. Wieder einmal haben die Beteiligten kaum etwas Konkretes oder Verbindliches vereinbart. Bundesministerin Schröder (CDU) scheut den Konflikt mit den Unternehmen. Mit Appellen an die Freiwilligkeit hat sich bislang nichts geändert. Und da hilft auch eine Selbstverpflichtung nicht. Außer warmen Worten nichts gewesen.

    

Damit das nicht so bleibt, fordert die SPD schon lange feste Vorgaben auf Basis einer gesetzlichen Initiative:

mindestens 40% Frauenanteil in Aufsichtsräten und Vorständen

   

Das wäre ein deutliches Signal. Auch die EU-Kommission hat klare Ziele formuliert: bis 2015 dreißig Prozent und bis 2020 vierzig Prozent Frauen in Führungsgremien börsennotierter Unternehmen. Das schafft Vorbilder, die Frauen im Berufsleben insgesamt helfen. 

Auch in vielen anderen Bereichen fehlt es an Gleichstellung. So werden Frauen durchschnittlich fast um ein Viertel schlechter bezahlt als Männer. Oft tragen sie das berufliche Risiko der Folgen einer Familiengründung fast allein. Sie sind häufig in prekären Jobs zu finden. 

Deshalb brauchen wir

  • eine gesetzliche Regelung, damit endlich gleicher Lohn für gleiche Arbeit von Männern und Frauen durchgesetzt werden kann

  • einen gesetzlichen Mindestlohn, damit gerade die vielen Frauen im Niedriglohnsektor ordentlich bezahlt werden

  • ein Recht auf die Rückkehr auf Vollzeit nach familienbedingter Teilzeitarbeit

  • flexible Angebote von Krippen, Kitas und Kindergärten, mehr gute Ganztagsangebote, um eine Verknüpfung von Arbeit und Familie zu ermöglichen.

    

Gleichstellung von Frauen und Männern ist ein Gewinn für alle.

Sie gehört zu jeder wirklich modernen Gesellschaft.

    

18.03.2011 

Das Atomzeitalter ist zu Ende

Sofortprogramm für eine Energiewende

Die Katastrophe in Japan markiert eine Zeitenwende: Das Atomzeitalter ist zu Ende. Deutschland muss zurück zu seiner Vorreiterrolle und konsequent aus der Atomenergie aussteigen. Wir müssen jetzt mit aller Kraft den Umstieg auf erneuerbare Energien, auf mehr Energieeffizienz und auf moderne Kraftwerke vorantreiben. Es darf keine Rückkehr zur Atomkraft mehr geben.

 

Die Energiewende muss kommen

Um eine glaubwürdige Energiewende einzuleiten, sind unter anderem folgende Voraussetzungen notwendig:

  • Die acht ältesten und gefährlichsten Atomkraftwerke müssen dauerhaft abgeschaltet werden – nicht nur für drei Monate, wie die schwarz-gelbe Bundesregierung plant. Damit die Abschaltung rechtlich abgesichert ist, muss der Bundestag ein Abschaltgesetz verabschieden.

  • Die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke, die CDU/CSU und FDP beschlossen haben, muss sofort rückgängig gemacht werden. Bis spätestens 2020 müssen alle deutschen Atomkraftwerke vom Netz.

  • Alle Atomkraftwerke müssen auf der Grundlage moderner Sicherheitsstandards überprüft werden. Deshalb muss das von CDU/CSU und FDP außer Kraft gesetzte kerntechnische Regelwerk des Jahres 2009 wieder in Kraft gesetzt werden. Zusätzlich muss überprüft werden, wie der Schutz vor Erdbeben und Flugzeugabstürzen verbessert und eine sichere Notstromversorgung bei Störfällen garantiert werden können.

  • Der Stromverbrauch muss bis 2020 um acht bis zehn Prozent verringert werden. Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, muss Deutschland sofort eine Kampagne für Energieeffizienz starten. Im gleichen Zeitraum müssen wir die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien auf 40 Prozent steigern – z. B. durch Windparks im Meer oder durch Stromerzeugung aus Biomasse.

  • Um den Strom aus erneuerbaren Energien verteilen zu können, ist ein Ausbau der Stromnetze um rund 4.500 Kilometer notwendig. Dafür brauchen wir einfachere und schnellere Genehmigungsverfahren. Außerdem müssen wir die Menschen dafür gewinnen, da neue Stromtrassen oft vor Ort auf Skepsis und Ablehnung stoßen. 

  • Die Verlegung von Erdkabeln kann vielerorts eine Alternative zu Freileitungen sein. Darüber hinaus müssen wir auch die konventionellen Gas- und Kohlekraftwerke modernisieren. Hierbei kommt es besonders darauf an, den Wirkungsgrad dieser Kraftwerke zu erhöhen und gleichzeitig die CO2-Emissionen entscheidend zu senken.

Gemeinsam die Energiewende schaffen! 

   

11.03.2011 

Demokratieoffensive gegen neue und alte Nazis

 

In Medien, Parlamenten und sogar vor Gerichten verhöhnen neue und alte Nazis unsere Demokratie. Ihr Motto lautet „Das Reich ist das Ziel, die NPD unser Weg“. Die Rechten treten zu den aktuellen Landtagswahlen wieder an. Neuerdings tarnen sie sich als „selbstlose Fürsprecher“ der Benachteiligten und versuchen so ihre menschenfeindlichen Ziele zu erreichen.

Wir Demokraten müssen auf der Hut sein. Der Nationalsozialismus ist für Krieg, Tod und die Ermordung von Millionen Menschen verantwortlich. Heute versuchen die Nazis wieder, mit ihren Parolen die Mitte der Gesellschaft zu erreichen. Deshalb reicht es heute nicht mehr, allein gegen Nazis, gegen die NPD und gegen die Menschenfeindlichkeit der Rechtsextremisten zu sein! Das, was die Nazi am meisten fürchten, sind selbstbewusste, starke und wehrhafte Demokraten. Deshalb wollen wir eine Offensive starten für mehr Demokratie und noch mehr starke Demokraten.

Maßnahmen für mehr Demokratie

Um unsere Demokratie gegen rechte Rattenfänger zu stärken, wollen wir den Einfluss von Lobbyisten verringern, mehr Mitsprache für Bürgerinnen und Bürger bei Großprojekten, direkte Demokratie auch auf Bundesebene, Korruption und Wirtschaftskriminalität hart bekämpfen, erneut das Bundesverfassungsgericht für ein Verbot der NPD anrufen, mehr Investitionen in Bildung, ein Bundesstiftungsmodell zur Stärkung der Demokratie.

Der gezielte Kampf gegen Rechtsextremisten bleibt weiter unverzichtbar. Die von der SPD eingeführten Bundesprogramme zur Stärkung der Zivilgesellschaft werden wir weiter unterstützen und verteidigen. Wir fordern die zuständige Familienministerin Schröder (CDU) auf, ihre absurde Extremismusklausel, die die Arbeit von Anti-Rechts-Initiativen behindert, zurückzunehmen. Initiativen gegen Rechts verdienen unsere Unterstützung, sie dürfen nicht gegängelt und bespitzelt werden.

Für eine starke Demokratie – gegen rechte Rattenfänger. 

     

03.03.2011 

100 Jahre Frauentag

Frauen und Fortschritt – mit der SPD!

Sozialdemokratische Frauenpolitik ist eine Erfolgsgeschichte. Der Einsatz für eine Selbstverständlichkeit - gleiche Rechte für Frauen und Männer - reicht bis in die siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts zurück. Am 19. März 1911 wurde schließlich der Internationale Frauentag zum ersten Mal begangen. Heute feiern wir ihn am 8. März.

 

Wir haben viel erreicht. Frauen und Männer sind rechtlich gleichberechtigt. Allerdings noch nicht im wirklichen Leben. Die SPD hat deshalb einen „Aktionsplan für ein partnerschaftliches und gleichberechtigtes Miteinander von Frauen und Männern“ vorgelegt.

  • Wir wollen gleichen Lohn für gleiche Arbeit für Frauen und Männer. Frauen verdienen 23 Prozent weniger als Männer. Bei gleichwertiger Tätigkeit sind es 13 Prozent. Das ist ein Skandal. Ein Entgeltgleichheitsgesetz soll die Arbeitgeber verpflichten, Entgeltberichte zu erstellen. Darin müssen sie offen legen, wie die Gehälter und Zulagen von Frauen und Männern aussehen. Auf dieser Basis kann dann festgestellt werden, wo Diskriminierung vorliegt und beseitigt werden muss.

  • Wir wollen gute Arbeit statt prekärer Beschäftigung für Frauen und Männer. Dafür brauchen wir einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn. Gerade Frauen arbeiten häufig in prekären Jobs als (unfreiwillig) Teilzeitbeschäftigte oder in Minijobs. Meist sind sie nicht sozial abgesichert, werden schlecht bezahlt – noch schlechter als Männer. Frauen können so nicht eigenständig ihre Existenz sichern und verarmen im Alter. Diese Benachteiligungen müssen wir verhindern.

  • Arbeit und Leben gehören zusammen. Mütter und Väter brauchen Rahmenbedingungen, damit sie sich Beruf und Karriere einerseits und andererseits die Sorge für Familie und Kinder partnerschaftlich teilen können.

  • Die SPD wird eine Debatte darüber anstoßen, wie, wann und wie lange Menschen arbeiten und wie die Arbeit organisiert werden muss.

  • Mehr Frauen in Führungspositionen sind ein Gewinn für alle. Wir werden ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft vorlegen, mit einer Mindestquote von 40 Prozent Frauen für Vorstände und Aufsichtsräte.

Die SPD hat im Laufe ihrer Geschichte und insbesondere in ihren Regierungsjahren viel erreicht. Daran wollen wir anknüpfen. 

Denn gesellschaftlicher Fortschritt und die Gleichstellung von Frauen und Männern gehören zusammen.

100 Jahre Frauentag 

   

24.02.2011 

SPD und Gewerkschaften gegen Missbrauch der Leiharbeit

Jetzt Druck machen – Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!

Die SPD unterstützt die Aktionen des DGB und der Einzelgewerkschaften gegen den Missbrauch der Leiharbeit.

Die Zahl der Leiharbeitsverhältnisse hat rasant zugenommen und wird wohl bald die Millionengrenze übersteigen. Immer öfter gehen Unternehmen dazu über, Stammbelegschaften zu reduzieren und durch Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer zu ersetzen. Diese verdienen deutlich weniger als ihre festangestellten Kolleginnen und Kollegen – obwohl sie die gleiche Arbeit machen. Leiharbeit wird zunehmend zu Lohndumping und zur Umgehung von Tarifverträgen genutzt.

  • Deshalb fordern wir: Der Grundsatz „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ muss endlich uneingeschränkt durchgesetzt werden.

Die SPD hat dies zum Gegenstand der Verhandlungen im Vermittlungsausschuss gemacht, in denen es um die Regelsätze in der Grundsicherung ging. Denn viele Leiharbeitnehmerinnen und -arbeitnehmer verdienen so wenig, dass sie ihren Lohn mit staatlichen Hilfen aufstocken lassen müssen.

  • Wir haben in den Verhandlungen durchgesetzt, dass in der Leiharbeitsbranche – außerdem in der Weiterbildung und im Sicherheitsgewerbe – bald ein Mindestlohn gelten wird. 

Wir haben außerdem in enger Abstimmung mit den Gewerkschaften gefordert, dass endlich das Prinzip „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ durchgesetzt wird. Aber diese Gleichbehandlung der Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer mit der Stammbelegschaft haben CDU/CSU und FDP bis zum Schluss blockiert.

  • Schwarz-Gelb wollte gleichen Lohn erst nach 9 Monaten Beschäftigung und dann auch nur für den Grundlohn zulassen. Die große Mehrheit der Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer ist aber gar nicht so lange beschäftigt.

  • Die FDP wollte außerdem, dass während der Verleih-Zeit vom ersten Tag an vom Leiharbeits- Mindestlohn nach unten abgewichen werden kann, wenn im entleihenden Unternehmen weniger bezahlt wird. Also Equal Pay nach unten: ja, nach oben: nein. Damit hätten Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer in manchen Branchen weniger bekommen, wenn sie arbeiten. Das wäre blanker Hohn.

Ein solch vergiftetes Angebot konnte die SPD nicht akzeptieren. Wir hätten Hunderttausende enttäuscht, weil die Regelungen ihnen gar nicht geholfen oder sogar geschadet hätten. Das wäre Betrug an den Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmern gewesen.

Deshalb haben wir die mit den Gewerkschaften vereinbarte Linie gehalten. Manchmal ist es besser, nichts zu beschließen als Mist zu beschließen.

Jetzt gilt es, weiter Druck zu machen.

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit muss für alle Leiharbeitsbe- schäftigten gelten.

   

21.02.2011 

Ergebnisse der Hartz-IV-Verhandlungen:

Ein Erfolg für Arbeitnehmer und Arbeitslose, bedürftige

Kinder und Kommunen

Nach einer monatelangen Blockade durch Schwarz-Gelb haben wir endlich einen Durchbruch in den Verhandlungen über das Hartz-IV-Paket erzielt. Die SPD hat echte Fortschritte für Arbeitnehmer für Arbeitslose, für bedürftige Kinder und für die Kommunen erzielt. Das hilft allen Menschen in Deutschland. Dieser Erfolg ist auch der Beharrlichkeit und Geschlossenheit in der sozialdemokratischen Verhandlungsführung um Manuela Schwesig und Kurt Beck zu verdanken.

  • Für Arbeitnehmer: Wir haben Mindestlöhne für 1,2 Millionen Beschäftigte, in der Zeitarbeit, im Sicherheitsgewerbe und in der Weiterbildungsbranche erreicht.

  • Für Arbeitslose: Das Arbeitslosengeld II steigt ab 1. Januar 2011 um 5 Euro und 1.Januar 2012 um weitere 3 Euro. Dazu kommt die notwendige Anpassung an die Lohn- und Preisentwicklung.

  • Für Kinder: 500.000 bedürftige Kinder werden zusätzlich am Bildungspaket teilhaben. 3.000 zusätzliche Sozialarbeiter werden sich künftig um Kinder und Jugendliche an Schulen in sozialen Brennpunkten kümmern. Bedürftige Kinder erhalten ein kostenloses Mittagessen an Schulen und Horten.

  • Für die Kommunen: Der Bund übernimmt ohne Vorbedingungen schrittweise bis 2014 die Kosten der Grundsicherung im Alter. Die Kommunen werden dadurch ab 2014 um 4 Milliarden Euro pro Jahr entlastet. Zusätzlich übernimmt der Bund die tatsächlichen Kosten des Bildungspaketes und der Mittagessen der bedürftigen Kinder.

In einem Punkt gab es keine Einigung: Die Regierungsparteien CDU/CSU und FDP sind bei der Gleichbehandlung zwischen Stamm- und Leiharbeitnehmern von ihrer Blockadehaltung nicht abgerückt. Wir setzen uns weiterhin gemeinsam mit den Gewerkschaften für die vollständige Gleichbehandlung zwischen Stamm- und Leihbelegschaften ein. Dies ist ein Gebot der sozialen Gerechtigkeit und der wirtschaftlichen Vernunft. Und dieses Ziel der Gleichbehandlung aller Arbeitnehmer werden wir in den Mittelpunkt der kommenden politischen Auseinandersetzungen stellen.

Wir haben die Verhandlungen über die ganzen Monate in enger und guter Zusammenarbeit mit den Grünen geführt. Am Ende konnten die Grünen dem gefundenen Kompromiss nicht zustimmen. Das bedauern wir. Grund waren die Zweifel der Grünen an der Verfassungsmäßigkeit des Regelsatzes. Auch wir hatten dazu bis zuletzt viele offene Fragen.

Wir sind überzeugt, dass wir unterm Strich die jetzt von uns durchgesetzten Verbesserungen für Millionen Menschen nicht verweigern dürfen. Der gefundene Kompromiss soll voraussichtlich am 25. Februar 2011 in Bundestag und Bundesrat verabschiedet werden.

Die SPD übernimmt die notwendige Verantwortung für die Menschen in Deutschland.

   

21.02.2011 

Schwarz-Gelb muss die Kommunen entlasten

Solide Finanzen – starke Städte und Gemeinden

Die Finanzlage der Städte und Gemeinden in Deutschland wird immer bedrohlicher. Im vergangenen Jahr verzeichneten die Kommunen das größte Defizit seit Bestehen der Bundesrepublik: Die Lücke zwischen Ausgaben und Einnahmen wuchs auf die Rekordsumme von 9,8 Milliarden Euro. Und trotz der guten wirtschaftlichen Lage soll sie auch 2011 nur knapp darunter bei 9,6 Milliarden Euro liegen.

 

Immer mehr Kommunen müssen auf Pump leben 

  • Am meisten drücken die Kommunen die Sozialausgaben wie Mietzahlungen für Arbeitslosengeld-II-Empfänger oder Ausgaben für die Grundsicherung im Alter.

  • 2010 haben diese Ausgaben einen Spitzenwert von 42,2 Milliarden Euro erreicht. Die Zahl der kurzfristigen Kassenkredite stieg innerhalb eines Jahres um 6,6 Milliarden Euro und lag 2010 bei 40,5 Milliarden Euro. Dies zeigt, dass viele Städte und Gemeinden über keinerlei Einsparmöglichkeiten mehr verfügen und auf Pump leben müssen.

  • Erfreulich ist allein, dass nach dramatischen Steuereinbrüchen aufgrund der internationalen Finanzkrise die kommunalen Steuereinnahmen leicht um 2,6 Prozent angestiegen sind. Dies liegt vor allem an der positiven Entwicklung des Gewerbesteueraufkommens, das um 8,6 Prozent anstieg. Und gerade diese Steuer, die für solide Kommunalfinanzen unerlässlich ist, wollen FDP und CDU/CSU abschaffen. 

 

Bürgerinnen und Bürger zahlen die Zeche

Die schwarz-gelbe Koalition belastet die Kommunen mit immer neuen Aufgaben und entzieht ihnen durch eine verfehlte Steuerpolitik viel Geld. Städte, Gemeinden und Kreise müssen daher die Steuern und Gebühren erhöhen. Der Eintritt in Schwimmbäder und Theater wird teurer; die Eltern müssen immer mehr für eine gute Versorgung mit Kindergärten zahlen. Schlaglöcher werden nicht mehr repariert, weil den Kommunen das Geld dafür fehlt.

 

SPD: Kommunen brauchen eine solide Finanzbasis

Die SPD steht für starke Städte und Gemeinden auf der Basis solider Finanzen. Denn hier in ihrem direkten Lebensumfeld spüren die Menschen die Folgen leerer Kassen am ersten.

  • Die Gewerbesteuer muss erhalten bleiben. Mehr noch: Ihre Bemessungsgrundlage muss verbreitert, Selbstständige und Freiberufler müssen einbezogen werden.

  • Der Bund muss die Kommunen stärker von den Sozialausgaben entlasten, indem er die Kosten für die Grundsicherung im Alter übernimmt.

  • CDU/CSU und FDP müssen alle steuerlichen Maßnahmen unterlassen, die die Kommunen noch weiter schwächen.

Neuer Fortschritt mit starken Städten und Gemeinden!

    

14.01.2011 

Sozial gerecht – Wirtschaftlich stark – Ökologisch vernünftig

Neuer Fortschritt, wie wir ihn verstehen

Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten wollen eine Gesellschaft, der es von Generation zu Generation besser geht. Diese Zuversicht ist angesichts sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Probleme in den letzten Jahren brüchig geworden. Wir brauchen Zuversicht. Ein „neuer Fortschritt“ misst sich für uns in erster Linie daran, ob es gelingt, die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger auf nachhaltiger Grundlage zu verbessern.

 

Neuer Fortschritt heißt für uns:

  • die demokratischen Mitwirkungs- und Mitbestimmungsmöglichkeiten in allen Lebensbereichen auszubauen.

  • sich für die volle Gleichstellung von Frauen und Männern – vor allem in der Arbeitswelt – einzusetzen.

  • dem alten Ziel einer Humanisierung der Arbeit neuen Schwung zu verleihen. 

  • ein Gesundheitssystem zu schaffen, in dem jede Bürgerin und jeder Bürger den gleichen Zugang zu medizinischen und pflegerischen Leistungen auf hohem Niveau hat und in dem alle auch in die gemeinsame Solidarität einbezogen sind.

  • ein Steuer- und Abgabensystem zu schaffen, das Bund, Ländern und Kommunen die Mittel bereitstellt, die sie benötigen, um den Erwartungen der Bürgerinnen und Bürgern an ihre Leistungsfähigkeit entsprechen zu können.

  • Vollbeschäftigung möglich zu machen und den Industrie- und Dienstleistungsstandort Deutschland umfassend zu modernisieren. 

  • die Anzahl derjenigen zu verringern, die das Bildungssystem ohne Berufsqualifizierung verlassen sowie die Leistungsfähigkeit des ganzen Systems von der frühkindlichen Betreuung bis zur beruflichen Weiterbildung zu verbessern.

  • die Städte und Gemeinden zu stärken, damit diese wieder eine gute öffentliche Infrastruktur und Daseinsvorsorge gewährleisten und damit wieder zu Orten einer lebendigen Bürgergesellschaft werden können.

  • die europäische Einigung im Sinne eines „sozialen Europa“ konsequent voranzutreiben und auch auf internationaler Ebene Schritt für Schritt Regeln zur demokratischen Gestaltung des globalen Kapitalismus durchzusetzen.

Fortschritt, wie wir ihn verstehen, führt in eine freiere, gerechtere und solidarischere Gesellschaft. Wir wollen 2011 dazu nutzen, über unseren Fortschrittsbegriff eine große, gesellschaftliche Debatte zu führen.

Wir wollen Fortschritt, der allen Menschen nutzt.

 

 

13.12.2010 

PISA-Studie bestätigt sozialdemokratische Bildungsziele

Beste Bildung und gleiche Chancen für alle

Die Ergebnisse der neuen PISA-Studie zeigen: Die Bildungspolitik, die in den letzten zehn Jahren von der SPD entscheidend mitgeprägt wurde, hat zu spürbaren Verbesserungen der schulischen Leistungen geführt. Dennoch bleibt noch viel zu tun, damit unser Bildungssystem wieder zu den besten der Welt gehört und alle Kinder Chancen auf eine gute Bildung erhalten.

Die PISA-Ergebnisse zeigen vor allem deutliche Verbesserungen im Bereich der Lesekompetenz, bei der die deutschen Schülerinnen und Schüler nun ins Mittelfeld der OECD-Länder vorgerückt sind. Auch im Fach Mathematik, wo Deutschland schon in den letzten Jahren überdurchschnittlich abgeschnitten hatte, gab es weitere Leistungssteigerungen. In den Naturwissenschaften bleiben die Schülerleistungen auf hohem Niveau.

 

Soziale Herkunft darf nicht über Bildungschancen entscheiden

Trotz dieser Erfolge gibt es keinen Grund sich zurückzulehnen. Ein zentrales Problem im deutschen Bildungssystem bleibt die Abhängigkeit der Bildungschancen von der sozialen Herkunft. Die neue PISA-Studie zeigt, dass ein sozial ungünstiges Schulumfeld in keinem anderen Land zu so starken Leistungsverlusten bei den Schülerinnen und Schülern führt wie in Deutschland. Das ist bildungspolitisch unverantwortlich und zutiefst ungerecht.

 

Die SPD steht für eine Bildungspolitik, die Leistungsfähigkeit mit sozialer Gerechtigkeit verbindet:

  • Wir wollen die frühkindliche Bildung weiter ausbauen und stärken. Die schwarz-gelbe Bundesregierung muss gemeinsam mit den Ländern dafür sorgen, dass der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für unter Dreijährige ab 2013 erfüllt werden kann. Dazu brauchen wir noch viele zusätzliche Kita-Plätze.

  • Der flächendeckende Aufbau von Ganztagsschulen ist richtig und wichtig. Ganztagsschulen bieten mehr Zeit für individuelle Förderung und gezielte Zusatzangebote. Sie wirken sich auch positiv auf Sozialverhalten, Schulmotivation, Noten und Familienklima aus. 

  • Wir wollen, dass in Zukunft an jeder Schule mindestens ein Schulsozialarbeiter passgenaue Förder- und Unterstützungsleistungen anbietet.

  • Gerade Kinder aus sozial benachteiligten Familien haben in den letzten Jahren verstärkt das Gymnasium besucht und davon besonders bei ihren Leseleistungen profitiert. Das gemeinsame Lernen aller Schülerinnen und Schüler funktioniert. Wir wollen deshalb den Weg zum längeren gemeinsamen Lernen konsequent weitergehen.

  • Wir wollen, dass Bund und Länder spätestens ab 2015 20 Milliarden Euro mehr in Bildung investieren als heute. Der erste und wichtigste Schritt dorthin ist die Stärkung der finanziellen Leistungsfähigkeit der Länder, die über 70 % der Bildungsinvestitionen tragen.

 

08.12.2010 

SPD lehnt neue Regelsätze und Bildungspäckchen ab

Für mehr Gerechtigkeit und Bildungschancen

In dieser Woche hat die schwarz-gelbe Regierungskoalition die neuen Regelsätze für Arbeitslosengeld-II-Empfänger und -Empfängerinnen sowie das sogenannte Bildungspaket zur Förderung von Kindern aus benachteiligten Familien im Bundestag beschlossen. Die SPD lehnt die neuen Regelungen ab, weil sie Arbeitslosen weder eine angemessene Unterstützung garantieren noch ihnen neue Chancen auf Arbeit eröffnen. Das gleiche gilt für Kinder aus sozial schwachen Familien, denen Schwarz-Gelb echte Teilhabe- und Bildungschancen verweigert.

 

Einem Gesetz, das wesentlichen Forderungen der SPD nicht entspricht, werden wir auch im Bundesrat nicht zustimmen:

Transparentes und verfassungskonformes Arbeitslosengeld II

Die Bundesregierung muss für einen transparenten und verfassungskonformen Regelsatz beim Arbeitslosengeld-II sorgen. Sie darf den Kinderbedarf nicht an Haushalten berechnen, die selbst nicht genügend Geld für ihre Kinder haben, sondern muss eine realistische und lebensnahe Basis zugrunde legen.

Bildungsteilhabe für alle Kinder

Die SPD besteht auf einem echten Paket für Bildung und soziokulturelle Teilhabe (Musikunterricht, Sportverein, etc.), das nicht nur für Kinder von Arbeitslosengeld-II-Haushalten zur Verfügung steht.

Konsequenter Ausbau von Kitas und Ganztagsschulen

Die SPD fordert einen konsequenten, flächendeckenden Ausbau von Kitas und Ganztagsschulen. Unser Ziel ist es darüber hinaus an jeder Schule mindestens einen Schulsozialarbeiter oder eine Schulsozialarbeiterin zu beschäftigen. Denn gute Bildungsangebote sind der Königsweg zu einer besseren Bildung gerade für Kinder aus sozial schwachen Familien. Um bessere Bildungsangebote zu finanzieren, fordern wir, dass die Bundesregierung das geplante Betreuungsgeld („Herdprämie“) wieder zurücknimmt. Allein hierdurch würden zwei Milliarden Euro für sinnvollere Bildungsangebote frei werden.

Flächendeckende Mindestlöhne

Die SPD besteht auf der Einführung von flächendeckenden Mindestlöhnen, die garantieren, dass Menschen nicht zusätzlich zu ihrem Arbeitslohn auf staatliche Unterstützung aus Steuergeldern angewiesen sind. Hier kann der Staat vier Milliarden Euro einsparen, mit denen zurzeit noch völlig unangemessene Dumpinglöhne subventioniert werden. Ebenso fordern wir gleiche Löhne und gleiche Bedingungen für Leiharbeitnehmerinnen und -arbeitnehmer.

 

Die SPD steht für verfassungskonforme Regelsätze und bessere Bildungschancen für alle Kinder.

 

 

30.11.2010 

Bundeshaushalt 2011

Schwarz-Gelb stellt die Weichen falsch

Mit dem Haushalt 2011, den der Bundestag in dieser Woche verabschiedet hat, stellt die schwarz-gelbe Koalition die Weichen für Deutschland falsch. Statt konsequent in die wichtigen Zukunftsfelder Bildung und Integration zu investieren, verteilt Schwarz-Gelb Klientelgeschenke. Statt im Haushalt für einen sozialen Ausgleich zu sorgen, spaltet Schwarz-Gelb das Land weiter. Und statt – in der guten Konjunkturlage – Schulden abzubauen, verfrühstückt Schwarz-Gelb die Steuermehreinnahmen.

 

Schwarz-Gelb macht weiter Klientelpolitik

Die Steuergeschenke für Hoteliers und reiche Erben fließen weiter – genauso wie die Milliardenunterstützung der Atomindustrie durch verlängerte AKW-Laufzeiten. Statt endlich einen flächendeckenden Mindestlohn einzuführen, will Schwarz-Gelb die Hinzuverdienstgrenzen beim Arbeitslosengeld-II erhöhen. Das heißt: Die Steuerzahler unterstützen die Unternehmen, die besonders niedrige Löhne zahlen. Die angekündigte Finanztransaktionssteuer, die den Finanzsektor wirksam an den Krisenkosten beteiligen würde, steht weiter in den Sternen.

 

Schwarz-Gelb spaltet das Land

Die Hauptlast der Haushaltskürzungen müssen Arbeitslose, Alleinerziehende, Eltern und normale Arbeitnehmer tragen. Denn Schwarz-Gelb kürzt die Mittel für die Wiedereingliederung von Arbeitslosen in den Arbeitsmarkt, streicht das Elterngeld und den Rentenversicherungsbeitrag für Langzeitarbeitslose und schafft das Recht auf Nachholen eines Schulabschlusses wieder ab. Hinzu kommen erhebliche Mehrbelastungen der gesetzlich Versicherten durch die Gesundheitsreform. Jetzt ist spätestens klar: Das schwarz-gelbe Wahlversprechen „Mehr Netto vom Brutto“ gilt nur für Reiche. Normalverdiener zahlen die Zeche. Die deutsche Gesellschaft wird immer weiter gespalten. 

 

Dafür steht die SPD:

  • Alle Steuererleichterungen für Klientelgruppen müssen – zugunsten von Familienförderung und Bildungsinvestitionen – zurückgenommen werden.

  • Der Ausstieg aus der Atomenergie muss konsequent fortgesetzt werden. Die Atomindustrie muss einen erheblichen Teil ihrer Gewinne zugunsten der Förderung des Klimaschutzes und der Erneuerbaren Energien abführen. 

  • Wir wollen einen flächendeckenden Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro statt  fortgesetzter Subventionierung des Niedriglohnsektors.

  • Deutschland braucht endlich mehr Steuergerechtigkeit durch eine bundeseinheitliche Steuerverwaltung, die den Steuereinzug effizienter vollziehen und kontrollieren kann. 

  • Wir wollen mit einem gerechten Steuersystem dafür sorgen, dass auch die wirklich Wohlhabenden einen angemessenen Beitrag zum Gemeinwohl in Deutschland leisten.

 

22.11.2010 

Weiterhin schlechte Arbeitsmarktchancen für Ältere

Unser Ziel: Mehr Arbeitund flexible Übergänge

In dieser Woche hat CDU-Arbeitsministerin von der Leyen den Bericht zur Beschäftigungslage Älterer vorgelegt. Mit wenig aussagekräftigen Zahlen über die Erwerbsbeteiligung von über 60-Jährigen versucht die Ministerin, die Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre durchzusetzen. Aber die Wirklichkeit auf dem Arbeitsmarkt für Ältere sieht anders aus.

 

Für die SPD ist ein schrittweiser Einstieg in die Rente mit 67 bis zum Jahr 2029 nur dann vertretbar, wenn es auch genug Arbeit für Ältere gibt. Daher sollten mindestens 50 Prozent der 60-64-jährigen  sozialversicherungspflichtig beschäftigt sein. Derzeit sind dies aber nur 23,4 Prozent. Das ist zu wenig. Dagegen verweist die Arbeits ministerin darauf, dass die Erwerbstätigenquote der 60- bis 64-Jährigen von 2005 bis 2009 von 28,8  auf 38,1 Prozent gestiegen sei. Diese Zahlen sind allerdings wenig aussagekräftig, da sie auch alle schlecht bezahlten und nicht versicherungspflichtigen Jobs mit einbeziehen. 

Deshalb gilt für uns: Erst bei einer erneuten Über prüfung der Beschäftigungslage Älterer, die 2014 wieder fällig wird, wird sich zeigen, ob die Voraussetzungen für ein höheres Renteneintrittsalter erfüllt sind.

 

SPD: Beschäftigung Älterer fördern und flexible Übergänge ermöglichen

Die SPD steht deshalb für eine aktive Beschäftigungspolitik für Ältere und für flexiblere Übergänge in den Ruhestand, die die persönlichen Voraussetzungen und Bedürfnisse des Einzelnen stärker berücksichtigen.

  • Menschen zwischen 60 und 64 Jahren müssen mehr Chancen bekommen, länger sozialversicherungspflichtig beschäftigt zu sein.

  • Menschen, die in besonders belastenden Berufen arbeiten, brauchen Perspektiven für einen gut abgesicherten Übergang in den Ruhestand, auch wenn sie das gesetzliche Renteneintrittsalter nicht erreichen können.

  • Wir brauchen mehr Flexibilität beim Übergang in die Rente und eine Vereinfachung der Teilrente.

  • Für diejenigen, die ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen ganz oder teilweise nicht mehr ausüben können, muss mehr getan werden, damit Armut im Alter für sie die Ausnahme bleibt.

  • Wir müssen prekäre Beschäftigung zurückdrängen und mehr sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze schaffen. Denn nur so werden mehr Beiträge in die Rentenkasse einbezahlt, nur so erarbeiten die Beschäftigten höhere Rentenansprüche. Nur so erzielen wir stabile Rentenbeiträge und eine solide Rentenkasse.

 

12.11.2010 

SPD legt Vorschläge für ein solidarisches Gesundheits- wesen vor

Bürgerversicherung statt Drei-Klassen-Medizin

Mit ihren Beschlüssen zur Finanzierung des Gesundheitswesens hat die schwarz-gelbe Koalition in dieser Woche den Ausstieg aus der solidarischen Krankenversicherung durchgesetzt. Mit ihren Beschlüssen zum Arzneimittelmarkt stellt sie die Qualität der medizinischen Versorgung in Frage. Betroffen sind die Versicherten, die auf ein solidarisches Gesundheitssystem angewiesen sind, das gute medizinische Leistungen zu bezahlbaren Beiträgen garantiert. Für ein solches Modell steht die Bürgerversicherung der SPD.

 

Schwarz-Gelb bittet die Versicherten doppelt zur Kasse

Schwarz-Gelb hebt die Krankenversicherungsbeiträge von 14,9 auf 15,5 Prozent an. Arbeit nehmer zahlen dann 8,2 Prozent, Arbeitgeber 7,3 Prozent Beitrag. Hinzu kommt die Kopf pauschale, über deren Höhe jede Krankenkasse künftig selbst bestimmen kann. Diese muss künftig von den Arbeitnehmern allein bezahlt werden, der Arbeitgeberanteil an der Versicherung wird eingefroren. Dies ist der Ausstieg aus der solidarischen Krankenversicherung, in die Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu gleichen Teilen einzahlen.

 

Schwarz-gelb führt die Drei-Klassen-Medizin ein

Gesetzlich Versicherte sollen künftig Vorkasse beim Arzt zahlen. Das ist der Weg in die Drei-Klassen-Medizin: Privat-Patienten in der 1. Klasse, Vorkasse-Patienten in der 2. Klasse und all diejenigen, die sich Vorkasse nicht leisten können, in der 3. Klasse. 

 

Schwarz-Gelb knickt vor der Pharma-Lobby ein

Im Arzneimittelmarkt knickt Schwarz-Gelb vor der Pharmalobby ein: Die unabhängige Kosten-Nutzen- Bewertung, die die SPD gegen CSU/CDU durchgesetzt hatte, wird aufgeweicht. Rabattverträge, mit denen Versicherte massiv Geld sparen, werden kaum noch möglich sein. Statt niedrigerer Ausgaben dreht sich das Preis Karussell im Arzneimittelmarkt weiter.

 

Die SPD hat Eckpunkte für die Einführung einer Bürgerversicherung vorgelegt.

  • Die Bürgerversicherung versichert alle Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen zu solidarischen Bedingungen. Neben dem Erwerbseinkommen werden auch die Einkommen aus Vermögen zur Berechnung des Versicherungsbeitrags herangezogen.

  • Alle Versicherten erhalten von ihrer Kasse alle notwendigen medizinischen und pflegerischen Leistungen.

  • Niemand wird mehr auf Grund seines Patientenstatus (Privat- oder Kassenpatient) bevorzugt behandelt, allein die Schwere der Erkrankung bestimmt Schnelligkeit und Umfang der Behandlung.

Ein solidarisches Gesundheitswesen gibt es nur mit der 

Bürgerversicherung.

 

 

 

05.11.2010 

Integration fängt in den Kommunen an

Deutschland braucht starke Städte und Gemeinden

 

Die schwarz-gelbe Bundesregierung redet zwar viel über Integration – wie zuletzt beim Integrationsgipfel im Kanzleramt. Wenn es aber darum geht, zu handeln, passiert wenig. Statt dessen treibt Schwarz-Gelb die soziale Spaltung in Deutschland voran. Die schwarzgelbe Haushaltspolitik mit Steuergeschenken für ihre Klientel einerseits und Kürzungen für die Städte und Gemeinden andererseits ist ein Sprengsatz für den sozialen Zusammenhalt in unserem Land. Denn gerade die Kommunen müssen die größten Leistungen erbringen, um sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen sowie Zuwanderinnen und Zuwanderer in die Gesellschaft zu integrieren.

 

Schwarz-Gelb spaltet: Kahlschlag beim Programm „Soziale Stadt“

Schwarz-Gelb kürzt die Städtebauförderung und gefährdet das erfolgreiche Programm  „Soziale Stadt“. Ein Kahlschlag hier trifft Stadtteile und Wohnbezirke, in denen es besonders viele Integrationsprobleme gibt. Der gegenteilige Weg wäre richtig: Die Mittel für das von allen gelobte Vorzeige-Integrationsprogramm „Soziale Stadt“ müssen aufgestockt werden.

 

Schwarz-Gelb lässt Eltern und Kommunen beim Kita-Ausbau im Regen stehen

Gerade für Kinder aus Zuwandererfamilien ist ein möglichst frühzeitiger Kita-Besuch besonders wichtig. Denn hier lernen sie am besten die deutsche Sprache, hier wachsen sie am besten in unsere Gesellschaft hinein. Die Wirklichkeit sieht anders aus: Lediglich sechs Prozent aller Kinder unter drei Jahren mit Migrationshintergrund besuchen eine Kita – nimmt man die Gesamtbevölkerung, sind dies mehr als doppelt so viel (13,5 Prozent). Statt hier entschlossen zu handeln und den von der SPD durchgesetzten Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung für Unter-Dreijährige ab 2013 voranzutreiben, tut Schwarz-gelb nichts, um die finanzielle Situation der Kommunen zu verbessern.

 

SPD schlägt Eine-Milliarde-Finanzpaket für die Kommunen vor

Während Schwarz-Gelb weiter bei den Kommunen kürzt und zum Beispiel die Gewerbesteuer streichen will, steht die SPD für starke und leistungsfähige Kommunen. Wir fordern – auch vor dem Hintergrund guter Steuerprognosen – ein Finanzpaket in Höhe von einer Milliarde Euro für die Kommunen:

> Rücknahme der Halbierung bei der Städtebauförderung und Verdoppelung der Mittel auf 610 Millionen Euro

> Anhebung der Bundesbeteiligung bei den Wohnungskosten für Langzeitarbeitslose um 400 Millionen Euro

> Anhebung der Bundesbeteiligung an der Grundsicherung im Alter um 400 Millionen Euro

 

Die SPD steht für starke und leistungsfähige Städte und Gemeinden. Integration fängt in den Kommunen an

Deutschland braucht starke Städte und Gemeinden

 

01.11.2010 

Ein Jahr schwarz-gelbe Bundesregierung

Lobby-Politik gegen die Menschen

Ende Oktober 2009 hat die schwarz-gelbe Bundesregierung die Arbeit aufgenommen. Angetreten als „Traumpaar“ fand sich Schwarz-Gelb schon nach kurzer Zeit in einer „Zwangsehe“ voller Streit und Missverständnisse wieder. So schnell und nachhaltig wie Schwarz-Gelb hat noch keine Regierung das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger verspielt. Schwarz-Gelb hat heute keine Mehrheit mehr in Deutschland. CDU/CSU und FDP betreiben seit einem Jahr eine falsche Politik zu Lasten der Bürgerinnen und Bürger. Schlimmer noch: Schwarz-gelbe Politik bedeutet ein Rückschritt auf allen Feldern. Die Regierung missachtet immer wieder das Gemeinwohl und bedient statt dessen ihre Klientelgruppen.

 

Beispiel Atomkraft: 

Die Verlängerung der AKW-Laufzeiten spült den Atomkonzernen Milliarden Zusatzgewinne in die Kassen. Die Menschen müssen weiter mit veralteten, hochriskanten Atomkraftwerken leben. Die vier großen Stromkonzerne erhalten ihre Monopolstellung und können weiter die Preise diktieren. Die Lösung und die Kosten der Endlagerung des strahlenden Atommülls wird auf die nächsten Generationen verschoben.

Beispiel Sparpaket: 

Insbesondere Arbeitslose und Wohngeldempfänger sollen unter schwarz-gelben Kürzungen leiden. Die Wirtschaftslobby wird geschont: Die Brenn - elementesteuer wurde wieder eingeschränkt, die Flugsteuer wird direkt an die Kunden weiter gegeben und die Finanztransaktionssteuer ist in weite Ferne gerückt. 

 

Beispiel Hoteliers und reiche Erben: 

Die Steuergeschenke in Milliardenhöhe gehen zu Lasten der eh schon klammen Kommunen. Bürgerinnen und Bürger müssen sie mit höheren Abgaben und Einschränkung von Leistungen bezahlen. 

 

Beispiel Kopfpauschale: 

Schwarz-Gelb hat den Ausstieg aus der solidarischen Krankenversicherung beschlossen. Künftig sollen nur noch die Arbeitnehmer für steigende Kosten im Gesundheitswesen aufkommen – über eine Kopfpauschale, die nur sie zahlen. Die Arbeitgeber werden nicht mehr solidarisch an der Finanzierung beteiligt. 

 

Beispiel Pharmaindustrie: 

Schwarz-Gelb will, dass künftig auch neue Medikamente zugelassen und von den Kassen bezahlt werden müssen, deren Zusatz-Nutzen nicht nachgewiesen ist. Die Pharmaindustrie streicht die Gewinne für sinnlose Medizin ein, Bürgerinnen und Bürger zahlen über höhere Kassenbeiträge.

 

Schwarz-Gelb schadet Deutschland. Eine gerechte Politik sieht anders aus. Eine gerechte Politik fördert den Zusammenhalt der Gesellschaft und spaltet sie nicht. Eine gerechte Politik nimmt Rücksicht auf die Schwachen und bedient nicht einseitig die Starken.

Eine gerechte Politik trägt eine sozialdemokratische Handschrift.

 

22.10.2010 

Zuwanderungsdebatte schadet der Wirtschaft

CDU/CSU gefährden denStandort Deutschland!

 

Die Diskussion um die Zuwanderung nach Deutschland entbehrt jeder realen Grundlage. CDU/CSU nutzen sie, um populistisch auf Stimmenfang zu gehen. Damit erweisen sie aber der Attraktivität des deutschen Wirtschaftsstandortes einen Bärendienst und gefährden unsere guten Wachstumschancen.

 

Die Zuwanderung nach Deutschland ist rückläufig

Wer behauptet, Deutschland sei von Massenzuwanderung bedroht, täuscht über die tatsächliche Lage: Seit 2008 verlassen mehr Menschen – Deutsche und Ausländer – Deutschland, als Menschen herkommen. Die meisten der Auswanderer sind gut qualifiziert. Nicht selten führen sie für ihren Schritt die ausländerfeindliche Debatte bei uns an. Nimmt man nur ausländische Staatsbürger ist der Wanderungssaldo in den zurückliegenden Jahren klar rückläufig. 2008 wanderten in der Summe nur noch 10.685 ausländische Bürgerinnen und Bürger ein. Speziell bei türkischen Zuwanderern lag der Wanderungssaldo 2008 bereits mit rund 10.000 Personen im negativen Bereich. 

 

Ausländische Spitzenkräfte meiden Deutschland

Für Spitzenkräfte hat Deutschland bereits weitgehend offene Grenzen. Dennoch sind in den vergangenen Jahren weniger als 700 Hochqualifizierte nach Deutschland gekommen. Zum Vergleich: Allein im ersten Quartal 2009 hat Großbritannien 15.530 Visa an Hochqualifizierte vergeben. CDU/CSU schrecken mit ihrer ideologisch motivierten Kampagnen die „besten Köpfe der Welt“ vor einer Arbeitsaufnahme in Deutschland ab.

 

CDU/CSU blockieren moderne Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik

Es ist richtig: Vor einer Debatte über Zuwanderung von Fachkräften müssen wir einheimische Arbeitnehmer und Arbeitsuchende fördern und weiterqualifizieren. Dies erfordert eine moderne Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik. Aber auch hier versagen CDU/CSU:

  • CDU/CSU tun nichts, damit Unternehmen mehr in Aus- und Weiterbildung investieren. 

  • CDU/CSU tun nichts zur Integration von älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern  in den Arbeitsmarkt.

  • CDU/CSU tun nichts zur Erhöhung der Frauenerwerbsquote.

  • CDU/CSU tun nichts zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

  • CDU/CSU tun nichts um Berufe mit fehlenden Fachkräften – zum Beispiel im Pflegebereich – finanziell attraktiver zu gestalten.

  • CDU/CSU tun immer noch nichts zur Anerkennung von im Ausland erworbenen Bildungsabschlüssen.

 

Fazit: CDU/CSU vergiften das gesellschaftliche Klima und gefährden den Wirtschaftsstandort Deutschland. Zuwanderungsdebatte schadet der Wirtschaft

CDU/CSU gefährden den Standort Deutschland!

 

15.10.2010 

Fachkräftemangel in Deutschland

Qualifikation verbessern – Arbeitsaufnahme fördern

In Deutschland werden wieder qualifizierte Fachleute dringend gesucht. Viele Stellen stehen offen, die schnell besetzt werden müssen, wenn wir den kräftigen Wachstumsschub nutzen wollen. Jetzt kommt es darauf an, die Ausbildung zu stärken, heimische Fachkräfte weiterzuqualifizieren und ein modernes Zuwanderungskonzept für Fachkräfte aus dem Ausland zu entwickeln. 

 

Fachkräfte dringend gesucht

  • Bereits 2009 - mitten im Krisenjahr - konnten in Deutschland 34.000 Ingenieurstellen nicht besetzt werden.

  • Nach Angaben des Instituts der Deutschen Wirtschaft fehlten im Juli 2010 65.000 Fachkräfte in technischen und naturwissenschaftlichen Berufen. Dazu mangelt es laut Bundesagentur für Arbeit an Fachkräften in den Bereichen Medizin und Altenpflege, der Metall- und Elektrobranche sowie an Lehrerinnen und Lehrern.

 

Bildung und Ausbildung verbessern

  • So lange Jugendliche in Deutschland ohne Abschluss von der Schule gehen oder nach dem Schulabschluss keinen betrieblichen Ausbildungsplatz finden, gibt es Potenziale im Land, die wir heben müssen. Wir brauchen bessere Schulen und mehr Ausbildungsplätze.

  • Die Weiterbildungsangebote müssen verbessert werden, damit Qualifikationen gehalten und ausgebaut werden können.

 

Faire Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt

  • Ausländische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dürfen nicht als Billig-Konkurrenz zu heimischen Kolleginnen und Kollegen missbraucht werden. Um dies von vornherein zu verhindern, brauchen wir einen flächendeckenden Mindestlohn, faire Verhältnisse bei der Leiharbeit und umfassende Mitbestimmung.

 

Arbeitsmarkt gezielt öffnen

  • Wir wollen den Arbeitsmarkt weiter offen halten. Schon jetzt genießen Akademikerinnen und Akademikern aus allen EU-Staaten sowie hochqualifizierte Spezialisten aus der ganzen Welt Freizügigkeit. Akademikerinnen und Akademikern aus Nicht-EU-Staaten können hier die Arbeit aufnehmen, wenn die zuständige Agentur für Arbeit festgestellt hat, dass kein einheimischer Bewerber zur Verfügung steht.

  • Wir brauchen ein Anerkennungsgesetz, auf dessen Grundlage jeder nach spätestens sechs Monaten weiß, welche seiner im Ausland erworbenen Abschlüsse auch bei uns anerkannt werden, damit Fachkräfte ihr Wissen und ihre Fähigkeiten auch einbringen können. 

  • Wir brauchen einen besseren Überblick darüber, wo Fachkräfte gesucht werden, um frühzeitig Engpässe zu verhindern und gezielte Zuwanderung zu ermöglichen.

Wir wollen ein Gesamtkonzept zur Sicherung unseres Fachkräftebedarfs. Die pauschale Diffamierung bestimmter Gruppen hilft unserem Land nicht weiter.

Eine starke Wirtschaft braucht gut ausgebildete Menschen. SPD

 

08.10.2010 

SPD unterstützt Herbstaktionen der Gewerkschaften

Gute Arbeit und soziale Gerechtigkeit durchsetzen

Überall engagieren sich in diesem Herbst Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für gute und menschenwürdige Arbeit. Der Deutsche Gewerkschaftsbund ruft bundesweit zu Herbstaktionen auf, an denen sich auch die SPD beteiligt. Denn die schwarz-gelbe Bundesregierung blockiert weiterhin dringend notwendige gesetzliche Reformen für faire Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt und für Löhne, von denen man auch leben kann.

 

 

Aufschwung für alle!

Die Zocker auf den Finanzmärkten haben die Weltwirtschaft in die schwerste Krise der Nachkriegszeit getrieben. Sozialdemokratische Konzepte, wie die Konjunkturpakete und bessere Bedingungen für Kurzarbeit, haben geholfen, die Folgen der Krise für Wirtschaft und Arbeitsmarkt abzufedern. In der jetzigen wirtschaftlichen Erholung müssen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihren gerechten Anteil bekommen. Deutliche Lohnerhöhungen sind nicht nur gerecht, sie stärken auch die Binnennachfrage und stabilisieren den Aufschwung.

 

Leiharbeit: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!

Leiharbeit wird als Instrument für Tarifflucht und Lohndumping missbraucht. Stammbelegschaften werden zunehmend durch Leiharbeiter zu schlechteren Arbeitsbedingungen ersetzt. Derzeit wird jede dritte offene Stelle in Deutschland mit Leiharbeitern besetzt. Der jüngste Tarifabschluss in der Stahlindustrie ist wegweisend. Die IG Metall hat durchgesetzt, dass Leiharbeit genauso bezahlt werden muss wie die Arbeit von Festangestellten. Wir brauchen nun auch endlich eine gesetzliche Lösung. Die SPD fordert einen Mindestlohn für die Leiharbeitsbranche, die Durchsetzung des Prinzips „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ und mehr Mitbestimmungsrechte in Bezug auf Umfang und Dauer der Leiharbeit im Betrieb.

 

Gesetzlicher Mindestlohn jetzt!

Über fünf Millionen Menschen arbeiten in Deutschland für weniger als acht Euro pro Stunde. Mindestens 1,2 Millionen arbeiten für weniger als fünf Euro. Und rund 1,3 Millionen müssen trotz Arbeit staatliche Unterstützung erhalten, weil ihre Löhne zu niedrig sind, um wenigstens das gesetzliche Existenzminimum abzusichern. Um diese Missstände endlich zu beseitigen, fordert die SPD einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro. Mindestlöhne führen auch zu Regelsätzen beim Arbeitslosengeld II, die dem Bedarf gerecht werden.

 

Alles über die Herbstaktionen des Deutschen Gewerkschaftsbundes im Internet: 

www.dgb.de/herbstaktion

 

30.09.2010 

Bundesregierung will Arbeitslosengeld II um 5 Euro erhöhen:

Schwarz-Gelber Angriff auf soziale Gerechtigkeit

Die schwarz-gelbe Bundesregierung hat am 26. September 2010 beschlossen, den Regelsatz für Arbeitslosengeld-II-Empfänger/innen um fünf Euro von 359 auf 364 Euro anzuheben. Für Kinder soll die Höhe der Auszahlung gleich bleiben. Angesichts der Steuergeschenke an Hoteliers und reiche Erben und der Milliarden-Zusatzprofite, die Schwarz-Gelb Atom- und Pharmalobby zuschanzen will, sind die neuen Regelsätze und das sogenannte Bildungspaket ein weiteres Beispiel für die unsoziale und ungerechte Klientelpolitik dieser Bundesregierung. Die SPD will nachvollziehbare und realitätstaugliche Regelsätze sowie Chancen auf Bildung und Teilhabe für alle Kinder – unabhängig davon, wie wohlhabend ihre Eltern sind. Dazu reichen die Vorschläge der Regierung nicht aus.

 

Schwarz-Gelb dreht an der Armutsspirale

Schwarz-Gelb fördert bewusst Niedriglöhne. Die Regierung verweigert Mindestlöhne und fördert den Abbau von Stammbelegschaften zugunsten schlecht bezahlter Leiharbeit. Der Niedriglohnsektor dient jetzt als Grundlage für die Berechnung der Regelsätze in der Grundsicherung. Und anstatt Arbeitslosen neue Chancen zu eröffnen, kürzt Schwarz-Gelb massiv die Mittel für die aktive Arbeitsmarktpolitik um 16 Milliarden Euro in den nächsten vier Jahren.Damit werden den Langzeitarbeitslosen Zukunftschancen verbaut.

 

Trickserei zu Lasten der Schwächsten

Das Bundesverfassungsgericht hat ein transparentes Berechnungsverfahren angemahnt. Transparent bedeutet: Zuerst das Verfahren klären, dann rechnen. Die Bundesregierung hat das Verfahren und die Zahlen bis zuletzt geheim gehalten. Dies legt den Verdacht nahe, dass zuerst festgelegt wurde, was herauskommen soll, und dann bis zum Wunschergebnis getrickst wurde. Beispiel: Die Bundesregierung nimmt nur noch die untersten 15 % der Einkommen als Berechnungsgrundlage (bisher 20%) und rechnet den Durchschnittsbedarf so künstlich klein.

 

Mogelpackung „Bildungspaket“

1,7 Millionen Kinder leben in Deutschland in Armut. Um ihnen Chancen zu eröffnen, ihr Leben selbst zu gestalten, sind umfangreiche Hilfeangebote erforderlich. Das sogenannte Bildungspaket genügt diesen Ansprüchen nicht. Es ist völlig unklar, ob und wie die zusätzlichen Mittel bei den bedürftigen Kindern ankommen. Der geplante Zuschuss für ein warmes Mittagessen in Höhe von zwei Euro ist gut, allerdings nur dort, wo es auch Essensangebote gibt. Zur Zeit profitiert gerade einmal ein Fünftel der Kinder davon. Das Schulstarterpaket, das die Bundesarbeitsministerin als Teil ihres neuen Bildungspakets verkauft, ist nichts Neues. Die Kinder erhalten bereits seit zwei Jahren auf Initiative der SPD 100 Euro jährlich für Schulmaterial.

 

Die SPD wird sehr genau prüfen, ob die schwarz-gelben Vorschläge den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts entsprechen.

 

24.09.2010 

Höhere Versicherungsbeiträge und Kopfpauschale:

Schwarz-Gelb schröpft die Kassenpatienten

mit ihren Beschlüssen zur Gesundheitsreform hat die schwarz-gelbe Bundesregierung das Ende des solidarischen Gesundheitssystems eingeläutet. Verlierer schwarz-gelber Gesundheitspolitik sind alle gesetzlich Versicherten, auf die steigende Beiträge und eine Kopfpauschale zukommen. Gewinner sind private Krankenversicherer, Pharmaindustrie und Arbeitgeber, die wieder einmal von schwarz-gelber Klientelpolitik profitieren.

Schwarz-Gelb bittet Versicherte doppelt zur Kasse

Schwarz-Gelb will die Krankenversicherungsbeiträge von 14,9 auf 15,5 Prozent anheben. Arbeitnehmer zahlen dann 8,2 Prozent, Arbeitgeber 7,3 Prozent Beitrag. Hinzu kommen Zusatzbeiträge, über deren Höhe jede Krankenkasse künftig selbst bestimmen kann. Schwarz-Gelb bittet die Versicherten, die erhebliche Mehrbelastungen tragen müssen, gleich doppelt zur Kasse.

Schwarz-Gelb führt die Kopfpauschale ein

Mit den Zusatzbeiträgen führt Schwarz-Gelb die Kopfpauschale ein. Sie muss allein von den Versicherten getragen werden, während der Arbeitgeberanteil an der Versicherung eingefroren wird. Dies ist der Ausstieg aus der solidarischen Krankenversicherung, bei der Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen einzahlen.

Schwarz-Gelb bedient Pharmalobby, private Kassen und Arbeitgeber

Während Schwarz-Gelb die Versicherungseinnahmen zu Lasten der Bürgerinnen und Bürger erhöht, schont die Regierung ihre Klientel.

  • Beispiel Pharmaindustrie: In Deutschland liegen die Arzneimittelpreise 50 bis 60 Prozent über dem europäischen Durchschnitt. Schwarz-Gelb tut nichts dafür, mehr Wettbewerb und niedrigere Preise durchzusetzen. Im Gegenteil: Größere Rabatte, die Kassenverbände mit den Pharmakonzernen aushandeln, sollen künftig nicht mehr möglich sein.
    Und der Nutzen neuer Medikamente soll nicht generell von einem unabhängigen Institut bewertet werden. Allein diese Maßnahmen bringen der Pharmaindustrie Vorteile in Höhe von mehreren Hundert Millionen Euro.
  • Beispiel Privatversicherung: Private Kassen sollen künftig Vorteile der gesetzlichen Kassen erhalten, während die gesetzlichen Kassen ihre Leistungsangebote, z. B. Zusatzversicherungen, einschränken sollen. Gutverdienende sollen leichter von der gesetzlichen zur privaten Kasse wechseln können. Fazit: Langfristig steigen die Kosten für die Kassenpatienten, während die privaten Kassen gepäppelt werden.
  • Beispiel Arbeitgeber: Die Arbeitgeber werden künftig gar nicht mehr an den Kostensteigerungen im Gesundheitswesen beteiligt.

Für ein solidarisches Gesundheitswesen – gegen Lobby-Interessen. SPD.

 

18.09.2010 

Ein Jahr Schwarz-Gelb:

Katastrophale Bilanz auf der ganzen Linie

Ein Jahr nach ihrem Start fällt die Bilanz der schwarz-gelben Bundesregierung katastrophal aus: Einseitige Klientelpolitik statt Orientierung am Gemeinwohl, sozialer Kahlschlag statt gezielter Förderung und Hilfe für die Schwachen, Chaos und Nichtstun statt verantwortungsvoller Politik. Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat es in der Haushaltsdebatte des Bundestags auf den Punkt gebracht: „Fairness, Glaubwürdigkeit und Verantwortungsbewusstsein“ finde man bei Schwarz-Gelb nicht.

Klientelpolitik statt Gemeinwohl

Milliardengeschenke für reiche Hoteliers, Milliarden-Zusatzprofite für die Atomlobby aufgrund längerer Atom-Laufzeiten, Nothilfe für die private Krankenversicherung zu Lasten aller gesetzlich Versicherten – die Klientelpolitik zieht sich wie ein roter Faden durch das erste Jahr von Schwarz-Gelb. Dafür zahlen müssen alle Bürgerinnen und Bürger: durch höhere Krankenkassenbeiträge und Zusatzbeiträge, durch höhere Gebühren, die die Not leidenden Kommunen erheben müssen, durch ihre Steuern, mit denen die Sanierung der maroden Atommüll-Lager bezahlt werden soll.

Das soziale Gleichgewicht kommt unter die Räder

Schwarz-Gelb streicht Arbeitslosengeld-II-Empfängern das Elterngeld und die Zuschüsse zur Rentenversicherung, streicht Wohngeldempfängern den Heizkostenzuschuss und rasiert Maßnahmen zur Qualifizierung von Arbeitslosen. Immer mehr Menschen müssen zu Niedrigstlöhnen arbeiten, immer weniger Jugendliche bekommen einen anständigen Job.
Auf der anderen Seite: Finanzinstitute und Banken, die Verursacher der weltweiten Krise und der horrenden Staatsschulden, werden weiter geschont. Bis heute zahlen die Finanzmärkte keinen Cent für die Bewältigung der Krise. So wird die soziale Schieflage bei uns immer größer.

Schwarz-Gelb irrlichtert: Herdprämie statt besserer Bildung

Statt endlich Kinder von klein auf besser zu fördern und den Ausbau von KITAS voranzutreiben will Schwarz-Gelb ab 2013 ein Betreuungsgeld („Herdprämie“) von 150 Euro pro Familie zahlen. Geld das Familien dafür erhalten, dass sie ihr Kind nicht in den Kindergarten schicken. Ganz Deutschland diskutiert über bessere Bildung und bessere Integrationschancen. Und Schwarz-Gelb tut genau das Gegenteil von dem, was jetzt nötig wäre.

Ein demokratischer Staat mit einer freiheitlichen Wirtschaftsordnung braucht den sozialen Ausgleich und die soziale Sicherheit der Menschen. Sonst wird er nicht von Dauer sein. CDU/CSU und FDP lassen sich diese Prinzipien abkaufen: Wer Schwarz-Gelb unter Druck setzt, der bekommt, was er will. Und wer keine Lobby hat, bleibt auf der Strecke.

Deutschland braucht mehr Fairness und Verantwortung. SPD