Aus unserem Ortsverein 

Frauentag: Hilde Mattheis übt Kritik an Bundesregierung AsF fordert die Quote

„Wir brauchen eine gesetzliche Quotenregelung.“ Mit diesen Worten mischte sich Hilde Mattheis, Bundestagsabgeordnete und Vorstandsmitglied der SPD Baden- Württemberg, in die Diskussion darüber, wie Frauen in diesem Land mehr gleichberechtigte Teilhabe an Zeit, Macht und Geld erlangen können. mehr...

   

Einmal innehalten mit Liedern

Internationaler Frauentag: Auf der Bühne der Laudenbacher AsF spielen und singen Stefanie Riecker und Stefanie Brunner Einmal innehalten mit Liedern 

Der Internationale Frauentag hat viel bewegt. Nicht zuletzt hat er im evangelischen Gemeindehaus von Laudenbach am Samstag zwei Künstlerinnen zusammengeführt, mehr...

   

SPD 60 plus besuchte Dresden

Ende Februar begab sich eine Gruppe der Laudenbacher Arbeitsgemeinschaft 60 plus auf große Fahrt nach Dresden.  mehr...

 

SPD Reise 2012 führt nach Frankreich

Flusskreuzfahrt auf der Rhône bietet Natur und Kultur

Nach den positiven Rückmeldungen der vergangenen SPD Reise, hat sich Hans Jürgen Moser, der Organisator der SPD Reise, dazu entschlossen die Angebote der letzten Jahre zu kombinieren. mehr...

 

In Gerd Dembers Stammbaum finden sich seit 1772 nur Rote

Gerd Dember gilt als Vorzeige-Genosse: Gewerkschaftsmitglied, Juso, langjähriger Gemeinderat und Ortsvereinsvorsitzender und AWO-Vorsitzender. Als der "Herbert Wehner und als Unruheherd" in Laudenbach wurde der Träger der Willy-Brandt-Medaille einst bezeichnet. Bei der 110-Jahr-Feier des Ortsvereins im evangelischen Gemeindezentrum, mehr...

  

Die Bildung ist ihr großes Thema

Seit Jahren beschäftigen sich Laudenbachs Sozialdemokraten intensiv mit der Bildung und den Schulen. Sei es die Diskussion im Gemeinderat um den Erhalt der Volkshochschule und der Musikschule, die Erweiterung der Grundschule und der Kinderkrippe, die Erhaltung der Laudenbacher Spielplätze oder die aktuellen Bildungsdiskussionen auf Länder- oder Bundesebene.   mehr...

  

Dokumentarfilm "Rollbahn" zu sehen

Es ist die dritte Zusammenarbeit dieser Art. Jedes Mal drehte es sich um das Thema "Nationalsozialismus oder Rechtsradikalismus". So auch am Mittwoch, 9. November, wenn um 19 Uhr im Festsaal der Sonnberg-Grundschule, Schillerstraße 6, der Dokumentarfilm über das KZ-Außenlager Walldorf beim Frankfurter Flughafen zu sehen ist.  mehr...

  

Neue Schulart stößt kaum auf Interesse

SPD-Gemeinderat Alfred Moos stellte nach zweistündiger Debatte im Café Max am Mittwochabend die Kardinalfrage: "Sollen wir die Schillerschule neu bauen oder sanieren? Immerhin geht es um eine Summe von 4,3 Millionen Euro." Kultusstaatssekretär Dr. Frank Mentrup (SPD) gab zwar keine genaue Antwort hierauf, dafür aber die Richtung vor: mehr...

   

Das Leben der Römer in Osterburken und das mittelalterliche Mosbach erkundet

Gelungene Gemeinschaftsveranstaltung der AG 60 plus Laudenbach, der SPD Ortsvereine Osterburken und Binau und des Kreisvorstands Neckar-Odenwald 60plus 

Eine starke Gruppe der AG SPD 60 plus war zum diesjährigen Ausflug nach Osterburken und Mosbach gestartet.  mehr...

   

Kleinböck: Für Sanierung gibt das Land nichts

Schillerschule, Gemeinschaftsschule, "Einheitsschule"? Beim Dialogabend mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Gerhard Kleinböck ging es im Café Harmonie um die Bildungspolitik nach dem grün-roten Koalitionsvertrag. Eingeladen hatten die SPD-Ortsvereine Hemsbach und Laudenbach.  mehr...

   

"Die Hoffnung ist grün, aber die Liebe ist rot"

Gerhard Kleinböck ruft den Genossen über den Grill hinweg zu: "Der Koalitionsvertrag in Baden-Württemberg trägt eine sozialdemokratische Handschrift." Seine Rede war gestern der einzige politische Tagesordnungspunkt beim 1.-Mai-Grillfest der Laudenbacher SPD.  mehr...

   

AG SPD 60 plus zu Besuch im Judenhof in Speyer

Die Laudenbacher Genossen der AG SPD 60 plus begaben sich zusammen mit anderen Gruppen aus dem Rhein-Neckar-Kreis auf die Spuren der jüdischen Gemeinde in Speyer. Sie wurden von Johannes Bruno begrüßt.  mehr...

 

SPD 60 plus zu Gast im Mehrgenerationenhaus PRISMA in Heidelberg

Mehr als 50 Menschen wohnen in dem Mehrgenerationenhaus PRISMA in Heidelberg-Handschuhsheim, die ältesten sind über 90 die jüngsten gerade ein paar Wochen alt.   mehr...

   

Gemeinderat: Dieter Ehle erhält Ehrennadel des Gemeindetages

Ehre für echten Laudenbacher

Der SPD-Fraktionschef im Gemeinderat und Zweite Bürgermeister-Stellvertreter Dieter Ehle ist gestern Abend mit der Ehrennadel in Gold des Gemeindetages Baden-Württemberg ausgezeichnet worden. mehr...

   

Was Frauen von Männern alles wollen

Das war ein langer und - nicht nur für die Damenwelt - äußerst erbaulicher und erkenntnisreicher Samstagabend zwischen politischem Anspruch und kabarettistisch-leichtzüngigem Tiefgang. mehr...

   

Laudenbacher SPD gedenkt zum Jubiläum ihrer Verstorbenen

Zwei Dutzend SPD-Mitglieder haben anlässlich des 110-jährigen Jubiläums des Ortsvereins gestern Morgen im Friedhof ihrer verstorbenen Genossen gedacht.    mehr...

    

AsF-Spende finanziert einen „Spiegelstern“

250 Euro hat die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratische Frauen (AsF) mit ihrem Stand auf dem Weihnachtsmarkt eingenommen. Der Erlös wird immer einem sozialen Zweck gestiftet,    mehr...

    

Zum 25-jährigen SPD-Reisejubiläum zur mondänen Côte d’Azur

Zufallsbegegnung mit Fürst Albert in Monaco/Großes Programm perfekt bewältigt  

„Manchmal genügt es, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein“, so beschrieb Reiseleiter Herbert Bangert die Zufallsbegegnung mit Fürst Albert von Monaco vor dem Musée Océanographique   mehr...

     

Stuttgart 21 symbolisiert Vertrauensverlust in die Politik

Hans Georg Junginger beleuchtet in Norditalien polarisierendes Thema in der Heimat. Es gibt keine SPD-Reise ohne einen politischen Programmteil.  mehr...

     

Besuch im Mehrgenerationenhaus in Bensheim

Eine Begegnungsstätte für Alt und Jung mit attraktiven Angeboten für ein  gutes Miteinander mitten im Herzen der Stadt – so konnten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus der AG SPD 60 plus dieser Tage das Mehrgenerationenhaus im Caritas Zentrum in Bensheim erleben.  mehr...

  

Auf dem Schulweg mit Steinen beworfen

Ruth L. David, geborene Oppenheimer, hat während des Holocaust ihre Familie und ihre Heimat verloren. Über ihre Kindheit hat sie ein Buch geschrieben, aus dem sie am Montagabend in der alten Dorfkirche las. mehr...

   

SPD 60 plus besuchte den Museumshof Lerchennest in Sinsheim-Steinfurt und das Auto & Technik Museum Sinsheim

Mitunter wird auch an kleineren Orten große Geschichte geschrieben: So prangt am Giebel eines schmucken fränkischen Kleinbauernhofes in Sinsheim-Steinfurt eine schlichte Tafel:  Hier blieb auf seiner Flucht am 4./5. August 1730 Friedrich der Große dem Vaterland erhalten.  mehr...

   

Kleinböck sieht in Stuttgart viele Baustellen bei der Schulpolitik

Die Landtagswahl am 27. März wird im Hinblick auf die derzeitige Protestbewegung gegen "Stuttgart 21" spannend. Gerhard Kleinböck, SPD-Wahlkreisabgeordneter setzte bei einem Diskussionsabend des SPD-Ortsvereins im Georg-Bickel-Haus aber andere Schwerpunkte,  mehr...

    

SPD begrüßt seine Gäste im „Roten Frosch“

Der SPD Ortsverein Laudenbach präsentiert sich auf der diesjährigen Froschkerwe im SPD klassischen „Rot“ und lädt seine Besucher in den „Roten Frosch“ ein.  mehr ...

     

Der Vorstand der AG SPD 60 plus wurde einstimmig bestätigt

Bei der Jahreshauptversammlung der Arbeitsgemeinschaft SPD 60 plus konnte der Vorstand eine beeindruckende Bilanz von Informations- und Diskussionsveranstaltungen sowie Fahrten zu auswärtigen Veranstaltungen und Besichtigungen vorwiesen.  mehr ...

   

SPD 60 plus Laudenbach besuchte gemeinsam mit dem  Kreisverband Rhein-Neckar die Studios des SWR in Baden-Baden

Mit dem SWR Baden-Baden besuchte die AG 60 plus einen der europaweit größten Sendeplätze: Der SWR beherbergt dort acht große Studios.  mehr ...

     

Die Partei soll wieder Visionen entwickeln

Der Schock über die Niederlage bei den Bundestagswahlen sitzt auch bei der SPD in Laudenbach tief. Von Resignation aber ist keine Spur, und so machten sich die Mitglieder des Ortsvereins auf Anregung von Christel Masseck, Sprecherin der AG "60plus" unter der Diskussionsleitung von AsF-Chefin Ulrike Schweizer "Gedanken zur Lage der SPD". mehr ...

     

SPD 60 plus besuchte die Ausstellung „Alexander der Große“ 

Die Arbeitsgemeinschaft SPD 60 plus im Rhein-Neckar-Kreis hatte zu einer Führung der Ausstellung „Alexander der Große und die Öffnung der Welt“ eingeladen und eine Gruppe Laudenbacher Seniorinnen und Senioren war der Einladung gefolgt.  mehr ...

   

Arzneimittelbehandlung älterer Menschen – Problemzone im medizinischen Alltag

Die Arzneimittelbehandlung älterer Menschen ist ein aktuelles, aber schwieriges Thema. Deshalb hat sich der in Basel ansässige Mediziner, Prof. Dr. Dietmar Braun, dieser Problematik angenommen. Christel Masseck freute sich den kompetenten Referenten zu einer gut besuchten Veranstaltung von 60 plus in Laudenbach begrüßen zu dürfen. mehr...

   

Herrliche Landschaften und touristische und politische Informationen

24. Reise des SPD-Ortsvereins bot Schweizer Impressionen - Besuch von UNO und Botschaft

Mit dem Erleben von "Schweizer Impressionen" hatte der SPD-Ortsverein seine 24. Reise angekündigt. Das diese Inmpressionen in hervorragenden Hptels in Zermatt und Davos und in den komfortablen Panoramawagen der Ersten Klasse im Glacier- und Brenina-Express erlebt wurde, hatte man erwartet, dass dies alles aber bei strahlend blauem Himmel genossen werden konnte, war ein besonderer Glücksfall.   mehr...

      

Lebenslanges Lernen - eine Vortragsreihe zum Thema Bildung

Der Ortsverein Laudenbach der SPD lädt im Herbst 2008 zu einer Veranstaltungsreihe über das Thema Bildung ein: Spätestens seit den ersten Pisa-Erhebungen ist dieses Thema ins allgemeine Bewusstsein gerückt, Diskussionen über die richtigen Bildungsinhalte, über Bildungspläne und die Effizienz der Organisation von Bildungseinrichtungen genießen große Beachtung.   mehr...

    

Gleichstellung noch nicht verwirklicht

Zitate und Lesungen aus dem Buch „Das Eva-Prinzip“ hätten für einen unterhaltsamen Satire-Nachmittag gereicht. Doch das Frauen-Team aus der schwäbischen Alb setzte bei der Veranstaltung der ASF (Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen) zum internationalen Frauentag „noch einen drauf“!  mehr ...

    

Zauberei und Heringe statt Politik

Seit zwei Tagen warten die 350 Heringe, eingelegt in Marinade. Während sie dann gleich zu Beginn des 24. Heringsessens der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) im Georg-Bickel-Haus auf die Teller kommen, lässt ein anderer Programmpunkt noch ein wenig auf sich warten: Felix Gauger alias Zauberer Felix aus Weinheim.  mehr ...

    

Heimat für 40 Jugendliche

Eine gute und eine schlechte Nachricht gab es für die Besucher des von der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) und der Gruppe "SPD 60plus" veranstalteten Diavortrages über das Jugendprogramm Prosoya in Peru gleich zu Beginn. Der peruanische Referent und Projektleiter Hugo Fernández musste sein Kommen krankheitsbedingt absagen. mehr... 

   

SPD-Vorstand: Volkshochschule und Musikschule müssen für 

Laudenbach erhalten bleiben

Der Vorstand befasste sich in seiner letzten Sitzung u.a. mit dem Thema Volkshochschule und Musikschule. Obwohl die Weichen für diese Einrichtungen im Gemeinderat gestellt werden, bestand im Vorstand Einigkeit, dass diese beiden Bildungseinrichtungen mit ihren Angeboten für Laudenbach erhalten werden müssen.    mehr... 

   

Jahresabschluss des Ortsvereins

Der Winter steht vor der Tür und mit großen Schritten kommt auch das Jahresende näher - Grund für den traditionellen Jahresabschlussabend des SPD-Ortsvereins.     mehr... 

   

Die baltischen Staaten als EU-Länder im Übergang

Informationsgespräche des SPD-Ortsvereins in der bundesdeutschen Botschaft in Vilnius und in Riga

Sie sind elementarer Bestandteil sämtlicher Reisen des SPD-Ortsvereins: die politischen Informationsgespräche zur Beurteilung der jeweiligen Situation der besuchten Staaten.    mehr...

   

Faszinierende Landschaften, pulsierende Zentren und große Kulturdenkmäler

SPD-Ortsverein bei herrlichem Wetter 14 Tage in Polen und im Baltikum

Sie war eine der ganz großen Unternehmungen in der 106-jährigen Ortsvereinsgeschichte: Die 14-tägige Reise nach Polen und ins Baltikum, bei der man insgesamt über 5.000 km, 3.900 auf der Straße und 1.200 auf dem Wasser, zurücklegte.    mehr...

   

Die USA in "Wildwestmanier", der IWF als "Rammbock"

Seit über 30 Jahren herrscht weltweit Krieg - ein Finanzkrieg, ausgetragen zwischen dem Kapital und in monetäre Schwierigkeiten geratenen Ländern. Den Auslöser bildete 1973 die Freigabe des Dollar-Wechselkurses gegenüber anderen Währungen.    mehr...

   

All die Zeit versucht, aufrecht zu gehen

Joana vorstellen zu wollen, hieße Wasser in den Rhein kippen. Auch Ulrike Schweizer, Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) in Laudenbach, erwähnte nicht viel mehr als die 40-jährige Bühnenpräsenz der gelernten Lehrerin und wie geliebt, ja: verehrt sie in der Region und anderswo sei.     mehr...

    

Heringe bei "Pälzer Mudderschprooch" verdaut

Seit 23 Jahren legen die Helferinnen der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) die Heringe schon nach dem gleichen Rezept ein: ein paar feine Gewürze und viel Sahne gehören zum Fisch, dazu dann reichlich Pellkartoffeln und fertig ist das traditionelle Heringsessen für den Aschermittwoch.   mehr...

   

Kopftuch ist nicht zwingend

Im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe "Aus der Geschichte lernen - nie wieder Rechtsextremismus und Fremdenhass" hat der SPD-Ortsverein jetzt die Moschee in Weinheim besucht. Über 50 interessierte Bürger folgten der Einladung.   mehr...


 

Frauentag: Hilde Mattheis übt Kritik an Bundesregierung 

AsF fordert die Quote

 „Wir brauchen eine gesetzliche Quotenregelung.“ Mit diesen Worten mischte sich Hilde Mattheis, Bundestagsabgeordnete und Vorstandsmitglied der SPD Baden- Württemberg, in die Diskussion darüber, wie Frauen in diesem Land mehr gleichberechtigte Teilhabe an Zeit, Macht und Geld erlangen können. Vielmehr ließ die SPDPolitikerin ihre Forderung bei der Veranstaltung der Laudenbacher AsF zum Internationalen Frauentag von deren Sprecherin Ulrike Schweizer verlesen. Mattheis hatte ihr Kommen nämlich abgesagt: Ihr hatte es ob einer schweren Erkältung die Stimme verschlagen, wie Schweizer bei ihrer Begrüßung bedauerte.

Für die SPD-Politikerin gibt es in Sachen Gleichberechtigung noch viel Nachholbedarf. Frauen verdienten bei gleicher Qualifikation immer noch deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen, Sie arbeiteten häufiger in Teil- oder Minijobs und liefen damit Gefahr, später in Altersarmut zu leben. Die Sorge um die Kinder und die Pflege von älteren Angehörigen sei fast immer Sache der Frauen. Gleichzeitig fehle eine gut ausgebaute und kostenlose Betreuungsstruktur im Kleinkindalter und Ganztagsschulangebote. Hart ins Gericht ging Mattheis mit der Bundesregierung, die die Frauenquote in deutschen Unternehmen weiter ablehne, obwohl Frauen nur in 11,9 Prozent der Aufsichtsräte und drei Prozent der Vorstände säßen. „Vier Frauen im Kabinett, die es nach ganz oben geschafft haben, blockieren Chancengleichheit für Frauen“, formulierte Mattheis und forderte eine gesetzliche Regelung. 

AsF-Sprecherin Ulrike Schweizer hatte zuvor die Gäste im evangelischen Gemeindesaal zur 14. Frauen- tagsveranstaltung begrüßt, die die Laudenbacher AsF ausrichtete. SPD-Landesvorstandmitglied Stella Kirgiane-Efremidis sprach ein persönlich gehaltenes Grußwort. 

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Einmal innehalten mit Liedern

Internationaler Frauentag: Auf der Bühne der Laudenbacher AsF spielen und singen Stefanie Riecker und Stefanie Brunner Einmal innehalten mit Liedern 

Der Internationale Frauentag hat viel bewegt. Nicht zuletzt hat er im evangelischen Gemeindehaus von Laudenbach am Samstag zwei Künstlerinnen zusammengeführt, wie eine der beiden, die Weinheimer Liedermacherin Stefanie Riecker, zu Beginn des Liederabends bemerkte. Auch zu diesem Frauentag hatte traditionell die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) Laudenbach eingeladen. Mit Stefanie Brunner aus Oldenburg kam noch eine zweite weibliche Stimme mit Gitarre hinzu. 

Die Zuhörer im voll besetzten Gemeindesaal sollten nicht enttäuscht werden. Beide Musikerinnen haben je ihren ganz eigenen Klang und Charme. Während die Weinheimerin eher mal in die Saiten haut und in fröhlich-leichte Texte und Melodien verpackte philosophische Denkansätze präsentiert, sind es bei der Oldenburgerin eher leise gezupfte Töne, welche Tiefgründiges mit subtil-sarkastischem Witz transportieren.

Nachdem AsF-Sprecherin Ulrike Schweizer die rund 80 Besucher, darunter nicht wenige Männer, zum Frauentag begrüßt hatte, präsentierte die „Weinheimer Stefanie“ den musikalischen Auftakt. Es sind Geschichten aus dem alltäglichen Leben, welche die sympathisch rüberkommende Liedermacherin in wirkungsvolle Metaphern kleidet und in energetische Rhythmen verpackt, so dass manch ein Fuß gar nicht anders konnte, als mitzuwippen. Den „Phoenix aus der Asche“ besingt sie oder „Das alte Lied“ von der Liebe. In einem Winterlied sagt sie der „Schaumbad“-Saison ade und frag sich in „Jeden Tag“, warum sie eigentlich immer so „scheiß nett“ ist. Am Ende ihres ersten Sets gab sie damit noch ein „allseits beliebtes“ Mitsinglied zum Besten. Das Publikum sang tatsächlich überaus motiviert mit und dankte es mit begeistertem Jubel. 

Die Oldenburger Stefanie – eine diplomierte Psychologin – gab sich leise und zurückhaltend und begann entsprechend mit dem Lied „Einmal Innehalten“. Ihre Texte erwiesen sich als außerordentlich intelligent und witzig, ihr tänzelnd zupfendes Gitarrespiel mutete bisweilen fast schon harfenhaft an. Dazwischen wartete sie mit Interessanten psychologischen Fakten auf, etwa dem „fundamentalen Attributionsfehler“ oder der Tatsache, dass 80 Prozent der Kommunikation auf nonverbaler Ebene ablaufe. 

Nicht nur heiter, sondern urkomisch kam etwa der Titel „Sein Schicksal heißt Klothilde“ daher. Den Vogel jedoch schoss die Liedermacherin mit dem „Traurigen Lied von der Vernichtung der Menschheit“ ab. Darin bleibt nach dem ultimativen Atomkrieg eine zweifach mutierte Spinne als Krone der Schöpfung übrig, die sich Videos vom Untergang der Welt reinzieht, die aufgrund der elektrisierten Luft auch ohne Kraftwerk laufen. Was nicht minder ironisch anmutete, als der Song über den „Probiertag“ im Famila – ein Geschäft, das es offenbar auch in Oldenburg gibt. Auch die Zuhörer durften dann probieren – und zwar in einer ausgiebigen Pause am ebenfalls ausgiebigen kalten Buffet .Dann ging es in die dritte Runde, welche die beiden Stefanies gemeinsam und im Wechsel spielend auf der Bühne des Gemeindehauses bestritten. 

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SPD 60 plus besuchte Dresden

Ende Februar begab sich eine Gruppe der Laudenbacher Arbeitsgemeinschaft 60 plus auf große Fahrt nach Dresden. Im Bus des Reiseunternehmens Schmidt gelangte man bequem in die schöne Hauptstadt des Freistaates Sachsen.

Noch am  Nachmittag erkundete man Teile der Altstadt: Brühlsche Terrasse, Kathedrale St. Trinitatis und die  bei Dunkelheit in zauberhaftes Licht getauchte Semperoper. Bevorzugte Sehenswürdigkeit war die Frauenkirche; viele hatten den die Altstadt prägenden Barockbau nach ihrem Wiederaufbau noch nicht gesehen, und so ließ man sich von dem wunderschönen Innenraum verzaubern und genoss den vollen Klang des Orgel bei einer abendlichen Andacht. Eindrucksvoll war auch die in ihrer Schlichtheit beeindruckende Unterkirche.

Am nächsten Morgen führte eine Stadtrundfahrt vorbei an schönen Parkanlagen, am Hygienemuseum und durch das Universitätsklinikum zum „Blauen Wunder“ und den Elbschlössern. Man sah auch die umstrittene Waldschlösschenbrücke. Die Führung endete im Dresdner Zwinger, der unter August dem Starken gebauten wunderschönen Barockanlage. Der Nachmittag war zur freien Verfügung, und so erkundete jeder  die Stadt auf eigene Faust. Mit dem Stadtschloss, dem Fürstenzug, dem historischen Grünen Gewölbe und vielen anderen Sehenswürdigkeiten und Museen gab es viel zu entdecken. Bei einem guten Essen in einem gemütlichen Lokal tauschte man die Erfahrungen und Eindrücke aus. Und am nächsten Tag gab es noch eine große Überraschung: Über weite Strecken musste der Bus durch eine tief verschneite Winterlandschaft fahren.

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SPD Reise 2012 führt nach Frankreich

Flusskreuzfahrt auf der Rhône bietet Natur und Kultur

Nach den positiven Rückmeldungen der vergangenen SPD Reise, hat sich Hans Jürgen Moser, der Organisator der SPD Reise, dazu entschlossen die Angebote der letzten Jahre zu kombinieren.

Auf der einen Seite werden die Teilnehmer wieder den Luxus eines Flusskreuzfahrtsschiffes der Spitzenklasse mit all seinen Annehmlichkeiten in Anspruch nehmen können und auf der anderen Seite wird ein deutscher Reisebus die gesamte Reise begleiten, um den Teilnehmern bereits vor der Einschiffung die Besichtigung von Orange und Marseille zu ermöglichen, bevor man in Martigues die Kabinen beziehen kann.

Im Verlauf der Reise werden mit Hilfe des Busses weitere Ausflugsorte angefahren, bevor man am letzten Tag von Lyon die Heimreise antreten wird.

Die Kreuzfahrt, die in der wunderschönen und farbenfrohen Landschaft der Carmargue beginnt, führt über Martigues und Arles nach Avignon, wo sich nicht nur die französischen Päpste aufhielten, sondern sich bereits die Römer mit ihren Bauwerken verewigt haben.

Am nächsten Tag reist man mit dem schwimmenden Hotel nach Le Pouzin, von wo aus man einen Ausflug in die berühmten Schluchten der Ardèche unternehmen wird.

Weitere Stationen der Reise werden Städte wie Tournon sur Rhône, die Römerstadt Vienne, Macôn, oder Lyon sein.

Von Lyon aus wird die Teilnehmer ein weiterer Höhepunkt erwarten und sie können bei einem Ausflug die landschaftlich wunderbare Macônnais mit ihren Weinbergen erkunden, bei dem auch eine Weinprobe nicht fehlen darf.

Nach einer letzten Nacht auf dem Schiff heißt es dann nach neun Tagen leider Abschied nehmen und die Teilnehmer fahren über Dijon, Langres, Toul und Nancy endgültig nach Laudenbach zurück.

Die Reise wird vom 11. bis 19. Oktober stattfinden.

Wenn Sie an dieser Reise teilnehmen möchten, können Sie sich bei Hans Jürgen Moser, 06201/44022, weitere Informationen einholen und Plätze buchen. Auf Grund der hohen Nachfrage sind nur noch wenige Kabinen verfügbar und eine zeitnahe Anmeldung wäre empfehlenswert.

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In Gerd Dembers Stammbaum finden sich seit 1772 nur Rote

Gerd Dember gilt als Vorzeige-Genosse: Gewerkschaftsmitglied, Juso, langjähriger Gemeinderat und Ortsvereinsvorsitzender und AWO-Vorsitzender. Als der "Herbert Wehner und als Unruheherd" in Laudenbach wurde der Träger der Willy-Brandt-Medaille einst bezeichnet. Bei der 110-Jahr-Feier des Ortsvereins im evangelischen Gemeindezentrum, die von Schriftführerin Maren Deringer moderiert wurde, kam eine weitere Ehrung hinzu, denn Dember trat vor 50 Jahren in die SPD ein. Der stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion, Gernot Erler, würdigte vor 130 Ehrengästen diese große Leistung mit der goldenen Ehrennadel.

Nach der Ehrung ergriff Dember das Mikrophon: "Ich habe hier viele Freunde gefunden. Nur eines gelang mir nicht, nämlich die Sprache zu lernen", brachte er die Gäste zum Lachen. Dass er SPDler durch und durch sei, beweise sein Stammbaum, in dem es seit 1772 nur Rote gebe. Ortsvereinsvorsitzender Hans-Jürgen Moser eröffnete diesen Abend, an dem die Tradition der ältesten deutschen Partei zu spüren war. Bürgermeister Hermann Lenz hob in seinem Grußwort die "politische Fairness und das Arbeiten für die Menschen am Ort" hervor. Bundestagsabgeordneter Lothar Binding zielte auf die schwierige tägliche Arbeit der Genossen ab; dabei gehe es immer darum, einen permanenten Kompromiss zu finden. Hier hatte die SPD laut Binding ein gutes Händchen. Landtagsabgeordneter Gerhard Kleinböck unternahm einen Streifzug durch die örtliche SPD-Geschichte. "2011 gibt es für euch, gleich zwei Gründe zu feiern. Zum einen das 110-jährige Bestehen, zum anderen der wichtige Beitrag zum Wechsel in Stuttgart." Das Fernziel sei aber, wieder stärkste Kraft am Ort zu werden.

Der Freiburger Bundestagsabgeordnete Erler unterteilte seine Festrede in drei Punkte. Zunächst befasste er sich mit der Geschichte der SPD, die ihren Ursprung in der Arbeiterbewegung des 19. Jahrhundert hat. Beim Blick auf die Laudenbacher SPD fielen dem ehemaligen Staatsminister im Auswärtigen Amt mehrere Besonderheiten ein. Hierzu zählte Erler die vielen geselligen Veranstaltungen. Dass es bereits 1923 eine Juso-Organisation gab, wertete er ebenso als Marke der Laudenbacher, genauso wie die ab 1969 erschienene Infobroschüre "Laudenbach Heute und Morgen." Als vierte Besonderheit nannte er die von Herbert Bangert organisierten Reisen, an denen in 25 Jahren rund 1500 Gäste teilnahmen. Am 23. Mai 2013 feiert die SPD ihren 150. Geburtstag, die CDU sei 2010 erst 60 Jahre alt geworden. "Wir haben also eine lange Tradition, auf die wir stolz sein können. Speziell in Krisenzeiten gab uns dies Kraft", betonte Erler, der in seinem dritten Teil auf die Europapolitik einging: "Nach dem Zweiten Weltkrieg ließen uns die andere Nationen wieder hinein und übten Solidarität. Wir haben daher die Pflicht, die besten Europäer zu sein. Dieses Prinzip dürfen wir nicht beiseite legen." Jetzt gehe es nicht darum, Fehler zuzuweisen, sondern einen Schutzmechanismus aufzubauen und den unkontrollierten Finanzmarkt zu regulieren. Dass ein Jubiläum ohne Arbeiterlieder nicht denkbar war, verstand sich von selbst. Uli Valnion und seine 14 roten Raben sangen daher Lieder wie "Die Gedanken sind frei", "Die Internationale" oder "Wir sind die Moorsoldaten."

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Die Bildung ist ihr großes Thema

Seit Jahren beschäftigen sich Laudenbachs Sozialdemokraten intensiv mit der Bildung und den Schulen. Sei es die Diskussion im Gemeinderat um den Erhalt der Volkshochschule und der Musikschule, die Erweiterung der Grundschule und der Kinderkrippe, die Erhaltung der Laudenbacher Spielplätze oder die aktuellen Bildungsdiskussionen auf Länder- oder Bundesebene. "Da lassen wir auch in Zukunft nicht locker und werden uns einbringen", kündigen der Vorsitzende Hans-Jürgen Moser, AsF-Sprecherin Ulrike Schweizer und Beisitzer Bernd Hauptfleisch an. Daran hat und wird sich auch im 110. Jahr des Ortsvereins nichts ändern, versprechen sie. "Wenn etwas nicht richtig läuft, ist es unsere Aufgabe, dies zu ändern", so das Selbstverständnis der SPD.

Fachmann für Außenpolitik

Alle Drei sitzen im Organisationskomitee für den großen Festabend zum 110-jährigen Bestehen am Freitag, 11. November, im evangelischen Gemeindezentrum in der Schießmauerstraße 18. Und wie es sich für eine so großes Jubiläum gehört, haben sich die Laudenbacher Genossen einen Festredner an die Bergstraße geholt.

Dabei handelt es sich um den Bundestagsabgeordneten und stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden, Gernot Erler (kleines Bild). Erler wurde 1944 in Meißen geboren und lebt seit 44 Jahren in Freiburg. Seit 1987 ist er Mitglied im Bundestag; und seit 1998 hat er in Freiburg vier Mal das Direktmandat geholt. Erler gilt als Fachmann für die internationale Politik. In der Großen Koalition von 2005 bis 2009 gehörte er als Staatsminister im Auswärtigen Amt der Bundesregierung an.

Mit dem höchsten bulgarischen Orden für Ausländer, dem "Stara Planina", und der Ehrendoktorwürde der Universität für Weltwirtschaft in Sofia (Bulgarien) wurde er für sein Engagement ausgezeichnet. Im Frühjahr 2009 hat er das Buch "Mission Weltfrieden. Deutschlands neue Rolle in der Weltpolitik" vorgelegt und im Bundestagswahlkampf mehrere Veranstaltungen dazu durchgeführt. Seit der Bundestagswahl 2009 ist er nun stellvertretender Fraktionsvorsitzender für die Bereiche Außen-, Sicherheits-, Entwicklungs- und Menschenrechtspolitik.

Ehrungen verdienter Genossen

Langjährige und verdiente Parteimitglieder werden bei diesem Festabend ebenfalls geehrt. Insgesamt sind es 15 Mitglieder, die für zehn-, 20-, 25-, 40- und 50-jährige Treue durch den Bundespolitiker ausgezeichnet werden. Grußworte halten unter anderem Bundestagsabgeordneter Lothar Binding, Landtagsabgeordneter Gerhard Kleinböck und Bürgermeister Hermann Lenz. Die Begrüßung übernimmt der Ortsvereinsvorsitzende Hans-Jürgen Moser.

Da die Laudenbacher Genossen wissen, wie man richtig feiert, haben sie auch für die passende Unterhaltung zum Jubiläum gesorgt. "Uli und die Roten Raben", besser gesagt, Uli Valnion, wird Arbeiterlieder singen.

Um engen Kontakt zu den Bürgern am Ort zu halten, sind die Einwohner ausdrücklich zu dem Erler-Vortrag über die internationale Politik eingeladen, betont das Organisationsteam.

Aktive Organisationen

Neben dem Schwerpunkt Bildung gibt es weitere Bereiche, in denen die SPD seit Jahren Akzente setzt. Hier ist beispielsweise die Arbeitsgemeinschaft 60 plus zu nennen, die vor sieben Jahren gegründet wurde. Der Vorstand mit Christel Masseck, Irene Becker und Eckhard Masseck organisiert neben Fahrten auch Vorträge zu den verschiedenen politischen Prozessen. Ein Aktivposten in der SPD ist seit 36 Jahren die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen. Seit ihrer Gründung legt sie Wert auf soziale und kulturelle Themen.

Zur festen Tradition gehören das Heringsessen am Aschermittwoch und die Feier zum internationalen Frauentag. Beide Anlässe werden jeweils begleitet von Musik-, Kabarett oder Theaterdarbietungen. Madeleine Sauveur, Silke Hauck, Joana oder "Chawwerusch" waren hierbei schon zu Gast in Laudenbach.

26 Jahre quer durch Europa

Andere Länder und andere politische Systeme kennenzulernen, ist ein weiterer Bestandteil der Aktivitäten des Ortsvereins. So reisten die Laudenbacher in den Jahren 2001 bis 2010 unter anderem nach Irland, Slowenien, ins Baltikum oder in die Städte Bremen, Berlin, München oder Cornwall.

Ende Oktober ging es mit dem "schwimmenden Fünf-Sterne-Hotel" MS Amadeus Rhapsody auf dem Rhein entlang. Organisiert werden diese Touren seit Jahren von Herbert Bangert. hr

Der Festabend zum 110-jährigen Bestehen der SPD Laudenbach findet am Freitag, 11. November, ab 19 Uhr statt. Festredner ist der stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion, Gernot Erler. Ort der Veranstaltung ist das evangelische Gemeindezentrum, Schießmauerstraße 18.

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Dokumentarfilm "Rollbahn" zu sehen

Es ist die dritte Zusammenarbeit dieser Art. Jedes Mal drehte es sich um das Thema "Nationalsozialismus oder Rechtsradikalismus". So auch am Mittwoch, 9. November, wenn um 19 Uhr im Festsaal der Sonnberg-Grundschule, Schillerstraße 6, der Dokumentarfilm über das KZ-Außenlager Walldorf beim Frankfurter Flughafen zu sehen ist. An diesem Abend sind auch die Filmemacher Malte Rauch und Eva Voosen anwesend.

"Wir wollen die Erinnerung wach halten. Denn der Rechtsextremismus lauert überall. Er droht immer dann hochzukommen, wenn wir uns in schwieriger Situation befinden", so der Diakon Pierre Gerodez von der katholischen Kirche. Neben den zwei Kirchengemeinden gehören auch Gemeinde, SPD, CDU, Kerwe- und Heimatverein sowie erstmals die Arbeiterwohlfahrt zu den Veranstaltern. Hinzu kommen die "Initiative gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit im Kreis Bergstraße", vertreten durch Margarete Bauer. Wie die ASF-Sprecherin und SPD-Vorstandsmitglied Ulrike Schweizer sowie der SPD-Vorsitzende Hans-Jürgen Moser betonen, wolle man bei diesem Thema möglichst viele mit ins Boot nehmen. Letztes Jahr gab es einen Vortrag mit einer Zeitzeugin, in diesem Jahr stieß man auf das Projekt in Mörfelden-Walldorf, in dem sich Jugendliche auf die Spuren jüdischer Vergangenheit machten. Der entstandene Dokumentarfilm erzählt die Geschichte von jüdischen Mädchen, die 1944 die erste der drei Rollbahnen des Frankfurter Flughafens bauen mussten. Von den 1700 jungen Frauen im KZ-Außenlager Walldorf überstanden nur 200 das Kriegsende. 19 von ihnen waren bereit, noch einmal an den Ort ihres furchtbaren Arbeitseinsatzes zurückzukehren. Im November 2000 landeten sie auf der Rollbahn, die sie 56 Jahre zuvor zu bauen gezwungen waren.

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Neue Schulart stößt kaum auf Interesse

SPD-Gemeinderat Alfred Moos stellte nach zweistündiger Debatte im Café Max am Mittwochabend die Kardinalfrage: "Sollen wir die Schillerschule neu bauen oder sanieren? Immerhin geht es um eine Summe von 4,3 Millionen Euro." Kultusstaatssekretär Dr. Frank Mentrup (SPD) gab zwar keine genaue Antwort hierauf, dafür aber die Richtung vor: "Für einen Neubau aus Gründen der Sanierung gibt es nicht so viel Geld vom Land. Besser ist ein Neubau wegen einer neuen Schulart, wie etwa der Ganztagsschule. Hier kann es bis zu 37 Prozent geben und der Fördertopf ist noch nicht ausgeschöpft."

Klar, dass bei der Bildungsveranstaltung der SPD aus Hemsbach und Laudenbach auch der mögliche Standort zur Sprache kam. Auch hier gab Mentrup eine Richtung vor: "Wenn die Gemeinschaftsschule zur Ganztagesschule wird, benötigen sie eine Mensa. Das Bistro im BIZ reicht da nicht aus. Rücken hingegen die Schularten immer näher zusammen, kommen sie mit den klassischen Gebäuden nicht mehr aus." Kurz gesagt: Mentrup wie viele andere im Raum auch favorisieren einen Neubau auf dem BIZ-Gelände in Hemsbach. Dort finden sich dann alle Schularten auf einem Fleck. Ein Gymnasium, eine Realschule und eine baufällige Werkrealschule mit 23 Schülern - so umschrieb der Staatssekretär die Ausgangssituation. "Für die Zukunft ist dies nicht sicher", lautete Mentrups Fazit.

In dieser für Hemsbach und Laudenbach so spannenden Situation schlug er zwei Varianten vor: 1. Die Schiller-Werkrealschule entwickelt sich zur Gemeinschaftsschule, also zu einer Schulform, die ab dem Frühjahr 2012 landesweit an den Start gehen soll. 2. Zwischen Realschule und Werkrealschule gibt es bei den 5. Klassen Kooperationen in Fächern oder bei AGs. In Tübingen gäbe es eine solche Gemeinschaftsschule, wo Gymnasium, Werkrealschule und Realschule kooperieren würden.

Dass Mentrup und Kleinböck glühende Verfechter der Gemeinschafts- beziehungsweise Ganztagsschule sind, daran ließen sie keinen Zweifel in ihren Vorträgen aufkommen. Bessere Bildungsmöglichkeiten unabhängig vom Wirtschaftsstatus der Eltern, mehr Gestaltungsmöglichkeiten vor Ort sowie neue Chancen zum Erhalt des Schulstandorts lauten schließlich die Grundüberlegungen der Landesregierung. Wie sieht der Unterricht in der neuen Gemeinschaftsschule aus und wie werden die Lehrer darauf vorbereitet? Wie sehen die Bildungspläne und wie sieht das pädagogische Konzept aus, wenn Stärkere und Schwächere gemeinsam unterrichtet werden.

Auch dazu stellten die Zuhörer fragen. Eine Weinheimerin sah in der Gemeinschaftsschule gar eine "Schule für alle", also auch für Jugendliche mit Handicap (Inklusion). Eine besorgte Mutter klagte über den Unterrichtsausfall. Da keine Stellen abgebaut wurden, hatte Mentrup keine Antwort darauf. "Wir müssen das System durchleuchten und wir brauchen eine größere Krankheitsreserve." Damit die Gemeinschaftsschule in Hemsbach ein Erfolg werde, riet Mentrup dazu, mit Viertklässlereltern, den Schulen und den Elternbeiräten zu reden. Kleinböck kündigte hierzu Veranstaltungen an. SPD-Chef Ulf Dreßler hatte gehofft, an diesem Abend mit möglichst vielen über die neue Schulart zu reden. 7000 Flyer wurden verteilt. Doch nur 35 Interessierte kamen: "Ungenügend - Setzen - Sechs", lautete Dreßlers Bilanz auf diese Veranstaltung. 

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Das Leben der Römer in Osterburken und das mittelalterliche Mosbach erkundet

Gelungene Gemeinschaftsveranstaltung der AG 60 plus Laudenbach, der SPD Ortsvereine Osterburken und Binau und des Kreisvorstands Neckar-Odenwald 60plus

Eine starke Gruppe der AG SPD 60 plus war zum diesjährigen Ausflug nach Osterburken und Mosbach gestartet. Bereits im Vorfeld  hatte die Vorsitzende Christel Masseck Kontakt zu der OV-Vorsitzenden von Osterburken, Inge Kolesinki-Jelinek, aufgenommen. Bei der Programmplanung wurde sowohl das Osterburkener Römer-Museum als auch das mittelalterliche Leben in Mosbach ins Auge gefasst. Dadurch kam auch der SPD-Ortsverein Binau mit seinem Ortsvereinsvorsitzenden Gerd Teßmer ins Spiel, der  ebenfalls mit den Osterburkener Sozialdemokraten eine gemeinsame Veranstaltung angedacht hatte. Da die Laudenbacher 60plus-Mitglieder gleich mit einer größeren Delegation anreisten, klinkte sich Wilfried Nies, Kreisvorsitzender der AG 60plus im Kreisverband Neckar-Odenwald, mit seiner Vorstandschaft mit ein. Als fundierter Kenner des Römer-Museum hatte sich „Cicerona“ Renate Mihan (SPD-OV Osterburken)  sofort bereit erklärt, ihre Besucher im Museum zu führen. Für das mittelalterliche Mosbach übernahm vom SPD-Ortsverein Binau der Alt-Mosbacher Peter Wendel die Stadtführung.

Umweltfreundlich reisten die Teilnehmer mit der S-Bahn zunächst bis Osterburken, wo sie Gerd Teßmer als Gesamtverantwortlicher, Renate Mihan für den Ortsverein Osterburken und Wilfried Nies für die 60plus-AG Neckar-Odenwald willkommen hießen.

Renate Mihan stellte bei ihren Ausführungen das Leben der Römer im Bauland, den Wirtschaftsaustausch zwischen Römern und Germanen am Limes und die römische Götterwelt in den Mittelpunkt. Eingegangen wurde dabei besonders auf das Leben im Lagerdorf, das sich um das Kastell bildete. Hier siedelten sich außer den Soldaten mit ihren Familien Handwerker und Händler an. Wie aus Funden geschlossen werden konnte, pflegten die Germanen einen blühenden Handel mit den Römern. Für die Gäste aus Laudenbach von der Bergstraße waren diese Bereiche des römisch-germanischen Lebens besonders interessant.

Beeindruckt waren sie auch von dem gelungenen pädagogischen Konzept des Osterburkener Museums mit der römischen Badekultur und der Götterwelt. Hierbei ging Renate Mihan besonders auf das berühmte Mithras-Relief von Osterburken ein..

Mit der S-Bahn ging es anschließend nach Mosbach, wo nach der Mittagspause das Leben im mittelalterlichen Mosbach anhand von ausgewählten Plätzen und Gebäuden erlaufen wurde. Peter Wendel gab dabei so manche Anekdote zum Besten. Neu für die Gäste von der Bergstraße war, dass Mosbach  einst – wenn auch nur kurz – die Heidelberger Universität in ihren Mauern hatte und Sitz des Pfalzgrafen war. Die Bedeutung der Mosbacher Stadtquellen,  beim  Kandel noch sichtbar, und die Geschichte vom „Kiwwelschisser“ rundeten die Führung ab.

Da an diesem Tag die Pforte in der Mosbacher Stiftskirche geöffnet war, erfuhren die SPD-Besucher auch Einiges  aus der Geschichte der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden in der gemeinsamen, aber fast immer getrennten Stiftskirche.

Ein Kurzbesuch am SPD-Partei- und Abgeordnetenbüro und eine Schlussrunde in der Altstadt mit Dankesworten zeigten, dass diese gemeinsame Exkursion in die eigene Historie immer wieder neue Erkenntnisse bringt und das Leben in früherer Zeit in einem anderen Licht erscheinen lässt.

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Kleinböck: Für Sanierung gibt das Land nichts

Schillerschule, Gemeinschaftsschule, "Einheitsschule"? Beim Dialogabend mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Gerhard Kleinböck ging es im Café Harmonie um die Bildungspolitik nach dem grün-roten Koalitionsvertrag. Eingeladen hatten die SPD-Ortsvereine Hemsbach und Laudenbach. Der Hemsbacher Vorsitzende Ulf Dreßler begrüßte unter den rund 30 Teilnehmern auch "die politische Konkurrenz" und erklärte, sie hätten intern bereits eine Stunde diskutiert und Definitionsprobleme gelöst - was in Bildungsfragen extern wohl noch Zeit braucht.

Die Ansichten waren kontrovers, einerseits was die Problematik der sanierungsbedürftigen Schillerschule betrifft und andererseits den "Paradigmenwechsel", den das grün-rote Bildungskonzept, Kleinböck zufolge, eingeläutet habe - weg von der Frage, "Was können Kinder nicht?", hin zu "Was können Kinder?", über die "bestmögliche individuellen Förderung" und "längeres gemeinsames Lernen". Bevor er die Rahmenbedingungen des Bildungskonzepts vorstellte, räumte er ein, es brauche Zeit, um über neue Schulen zu reden. Folgende Pläne führte er unter anderem an: Abschaffung der verpflichtenden Grundschulempfehlung, Wahlmöglichkeit zwischen "G8" und "G9" in den Klassen 5 bis 7, und vor allem die Einführung der "Gemeinschaftsschule".

Das Vorhaben gebe es nicht zum Nulltarif, der Bedarf müsse noch errechnet und Gelder umgeschichtet werden. "Es muss hier keiner mitmachen", betonte Kleinböck hinsichtlich des Entwicklungsangebotes zur Gemeinschaftsschule, bevor die Diskussion eröffnet wurde. "Gemischte Gefühle" bis hin zu ängstlicher Kritik äußerten Eltern und Pädagogen. Das Schulsystem in Baden-Württemberg sei längst durchlässig - Mit welchem Recht ein erfolgreiches System in Frage stellen? ("Qualität statt Durchschnitt!") - Was war denn mit der "Multschule"? ... Zuspruch gab es von einem Teilnehmer, der aus Norwegen stammt. Dort lernten die Schüler neun Jahre gemeinsam und wenn sie nach Deutschland zum Studieren kämen, erzielten sie exzellente Ergebnisse. Auch ökonomisch sei das längere gemeinsame Lernen interessant. Pro-Hemsbach-Sprecherin Marlies Drissler forderte, wertneutral über Chancen zu diskutieren und führte das Thema der Schillerschule an. Nur zehn Anmeldungen für die Hauptschule in Hemsbach lägen vor, eine Sanierung des Gebäudes lohne sich nicht, doch die Schüler sollten auch nicht nach Weinheim geschickt werden, sondern in Hemsbach bleiben.

Aus diesem Grund, so SPD-Bürgermeisterkandidat Jürgen Kirchner, sei das Bildungszentrum gebaut worden. Die Hauptschule sei, aufgrund der Zahlen, ein Auslaufmodell. Kommunen unter 5000 Einwohnern haben laut Kleinböck keine Möglichkeit, Hauptschulen zu erhalten. CDU-Bürgermeisterkandidat Christian Falter, Leiter eines Handwerksbetriebs, erklärte, die Hauptschule werde gebraucht und genieße in der Wirtschaft eine hohe Akzeptanz. Fatal sei, laut Drissler, dass es weder ein pädagogisches Konzept noch ein pädagogisches Gebäude für Hemsbach gebe. Für einen Schulhausneubau gebe es Kleinböck zufolge Fördermittel, nicht aber für die Sanierung. Zusammensetzen, Diskutieren, Konzepte erstellen und in die Hand nehmen - diese Idee war konsensfähig. Dreßler kündigte für Anfang September einen ähnlichen Termin an. 

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"Die Hoffnung ist grün, aber die Liebe ist rot"

Gerhard Kleinböck ruft den Genossen über den Grill hinweg zu: "Der Koalitionsvertrag in Baden-Württemberg trägt eine sozialdemokratische Handschrift." Seine Rede war gestern der einzige politische Tagesordnungspunkt beim 1.-Mai-Grillfest der Laudenbacher SPD. Aber sie war ein wichtiger Punkt. Schließlich berichtete der Landtagsabgeordnete von den derzeitigen Koalitionsverhandlungen in Stuttgart.

"Die Kritiker - und auch die in den eigenen Reihen - sollen auf die Ressorts schauen. Die SPD besetzt die Schlüsselressorts für die Zukunft", sagte Kleinböck. Neben dem Finanz- und dem Kultusministerium, liegen beispielsweise die Ministerien für Integration, Inneres und Justiz in den Händen der SPD. "Die Hoffnung ist grün, aber die Liebe ist rot", rief er ins Mikrofon. Die Rivalität mit dem Koalitionspartner wurde in seiner Rede deutlich - schließlich ist man sich längst nicht in allen Punkten einig.

Wichtiger Punkt: Bildung

Als wichtigen Punkt für die Landespolitik hob Kleinböck die Bildung hervor. Zum einen wolle man eine Ganztagsschule, die einen solchen Namen auch tatsächlich verdiene. Weiterhin werde man die Gemeinschaftsschulen im Schulgesetz verankern. "Außerdem werden wir das vor kurzem abgelehnte Tariftreuegesetz nochmals in den Landtag einbringen", sagte Kleinböck. Dieses besagt, dass öffentlich vergebene Aufträge nur an Firmen gehen, die den Arbeitnehmern ein bestimmtes Gehalt bezahlen und sich an Tarifverträge halten. Tarife - darüber sprach er auch aus bundespolitischer Sicht und forderte Mindestlöhne sowie eine Chancengleichheit für Frauen und Männer: "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit."

Zur Frage, wie man denn alle Pläne finanzieren wolle, sagte Kleinböck: "Wir werden erstmal einen Kassensturz machen, die ungeschminkte Finanzsituation betrachten. Wir müssen die Schuldenbremse einhalten und Steuergerechtigkeit wieder auf die Agenda bringen." Dafür gab’s Applaus von den Genossen.

Wie in den letzten Jahren waren wieder viele Gäste gekommen, um bei der Laudenbacher SPD an der Alfred-Nagler-Grillhütte eine Rast einzulegen. "Heute geht es uns vor allem um die Geselligkeit. Deswegen gibt es auch keine Bands oder andere Programmpunkte", sagte der stellvertretende Vorsitzende Christoph Schulz. Für politische Fragen der Besucher stehe man dennoch immer zur Verfügung - und von denen gebe es einige.

Mit der derzeitigen Mitgliederzahl von 92 sei man durchaus zufrieden, sagte Vorsitzender Hans Jürgen Moser. Mittlerweile gehe es wieder bergauf, nachdem viele Mitglieder vor Jahren aufgrund von Gerhard Schröders Sozialpolitik ausgestiegen seien. Er freute sich auch über den Besuch der Ortsvereine aus Gorxheimertal, Hemsbach und Weinheim. Gerade mit Blick auf die schulische Entwicklung an der Bergstraße sei die Zusammenarbeit sehr wichtig. az

Am 6. Mai spricht die ehemalige Bundestagsabgeordnete Dr. Konstanze Wegner ab 19 Uhr im evangelischen Gemeindezentrum zur Geschichte der SPD. Vom 21. bis zum 23. Oktober findet eine Feier zum 110-jährigen Jubiläum des Ortsvereins statt.

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AG SPD 60 plus zu Besuch im Judenhof in Speyer

Die Laudenbacher Genossen der AG SPD 60 plus begaben sich zusammen mit anderen Gruppen aus dem Rhein-Neckar-Kreis auf die Spuren der jüdischen Gemeinde in Speyer. Sie wurden von Johannes Bruno begrüßt. Er erwies sich als  sachkundiger Führer, der es verstand, die Besichtigung sehr interessant zu gestalten.

Das Areal des Judenhofs liegt mitten in Speyer in unmittelbarer Nähe zum mittelalterlichen Dom. Auf dem Gelände sind die Ruinen der mittelalterlichen Synagoge und das vollständig erhaltene Ritualbad zu besichtigen, außerdem das erst kürzlich eröffnete Museum SchPIRA – der Name leitet sich von der hebräischen Umschrift des Namens Speyer her.

Von Johannes Bruno erfuhren die Gäste, dass Speyer im Mittelalter einer der bedeutendsten jüdischen Gemeinden nördlich der Alpen beherbergte. Juden aus Italien und Frankreich kamen als Kaufleute und Bankiers, außerdem Gelehrte aus vielen Teilen Europas. Seit 1084 bestand in Speyer eine jüdische Gemeinde, oft wohnten die Juden Tür an Tür mit den Christen. Die Gemeinde bestand 400 Jahre, wobei die Gründe ihres Untergangs um das Jahr 1500 bis heute  nicht vollständig geklärt werden konnten.

Die mittelalterliche Synagoge wurde 1104 geweiht; von dem ursprünglichen Bau sind noch die Ostwand mit der vermauerten Apsis für den Tora-Schrein  und Teile der Westwand erhalten, Die Fenster zeugen von einem Umbau im gotischen Stil aus der Zeit um 1250, als auch ein Frauenbetraum angebaut wurde.

Die um 1120 errichtete Mikwe, das jüdische Ritualbad ist das älteste noch erhaltene nördlich der Alpen. Bruno erläuterte den Ablauf der rituellen Reinigung und konnte am Bau auf viele architektonische Besonderheiten hinweisen.

Das erst am 9. November  vergangenen Jahres eröffnete Museum SchPIRA stellt eine gelungene Ergänzung  zu den mittelalterlichen Bauten dar. Die Ausstellung widmet sich den drei wichtigsten Säulen der jüdischen gemeinde: Synagoge, Friedhof und Ritualbad. Fenster, Kapitelle, weitere Architekturelemente, Grabsteine, sowie Münzen und der Schatz von Lingenfeld legen Zeugnis ab vom jüdischen Leben in Speyer im Mittelalter.

Christel Masseck, die Vorsitzende von 60 plus im KV Rhein-Neckar,  dankte im Namen der Gruppe Johannes Bruno, der mit seiner Führung interessante Einblicke in die Architektur der Bauten, aber auch in die durch die Religion bestimmte Lebensweise der jüdischen Bürger gegeben hatte.

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SPD 60 plus zu Gast im Mehrgenerationenhaus PRISMA in Heidelberg

Mehr als 50 Menschen wohnen in dem Mehrgenerationenhaus PRISMA in Heidelberg-Handschuhsheim, die ältesten sind über 90 die jüngsten gerade ein paar Wochen alt.

Wie funktioniert so etwas und wie bringt man so etwas zustande? – Das wollten  SPD-Seniorinnen und Senioren aus dem Rhein-Neckar-Kreis, darunter der Vorsitzende des Stadtseniorenrates, Hans Mazur, und eine Gruppe Laudenbacher  Senioren, wissen. – Und sie erlebten eine quicklebendige, offene und fröhliche Atmosphäre. Mit Frau Amrei Schmidt und Frau Ulli Lessmann wurde die Gruppe von zwei engagierten Frauen „der ersten Stunde“ informiert und durch das Haus geführt.

Die beiden Damen waren mit dabei, als sich 1999 in Heidelberg eine Initiativgruppe bildete. Drei Jahre später gründete sich der Verein OASE e.V. OASE steht für „offen – alternativ – selbstbestimmt – engagiert“, und, so Schmidt und Lessmann, „das Schönste ist: Die Leute hier sind so.“

Der Weg zu Realisierung des Wohnprojektes war nicht einfach, doch man gewann die Stadt Heidelberg als Unterstützer und die Wohngenossenschaft pro… als Partner. Und auch die konkrete Planung war eine Herausforderung für alle Beteiligten: Die ganze Gruppe plante gemeinsam mit dem Architekten die Anlage, d.h. es mussten viele individuelle Vorstellungen eingearbeitet werden. Entstanden ist ein wunderschönes, helles Haus in Handschuhsheim auf einer Fläche von ca. 2000 qm mit 25 Wohneinheiten, davon 7 geförderte Mietwohnungen (für welche ein Wohnberechtigungsschein notwendig ist) und 18 Eigentumswohnungen, mit schöner Grünanlage, Spielplatz, Garten, Kletterwand, mit diversen Gemeinschaftsräumen zum Feiern, Werken, Musizieren etc. Jede der Wohnungen hat ihren individuellen Zuschnitt. Es wurde vor ca. 14 Monaten bezogen.

Diese baulichen Gegebenheiten spiegeln die Vielfalt der Bewohner wider, unter ihnen 8 Seniorinnen bzw. Senioren, 20 Kinder und Jugendliche, 3 Alleinerziehende, 7 Familien, 7 Singles und 2 Menschen mit Behinderung.

Alle Bewohner sind Mitglied im Trägerverein OASE e.V., dieser wiederum im Forum Gemeinschaftliches Wohnen e.V., einer Bundesvereinigung. In monatlichen Vereinssitzungen wird über Verwaltung und Organisation des Hauses entschieden. Alle Mitglieder tragen – je nach persönlicher Möglichkeit – zum Gelingen bei.

Und das funktioniert bestens: So berichteten die beiden Damen, dass sie im vergangenen Jahr während einer Erkrankung hervorragend versorgt  worden seien. Andererseits erfolgte auf die Frage nach Unterstützung der Kinder von Familien und Alleinerziehenden z.B. in der Betreuung von Kindern ein freudiges „Aber sicher doch, das ist selbstverständlich.“ Allgemeine Hilfsdienste regelt die Hausgemeinschaft, für die Lösung spezieller Probleme wie z.B. professionelle Pflege  ist jeder selbst verantwortlich.

In der Hausordnung bekennen sich die Bewohner dazu, aufeinander zu achten und sich gegenseitig zu unterstützen – und das funktioniert offensichtlich bestens – schließlich ist das Wohnprojekt auf lebenslanges Wohnen angelegt. – Ein Projekt mit Vorbildcharakter, welches den Gästen von SPD 60 plus viele Denkanstöße bot.

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Gemeinderat: Dieter Ehle erhält Ehrennadel des Gemeindetages

Ehre für echten Laudenbacher

Der SPD-Fraktionschef im Gemeinderat und Zweite Bürgermeister-Stellvertreter Dieter Ehle ist gestern Abend mit der Ehrennadel in Gold des Gemeindetages Baden-Württemberg ausgezeichnet worden. Ehle gehört dem Laudenbacher Gemeinderat mit einer familiär bedingen Unterbrechung seit 30 Jahren an und wurde am 27. April 1975 erstmals in das Entscheidungsgremium gewählt.

Bürgermeister Hermann Lenz bescheinigte Ehle hohes Sach- und Fachwissen und als echtem Laudenbacher hervorragende Ortskenntnisse. Das kommunalpolitische Engagement sei ihm gewissermaßen in die Wiege gelegt worden. Schon Ehles Großvater Fritz Molitor und sein Vater Walter Ehle seien in den 50er und 60er Jahren Mitglied des Gemeinderates gewesen. Ehle habe zukunftsweisende Entscheidungen mitgetragen, sagte Lenz weiter und erwähnte ausdrücklich die hervorragende Kinderbetreuung in Laudenbach. Neben der Ehrenurkunde gab es Wein von der Gemeinde und Blumen für Ehles Frau Karin.

Klaus-Jürgen Pittner überreichte seinem Kollegen „eine kleine Rose für eine große Leistung“. Er wünschte sich, dass Ehle sein „lockeres Mundwerk“ behalte, auch wenn er hin und wieder gebremst werden müsse. CDU-Fraktionschef Bernhard Wahl attestierte Ehle, dass „wir meistens gut zusammengearbeitet haben“, und spendierte ihm ebenfalls einen guten Tropfen.

Dieter Ehle bekannte, es habe in den 30 Jahren Gemeinderatstätigkeit viel Vernünftiges, aber auch Unvernünftiges erlebt. „Laudenbach ist heute gut aufgestellt. Da können wir stolz drauf sein“, sagte Ehle. Mit Blick auf die drohende atomare Katastrophe in Japan stellte er an das Ende seiner Rede den Wunsch, dass die Politik daraus die richtigen Lehren ziehe.

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Was Frauen von Männern alles wollen

Das war ein langer und - nicht nur für die Damenwelt - äußerst erbaulicher und erkenntnisreicher Samstagabend zwischen politischem Anspruch und kabarettistisch-leichtzüngigem Tiefgang. Anlass war der 100. internationale Frauentag, zu dessen Feier die örtliche Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) um Ulrike Schweizer im bis zum letzten Platz gefüllten evangelischen Gemeindezentrum mit Lothar Binding und Gerhard Kleinböck überörtliche sozialdemokratische Prominenz begrüßte.

Das Wort aber gehörte an diesem Abend ausschließlich den Damen. Kreisvorstandsmitglied Stella Kirgiane-Efremidis zog zum Jubiläumstag Zwischenbilanz. "Die Frauen haben seit 1911 viel erreicht. Sie dürfen wählen und sie dürfen arbeiten. Arbeiten Sie mit, lassen Sie sich nicht einreden, wir hätten schon alles erreicht", machte Kirgiane-Efremidis den (Geschlechts-)Genossinnen Mut und die AsF-Landesvorsitzende Claudia Sünder verdeutlichte die Situation um die Gleichstellung der Frau "Wir sind Meisterinnen darin, uns selbst ein wenig zu vergessen und doch fühlen wir, was wir wert sind, was wir leisten, in wie viel Verantwortung wir eingebunden sind", stärkte Sünder den Frauen den Rücken mit der Aufforderung, sofort zu handeln, denn "Was lange währt, wird auch nicht besser."

Reibungsloser als mit diesem beinahe kabarettistischen Zitat hätte der Übergang zum "gemütlichen Teil" nicht sein können, denn mit ihrem Programm "Ich höre was, was du nicht sagst" fesselte Madeleine Sauveur das Publikum für die folgenden zwei Stunden mit geheimnisvoll Hintergründigem im verbalen Mit- respektive Gegeneinander von Mann und Frau. Und ganz dem aktuellen Anlass entsprechend durfte Clemens Maria Kitschen, der kongeniale Mann am Klavier, nur gelegentlich, dann aber mit trotziger Vehemenz, seinen Senf dazugeben. "Was wäre das Leben ohne Wort", fragt die Sauveur scheinheilig, füllt ein Nullkommadrei-Glas mit Rebensaft von Laudenbacher Hängen, damit sie den "roten Faden" nicht verlöre und schwadroniert von ihrem Damenrucksack, in dem stets das pralle Leben zu finden sei, nur nicht ihr Schlüssel. Da ist der rote Faden schon im Nirvana und die Sauveur bastelt mit pianistischer Unterstützung an ihrem Traummann, der gut aussehen und sportlich sein muss, der kochen kann und spüren muss, was sie sich wünscht oder auch nicht wünscht und der kinderlieb sein soll, aber nicht so wie die Erdmännchen und der sie einfach so verstehen soll wie ihre beste Freundin. Da wundert sich die Sauveur, wenn der Göttergatte stöhnt "Ich versteh ums Verrecke net, was du mit denne iwwerflissische Werter eischentlich bezwecke willscht" und führt lieber ein aufschlussreiches Handygespräch mit der "längsten Freundin". Das alles ist, würde Loriot sagen, fein beobachtet. Denn was Sauveur, das gertenschlanke Energiebündel, ihrem quietschvergnügten Publikum vor Augen hält, sind lauter Erkenntnisse aus dem wirklichen Leben.

Spätestens als Clemens M. Kitschen zum fulminanten Duett über die "Swirl"-Gebrauchsanleitung die russische Seele aus dem Akkordeon ruft, ist die Stimmung im Saal nicht mehr zu bremsen. Denn schließlich ist nach einer russischen Volksweisheit "das Leben unterm Strich immer noch besser als auf dem Strich" - na sdarowje. Es sind Gratwanderungen zwischen fröhlichem Klamauk, weisen Erkenntnissen und einfühlsamer Nachdenklichkeit, auf denen Sauveur und Kitschen die Spannung halten. Erst nach ausdrücklich herbeigejubelter Zugabe dürfen Sauveur und Kitschen die Bühne verlassen, unter kollektivem Geheul und begleitet von einsamen Wölfen, die die Butter im Kühlschrank nicht finden.

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Laudenbacher SPD gedenkt zum Jubiläum ihrer Verstorbenen

Zwei Dutzend SPD-Mitglieder haben anlässlich des 110-jährigen Jubiläums des Ortsvereins gestern Morgen im Friedhof ihrer verstorbenen Genossen gedacht. Der Laudenbacher Ortsverein habe viele dunkle Zeiten durchlebt, sagte Vorsitzender Hans-Jürgen Moser in einer kurzen Ansprache und nannte die beiden Weltkriege und die deutsche Teilung, die nach 41 Jahren überwunden worden sei. Die Totenehrung sei Anlass, sich an Menschen und Vorgänge zu erinnern, von denen immer weniger Menschen aus eigenem Erleben berichten könnten. „Das birgt die große Gefahr, dass rechte Vorgänge in unserer Gesellschaft falsch eingeschätzt und verharmlost werden“, sagte Moser. Die SPD fühle sich berufen, die Erinnerung wachzuhalten und daraus Schlüsse für das Handeln in der Zukunft abzuleiten. „Der Ruf nach Frieden soll auch hier und heute über die Gräber unserer Toten schallen“, sagte Moser und verlas die Liste der verstorbenen SPD-Mitglieder in den letzten zehn Jahren. Mit der Gedenkveranstaltung hat die Laudenbacher SPD ihr Jubiläumsjahr eröffnet. Neben den anstehenden Veranstaltungen zum Aschermittwoch und zum Internationalen Frauentag plant der Ortsverein eine Veranstaltung zur Geschichte der SPD, eine Matinee mit Arbeiterliedern und im Herbst die eigentliche Festveranstaltung

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AsF-Spende finanziert einen „Spiegelstern“

250 Euro hat die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratische Frauen (AsF) mit ihrem Stand auf dem Weihnachtsmarkt eingenommen. Der Erlös wird immer einem sozialen Zweck gestiftet, in diesem Jahr geht er an die Krippe der kommunalen Kindertagesstätte „Kunterbunt“. AsF-Sprecherin Ulrike Schweizer überreichte gestern zusammen mit einer stattlichen Anzahl Mitstreiterinnen und SPD-Vorsitzenden Hans-Jürgen Moser den Scheck an Einrichtungsleiterin Elsbeth Wind-Palm. Das Geld wird für den Kauf eines Spiegelsterns verwendet. Der besteht aus zehn mit Kunstleder bezogenen Schaumstoffteilen, in die Spiegel eingelassen sind; diese können zu Figuren zusammengesetzt werden. Zusätzlich werden für die „Kunterbunt“-Krabbelkinder noch zwei Bodenspiegel von der AsF-Spende angeschafft. Das neue Spielzeug dient der Sinnes- und Selbstwahrnehmung. Erst im Alter von etwa zwei Jahren sehen Kinder nämlich in ihrem Spiegelbild sich selbst. Von da an ist es dann nur noch ein kurzer Schritt, bis sie ihr Ebenbild „befragen“. Eine vorerst ungelöste Frage bleibt dabei, was sich auf: „Spieglein, Spieglein auf dem Boden“ reimt. 

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Zum 25-jährigen SPD-Reisejubiläum zur mondänen Côte d’Azur

Zufallsbegegnung mit Fürst Albert in Monaco/Großes Programm perfekt bewältigt

„Manchmal genügt es, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein“, so beschrieb Reiseleiter Herbert Bangert die Zufallsbegegnung mit Fürst Albert von Monaco vor dem Musée Océanographique, die die SPD-Reisegruppe zu entsprechendem Beifall und den Fürsten zu einem erfreuten Zuwinken animierte, bei seiner Reise-Schlussbilanz. Sicherlich waren diese wenigen Sekunden das i-Tüpfelchen der 26. Reise des SPD-Ortsvereins in 25 Jahren, in denen man nahezu alle Länder Europas besucht hat. Herbert Bangert, der letztmals für Vorbereitung und Durchführung einer SPD-Reise verantwortlich zeichnete, hatte eine einwöchige Reise an die Côte d’Azur mit dem Zwergstaat Monaco geplant und wie seit 25 Jahren gewohnt, lief das Programm minutiös ab. Zusätzlich erfüllten die drei Hotels in Grenoble, Nizza und Terruggia alle Erwartungen, man hatte an der Côte d’Azur eine gleichermaßen sachkundige wie charmante Reiseführerin und erneut herrschte „SPD-Wetter“ mit strahlend blauem Himmel und Temperaturen bis zu 23 Grad.

Bereits vor der offiziellen Abfahrtszeit setzte sich der von EVO-Bus zur Verfügung gestellte Reisebus neuester Generation gen Süden in Bewegung, um über Basel und Genf den bekannten Wintersportort Grenoble als Zwischenstation anzusteuern.

Am nächsten Morgen befuhr man die bekannte Route Napoleon und erlebte herrliche Landschaften und bei der letzten Etappe vor Nizza atemberaubende Schluchten. In Nizza bezog man ein zentral gelegenes Hotel mit großzügigem Park und einer Dachterrasse mit Schwimmbad, von der man einen herrlichen Ausblick „über die Dächer von Nizza“ genießen konnte. Nizza und die Filmstadt Cannes wurden am nächsten Tag mit Rundfahrt und Rundgang erkundet. In Nizza, unangefochtene Metropole der Côte d’Azur, befuhr man zunächst die Strandpromenade „des Anglais“, besuchte die russische Kirche „Saint Nicolas“, genoss den herrlichen Blick von einer Aussichtsplattform auf die Stadtkulisse und schlenderte über den bekannten Blumenmarkt, bevor man in Cannes den Prachtboulevard „La Croisette“ mit dem Festspielhaus befuhr und die Altstadt erkundete.

Der nächste Tag war der italienischen Blumenriviera gewidmet. Über die überaus reizvolle Promenadenstraße mit herrlichen Ausblicken steuerte man zunächst San Remo an, das insbesondere durch seine Blumenzucht bekannt ist. Die unzähligen Gewächshäuser, die sich nicht immer störungsfrei in das Landschaftsbild einfügen, zeugen von deren wirtschaftlicher Bedeutung. Nach einem Stadtrundgang ging es weiter in das Hinterland von Ventimiglia, wo man auf einem Weingut bei ausreichend Wein, Grappa und einheimischen Olivenspezialitäten verwöhnt wurde. In Ventimiglia stand insbesondere die Besichtigung des exotischen Gartens rund um die Villa Hanbury auf dem Programm, der auf einer Fläche von 18 Hektar mehr als 3.000 tropische Pflanzen beherbergt und zu den bedeutendsten Gärten Italiens zählt.

Das Fürstentum Monaco und die Stadt Monte Carlo präsentierten sich als die erwartete pulsierende „Oase der Reichen“. Zunächst stand der Besuch des hoch über dem Meer an der Felswand liegenden Jardin Exotique an, wo unzählige exotische Kakteen gepflanzt sind und zahlreiche Aussichtsplattformen herrliche Ausblicke auf die Stadt ermöglichen. In den Bummel durch die Altstadt wurde die Kathedrale mit den Fürstengräbern von Rainier III. und Grace Kelly besichtigt und man erlebte vor dem Fürstenpalast die Wachablösung.

Am Nachmittag besuchte man das weltbekannte Spielkasino und war erstaunt, mit welcher Leichtigkeit hier Geldbündel auf den Spieltischen verzockt wurden. Man beging und befuhr einen Teil der Formel-I-Strecke, sah, wo die Boxen eingerichtet werden und die Startaufstellung erfolgt und wähnte sich auf den Spuren von Michael Schumacher und Sebastian Vettel. Bei der Rückreise machte man in Eze Halt, um bei der Parfumfabrik Fragonard einen Einblick in die Herstellung von Parfums und weiterer kosmetischer Produkte zu erhalten.

Am nächsten Tag hieß es Abschied nehmen von der Côte d’Azur und auf landschaftlich reizvoller Route der „Autostrada dei Fiori“ (Blumenautobahn) ging es zunächst bis vor die Tore Genuas, ehe man über den Appenin das Monferrato mit Terruggia in der Nähe von Asti ansteuerte, wo man einen überaus stimmungsvollen Abschlussabend erlebte und zum Nachtisch eine Riesentorte mit der Aufschrift „SPD Laudenbach“ genoss. Die Rückreise sah die Fahrt über den 2.005 Meter hohen Simplon-Pass mit verschneiter Bergkulisse als nochmaligen Höhepunkt vor, bevor man über Fribourg, Bern und Basel die letzte Etappe zurück zur Bergstraße bewältigte. Herbert Bangert freute sich über einen überaus positiven Rückblick der Reise, die seine „Zugabe“ an viele treue Reiseteilnehmerinnen und -teilnehmer gewesen sei, ehe im kommenden Jahr der Vorsitzende Hans-Jürgen Moser das Steuer übernehme. Bangerts besonderer Dank galt Hilde Beck, Willi Seitz, Ilse Kornek und Georg und Hildegard Schuhmann, die an fast allen Reisen teilgenommen hatten sowie Fahrer Alois Baus, mit dem er alle Reisen geplant habe und der bei nahezu allen Reisen am Steuer saß. Ilse Kornek würdigte namens der Reisegruppe die einmal mehr untadelige Organisation und überreichte Bangert und dessen Ehefrau Margreet ein Präsent.

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Stuttgart 21 symbolisiert Vertrauensverlust in die Politik

Hans Georg Junginger beleuchtet in Norditalien polarisierendes Thema in der Heimat

Es gibt keine SPD-Reise ohne einen politischen Programmteil. Nachdem der deutsche Honorarkonsul in Monaco wegen einer Auslandsreise nicht für ein Informationsgespräch zur Verfügung stehen konnte, nahm man sich mit Stuttgart 21 eines brennenden innenpolitischen Themas an und hatte das Glück, dass Reiseteilnehmer Hans Georg Junginger als langjähriger Landstagsabgeordneter und Vorsitzender des Innenausschusses seine Sicht des Projektes vermittelte. Herbert Bangert sah in Stuttgart 21 eines der polarisierendsten Themen der letzten Jahre in Deutschland, bei dem es um weit mehr gehe als das Projekt selbst, nämlich um das Vertrauen der Menschen in Politik und Demokratie. Der Projektverlauf sei geprägt von Kommunikationsdefiziten von Land, Bahn und Stadt Stuttgart und die Landes-SPD betrachte es als Chance, mit einer Volksabstimmung Vertrauen zurückzugewinnen, so Bangert.

Junginger stellte zunächst den Zusammenhang von Stuttgart 21 mit der Neubaustrecke Ulm – Wendlingen her, die nicht minder wichtig sei. Land und Stadt Stuttgart hätten „Stuttgart 21“ immer als zentrales Verkehrs- und Stadtentwicklungsprojekt gesehen, zumal durch die Verlegung der Trasse unter den Grund 100 ha Flächen frei würden. Kritische Punkte seien zunächst die sich ständig nach oben entwickelnden Kosten, für die von Land, Region, Stadt und Flughafen Stuttgart erhebliche Beiträge geleistet werden müssten. Die vorliegende Kostenkalkulation werde jedenfalls von einem namhaften Gutachter angezweifelt. Er selbst habe sich in seiner Funktion als Vorsitzender des Innenausschusses noch 2008, auch unter dem Einfluss des Landtagsvizepräsidenten und Kommunikationsbeauftragten für „Stuttgart 21“, Wolfgang Drexler, noch der Beurteilung der Landesregierung angeschlossen und die Kostenkalkulation als solide beurteilt.

Er sehe es als notwendig, die Kosten-Nutzen-Kalkulation immer wieder auf den Prüfstand zu stellen und hier erhoffe er sich von dem aufgenommenen Schlichtungsverfahren weitere Aufschlüsse. Wenn Kalkulationen derzeit von Beträgen bis 11 Milliarden Euro ausgingen, so sei dies bei einer erreichbaren Zeitersparnis von 8 – 10 Minuten nicht mehr vertretbar. Genau zu ermitteln seien als Entscheidungsgrundlage auch mögliche Ausstiegskosten. Die immer wieder gehandelten 1,4 Milliarden Euro zweifle er jedenfalls an, so Junginger.

Der von der SPD angestrebte Volksentscheid sei politisch und juristisch umstritten und im Landtag abgelehnt worden. Der Widerstand gegen das Projekt, dem man am 30. September mit großer Härte begegnet sei, gehe in die Mitte der Gesellschaft, die den Eindruck habe, nicht mehr gehört zu werden. Hier sei ein neuer, Vertrauen schaffender Politikstil erforderlich, so Junginger mit Blick auf die Landtagswahl, in der die Bundeskanzlerin einen Volksentscheid zu „Stuttgart 21“ sehe.

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Besuch im Mehrgenerationenhaus in Bensheim

Eine Begegnungsstätte für Alt und Jung mit attraktiven Angeboten für ein  gutes Miteinander mitten im Herzen der Stadt – so konnten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus der AG SPD 60 plus dieser Tage das Mehrgenerationenhaus im Caritas Zentrum in Bensheim erleben. Hannelore Lehnhardt, die Migrationsbeauftragte in diesem Zentrum, hatte die Gruppe eingeladen.

Zunächst fielen die fröhlich bunten Bilder in den Fluren auf, Arbeiten, die in diesem Haus entstanden waren. Auf einer Info-Säule gab es Plakate „Wunsch-Großeltern“, „Paten für die Zukunft“ und „Zeit schenken“ und machten die Besucher neugierig. Frau Lehnhardt stellte die Einrichtung, die fest in das Caritas Zentrum mit Diensten wie Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen, vielfältiger Migrationshilfe, Beratung und Pflege für psychisch Kranke eingebettet ist, vor.

Entsprechend vielgestaltig hat sich die Begegnungsstätte entwickelt: Das Café im Klostergarten ist ein Ort der Begegnung zwischen den Generationen. Mit dem Angebot eines Mittagessens ist es zugleich ein Dienstleistungsangebot zur Entlastung vor allem älterer Menschen. Es ist ein offener Treff mit Angeboten wie Internet-Café, Hör-Bar und Spieletreff, zugleich zusammen mit einem Beratungsbüro der Mittelpunkt für eine Dienstleistungsbörse wie „Offener Computertreff für Jung und Alt“, Sprachcafé für Frauen mit Migrationshintergrund und Internationaler Frauentreff. Das Projekt „Wunsch-Großeltern“ steht für Kontakte zwischen jungen Familien und Senioren, die Ersatzgroßeltern sein möchten; im Projekt „Pate für Zukunft“ stehen ehrenamtliche  Paten jungen Menschen als Lernhelfer zur Verfügung, und das Projekt „Zeit schenken“  ist ein ehrenamtlicher Besuchsdienst für Hochbetagte und Langzeitkranke.

Vieles läuft im ehrenamtlichen Bereich, dahinter stehen ein gut durchdachtes Konzept für Menschen und ein engagiertes Team kompetenter Mitarbeiter. Auf diese Weise können viele Projekte ineinandergreifen und es entsteht ein schönes Miteinander von Jung und Alt, eine Basis dafür, dass Alltagskompetenzen und Erfolgswissen weitergegeben werden von Mensch zu Mensch. So schafft das Haus Räume und Gelegenheiten mit dem Ziel, den Zusammenhalt der Generationen zu stärken – auch unabhängig von familiären Verbünden.

Christel Masseck dankte Hannelore Lehnhardt für die Führung, die viele nachhaltige Einblicke ermöglichte und wünschte der Einrichtung weiterhin eine erfolgreiche  Entwicklung.

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Auf dem Schulweg mit Steinen beworfen

Ruth L. David, geborene Oppenheimer, hat während des Holocaust ihre Familie und ihre Heimat verloren. Über ihre Kindheit hat sie ein Buch geschrieben, aus dem sie am Montagabend in der alten Dorfkirche las. Pfarrer Fritz-Norbert Wenzler hatte zuvor an die nationalsozialistische Vergangenheit erinnert, die auch an dem 800 Jahre alten Gotteshaus nicht vorbeigegangen ist. Im Jahr 1936 wurde die Kirche gemäß dem Zeitgeist saniert. Ein Opferaltar wurde errichtet und Kirchenfenster eingebaut, die etwa Hitler und Hindenburg beim Handschlag zeigten, worüber der Geistliche seine Scham zum Ausdruck brachte.

 "Es ist gut, hier zu sein und so viele Menschen zu sehen", begrüßte David ihre Zuhörer. Sie kam 1929 zur Welt und hat sich damit, wie sie erklärte, kein gutes Jahr ausgesucht. Als Ruth vier Jahre alt war, kam Hitler an die Macht - nicht als Diktator, wie die Autorin betonte - er wurde gewählt. Damals begannen die Berufsverbote für jüdische Bürger. Vater Oppenheimer, der in Fränkisch-Crumbach eine Zigarrenfabrik betrieb, brauchte einen "arischen Begleiter". Der Begriff "Arier", der einen Stamm aus Nordindien bezeichne, sei eine verrückte Idee, so David.

Im Odenwald habe damals besondere Linientreue geherrscht. Das Mädchen durfte 1935 die örtliche Volksschule nicht mehr besuchen. Zuvor war sie auf ihren Schulweg mit Steinen beworfen worden. Die Familie Oppenheimer musste aus ihrer Villa in einen Anbau der Fabrik ziehen. Einen Tag nach der Reichpogromnacht drangen die Nazis in das Gebäude ein, verwüsteten es vollständig, verletzten seine Bewohner und verschleppten den Vater und einen älteren Bruder Ruths in das Lager Buchenwald. Den zwei ältesten Brüdern gelang es auszuwandern.

"Verbannung" in England

Ruth sowie eine ältere Schwester erhielten Asyl in England. Sie hat diese Zeit als "Verbannung" erlebt und klammerte sich an die Briefe ihrer Eltern. Im Oktober 1940 wartete sie vergeblich auf Post - der Rest der Familie war, wie mehr als 6000 andere badische Juden, in das südfranzösische Lager Gurs verschleppt worden.

Die zwei jüngsten Geschwister wurden in Frankreich versteckt und wuchsen in französischen Familien auf. Vater und Mutter Oppenheimer kamen im Vernichtungslager Auschwitz ums Leben. Die sieben Geschwister haben sich nie mehr zusammen gesehen. Heute lebt Ruth L. David in England, wo sie studiert, gearbeitet und eine Familie gegründet hat.

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SPD 60 plus besuchte den Museumshof Lerchennest in 

Sinsheim-Steinfurt und das Auto & Technik Museum Sinsheim

Mitunter wird auch an kleineren Orten große Geschichte geschrieben: So prangt am Giebel eines schmucken fränkischen Kleinbauernhofes in Sinsheim-Steinfurt eine schlichte Tafel:  Hier blieb auf seiner Flucht am 4./5. August 1730 Friedrich der Große dem Vaterland erhalten.

Eine Gruppe Seniorinnen und Senioren der AG SPD 60 plus, darunter viele aus Laudenbach, besuchte dieses beachtenswerte Museum und wurde von Herbert Hecker, dem 2. Vorsitzenden der „Freunde des Lerchennest’s“, geführt. Hecker erläuterte zunächst die Geschichte dieses unter Denkmalschutz stehenden Fachwerkhauses, bevor er auf die eigentliche Begebenheit einging, welche dieses Haus zu einem Ort mit geschichtlicher Bedeutung werden ließ: Im Jahre 1730 war der damals 18jährige Kronprinz Friedrich von Preußen mit seinem Vater, König Wilhelm in Preußen, dem Soldatenkönig, und deren Gefolge auf dem Weg von Ludwigsburg nach Mannheim. Die Reisegesellschaft machte in Steinfurt Quartier, und für den Kronprinzen, der mit seinem Gefolge in der Scheune im Anwesen der Familie Lerch  übernachtete, schien die Gelegenheit günstig, sich durch eine Flucht über Frankreich nach England der für ihn unerträglichen Macht seines Vaters zu entziehen. Vater und Sohn trennten unter anderem völlig konträre Lebenseinstellungen: Der Vater lebte für das Militär und die Jagd, der Sohn fühlte sich zu Musik und französischer Literatur hingezogen. – Jedoch die Flucht misslang: Nach einen Kriegsgerichtsverfahren wurden Friedrichs Freund Katte und weitere Beteiligte hingerichtet, der Kronprinz wurde nach vielen Interventionen von Seiten des Adels begnadigt; er musste ich mit einem Eid dem Vater unterwerfen und wurde nach dessen Tod 1740 König von Preußen.

Im Museum sind liebevoll viele Exponate zusammengetragen, die über die Zeit Friedrich des Großen und über sein Leben als König, Feldherr, Dichter und Philosoph Zeugnis geben.

Durch ein völlig anderes Museum führte anschließend Fred Frank, stellvertretender Vorsitzender im Kreisvorstand von 60 plus im KV Rhein-Neckar: Dieses Museum öffnete im  Mai 1981 seine Pforten, nachdem ca. 6 Monate zuvor in einem Kreis begeisterter Technikliebhaber die Idee dazu entstanden war. Die Ausstellungsfläche betrug damals lediglich 5000m²; heute kommen jährlich mehr als 1 Million Besucher nach Sinsheim, um auf über 30000m² Hallenfläche und einem großen  Freigelände Sensationen der Technik zu erleben, die in dieser Vielfalt einmalig sind. „“Vom Traktor bis zur Concorde ist bei uns alles vertreten“, so Frank, der selbst Mitglied des Vereins Auto & Technik Museum e.V. ist, einer von rd. 2000 Mitgliedern in der ganzen Welt.

Man spürt bei ihm den Stolz und die Begeisterung aus jedem Satz. Und so erlebten die Besucher eine ganz besondere Führung durch alle Abteilungen. Viele der Exponate gehören Privatpersonen, die ihre „Lieblingsstücke“ im Museum ausstellen, in der Regel sind sie fahrbereit und die Eigentümer dürfen die Exponate auch wieder aus dem Museum holen, z.B. für Oldtimertreffen.

Die Flugzeugsammlung ist ein Kapitel für sich: Sinsheim ist der einzige Ort, wo die Concorde und die russischen TU144 gemeinsam zu besichtigen uns zu begehen sind. Fred Frank wurde nicht müde immer wieder neue Besonderheiten zu präsentieren und zu vielen Exponaten wusste er Interessantes über deren Geschichte zu berichten. So erlebten die Besucher und Besucherinnen  einen höchst interessanten Tag.

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Kleinböck sieht in Stuttgart viele Baustellen bei der Schulpolitik

Die Landtagswahl am 27. März wird im Hinblick auf die derzeitige Protestbewegung gegen "Stuttgart 21" spannend. Gerhard Kleinböck, SPD-Wahlkreisabgeordneter setzte bei einem Diskussionsabend des SPD-Ortsvereins im Georg-Bickel-Haus aber andere Schwerpunkte, etwa bezüglich der "großen Baustelle" Schulpolitik.

So forderte er eine Reform des Bildungssystems durch die Auflösung des dreigliedrigen Schulsystems. Nur knapp ein Viertel der Schüler besuche heute noch die Hauptschule, die Tendenz sei stark sinkend. Er sprach in diesem Zusammenhang von "Restschule" und "Hauptschulsterben". Auch Grundschulen gäbe es, laut Studien, künftig weniger. Die Schule gehöre aber in den Ort, genau wie die Kirche. Lernen in gemischten Gruppen sei möglich - Stichwort "Binnendifferenzierung", bei der Schüler Arbeitsaufträge nach Leistungsvermögen erhielten. Die pädagogischen Kompetenzen müssten Lehrer in Fortbildungen erlangen.

Ab 5000 Einwohnern bestehe die Möglichkeit einer "gemischten Schule" bis Klasse 10. Er forderte Verwaltung, Gemeinderat, Schule und Eltern in Laudenbach auf, sich zusammenzusetzen und unter dem Motto, "Was können wir hier machen?", Konzepte zu erarbeiten. Des Weiteren sei Inklusion die Herausforderung der nächsten Jahre. Seit dem 26. März 2009 gilt auch in Deutschland die UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen, welche unter anderem ein inklusives Bildungssystem für alle vorsieht.

Derzeit, so Kleinböck, gebe es die Entscheidung von Eltern behinderter Kinder, auf welche Schule sie ihr Kind schicken, de facto nicht. Er sprach sich für die Kompetenz von Eltern aus, die richtige Entscheidung für ihr Kind zu treffen. Zudem sei inklusiver Unterricht nachweislich für alle Kinder, mit oder ohne Behinderung, entwicklungsfördernd. Wenn die Kinder ohnehin alle gemeinsam lernten, warum sollte man sie dann nach der vierten Klasse trennen? Dieter Ehle, SPD-Fraktionssprecher, mahnte, Bildung beginne bereits früher. In Laudenbach koste die Vollzeitbetreuung zweier Kinder derzeit jedoch mehr als 700 Euro. In Sachen Energiepolitik kritisierte er, dass (Ministerpräsident) "Mappus den Atomausstieg rückgängig gemacht" habe. Kleinböck rückte das ungelöste Endlagerproblem in den Fokus. Auch Baden-Württemberg sei davon betroffen, da viel radioaktiver Müll in den Atomkraftwerken zwischen gelagert werde.

Nicht zuletzt entfalle durch die Laufzeitverlängerung der Druck zur Entwicklung neuerer Energien. Statt einer "Brückentechnologie", erklärte Kleinböck - wohl auch mit Blick auf die kommende Landtagswahl - sei diese Energiepolitik eher eine "Sprungschanze" auf der die Regierung Mappus fliege.

 

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SPD begrüßt seine Gäste im „Roten Frosch“

Der SPD Ortsverein Laudenbach präsentiert sich auf der diesjährigen Froschkerwe im SPD klassischen „Rot“ und lädt seine Besucher in den „Roten Frosch“ ein.

Neben den traditionellen Spezialitäten wie frische Fischbrötchen, Guinness Bier, Sekt aus dem Elsass und der roten Früchtebowle wird es in diesem Jahr einige Neuerungen geben.

So können sich die Besucher in diesem Jahr sowohl mit Fischbrötchen als auch mit warmen oder kalten Fleischkäsebrötchen für die Kerwe stärken.

Außerdem gibt es in diesem Jahr erstmals  Cola Apfelwein - auch als KE bekannt -  auch zum mitnehmen.

Am Kerwesonntag lockt der „Rote Frosch“ bereits ab 12.00 Uhr mit dem traditionellen Kuchenbuffet und frischem Kaffee.

Auch für Kinder wird in diesem Jahr wieder einiges geboten sein. So können sie am Sonntag Nachmittag ab 15.00 Uhr, zusammen mit den Jusos, kostenlos ihre eigenen Kerwebuttons erstellen. Am Montag zwischen 15.00 und 16.00 Uhr dürfen die Kleinen ihr Glück am SPD- Glücksrad versuchen und tolle Preise gewinnen.

Für alle Nachtschwärmer wird es zur späten Stunde ein besonderes Angebot geben.

Der SPD Ortsverein wünscht allen Besuchern der Froschkerwe auch in diesem Jahr wieder vergnügliche Stunden. Wir freuen uns, Sie an unserem Stand zu begrüßen.

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Der Vorstand der AG SPD 60 plus wurde einstimmig bestätigt

Bei der Jahreshauptversammlung der Arbeitsgemeinschaft SPD 60 plus konnte der Vorstand eine beeindruckende Bilanz von Informations- und Diskussionsveranstaltungen sowie Fahrten zu auswärtigen Veranstaltungen und Besichtigungen vorwiesen. Die Laudenbacher Gruppe präsentierte sich als politisch sehr interessierte und aktive Gruppe innerhalb des Ortsvereins.

Bei den Wahlen wurden die bisherigen Vorstandsmitglieder Christel Masseck, Irene Becker und Eckhard Masseck jeweils einstimmig bestätigt.

Die nächsten Veranstaltungen sind das Sommer-Grillfest  am Montag, dem 13. September, im Garten von Irene Becker und Armin Kast, sowie die Besichtigung des Großlagers Heddesheim der EDEKA am Mittwoch, dem 15.September. Christel Masseck lud zu beiden Veranstaltungen sehr herzlich ein.

 

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SPD 60 plus Laudenbach besuchte gemeinsam mit dem  

Kreisverband Rhein-Neckar die Studios des SWR in Baden-Baden

Mit dem SWR Baden-Baden besuchte die AG 60 plus einen der europaweit größten Sendeplätze: Der SWR beherbergt dort acht große Studios. Zahlreiche  Rundfunk- und Fernsehsendungen werden hier produziert und von hier ausgestrahlt.

Werner Henn, Journalist bei „arte“ und für dieses Programm als Bindeglied zwischen dem deutschen und dem französischen Programm tätig, empfing die Gruppe und betreute sie zunächst zusammen mit zwei Mitarbeitern des SWR.

So erfuhren die Teilnehmer der Reise zunächst von den gewaltigen Dimensionen des SWR, der für die Bundesländer Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zuständig ist: Er beschäftigt 3400 Mitarbeiter als fest Angestellte, dazu kommen etwa eben so viele fest angestellte freie Mitarbeiter; zusammen mit den freien Mitarbeitern arbeiten fast 10.000 Personen für den SWR. Sie produzieren im Bereich Fernsehen  für „Unser Drittes“ im SWR und für „Das Erste“ in der ARD; hier bestreitet der SWR fast 20 % des Programms u.a. mit drei Tatorten; Sendungen wie „Verstehen Sie Spaß“, „ARD-Buffet“, „Nachtcafé“ und „Die Fallers“ werden in Baden-Baden produziert.

„3sat“, „arte“, „PHOENIX“ und „KIKA“ sind Gemeinschaftssender, die ebenfalls vom Studio Baden-Baden beliefert werden. Redakteure für diese Sendungen sind in vielen Teilen der Welt vor Ort, um aktuell und authentisch zu berichten.

Beim Hörfunk unterhält der SWR vier Hörfunksender mit verschiedenen Programmschwerpunkten, außerdem den Jugendsender „DasDing“ und den Informationssender „SWRcont.ra“ Dazu kommen noch fünf renommierte Klangkörper wie das Radio-Sinfonierorchester Stuttgart, die SWR Big Band und das Vokalensemble Stuttgart.

Beim geführten Rundgang konnten die Gäste mehrere Studios sehen, die teilweise für bestimmte Sendungen vorbereitet wurden. In einem Studio lief gerade das „ARD-Buffet“, weshalb es nicht besichtigt werden konnte. Im Regieraum erfuhr man viel über die äußerst schwierige und verantwortungsvolle  Arbeit der einzelnen Mitarbeiter. Für viele war es ein besonderes Erlebnis, durch die original Kulissen der „Fallers“ gehen zu können.

Nach dem Mittagessen begleitete Werner Henn die Gruppe aus dem Rhein-Neckar-Kreis  durch die gepflegten Kuranlagen von Baden-Baden. Für viele ergab sich dabei die Möglichkeit eines mehr oder weniger intensiven Gesprächs mit Werner Henn, den sie aus dem Bundestagswahlkampf 2009 kannten, wo er im Wahlkreis Schwetzingen-Bruchsal kandidiert hatte. Da er seit geraumer Zeit auch Stadtrat in Baden-Baden ist, konnte man viel Interessantes über die Stadt erfahren.

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Die Partei soll wieder Visionen entwickeln

Der Schock über die Niederlage bei den Bundestagswahlen sitzt auch bei der SPD in Laudenbach tief. Von Resignation aber ist keine Spur, und so machten sich die Mitglieder des Ortsvereins auf Anregung von Christel Masseck, Sprecherin der AG "60plus" unter der Diskussionsleitung von AsF-Chefin Ulrike Schweizer "Gedanken zur Lage der SPD". Dieses Thesenpapier des Leipziger Pfarrers Christian Wolff regt in zwölf Punkten zum Nachdenken und zum Neuaufbruch an. Davon ließen sich bemerkenswert viele Genossen am Mittwochabend in die "Bahnhofsgaststätte" locken, machten vom (vorsorglich redezeitbegrenzten) Diskussionsangebot reichlich Gebrauch und schafften es schließlich, den "Arbeitskreis politische Bildung" mit neuen Gesprächsrunden zu beleben.

Bodenhaftung verloren

Für Pfarrer Wolff ist es entscheidend, ob es der SPD gelingt, die innerparteiliche Willensbildung so zu organisieren, dass die die Mitglieder auch die politische Ausrichtung der Partei mitbestimmen können. Die Versammlung nahm diese Aufforderung zum innerparteilichen Disput ernst und schickte, wie etwa Kai Brudermann, an die SPD-Spitze den Vorwurf, man habe Vorschläge der Basis nicht ernst genommen und die Bodenhaftung verloren. Von anderer Seite kam der Vorwurf, die SPD agiere kaum noch, sie reagiere nur, sie stehe nicht zu ihren Aussagen und handle konzeptlos. Willy Brandt sei der letzte gewesen, der politisch vorausgedacht habe, mit Helmut Schmidt aber habe die Zeit jener "Macher" begonnen, die sich, ebenso wie es später Gerhard Schröder getan habe, ganz "im neuen Zeitgeist selbst inszenieren".

Mangel an Präsenz

So viel Kritik aus den eigenen Reihen nahm Gis Stockmann nicht unwidersprochen hin. Keinesfalls sei die SPD politisch konzeptionslos, das Problem liege vielmehr in der Parteiführung und "in unserem Mangel an Präsenz". Letzterer Vorwurf bezog sich auch auf die Feststellung des Leipziger Pfarrers, die (West-)SPD habe es in der Endphase der DDR nicht vermocht, auf die Gestaltung der Vereinigung der beiden deutschen Staaten umzuschalten und von Ostdeutschland her das neue Deutschland zu gestalten. Das bestätigten die Laudenbacher Genossen, ergänzten aber entschuldigend, die DDR-Bürger seien "der D-Mark nachgelaufen" und damit dem damaligen Bundeskanzler Kohl.

Monopol SPD gebrochen

Schließlich hätten sich auch die "Grünen" und später die "Linke" gebildet und dem "Monopolisten SPD" die Wählerstimmen abgenommen, warf der stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende Armin Kast ein. Deshalb auch habe die SPD in der ehemaligen DDR im Gegensatz zur ostdeutschen Blockpartei CDU ganz neu starten müssen und es in der rot-grünen Bundesregierung versäumt, ostdeutsche Minister wie Manfred Stolpe oder Regine Hildebrandt gebührend zu würdigen. Jedenfalls habe die SPD ihren ostdeutschen Start verpasst: "Wir waren nur mit Fragmenten des Godesberger Programms vor Ort, nicht mit Taten", sagte Gis Stockmann. Nach alledem müsse von der SPD ein Signal ausgehen, mahnte Christel Masseck und bezog sich auf die Erkenntnis von Pfarrer Wolff, dass die Mehrheit der Wähler weg wolle von einer reinen Alimentierungspolitik und sich stattdessen mehr gesellschaftliche Dynamik wünscht. Es sei jedenfalls falsch zu behaupten, dass der Arbeitnehmer zufrieden sei, gehe es nur der Wirtschaft gut, fügte ein Diskussionsteilnehmer hinzu. Die Gesellschaft habe sich verändert, viele früher von Menschen ausgeübte Funktionen seien von Maschinen übernommen worden: "Wir haben keine politische, gesellschaftliche und organisatorische Antwort darauf, wie wir diese Menschen wieder in die Gesellschaft integrieren können". Es müsse der SPD gelingen, sich selbst zu würdigen und auf ihrer beinahe 150-jährigen Geschichte weiter zu wachsen, mahnte Ortsvereinsvorsitzender Hans-Jürgen Moser. Es gehe auch darum, wie die SPD mit ihren Mitgliedern umgehe, schrieb die Versammlung ihrer Parteispitze ins Stammbuch. So hätte auch die "desaströse Niederlage" (Stockmann) bei der Wahl aufgearbeitet werden müssen. Zum Beispiel sollten Abgeordnete aufhören, sich "zu Fachidioten ausbilden zu lassen". Vielmehr sei es notwendig, Visionen zu entwickeln und eine politische Richtung vorzugeben, forderte Moser. "Die SPD sollte sich weniger mit sich selbst beschäftigen, sondern diszipliniert arbeiten", gingen die Genossen mit ihrer Parteiführung ins Gericht.

Zur Linken neue Veranstaltung

Die entscheidende, von Pfarrer Wolff in die Diskussion geworfene Frage des SPD-Standpunktes zur Partei der "Linken" hatten Ulrike Schweizer und Christel Masseck aus dem Abendprogramm gestrichen. Sie werden diesem komplexen Thema eine Sonderveranstaltung einräumen, zogen zum aktuellen Diskussionsabend aber eine versöhnliche Bilanz: politische Niedergänge seien nicht nur Konzeptlosigkeit, sondern auch Zeiterscheinung, wie man an der CSU erkenne, in der selbst Horst Seehofer "menschliche Züge" zeige. Und Schriftführerin Maren Deringer zog den ebenso provokanten wie visionären Schlussstrich: "Sind Parteien überhaupt noch zeitgemäß?". 

 

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SPD 60 plus besuchte die Ausstellung „Alexander der Große“

Die Arbeitsgemeinschaft SPD 60 plus im Rhein-Neckar-Kreis hatte zu einer Führung der Ausstellung „Alexander der Große und die Öffnung der Welt“ eingeladen und eine Gruppe Laudenbacher Seniorinnen und Senioren war der Einladung gefolgt.

Frau Dr. Krüsemann führte die Gruppe und brachte den Besuchern zunächst den Königssohn aus Makadonien, um den sich die Ausstellung dreht, nahe. So erfuhren die Gäste, dass Alexander am makedonischen Königshof eine für das 4. Jh.v. Chr. exzellente Ausbildung in allen Bereichen der damaligen Bildung genossen hatte, als Lehrer hatte man  sogar Aristoteles an den Hof geholt. Als Vorbilder wählte sich der junge Mann Herakles und Achilles.

Heute ist kaum mehr vorstellbar, wie er als junger makedonischer König im Alter von 22 Jahren ein Heer von 35.000 Griechen und Makedoniern zusammenbrachte, um mit ihm gegen das damalige Weltreich der Perser in den Krieg zu ziehen. Er nahm nicht nur Krieger mit, sondern auch Gelehrte und Geschichtsschreiber, und dieser Tatsache verdanken wir heute Wissen über die Person des Alexander und über den 11 Jahre dauernden Feldzug fast über die ganze damals bekannte Welt.

An einer großen Landkarte und anschaulichen Computeranimationen konnte man den Feldzug verfolgen, vorbei an Issus und Gaugamela, den Stätten, an denen Alexander auf den großen Perserkönig Dareios traf. Beeindruckend war die originalgetreute Kopie des Alexandermosaiks aus Pompei, auf dem Alexander seinen Widersacher in die Flucht schlägt.

Der Schwerpunkt des Ausstellung liegt im Osten, jenseits des Flusses Oxos, der heute die Grenze zwischen Afghanistan  auf der einen Seite und Usbekistan sowie Tadschikistan auf der anderen Seite bildet. Hier konnte Frau Dr. Krüsemann  die Ergebnisse neuester Ausgrabungen präsentieren. Diese Ausgrabungen und Forschungen, in welche sie selbst eingebunden ist, belegen die Anwesenheit Alexanders um das Jahr 328 v.Chr. in der Festung Kurgansol mit vielen Funden – und als Besonderheit eine tönerne Badewanne, wie sie aus dieser Zeit nur im Mittelmeerraum belegt ist.

Frau Dr. Krüsemann konnte an vielen Beispielen darlegen, wie Alexander auf seinem Feldzug bedacht war, von ihm eroberte Gebiete auch administrativ zu festigen und in sein Reich einzubinden. Und sie konnte aufzeigen, wie die Kulturen sich vermischten. Besonders in Tempeln fand man häufig Beispiele dafür, wie z.B. die Abbildung des Herakles auf einer Budda geweihten Tafel.

Besonders anschaulich wurde die Ausstellung durch viele Computeranimationen, so erstand  vor den Besuchern die Metropole Babylon mit ihrem prächtigen Turm, der zu den sieben Weltwundern der Antike gehörte, und man konnte per Animation den Einzug Alexanders in diese Stadt  miterleben.

 

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Arzneimittelbehandlung älterer Menschen – 

Problemzone im medizinischen Alltag

Die Arzneimittelbehandlung älterer Menschen ist ein aktuelles, aber schwieriges Thema. Deshalb hat sich der in Basel ansässige Mediziner, Prof. Dr. Dietmar Braun, dieser Problematik angenommen. Christel Masseck freute sich den kompetenten Referenten, der zugleich stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft SPD 60 plus in Baden-Württemberg ist, zu einer gut besuchten Veranstaltung von 60 plus in Laudenbach begrüßen zu dürfen.

Der Referent stellte zu Beginn seiner Ausführungen die Problematik für Arzt und Patienten dar: Der Arzt muss sich Klarheit darüber verschaffen, ob ein älterer Mensch nach den Kriterien eines geriatrischen Patienten behandelt werden muss: Ältere Patienten weisen zumeist Vielfacherkrankungen, eine geriat­rietypische Multimorbidität auf. Sie haben nicht nur eine, sondern mehrere Krankheiten und sind in der Regel 60 Jahre und älter.

Geriatrietypische Multimorbidität liegt dann vor, wenn mindestens zwei von vierzehn ausgesuchten Symptomen nebeneinander bei einem Patien­ten bestehen, die dafür charakteristisch sind - zum Beispiel eine Arthrose, ein Bluthochdruck, eine chronische Bronchitis, ein Diabetes mellitus und eine Osteoporose. In einem solchen Fall werden zehn, zwölf oder gar fünfzehn verschiedene Medikamente verordnet.

Studien zu dieser Situation kommen zu folgendem Ergebnis: In vielen, wenn nicht sogar in der Mehrzahl der Fälle besteht Unklarheit darüber, ob so viele Medikamente tatsächlich wirksam sind, ob dadurch unerwünschte Arzneimittelwirkungen provoziert werden und ob weniger Medikamente nicht mehr an Wirksamkeit entfalten würden. Kurzum die Frage -  welche und wie viele Arzneimittel einem alten Menschen nützen – ist nicht wirklich beantwortet. Deshalb forderte Braun gezielte klinische Studien und verbindliche Leitlinien in diesem medizinischen Bereich.

Er bezeichnete es als beunruhigend, dass verordnende Ärzte oft gar nicht hinreichend beurteilen können, wie Arzneimittel in fortgeschrittenem Alter wirken: dazu fehlen – so Braun - schlicht die erforderlichen kontrollierten klinischen Studien.

Er forderte Forschungen, die nach strengen geriatrietypischen Voraussetzungen Richtlinien für die Verordnung und Dosierung von einzelnen Wirkstoffen und Wirkstoffkombinationen erarbeiten: Jedes wirksame Arzneimittel hat jenseits geprüfter und empfohlener Dosierungsbereiche dosisbezogene Nebenwirkungen und kann zu unerwünschten Arzneinebenwirkungen führen. Das sei durch eine relative Abnahme von Körperflüssigkeit einerseits und eine relativen Zunahme des Körperfettgewebes andererseits zu erwarten; daraus ergäben sich je nach Wirkstoffart veränderte Verteilungsvolumina: Im Alter sei oft die Nierenfunktion eingeschränkt; die Folge sei eine Verminderung der Wirkstoffausscheidung und seine unerwünschte Anreicherung mit verstärkter Wirkung. Nicht selten liege isoliert oder zusätzlich eine gestörte Leber­funktion vor; sie bedinge eine verzögerte Umsetzung durch Stoffwechselprozesse. Die klinische Konsequenz könnten unerwünschte Nebenwirkungen mit bedrohlicher toxischer Symptomatik sein. So könne die Verordnung gängiger Schmerz- und Entzündungshemmer gegen Arthrose die Nierenfunktion bei Hochbetagten gänzlich zum Erliegen bringen, Beruhigungs- und Schlafmittel vom Typ des Valiums oder auch Antidepressiva könnten Verwirrtheit und Stürze mit schwerwiegenden Folgen verursachen.

Nicht unerwähnt bleiben dürften Wirkstoffe, die Patienten ohne Wissen ihres Arztes dazukaufen; sie können ein bestehendes Risiko unerwünschter Nebenwirkungen erhö­hen. Das Johanniskraut etwa begünstige die Überdosierung bestimmter Herzmedikamente.  Der Alkoholgehalt im Melissengeist potenziere die Wirkung von Psychopharmaka, Ginkgo-Präparate steigerten die mit Aspirin verbundene Gefahr innerer Blutungen. Alkoholkonsum verstärke die Wirkung von Beruhigungs- und Schlafmitteln.

Immer wieder betonte der Referent die hohe Verantwortung des Arztes. Er riet unbedingt von sogen. Ärztehopping ab, jeder Patient habe natürlich das Recht, eine zweite Meinung zu seinen gesundheitlichen Problemen einzuholen, aber er schade sich selbst, wenn er ständig neue Ärzte aufsuche. Die Gesundheitskarte sei in diesen Fall sehr hilfreich, da sie wichtige Informationen über den Patienten für den Arzt beinhalte.

Neben der dringend notwendigen Forschung in dem Bereich der Medikamentierung Älterer forderte Braun Schulungskurse für Ärzte und Pharmakologen, die jedoch die einseitige Beeinflussung von bestimmten Bereichen der Pharmaindustrie ausschließen müssten. Im einzelnen forderte er:

1.   strenge Indikationsstellung mit Priorisierung der Behandlungsoptionen,

2.   vollständige und regelmäßige Erhebung der Medikamentenanamnese,

3.   gründliche Kenntnis der Arzneimittelkunde,

4.   niedrige Anfangsdosierung mit langsamer Dosisanpassung,

5.   Vermeidung von Multimedikation,

6.   wiederholte Auslass- und Absetzversuche,

7.   Erfassung und lückenloses Berichtswesen unerwünschter Wirkungen und Wechselwirkungen,

8.   Aufklärung, Information und Beratung der Patienten und/oder der Angehörigen und Bezugspersonen sowie

9.   einfache und verständliche Dosierungsanweisungen und Verwendung von Dosierungshilfen. 

Notwendig ist unter Wahrung der Persönlichkeitssphäre die uneinge­schränkte Datentransparenz und Informationspflicht zwischen Arztpraxen zum Wohle des einzelnen Patienten, wenn er von verschiedenen Ärzten gleichzeitig behandelt wird. 

 

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Herrliche Landschaften und touristische und politische Informationen

24. Reise des SPD-Ortsvereins bot Schweizer Impressionen

Besuch von UNO und Botschaft

Mit dem Erleben von „Schweizer Impressionen“ hatte der SPD-Ortsverein seine 24. Reise angekündigt. Dass diese Impressionen in hervorragenden Hotels in Zermatt und Davos und in den komfortablen Panoramawagen der Ersten Klasse im Glacier- und Bernina-Express erlebt wurden, hatte man erwartet, dass dies alles aber bei strahlend blauem Himmel genossen werden konnte, war ein besonderer Glücksfall. „Unser SPD-Wetter ist uns treu geblieben“, meinte Herbert Bangert, der gemeinsam mit dem Ortsvereinsvorsitzenden Hans-Jürgen Moser die organisatorischen Fäden zog, in seiner überaus erfolgreichen Bilanz am Ende der Reise.

 Diese begann zu sehr früher Stunde am Parkplatz in der Schillerstraße und auch hier knüpfte man an eine Tradition an, dass man nämlich einige Minuten vor der angepeilten Abfahrtszeit startete und diese herausragende Pünktlichkeit und Disziplin aller Reiseteilnehmer sollte bis zum Verabschieden anhalten. Über Basel, Biel und Neuchâtel steuerte man zunächst Genf an, wo in der „Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei dem Büro der Vereinten Nationen und den anderen internationalen Organisationen in Genf“ ein Informationsgespräch mit Margarete Hornung, der Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, und Matthias Schauer, dem Leiter des Wirtschaftsreferates, wartete. Schauer machte deutlich, dass die Ständige Vertretung die Interessenvertretung nicht nur bei der UNO, sondern auch gegenüber über 20 internationalen Organisationen wahrnehme. Man sei das Verbindungsglied zum und vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik in Berlin. So erfülle man einerseits Weisungen aus Berlin, berichte aber andererseits aus der UNO und den internationalen Organisationen nach Berlin.

Schauer beleuchtete den Menschenrechtsrat und die humanitären Aufgaben in der Hilfestellung für Flüchtlinge und in Katastrophenfällen und die Zusammenarbeit mit dem internationalen Komitee des Roten Kreuzes, ehe er seinen originären Aufgabenbereich beschrieb und hierbei die komplizierten und komplexen Zuständigkeiten bei der Wirtschaftskommission für Europa (ECE), der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD) und der Welthandelsorganisation (WTO) erläuterte. Diese machten unzählige Gespräche mit Experten in Arbeitsgruppen und Projekten, bei Gebertreffen und bei Sondierungen innerhalb der EU-Staaten notwendig. Insgesamt müsse man feststellen, dass die UNO von einem Gegensatz von Industriestaaten und Entwicklungsländern durchzogen sei, wobei die Entwicklungsländer sich aufgrund ihrer unterschiedlichen Interessen nochmals aufteilten in die Schwellen- und die ärmsten Länder. Hans-Jürgen Moser dankte Schauer mit Laudenbacher Wein, ehe man zur Stadtrundfahrt in Genf startete.

Der gleichnamige See mit den gepflegten Uferpromenaden und romantischen Gärten und dem Wahrzeichen, der bis zu 140 Meter hohen Fontäne war erstes Ziel, ehe man das historische Genf bei einem Stadtrundgang durchstreifte und die Patrizierhäuser, Jean-Jacques Rousseaus Geburtshaus, das Rathaus, in dem 1864 die erste Genfer Konvention zur Gründung des Roten Kreuzes unterzeichnet wurde, und die Kathedrale „Saint Pierre“ besuchte. Man beendete den Rundgang am Denkmal der Reformation mit den vier bekannten calvinistischen Reformatoren Farel, Calvin, de Bèze und Knox. Schließlich erreichte man per Bus den Quai du Mont-Blanc und Quai Wilson und durchfuhr das weiträumige UNO-Viertel, ehe man dem „Palais des Nations“ den angekündigten Besuch abstattete und von zwei deutschsprachigen Führerinnen erwartet wurde.

Sie erläuterten, dass Genf zunächst als Heimstatt des Völkerbundes und seit 1946 als wichtigstes Zentrum der Vereinten Nationen in Europa zum Symbol von Frieden und Internationalität geworden sei. Das Palais des Nations sei mit über 8.000 Tagungen im Jahr das aktivste Konferenzzentrum der Welt. Ein großer Teil der Arbeit der Vereinten Nationen im wirtschaftlichen, humanitären und sozialen Bereich werde hier geleistet, dazu kämen die Bemühungen um Abrüstung und internationale Anstrengungen zum Schutz des gemeinsamen Erbes der Menschheit, die Verteidigung der Menschenrechte und der Dialog über Handel und Entwicklung, den Industrieländer und die Dritte Welt sowie die Staaten Europas miteinander führten. Im Palais fänden auch die jährlichen Konferenzen der Internationalen Arbeitsorganisation und der Weltgesundheitsorganisation statt. Außer seinen ständigen Einwohnern, den etwa 3.000 internationalen Beamten, kämen jedes Jahr rund 25.000 Delegierte zu internationalen Tagungen und Konferenzen ins Palais. Es diene zugleich als internationales Pressezentrum, von dem aus etwa 200 Journalisten Nachrichten in alle Teile der Welt verbreiteten.

Bei der Führung wurde die Organisation der UNO im Detail erläutert, man lernte den tradierten Palais und den neuen Flügel kennen, nahm einige Sitzungssäle in Augenschein und war von den Ausmaßen beeindruckt. 575 Meter lang ist die Fassade, das Gebäude beherbergt rund 2.100 Büros und 32 Konferenzsäle, 191 Nationen finden hier zur Arbeit für Frieden und Sicherheit zusammen.

Am Abend erreichte man über Lausanne, Montreux und Martigny Zermatt, das am nächsten Morgen individuell erkundet werden konnte, ehe man am Nachmittag mit der höchstgelegenen Bahnstrecke Europas zum Gornergrat fuhr, wo man am Fuß zahlreicher Viertausender, darunter das berühmte Matterhorn, den herrlichen Ausblick genoss. Am nächsten Tag stand die Fahrt mit dem Glacier-Express ab Zermatt bis Chur an. Schneebedeckte Berge, schroffe Felswände, verträumte Dörfer und liebliche Täler wurden durchfahren und machten den Tag zu einem besonderen Erlebnis. In Chur hatte man noch Gelegenheit, die reizvolle Altstadt bei einem Spaziergang zu erkunden, ehe man in das mondäne Davos weiterfuhr.

Hier bestieg man am nächsten Morgen den  Bernina-Express und genoss die legendäre Strecke mit vielen Highlights wie dem Landwasser-Viadukt, die Bergwälder im Albulatal, die Eisgipfel des Berninamassivs, wo der Zug die stolze Höhe von 2.253 Meter erreichte und dem mächtigen Morteratschgletscher, ehe man im italienischen Tirano unter Palmen eine Mittagsrast bei Pasta und Wein einlegte, bevor dann bei der Rückfahrt die morgendlichen Eindrücke vertieft werden konnten.

Bei der Rückreise durchfuhr man zunächst das bekannte „Heidi-Land“ gen Zürich, wo eine Stadtführerin gleichen Namens den umtriebigen Finanzplatz, die Kulturmetropole und heimliche Hauptstadt zeigte. Zürichsee, Universitäts- und Hochschulviertel, von dem man einen herrlichen Ausblick über die Stadt hatte, Banken- und Versicherungsquartier wurden per Bus erkundet. Zu Fuß ging es zur Bahnhofstraße, der Schweizer Nobelmeile schlechthin, und in die Altstadt mit der schönen Augustinergasse und der Kirche Sankt Peter mit dem größten Ziffernblatt Europas zum Ufer der Limmat, wo ein großes Volksfest die Mobilität der Menschheit würdigte. Unterwegs an die Bergstraße wurde noch ein Buspicknick eingelegt und Ortsvereinsvorsitzender Hans-Jürgen Moser dankte Herbert Bangert und Alois Baus für die perfekte Planung und Durchführung der Reise. Bangert kündigte an, dass auch 2009 eine Reise angeboten werde, mit der 25. feiere man dann ein kleines Jubiläum.

 

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Lebenslanges Lernen - eine Vortragsreihe zum Thema Bildung

Der Ortsverein Laudenbach der SPD lädt im Herbst 2008 zu einer Veranstaltungsreihe über das Thema Bildung ein: Spätestens seit den ersten Pisa-Erhebungen ist dieses Thema ins allgemeine Bewusstsein gerückt, Diskussionen über die richtigen Bildungsinhalte, über Bildungspläne und die Effizienz der Organisation von Bildungseinrichtungen genießen große Beachtung. Bildung ist in unserer Gesellschaft zum zentralen Thema geworden, ein Platz, der ihr eigentlich schon immer zusteht:

Bildung ist ganz allgemein eine unabdingbare Voraussetzung für das Gelingen unseres Staatswesens. Bildung ist aber auch für jeden Einzelnen die Voraussetzung für seine persönliche Teilhabe   an der Gesellschaft, sei es als Staatsbürger,  im beruflichen Leben oder im privaten Bereich.

Es gilt also, jedem Einzelnen die best mögliche Bildung zuteil werden zu lassen, zum Wohle jedes Einzelnen, aber auch der Gesellschaft, wozu auch die Wirtschaft zählt.

Über die Wege zur best möglichen Bildung gehen die Ansichten zum Teil weit auseinander. Deshalb wird der SPD-Ortsverein in Laudenbach eine vierteilige Reihe von Informations- und Diskussionsveranstaltungen mit verschiedenen Schwerpunkten anbieten:

Die Vortrags- und Diskussionsreihe startet am Mittwoch, dem 1. Oktober, und wird im 14tätigen Turnus fortgesetzt.

Der erste ist der Bildung im Kleinkind- und Kindergartenalter gewidmet. Er steht unter dem Thema: „Wie mache ich mein Kind fit für’s Leben“.  Elke Helbig, Dipl.-Sozialpädagogin an der Helen-Keller-Schule, Weinheim, wird über die Voraussetzungen und Inhalte einer ganzheitlichen Förderung im Kleinkindalter sprechen. Ulrike Klötzke-Demut, Fachbereichsleiterin für musikalische Früherziehung an der Musikschule Badische Bergstraße, wird das Thema aus der Sicht ihres Tätigkeitsbereichs ergänzen, und der Grundschullehrer Dirk Schmidhuber zeichnet für den Bereich Bewegungserziehung verantwortlich. Anschließend wird viel Raum für Fragen und Diskussion sein.

Der zweite Abend wird der schulischen Bildung gewidmet sein. Als einen der Referenten konnten wir den bildungspolitischen Sprecher der SPD Fraktion im Landtag, Frank Mentrup,  gewinnen. Außerdem haben wir einen Lehrer, einen Elternvertreter und einen Lehramtsstudenten eingeladen. Die Referenten werden auf der Grundlage der aktuellen Schulpolitik über Verbesserungsvorschläge und alternative Modelle sprechen.

Am dritten Abend geht es um die berufliche Bildung. Hierzu erwarten wir kompetente Referenten aus den Bereichen Universität, Berufsschule und betriebliche Ausbildung, sowie einen Auszubildenden. Ziel dieses Abends wird es sein, über Bildungsinhalte nach Schulabschluss zu informieren.

Zum Abschluss der Reihe wird der Leiter der Volkshochschule Badische Bergstraße, Dr. Adalbert Knapp zum Thema „VHS und demografischer Wandel – Warum Bildung ab 60 so schön ist“ referieren.

Alle Vorträge in der Übersicht:

Mittwoch, 1. Oktober, 20:00 Uhr: „Wie mache ich mein Kind fit für’s Leben“ , Veranstaltungsort: Evang. Gemeindezentrum

Mittwoch, 15. Oktober, 20:00 Uhr: „Schule in Baden-Württemberg – macht diese Bildung stark fürs Leben?“, Veranstaltungsort: Evang. Gemeindezentrum

Mittwoch, 29. Oktober, 20:00 Uhr: „Schulabschluss – was dann?“, Veranstaltungsort: Evang. Gemeindezentrum

Mittwoch, 12. November, 20:00 Uhr: „VHS und demografischer Wandel“, Veranstaltungsort: Gaststätte Zum Bahnhof, Nebenzimmer

 

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Gleichstellung noch nicht verwirklicht

Zitate und Lesungen aus dem Buch „Das Eva-Prinzip“ hätten für einen unterhaltsamen Satire-Nachmittag gereicht. Doch das Frauen-Team aus der schwäbischen Alb setzte bei der Veranstaltung der ASF (Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen) zum internationalen Frauentag „noch einen drauf“! Durch Zitate von Politikern, Historikern und Frauenrechtlerinnen machten sie die teilweise abstrusen Ansichten des umstrittenen Buches der Ex-Moderatorin Eva Herrmann sehr drastisch deutlich – ganz zum Amüsement und zur Freude der rund 70 Besucher(innen) am Sonntagnachmittag im evangelischen Gemeindezentrum. Kabarettistisches Fazit: Durch herzliches Gelächter kann man sehr wohl Bücher kommentieren, die Frauen eine Rolle als liebevolles Heimchen am Herd und den Männern den Part des triebgesteuerten Machos zuweisen.

AsF-Vorsitzende Ulli Schweizer konnte als ganz besonderen Gast Ute Vogt, die Landesvorsitzende der SPD, begrüßen. In ihrem knappen Grußwort machte Ute Vogt deutlich, dass eine echte Gleichstellung der Frau trotz der Fortschritte seit der Einführung des Frauen-Wahlrechtes im Jahr 1918 noch nicht verwirklicht sei. Sie warnte davor, die Zeit zurückzudrehen und die hart von Müttern und Großmüttern erkämpften Rechte der Frauen auf ein selbstbestimmtes Leben aufzugeben. Die Politik müsse die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen und Männer schaffen.

Zum 10. Male, so Ulli Schweizer, feiere die AsF in Laudenbach den internationalen Frauentag mit einer attraktiven Kulturveranstaltung. Der Gedenktag habe seine Bedeutung nicht verloren, da die aktuelle Debatte um eine „Herdprämie“ bereits beginne, die Position der Frau in der Gesellschaft auf eine „Mutter-Rolle“ zu reduzieren. Ihr besonderer Dank galt nicht nur den vielen Helferinnen und Helfern, sondern auch den „politischen“ Gästen der Veranstaltung MdL Hans-Georg Junginger, SPD-Ortsvereinsvorsitzender Hans-Jürgen Moser, der Kreisrätin Irmgard Hierholzer und dem SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Horst Wetzel aus Gorxheimertal.

Ein opulentes Kuchen-Buffet rundete den Nachmittag im Gemeindezentrum ab und machte die Veranstaltung wieder zu einem Tag, der in Erinnerung bleiben wird. 

 

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Zauberei und Heringe statt Politik

Seit zwei Tagen warten die 350 Heringe, eingelegt in Marinade. Während sie dann gleich zu Beginn des 24. Heringsessens der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) im Georg-Bickel-Haus auf die Teller kommen, lässt ein anderer Programmpunkt noch ein wenig auf sich warten: Felix Gauger alias Zauberer Felix aus Weinheim. Zum Geklapper des Bestecks trifft dieser letzte Vorbereitungen für seine rund 30-minütige Show, bevor er dann auch schon auf der Bühne steht.

Drei Gruppen: Mit Magier-Röntgenblick nimmt er erst einmal sein etwa 80-köpfiges Publikum im AWO-Haus unter die Lupe. Der Berufsgruppe "Zauberer" begegneten die Menschen mit gemischten Gefühlen, scherzt der Entertainer. Gruppe I, zu erkennen am reflexartigen Sicher-Ist-Sicher-Griff in Richtung Handtasche, sehe im Magier einen Wolf im Schafspelz: einen Taschendieb, getarnt als Zauberer. Und während Gruppe II vor Begeisterung fast nichts mehr auf den Stühlen halte, schieße Gruppe III nur ein Gedanke durch den Kopf: "Verdammt, wie macht er das bloß?", erzählt Profi Felix Gauger.

Kann er wirklich Gedanken lesen? Wie lässt er die drei Seile zu einem Ganzen verschmelzen? Und wie um alles in der Welt kommt der gerade eben noch von Zuschauer Armin Kast unterschriebene 20-Euro-Schein in die vermeintlich unangetastete Zitrone?

Wohl behütetes Geheimnis: Die Antworten auf diese Fragen purzeln nicht urplötzlich aus dem Ärmeln des Zauberers, erscheinen nicht wie aus dem Nichts unter einem seiner silbernen Trickspiel-Hütchen. Sie bleiben sein wohl behütetes Geheimnis, hinter das auch Kai Brudermann, Christoph Schulz und AsF-Vorsitzende Ulrike Schweizer nicht kommen, als sie Felix bei seinen Tricks assistieren dürfen.

Während andernorts am Aschermittwoch neben den Heringen mit politischen Themen der Tisch gedeckt wird, geben die Laudenbacher AsF-Frauen in diesem Jahr bunter Unterhaltung den Vorzug. "Ich denke, die Laudenbacher feiern gerne", sagt Christel Masseck, Vorsitzende der SPD-Arbeitsgemeinschaft "60 plus". Landtagsabgeordneter Hans-Georg Junginger, AWO-Vorsitzender Gerd Dember, der Laudenbacher SPD-Vorsitzende Hans-Jürgen Moser sowie seine Hemsbacher Kollegin Beate Adler sind natürlich dennoch gern gesehene Gäste.

Magier Felix packt inzwischen wieder seine sieben Sachen zusammen, auch die ersten Gäste machen sich auf den Heimweg. Lieber nochmal einen Griff an die Handtasche - sicher ist sicher.

 

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Heimat für 40 Jugendliche

Eine gute und eine schlechte Nachricht gab es für die Besucher des von der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) und der Gruppe "SPD 60plus" veranstalteten Diavortrages über das Jugendprogramm Prosoya in Peru gleich zu Beginn. Der peruanische Referent und Projektleiter Hugo Fernández musste sein Kommen krankheitsbedingt absagen. Die gute Nachricht: AsF-Sprecherin Ulrike Schweizer und ihr Mann Hermann Muschelknautz erklärten sich bereit, bei der Veranstaltung im Georg-Bickel-Haus das Prosoya-Projekt anhand eigener Bilder vorzustellen. Im Oktober hatten sie den Yanachaga-Nationalpark bereist und sich die Arbeit des Jugendprogramms angeschaut.

Der Vortrag begann an der "Puente Rolf", einer Brücke, die nach dem deutschen Lehrer und Mitbegründer des Projektes, Rolf Schlegel, benannt wurde. Der inzwischen verstorbene Schlegel gründete 1989 gemeinsam mit dem ehemaligen Gewerkschaftsführer und Pädagogik-Dozenten Fernández das Prosoya-Projekt, welches mittlerweile 40 jugendliche Männer im Alter zwischen 12 und 18 Jahren ein Zuhause bietet. Ziel ist es, vor allem sozial schwachen Jugendlichen und Straßenkindern, die häufig keine eigene Familie mehr haben, eine Ausbildung zu bieten. Unterstützt wird Prosoya überwiegend durch Spenden aus Deutschland über die Trägerorganisation "Peru-Projekt", die seit dem Tod Schlegels von seiner Frau Christa weitergeführt wird, sowie durch den Verkauf in Yanachaga erzeugter Produkte.

"Die Bewohner versorgen sich weitgehend selbst und können sogar im Überschuss produzierte Waren noch auf Märkten verkaufen", erklärte Ulrike Schweizer. Neben einer allgemeinen Schulbildung erhielten die dort aufgenommenen Jugendlichen Ausbildungen und Lehren in den Bereichen Bienenzucht, Bäckerei-, Schreiner-, Schlosser- und Friseurhandwerk, in Kleintierhaltung, Fischzucht dem ökologischen Landbau sowie der Milchverarbeitung. "Das alles sind Berufsfelder, die in Peru eine große Rolle spielen und gute Berufsaussichten für die Jugendlichen bieten", sagte Muschelknautz, der abwechselnd mit Schweizer die zahlreichen Bilder kommentierte und für einen lebendigen und informativen Vortrag sorgte.

Betreut, versorgt und geschult werden die Kinder von 25 Lehrern, Helfern und Köchen. "Häufig sind deutsche Zivildienstleistende in Prosoya, die Wissen und neue Geräte mitbringen", erzählte die AsF-Sprecherin. Aber auch deutsche Ärzteteams statteten dem Jugendprojekt Besuche ab und kümmerten sich um die ärztliche Versorgung der Kinder. Wenn Ärzte in der so genannten "Gesundheitswerkstatt" zu Besuch seien, sei der Andrang aus den umliegenden Nachbardörfern sehr groß.

Auch über das Leben, die Kultur und die Essgepflogenheiten in Peru erzählten Schweizer und Muschelknautz ausführlich und sorgten somit bei ihrem interessierten Publikum für eine möglichst genaue Vorstellung über das Leben in Prosoya. Die letzten Bilder des Vortrages zeigten das neue Prosoya- "Quillazú"-Projekt, welches ebenso wie Yanachaga konzipiert ist, in dem jedoch lediglich Mädchen ausgebildet werden. Mit viel Applaus bedankte sich das Publikum bei den kurzfristig eingesprungenen Referenten für den ausführlichen Vortrag. Das Ende des Abends bildete eine rege Gesprächs- und Diskussionsrunde.

Weitere Informationen über die Prosoya-Projekte im peruanischen Yanachaga-Nationalpark gibt es unter der Webadresse: www.peru-aktion.de.

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SPD-Vorstand: Volkshochschule und Musikschule müssen für 

Laudenbach erhalten bleiben

Der Vorstand befasste sich in seiner letzten Sitzung u.a. mit dem Thema Volkshochschule und Musikschule. 

Laudenbach ist eine aufstrebende Gemeinde mit einem hohen Anteil an jungen Familien. Musikschulangebote sind nach Ansicht des SPD-Vorstandes unabdingbar, zumal es längst erwiesen ist, welch positiven Einflüsse Musik vom Kleinkindalter an für die Entwicklung von Kindern hat. Im Jahr 2006 besuchten 196 Laudenbacher Kinder und Jugendliche, Kurse der Musikschule.

Auch die Angebote der Volkshochschule in den Bereichen Fremdsprache, Kreativität und Gesundheit genießen viel Zuspruch; im Jahr 2006 wurden  in Laudenbach 39 Kurse von insgesamt 455 Teilnehmenden besucht.

Doch auch den finanziellen Aspekt ließ man bei der Diskussion  nicht außer acht, schließlich beträgt der Zuschuss der Gemeinde Laudenbach im Jahr ca. 11.000,--€ für die Volkshochschule und ca. 55.000,--€ für die Musikschule,( das sind ca. 0,6% des Gemeindehaushaltes ) wobei auch die Teilnehmenden selbst einen beachtlichen Beitrag leisten: Die Teilnehmergebühren für jeden Kurs bringen neben der Abdeckung der Honorarkosten für den jeweiligen Kursleiter noch zwischen 20 und 30%  Deckungsbeitrag zur Abdeckung der allgemeinen Personal- und Sachkosten.

In den letzten Jahren haben beide Einrichtungen mit enormen Anstrengungen  viele Einsparungen erreicht.

Man befand im Vorstand, dass das von der Gemeinde für die beiden Einrichtungen bereit gestellte Geld gut angelegt ist, da es in Bildung fließt. Beide Einrichtungen erfüllen einen öffentlichen Auftrag ( Artikel 22 der Landesverfassung BW ) und für die Gemeinde gehören sie zu den sogen. „weichen“ Standortfaktoren.

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Jahresabschluss des Ortsvereins

Der Winter steht vor der Tür und mit großen Schritten kommt auch das Jahresende näher - Grund für den traditionellen Jahresabschlussabend des SPD-Ortsvereins. In gemütlicher Runde haben sich die Genossen am Freitagabend im Restaurant der Bergstraßenhalle getroffen und das zu Ende gehende Jahr gemeinsam Revue passieren zu lassen.

Ortsvereinsvorsitzender Hans-Jürgen Moser griff in seinem Jahresrückblick die vielen Veranstaltungen des letzten Jahres auf. Neben dem Besuch in der Weinheimer Moschee erwähnte er unter anderem das Heringsessen, die erfolgreiche Veranstaltung zum Internationalen Frauentag, zu der die Mannheimer Sängerin Joana zu Gast war, das obligatorische Waldgrillfest am 1. Mai, den Besuch der Gruppe "60 plus" in der Friedrich-Ebert-Gedenkstätte und den zweiwöchigen Ausflug ins Baltikum, der 43 Mitglieder der SPD nach Polen, Lettland, Litauen und in die finnische Hauptstadt Helsinki führte. "Es war ein sehr erfolgreiches Jahr für unseren Ortsverein", freute sich Moser. Einen Wermutstropfen gab es dennoch: "Wir hatten leider einige Austritte." Im kommenden Jahr gebe es einige Punkte, an denen der Ortsverein verstärkt arbeiten wolle, sagte Moser weiter. Bereits jetzt richte man den Blick in die Zukunft und konzentriere sich auf kommende Veranstaltungen.

Auch Ulrike Schweizer, Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) hatte schon Pläne fürs neue Jahr. "Das Heringsessen und die Veranstaltung zum Weltfrauentag sind bereits in trockenen Tüchern", sagte sie und fügt hinzu, dass zu letzterem Ereignis Landes- und Fraktionsvorsitzende Ute Vogt nach Laudenbach komme.

Nach einem gemütlichen Essen ehrte Moser vier treue Parteimitglieder: für 40-jährige Mitgliedschaft erhielten Karlheinz Birke und Gis Stockmann eine Urkunde. Für die 25-jährige Mitgliedschaft bedankte sich der Vorsitzende bei Friedhelm Stiller und Edgar Coutino, die ebenfalls eine Urkunde erhielten. "Wir können sehr stolz auf viele engagierte Mitarbeiter sein - auch unsere Gruppen wie die Jusos, 60 plus und AsF sind ein wichtiger Bestandteil der Partei", sagte Moser.

Die schönsten Momente des vergangenen Jahres präsentierten anschließend Maren Deringer und Beate Bangert mit Bildern über die zurückliegenden Veranstaltungen. "So sieht man erst einmal, wie viel wir in den letzten zwölf Monaten unternommen haben - das ist eine sehr schöne Sitte", freute sich Schweizer über den lebendig gestalteten und kommentierten Rückblick. Gemeinsam mit Christel Moser sorgte sie im Anschluss mit verschiedenen interaktiven Sketchen, die das Publikum mit einbezogen für viel Gelächter und Unterhaltung. Mit einem freudigen Ereignis für die Sozialdemokraten ging ein gemütlicher Abend voller Erinnerungen zu Ende: Sie konnten den 17-jährigen Thorsten Bangert als neues Parteimitglied in ihrer Mitte begrüßen.

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Die baltischen Staaten als EU-Länder im Übergang

Informationsgespräche des SPD-Ortsvereins in der bundesdeutschen Botschaft in Vilnius und in Riga

Sie sind elementarer Bestandteil sämtlicher Reisen des SPD-Ortsvereins: die politischen Informationsgespräche zur Beurteilung der jeweiligen Situation der besuchten Staaten. In diesem Jahr stand zunächst ein Besuch der bundesdeutschen Botschaft in Vilnius auf dem Programm, bei dem der ständige Vertreter des Botschafters, Dirk Roland Haupt, die Reisegruppe über die aktuelle politische Situation aufklärte, zunächst aber bemerkte, dass das Gebäude der bundesdeutschen Botschaft mit der Geschichte eng verwoben sei. Früher, zur Zeit der Sowjetunion, sei es Sitz der ZK der litauischen KP gewesen und der erste Sekretär habe in dem Raum, in dem jetzt das Informationsgespräch stattfinde, seine Bürotätigkeit ausgeübt. Seit 1993 sei das Gebäude nunmehr Sitz der bundesdeutschen Botschaft in einem EU-Land im Übergang, das seinen Weg noch finden müsse. Vieles laufe nicht glatt und die demokratische Entwicklung und die rechtsstaatliche Festigung seien bei Weitem noch nicht stabil. Mit Blick auf die parlamentarische Demokratie müsse man feststellen, dass es in Litauen keine Mitgliederparteien gebe, sondern Wahlvereinigungen, in denen Menschen mit Geld sich eine Plattform schaffen würden, um ihre gezielten Interessen verfolgen zu können. Dies gelte auch, so Haupt mit Blick auf seine Gäste, für die Sozialdemokratische Partei Litauens. Bedauerlicherweise hätten die alten Repräsentanten der Sowjetzeit unbeschadet überlebt und der ideologische Staub sei noch nicht weggefegt. Haupt stellte die Zusammensetzung des Parlamentes vor und bemerkte, dass die Sozialdemokratie zur Zeit mit 29 Abgeordneten die stärkste Fraktion sei, wobei allerdings es sich nur um 23 gewählte Vertreter handle, sechs andere seien „herübergeworben“ worden.

Litauen habe derzeit ein Haushaltsdefizit von 13 %. Würden allerdings die Wahlversprechen für die nächste Parlamentswahl eingehalten, würde sich dieses Defizit auf rund 30 % erhöhen. Die Instabilität des Landes werde besonders deutlich in der Tatsache, dass in den 17 Jahren des unabhängigen Litauens bereits die 14. Regierung tätig sei. Dies mache sehr deutlich, dass Litauen in keiner Weise ein innenpolitisch gefestigtes Land sei. Ein gewisser Stabilisator sei Staatspräsident Valdas Adamkus, der in Deutschland studiert habe und in den USA politisch tätig gewesen sei. Er wirke in der Außenpolitik mit einer starken Westbindung und greife ein, wenn die östlichen alten Bindungen zu stark wirkten.

Ein besonderes Problem seien verlassene Kinder, deren Eltern ins Ausland gingen, um dort zu arbeiten und bessere Einkünfte zu erzielen. Weiter führte Haupt aus, dass 1941/42 die jüdische Bevölkerung, die einst 40 % der Einwohnerschaft in Vilnius ausmachte, restlos liquidiert worden sei. Hierbei sei zu bemerken, dass diese Aktion zunächst von Litauen selbst ausging, die Deutschen hätten den bereits in Gang befindlichen Prozess noch verstärkt und „perfektioniert“. Die Aufarbeitung dieses Teils der Geschichte des Landes stehe Litauen noch bevor. Bislang sehe man sich nicht als Täter, sondern als Opfer. Erfreulicherweise wachse die jüdische Gemeinde in der Stadt heute wieder an.

Auf das Schulsystem eingehend führte Haupt aus, dass die Schulpolitik in Litauen durchaus erfolgreich gestaltet werde. Zu jedem Schuljahresbeginn erfolge ein nationales Ranking, das Schwachstellen aufzeige, die dann auch unmittelbar beseitigt würden. Die Schulpflicht beginne mit sieben Jahren. Es gebe keine Hauptschule, sondern nur eine Mittelschule und Gymnasien, die beide zum Hochschulabschluss berechtigen würden. Anders als das Schulsystem sei das Gesundheitswesen auf schlechtem Niveau. Das staatliche System, das stark aus Steuermitteln bezuschusst werde, gewährleiste nur eine minimale Heilfürsorge, so dass eine zusätzliche private Vorsorge dringend erforderlich sei. Häufig würden Unternehmen Gruppenversicherungen anbieten, die die Leistungen, die das staatliche System zwar grundsätzlich vorsehen würde, die aber nicht geleistet würden, abdeckten. Es bestünden riesige Haushaltsprobleme und lange Wartelisten für bestimmte Operationen. Viele öffentliche Krankenhäuser seien in katastrophalem Zustand. Es sei deshalb nicht verwunderlich, dass Litauen diesbezüglich von den 27 EU-Staaten an letzter Stelle stehe. Trotz aller Probleme seien die Litauer stolz auf ihr Land und würden sich sehr mit Land, Geschichte und Kultur identifizieren. Im Jahr 2009 sei Vilnius europäische Kulturhauptstadt und unzweifelhaft stärke dies das Selbstbewusstsein zusätzlich.

Nach einer sehr regen Diskussion dankte Herbert Bangert dem ständigen Vertreter für seine Bereitschaft, der Reisegruppe zu einem Informationsgespräch zur Verfügung zu stehen und überreichte ihm Laudenbacher Wein mit der Bemerkung, dass dies in Anbetracht des Zustandes des Gesundheitswesens beste Prävention sei.

In Riga stand der Reisegruppe der Politikwissenschaftler Dr. Axel Reetz zu einem Gespräch zur Verfügung. Reetz hatte seine Dissertation zum Thema „Aktuelle Probleme postsozialistischer Länder am Beispiel Lettland“ geschrieben und er hat derzeit an drei verschiedenen Hochschulen Lehraufträge. Ähnlich wie in Litauen der ständige Vertreter schilderte auch Reetz die Zustände in Lettland als überaus instabil, wobei auch hier ständige Regierungswechsel zu verzeichnen seien. Anders als in Deutschland laufe die Identifikation in der Politik nicht über Parteien, zumal der Parteienbegriff aufgrund der Sowjetzeit verbraucht sei. Die Identifikation laufe über Personen. Populäre Persönlichkeiten würden ihre Partei gründen und sie würden auch entsprechend gewählt.

Die Europäische Union sei trotz des Beitritts im Jahr 2004 kein aktuelles politisches Thema. Die Europapolitik und die Europäische Union würden noch weniger verstanden als die nationale Politik. Nachdem es in Lettland keine klassischen Parteizuordnungen gebe, bestünde mit Blick auf Europa das Problem, dass sich die jeweiligen Interessengruppen entsprechend orientieren und sich in ein politisches Parteiensystem einbinden müssten. Was die Einführung der gemeinsamen Währung Euro angehe, könne er feststellen, dass Lettland noch weit von den Maastricht-Kriterien entfernt sei. So betrage die Inflationsrate derzeit 10,2 %. Dieser stünde allerdings ein Wirtschaftswachstum von 11 % gegenüber, das insbesondere auf dem Einzelhandel basiere. Die offizielle Arbeitslosenquote betrage 7 %, es sei allerdings gewährleistet, dass jeder, der Arbeit finden wolle, sie auch bekomme. Aktuell habe Lettland zum 1. Januar die Wehrpflicht abgeschafft und es bestehe nunmehr eine Berufsarmee. Die Korruption habe in der lettischen Politik „ein sehr weites Feld“, so Reetz. Was die Zukunft des Staates angehe, müsse entweder ein politisches Erdbeben oder ein weiteres Dahinlavieren erwartet werden. Anders als die Nachbarstaaten Litauen und Estland, die durchaus selbstbewusst seien, sei Lettland durch einen Minderwertigkeitskomplex gekennzeichnet. Entgegen der Einschätzung vieler Menschen im Westen gebe es zwischen den baltischen Staaten keine Zusammenarbeit und diese werde auch nicht angestrebt. Zu sehr habe man um die Selbstständigkeit gerungen, als dass man sich jetzt wieder binden wolle. Die Zusammenarbeit habe lediglich seinerzeit bestanden, als es gemeinsam darum gegangen sei, sich von der Sowjetunion zu lösen.

Herbert Bangert machte in dem Schlusswort deutlich, dass der Vortrag, wie auch schon bereits jener in Vilnius, durchaus ernüchternd sei. Die politische Instabilität, häufig verbunden mit Korruption, sei mit Blick auf die Einbindung in die Europäische Union besorgniserregend. Auch Reetz wurde für seine Ausführungen mit einem edlen Tropfen von der Bergstraße belohnt, wobei er im Anschluss auch die Stadtführung in Riga vornahm und im Laufe der zahlreichen Stationen weitere Hintergrundinformationen zu Staat und Gesellschaft vermittelte.

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Faszinierende Landschaften, pulsierende Zentren und große Kulturdenkmäler

SPD-Ortsverein bei herrlichem Wetter 14 Tage in Polen und im Baltikum

Sie war eine der ganz großen Unternehmungen in der 106-jährigen Ortsvereinsgeschichte: Die 14-tägige Reise nach Polen und ins Baltikum, bei der man insgesamt über 5.000 km, 3.900 auf der Straße und 1.200 auf dem Wasser, zurücklegte. Mit den Masuren und der Kurischen Nehrung erlebte man herrliche Landschaften bei warmer spätsommerlicher Witterung, nahm Stettin und Danzig ganz im Norden Polens in Augenschein und besuchte die drei baltischen Hauptstädte Vilnius, Riga und Tallinn, genoss die Fährüberfahrt von Helsinki nach Travemünde bei ruhiger See und strahlend blauem Himmel und machte schließlich im reizvollen Lübeck, dessen mittelalterliche Altstadt seit 1987 Unesco-Weltkulturerbe ist, den touristischen Abschluss. Der gesamte Ablauf verlief ohne jegliche Reibungsverluste oder organisatorische Probleme bei bester Stimmung innerhalb der Reisegruppe, die sich einmal mehr als interessiert und diszipliniert erwies und damit die Grundlage des überaus erfolgreichen Gesamtablaufs legte.

Die Abfahrt erfolgte am 23. September zu früher Stunde. Vorbei an Leipzig und Berlin wurde Stettin angesteuert, das man ohne Stau am frühen Nachmittag erreichte und unmittelbar die Stadtführung antrat. Die Hauptstationen waren das Schloss der Pommerschen Könige, das Alte Rathaus, die Jakobskathedrale und die Haken-Terrassen, die in mehreren Stufen von der Oder zu einer Reihe repräsentativer Bauten emporführen. Am folgenden Tag wurde Danzig angesteuert, wo sich ein großartiges Ensemble von kunstvollen Baudenkmälern wie das Krantor, das Rathaus, der Artushof, der Neptunbrunnen am Langen Markt, die schönen Patrizierhäuser und die Marienkirche präsentierte. Die Reiseteilnehmerinnen und -teilnehmer waren begeistert von der „Königin der Ostsee“, bevor man am nächsten Tag auf dem Weg nach Nikolaiken, dem Zentrum der Masuren, Marienburg anfuhr. Die dortige Backsteinburg ist Polens mächtigste und schönste Burganlage und war die einstige Machtzentrale des Deutschen Ordens. Bei einer Besichtigung wurden Hoch-, Mittel- und Niederschloss, die sich heute als einzigartiges monumentales Museum darstellen, besucht. Am nächsten Tag wurden bei einer großen Masuren-Rundfahrt die schönsten Stellen aufgesucht. In Rössel waren es Burg und Kirche Peter und Paul, in Rastenburg die Ordensburg und die gotische Wehrkirche St. Georg und in Heilige Linde die bekannte Wallfahrtskirche, in der man ein beeindruckendes Orgelkonzert erlebte. Am Nachmittag besuchte man das ehemalige Führerhauptquartier „Wolfsschanze“ und wurde dort von Stanislaw Sieminski, Autor zahlreicher Publikationen über die Wolfsschanze und die Masuren, durch die Anlage geführt. Sieminski vermittelte, dass die Anlage einerseits für den Machtapparat Hitlers, andererseits aber auch für den Widerstand und das Attentat Stauffenbergs stehe.

Auf dem Weg in die litauische Hauptstadt Vilnius besuchte man Kaunas, das als litauischste Stadt gilt. Burg, Rathausplatz mit Rathaus, Jesuitenkirche und gotischen Kaufmannshäusern sowie die Peter-und-Paul-Kathedrale waren u. a. Stationen des Rundgangs. Am nächsten Tag stand nach dem Besuch der bundesdeutschen Botschaft die Führung in Vilnius an, die man in der barocken Peter-und-Paul-Kirche eröffnete. Das gotische Viertel, die Universität mit der Johanniskirche, der Rathausplatz mit dem klassizistischen Rathaus und der Präsidentenpalast waren Haltepunkte des Rundgangs. Am Nachmittag konnten dann individuell noch entsprechende Sehenswürdigkeiten erkundet werden. Am kommenden Tag steuerte man wieder die Ostsee an und machte zunächst Station in Trakai, das einst als litauische Hauptstadt Geschichte schrieb und heute mit der Wasserburg über ein imposantes, wieder aufgebautes Backsteinensemble verfügt, das ein historisches Museum beherbergt. Weiter ging es nach Polangen, den beliebtesten Badeort Litauens, wo sich im Schloss Europas größte Bernsteinsammlung, die in besonderer Weise die mitgereisten Damen begeisterte, befindet. Die Übernachtung erfolgte in Klaipeda (Memel), wo man am nächsten Tag zunächst eine Stadtbesichtigung vornahm. Wahrzeichen ist der Simon-Drach-Brunnen mit der Statue des Ännchen von Tharau. Weiter wurden Theater, Post und Neues und Altes Rathaus besichtigt. Der folgende Tag stand ganz im Zeichen der Kurischen Nehrung, ein grandioses Naturschutzgebiet, geschaffen von Wind und Wasser, von unvergesslicher Schönheit. Man besuchte Schwarzort, das älteste Dorf der Nehrung, das Thomas-Mann-Haus, bestieg die Parnidis-Wanderdüne, von der man einen fantastischen Blick über das Haff und bis zur russischen Grenze hatte. Schließlich war der kleine Fischerort Nidden, beliebtester Ferienort auf der Nehrung, Aufenthaltsort, bevor man an der Ostsee bei Sandkrug noch einen ausgedehnten Strandspaziergang unternehmen konnte.

Am kommenden Tag ging es weiter in die lettische Hauptstadt Riga. Doch ehe man das Land Litauen verließ, besuchte man das litauische Nationalheiligtum, den Berg der Kreuze bei Schaulen. Nirgendwo zeigen sich der Wille zur Unabhängigkeit und die tief empfundene Religiosität der Litauer so eindrucksvoll wie hier. Hunderttausende Kreuze unterschiedlichster Formen sind hier auf dem Berg versammelt. In Lettland wurde zunächst das Schloss Ruhenthal, ein Meisterwerk des genialen Architekten Rastrelli, Hofarchitekt des russischen Reiches, besichtigt. Das heute prächtigste Schloss von Lettland eifert dem bekannten Schloss in Versailles nach. Prachtsäle, Gemächer, Porzellankabinetts und der Schlosspark nach Regeln französischer Gartenbaukunst faszinierten die Besucher.

In Riga stand am folgenden Tag ein Rundgang durch die Altstadt an. Schloss, Herderdenkmal, Katzenhaus, Johannis-, Georgen- und Petrikirche, Rathaus und das glänzend restaurierte Schwarzhäupterhaus sowie die große und kleine Gilde und die bekannten Häuser „Drei Brüder“ wurden ebenso wie der Dom als größter Kirchenbau des Baltikums erkundet. Am folgenden Tag wurde zunächst eine Fahrt durch das Jugendstilviertel vorgenommen, bevor man Riga verließ und im Gauja-Nationalpark Station machte. Hier besuchte man zunächst die Gutmannshöhle mit seiner bekannten Heilquelle, die Kirche und den Gedenkort der Rose von Turaida und schließlich die Burg Turaida, von deren Turm man einen herrlichen Blick über den Nationalpark hatte. Weiter bestand Gelegenheit für einen Rundgang durch das „Tal der Sänger“, wo 26 Großskulpturen lettische Volkslieder darstellen.

Am späten Nachmittag erreichte man die estnische Hauptstadt Tallinn, wo man unmittelbar am Rande der Altstadt Quartier bezog, so dass am Abend noch Gelegenheit bestand, einen Bummel durch die Altstadt zu unternehmen. Am folgenden Morgen konnte man zunächst den Yachthafen, wo 1980 die Olympischen Segelwettbewerbe stattfanden, besuchen und sehr beeindruckend war die Sängerwiese, wo in regelmäßigen Abständen große Sängerfeste stattfinden und die „singende Revolution“, bei der 1988 hunderttausende Esten Lieder von der estnischen Nation und Freiheit sangen, ihren Ausgangspunkt nahm. Die mitgereisten Mitglieder des Singvereins trafen hier auf das Monument von Gustav Ernesaks, des langjährigen Chorleiters des nationalen estnischen Männerchors, mit dem der Singverein 1870 in den 70er Jahren im Mannheimer Rosengarten gemeinsam ein Konzert gestaltete und der später nochmals in der Laudenbacher Bergstraßenhalle gastierte. Stationen beim Stadtrundgang war der Domberg mit der Alexander-Newski-Kathedrale, dem Schloss, heute Sitz von Parlament und Regierung, der Domkirche St. Marien und einer Aussichtsplattform mit einem herrlichen Blick auf die Altstadt und die sie prägenden Kirchen, historischen Gebäude und die erhaltenen Teile der Stadtmauer, die im Anschluss noch bei einem Rundgang aufgesucht wurden. Am Nachmittag ging es per Fähre nach Helsinki, wo bei dem Transfer von Fährhafen zu Fährhafen noch der klassizistische Dom und die Uspenski-Kathedrale in Augenschein genommen werden konnten. Von der Fähre aus bot sich beim Auslaufen ein unvergleichliches Panorama auf die finnische Metropole.

Den kommenden Tag konnte man bei herrlichem Wetter auf See genießen, bevor man am Abend Travemünde erreichte und die letzte Station, die Hansestadt Lübeck, anfuhr. Hier wartete am nächsten Tag die letzte Stadtführung, in deren Verlauf man Holstentor, Salzspeicher, Rathaus, Marienkirche, Buddenbrookhaus, Jakobi- und Katherinenkirche, das künftige Willy-Brandt-Haus und natürlich das Haus „Niederegger“ kennenlernte, wo reichlich Marzipan eingekauft wurde. Nach dem Mittagessen in dem bekannten Haus der Schiffergesellschaft begab man sich dann endgültig auf den Heimweg. In dessen Verlauf zog Herbert Bangert, der in den vergangenen 22 Jahren die insgesamt 23 Reisen organisiert hat, ein überaus positives Fazit. Etwas Wehmut kam dann auf, als er bestätigte, dass er seinen vor zwei Jahren angekündigten Rückzug wahr macht. Er hoffe allerdings, so Bangert, dass die Tradition im SPD-Ortsverein aufrechterhalten bleibe, er werde sich jedenfalls bei der Ortsvereinsführung dafür einsetzen und hoffe, dass jemand künftig den Stab übernehme.

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Die USA in "Wildwestmanier", der IWF als "Rammbock"

Seit über 30 Jahren herrscht weltweit Krieg - ein Finanzkrieg, ausgetragen zwischen dem Kapital und in monetäre Schwierigkeiten geratenen Ländern. Den Auslöser bildete 1973 die Freigabe des Dollar-Wechselkurses gegenüber anderen Währungen.

Die Folge war eine Vielzahl dramatischer Finanzkrisen rund um den Globus, die allein seit 1995 mehr als 100 Millionen Menschen in Armut und prekäre Abhängigkeiten gestürzt hätten.

So lautete die Kernaussage eines Fachvortrags, zu dem der SPD-Ortsverein Laudenbach ins Gasthaus "Grüner Baum" eingeladen hatte. Gis Stockmann, Fachjournalist und örtliches SPD-Mitglied, befasste sich mit den "Risiken und Nebenwirkungen der globalen Finanzwirtschaft". Dabei bekam vor allem die "gnadenlose Kapitalismuspolitik" der USA und des Internationalen Währungsfonds (IWF) ihr Fett ab.

Bei seiner Einführung in die Thematik blickte Stockmann zunächst auf den "Schwarzen Freitag" im Oktober 1929 zurück. Erstmals brachen damals weltweit Börsen- und Finanzmärkte zusammen. Um ein ähnliches Desaster für kommende Zeiten auszuschließen, gab es 1944 schließlich eine Zusammenkunft von 730 Wirtschaftswissenschaftlern aus 44 Nationen im amerikanischen Bretton Woods. Ziel war die Schaffung einer "krisenfesten Weltwirtschaftsordnung". Ein Eckpfeiler war dabei die Koppelung internationaler Währungen an den Dollar zu einem fest vereinbarten Wechselkurs, was auch als Schutz vor ausufernden Spekulationen gedacht war. "Als Feuerwehr", so Stockmann, wurde 1944 zudem der IWF mit Sitz in Washington ins Leben gerufen. Er sollte unter anderem in finanzielle Not geratenen Mitgliedsstaaten mit Krediten aushelfen.

Das "Bretton-Woods-System" sei jedoch im Jahr 1973 zusammengestürzt, als sich die USA im Krieg in Vietnam befand. Ein Krieg, der von den USA per "Notenpresse" bezahlt worden sei, so Stockmann. Aufgrund der "dramatischen Erhöhung des Geldvolumens" geriet der Dollar kräftig unter Druck, der Wechselkurs wurde schließlich freigegeben. "Das war im Grunde Wildwest", betonte Stockmann. Schon bei den vergeblichen Stützkäufen durch die Nationalbanken von England, Frankreich und Deutschland sei eine riesige Menge Geld verloren gegangen. Als Konsequenz habe es seit 1973 weltweit "zehn bis elf gigantische Währungs- und Finanzkrisen" gegeben. Die Mehrzahl davon sei letztlich von Großbanken und Großfinanziers selbst ausgelöst worden, auch der IWF habe dabei eine alles andere als rühmliche Rolle gespielt, sagte Stockmann.

Offenbarungseid

So hätten ärmere Staaten in Lateinamerika, Asien und Afrika ihre in Dollar gewährten Kredite nicht mehr zurückzahlen können, nachdem der Dollarkurs Ende der 70er Jahre wieder enorm in die Höhe gedrückt worden sei. Zinsdienst und Kreditrückzahlungen, die ebenfalls in Dollar abgewickelt werden mussten, verteuerten sich so um ein Vielfaches. Als erstes Land musste Mexiko 1982 den Offenbarungseid leisten. Es folgten Brasilien oder Nicaragua. Überall habe der von den USA dominierte IWF seine Hilfszusagen mit "Diktaten" verknüpft. Gefordert wurden etwa die Liberalisierung von Kapital- und Warenmarkt, die Privatisierung von Staatsunternehmen sowie die Reduzierung der Staatsausgaben. In den betroffenen Ländern habe dies wiederum verstärkt zu Armut und hoher Arbeitslosigkeit geführt. Weitere große Finanzkrisen gab es in den 90er Jahren in Russland nach dem Auseinanderfallen der GUS-Staaten sowie in Südostasien in den so genannten "Tiger-Staaten" mit Indonesien, Thailand, Südkorea und Malaysia. Nur Letztere hätten sich gegen die Vorgaben des IWF zur Wehr gesetzt und seien dadurch "mit einem blauen Auge" aus der Krise herausgekommen. Bis heute sei eine Reform des IWF, dessen Geschäftsführer bis 2004 der heutige Bundespräsident Horst Köhler war, nicht gelungen, erklärte Stockmann.

Einst eigentlich als "Hilfsorganisation" gegründet, trete der IWF eher als "Rammbock" auf, um weltweit ein bestimmtes Wirtschaftssystem zu verankern. Stockmann kritisierte ferner die Unsumme von "1,3 Billionen Dollar", die täglich als freies Kapital rund um den Erdball verschoben werde. "Rein spekulatives Geld", mit dem das Börsensystem wiederum Geld verdienen wolle.

Kein gutes Haar ließ Stockmann auch am "Offshore-System", das massiv Kapital in Steueroasen wie etwa die Cayman Islands abziehe, oder der Einrichtung von weltweit 900 "Sonderwirtschaftszonen". Hier müssten allein in der Textilindustrie 27 Millionen Arbeitnehmer ohne Rechte für Hungerlöhne ihr Tagwerk verrichten.

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All die Zeit versucht, aufrecht zu gehen

Joana vorstellen zu wollen, hieße Wasser in den Rhein kippen. Auch Ulrike Schweizer, Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) in Laudenbach, erwähnte nicht viel mehr als die 40-jährige Bühnenpräsenz der gelernten Lehrerin und wie geliebt, ja: verehrt sie in der Region und anderswo sei.

"Frauen verdienen mehr Anerkennung", erinnerte Schweizer an den gerade zelebrierten Weltfrauentag in dieser Zeit des Umbruchs, in der die Welt Kopf stehe. Stichwort für Joana, die Diseuse mit der kastanienroten Mähne, denn "Kopfstand" heißt ihr neues Programm, mit dem sie nun auch im restlos ausverkauften evangelischen Gemeindezentrum Beifallstürme anzettelte.

Denn unverzüglich zerrupft die Liedermacherin, ganz Emanze, genüsslich (und zu Recht) den "von lauter Männern gemachten" Grand-Prix-Vorentscheid und motzt zur Gaudi des weit überwiegend weiblichen Publikums, der Siegertitel könne allenfalls Eva Herman freuen. Sie habe nämlich Erfahrungen im Metier, ist ihre bitterliche Erkenntnis, zusammengefasst im unvergesslichen Couplet-Stil Otto Reutters "Stell`n se das Denken ein, sei`n se mein". Darauf aber lässt eine Joana sich nicht ein, die sich als wieder geborene Johanna (jene von Orleans) nicht noch einmal verbraten lassen will. Entsprechend zielsicher sind ihre Lieder und Balladen auf ebendas gerichtet, was gerade Kopf steht: auf das Katzenfutter, garniert mit Petersilie und auf die verrückte Alltagshetze "wenn ich aufstehe, stehe ich auf, du aber, wenn du aufstehst, stehst du schon".

Das alles verpackt Joana "eindeutig, nicht mehrdeutig" kabarettistisch, auch das Bekenntnis zum Fremdgehen beim lasziv gehauchten "O mi amor", derweil "er" beim Baktereologen-Kongress Steptokokken zählt. Dann aber, überraschend in ihrer Heftigkeit, zeigt die Aktrice aggressiv die Zähne, als sie den "auserwählten Kreuzritter Schorsch Dabbelju" ins Fadenkreuz nimmt, jenen "Kriegspräsidenten", der mit "seiner amerikanischen Freiheit und seinen amerikanischen Menschenrechten" den rechten "Way of Life" bringe. Hier erntet die Chansonette Szenenapplaus vom rundum einverstandenen Publikum und schwenkt in dankbarer Ironie das Sternenbannerlein.

Das sind die nachdenklichen Momente wie auch der traurige Abgesang auf die "Mutterkugel" Erde, die sich anschickt, einige ihrer Wunder zurück zu nehmen oder die bange "Wessi-Ossi-Frage", wo sie denn sei, die Utopie nach Einheit und nach Harmonie. Und natürlich ist da auch die Klage über den Rechtsradikalismus "in de Quadrate vun Monnem", den Joana in Marschtakt und Mollakkorde so stramm einwickelt, dass man meinen möchte, die Gewaltorgien Linksautonomer hierzulande seien schiere Einbildung. Nun ja, das muss wohl sein und es dämpft - durchaus absichtsvoll, aber vorübergehend - die Stimmung. Denn Joana weiß zu unterhalten und zu amüsieren - genau aus nämlichem Grund ist das Publikum so zahlreich.

Und es kommt auf seine Kosten. Beispielsweise beim Ausflug zur "Loreley", der schaurigen säk"schen Ballade von Lene Voigt selig "da waggelt ganz furchtbar der Gahn": da offenbart Joana ihr ganzes komödiantisches Talent und ihr Faible fürs Dialektische, das natürlich muttersprachlich "dahääm" ist im Kurpfälzischen. Denn "in der Heimat isses schää, du kennscht die Leit, bischt net allää", und das kreuzvergnügte Publikum jodelt diplomverdächtig mit. Hier, beim Kontakt zu den kurpfälzischen Menschen, ist Joana im Element. Ihnen verrät sie Intimes aus dem Poesiealbum der Volksschulzeit ("so etwa 1956, awwer hert uff nochzurechne") und lässt sie im Chor die Verslein der Kinderzeit rezitieren: "wenn du einst nach vielen Jahren".

Sie kann auch anders, die Joana, bei einem kleinen Lied über eine Götterfrucht, die Tomate, zum Beispiel. Oder eindrucksvoll und mit großem Gefühl in der Reminiszenz an ihre verstorbene Gesanglehrerin. Das Publikum lauscht andachtsvoll der warmen Altstimme, von der Joana "einen kleinen Hauch zurücklassen" will und mit bedeutungsschwangerem Timbre bekennt, sie habe "mit verrückt heißem Herzen versucht, all die Zeit aufrecht zu gehen".

Die bejubelten Zugaben sind Programm und heizen noch mal richtig ein, denn ""s Schenschte vum Meer bis uff die Alm, des is de Hildegard ehr Yuccapalm". So schön singt das Laudenbacher Publikum mit, dass Joana es beim Sommerkonzert im Luisenpark extra begrüßen wird. Sie hat"s versprochen!

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Heringe bei "Pälzer Mudderschprooch" verdaut

Seit 23 Jahren legen die Helferinnen der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) die Heringe schon nach dem gleichen Rezept ein: ein paar feine Gewürze und viel Sahne gehören zum Fisch, dazu dann reichlich Pellkartoffeln und fertig ist das traditionelle Heringsessen für den Aschermittwoch.

Und das scheint den über 100 Gästen im Georg-Bickel-Saal auch in diesem Jahr wieder geschmeckt zu haben. Während die einen noch Kartoffeln pellten oder mit klirrendem Besteck die letzten Reste genüsslich von ihren Tellern kratzten, ließen sich andere schon eine Portion für zu Hause einpacken.

Nachdem sich alle satt gegessen hatten und einige dem Hering bereits mit einem Verdauungsschnäpschen zu Leibe gerückt waren, eröffnete die "Pälzer Mudderschproochlerin" Ingrid Heisel das kulturelle Programm für diesen Abend. Zunächst ließ sie "de Fritz" den Zuhörern erklären: "Mer secht deshalb Mudderschprooch, weil de Vadder nix ze sache hott." Vor allem die Damen im Publikum lachten bei diesen Versen von Philipp Randoll herzlich. Weiter ging es passend zum Aschermittwoch mit einem Hering, der auch nach Fastnacht noch "Ahoi" rief und deshalb kurzum als Rollmops endete. Dass die "Pälzer" neben ihrer "Mudderschprooch" auch des Englischen mächtig sind, zeigte sich bei Paul Tremmels Gedicht "Branche geh": "Heit duhscht zum Friehschtick "Breckfescht" sache, gelernt in viele Urlaubsdache, schtatts Mittagesse gibt`s jetz Lanch un sunndags - sunndags do is Branch."

Der Höhepunkt erwartete die Zuhörer allerdings gegen Ende, als die ehemalige Grundschullehrerin in verschiedene Stereotypen nach Versen von Lina Sommer schlüpfte. Als Melancholiker mit weinerlicher Stimme, traurigem Blick und tief nach unten gezogenen Mundwinkel, klagte sie kümmerlich schniefend ihr Leid. Ganz anders der Choleriker. Wild in der Luft fuchtelnd, mit aufgerissenen Augen und grimmigem Blick polterte das SPD-Mitglied vor den Zuschauern mit lauter Stimme: "Rege, Rege, nix als Rege, wie mit Küwwel, dra und druff - e Gewitterdunnerkeitel, nää - do heert sich alles uff!" Das Publikum grölte vor Lachen über diese schauspielerische Leistung und dankte der "Mudderschproochlerin" mit großem Applaus.

"So gut besucht war unser Aschermittwoch schon lange nicht mehr", freute sich die Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen, Ulrike Schweizer. Aber ob das an dem leckeren Hering oder an den angekündigten "Mudderschprooch"-Gedichten lag, bleibt im Dunkeln. Unter den Gästen weilten neben den Verantwortlichen aus dem Laudenbacher SPD-Ortsverein und zahlreichen Mitgliedern des Hemsbacher Ortsvereins auch Hans Georg Junginger mit Gattin, die Integrationsbeauftragte der Stadt Weinheim, Stella Kirgiane-Efremidis, und Irmgard Hierholzer, die Mitglied im Kreistag ist.

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Kopftuch ist nicht zwingend

Im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe "Aus der Geschichte lernen - nie wieder Rechtsextremismus und Fremdenhass" hat der SPD-Ortsverein jetzt die Moschee in Weinheim besucht. Über 50 interessierte Bürger folgten der Einladung.

Die Gäste wurden mit Getränken und Kuchen bewirtet und fühlten sich gleich ein wenig zu Hause. Informationen erhielten die Gäste von Ishak Ünal, dem Vorsitzenden des Moschee-Vereins. Die Türken in Weinheim seien zwar als Fremde gekommen, Deutschland sei aber für die meisten von ihnen inzwischen ihr Vaterland geworden, sagte er.

Der Moschee-Verein Weinheim sei 1976 nach deutschem Recht gegründet worden und gehöre mit insgesamt 900 Moschee-Vereinen dem Dachverband DITIB an. Der Verein habe rund 3000 Mitglieder, darunter 600 mit deutschem Pass. Er habe sieben Vorstandsmitglieder, darunter zwei Frauen. Der geografische Bereich umfasse Weinheim, Heddesheim, Mörlenbach und Bensheim. Schwerpunkte der Arbeit sei die Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden, die Seelsorge, die Organisation von Festen und Pilgerfahrten. Ferner würden Sprachkurse und Hausaufgabenbetreuung angeboten. Der Imam werde von der Türkei für jeweils vier Jahre freigestellt; inzwischen jedoch, so Ünal, würden Imame in Deutschland theologisch ausgebildet; dies sei von großem Vorteil, da sie die Sprache beherrschten.

Natürlich hatten die Gäste viele Fragen mitgebracht: Fragen nach dem Ramadan und welche Regelungen es beispielsweise für arbeitende oder kranke Menschen gibt. Das Kopftuchgebot, betonte der Imam, werde vom Koran nicht zwingend vorgeschrieben. Auch die Frage, inwieweit türkische Mädchen und Frauen frei seien, Partner für ihr Leben zu wählen, wurde angesprochen - eine schwierige Frage für die Gastgeber: Aus der Sicht von Ishak Ünal sollte jeder Mensch das Recht haben, selbst seinen Partner zu wählen. Integration war ebenfalls ein wichtiges Gesprächsthema: Man war sich einig, dass die Sprachkompetenz eine wichtige Voraussetzung für Integration ist und dass hier von beiden Seiten mehr getan werden müsse. Eine wichtige Rolle für Begegnung und Integration spielten auch Sport und Vereine.

Nach dem etwa zweistündigen Gespräch war man noch in die Moschee eingeladen. Ishal Ünal und der Imam Oezkan Tahfin führten in der Moschee und erklärten die Bedeutung der verschiedenen Gegenstände wie die Gebetsrufgalerie, die Gebetsnische, die Vortrags- und die Predigtkanzel und sie erläuterten die fünf Säulen des Islam, als da sind: das Glaubensbekenntnis, das Gebet, das Fasten, die Armensteuer und die Pilgerfahrt. Voller Eindrücke von den Gesprächen und auch von der Gastfreundschaft dankte SPD-Ortsvereinsvorsitzender Hans-Jürgen Moser den Gastgebern; man vereinbarte weitere Treffen.

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