|
Frauentag: Hilde Mattheis übt Kritik an Bundesregierung AsF fordert die Quote „Wir brauchen eine gesetzliche Quotenregelung.“ Mit diesen Worten mischte sich Hilde Mattheis, Bundestagsabgeordnete und Vorstandsmitglied der SPD Baden- Württemberg, in die Diskussion darüber, wie Frauen in diesem Land mehr gleichberechtigte Teilhabe an Zeit, Macht und Geld erlangen können. mehr...
Einmal innehalten mit Liedern Internationaler Frauentag: Auf der Bühne der Laudenbacher AsF spielen und singen Stefanie Riecker und Stefanie Brunner Einmal innehalten mit Liedern Der Internationale Frauentag hat viel bewegt. Nicht zuletzt hat er im evangelischen Gemeindehaus von Laudenbach am Samstag zwei Künstlerinnen zusammengeführt, mehr...
SPD 60 plus besuchte Dresden Ende Februar begab sich eine Gruppe der Laudenbacher Arbeitsgemeinschaft 60 plus auf große Fahrt nach Dresden. mehr...
SPD Reise 2012 führt nach Frankreich Flusskreuzfahrt auf der Rhône bietet Natur und Kultur Nach den positiven Rückmeldungen der vergangenen SPD Reise, hat sich Hans Jürgen Moser, der Organisator der SPD Reise, dazu entschlossen die Angebote der letzten Jahre zu kombinieren. mehr...
In Gerd Dembers Stammbaum finden sich seit 1772 nur Rote Gerd Dember gilt als Vorzeige-Genosse: Gewerkschaftsmitglied, Juso, langjähriger Gemeinderat und Ortsvereinsvorsitzender und AWO-Vorsitzender. Als der "Herbert Wehner und als Unruheherd" in Laudenbach wurde der Träger der Willy-Brandt-Medaille einst bezeichnet. Bei der 110-Jahr-Feier des Ortsvereins im evangelischen Gemeindezentrum, mehr...
Die Bildung ist ihr großes Thema Seit Jahren beschäftigen sich Laudenbachs Sozialdemokraten intensiv mit der Bildung und den Schulen. Sei es die Diskussion im Gemeinderat um den Erhalt der Volkshochschule und der Musikschule, die Erweiterung der Grundschule und der Kinderkrippe, die Erhaltung der Laudenbacher Spielplätze oder die aktuellen Bildungsdiskussionen auf Länder- oder Bundesebene. mehr...
Dokumentarfilm "Rollbahn" zu sehen Es ist die dritte Zusammenarbeit dieser Art. Jedes Mal drehte es sich um das Thema "Nationalsozialismus oder Rechtsradikalismus". So auch am Mittwoch, 9. November, wenn um 19 Uhr im Festsaal der Sonnberg-Grundschule, Schillerstraße 6, der Dokumentarfilm über das KZ-Außenlager Walldorf beim Frankfurter Flughafen zu sehen ist. mehr...
Neue Schulart stößt kaum auf Interesse SPD-Gemeinderat Alfred Moos stellte nach zweistündiger Debatte im Café Max am Mittwochabend die Kardinalfrage: "Sollen wir die Schillerschule neu bauen oder sanieren? Immerhin geht es um eine Summe von 4,3 Millionen Euro." Kultusstaatssekretär Dr. Frank Mentrup (SPD) gab zwar keine genaue Antwort hierauf, dafür aber die Richtung vor: mehr...
Das
Leben der Römer in Osterburken und das mittelalterliche Mosbach
erkundet Gelungene Gemeinschaftsveranstaltung der AG 60 plus Laudenbach, der SPD Ortsvereine Osterburken und Binau und des Kreisvorstands Neckar-Odenwald 60plus Eine starke Gruppe der AG SPD 60 plus war zum diesjährigen Ausflug nach Osterburken und Mosbach gestartet. mehr...
Kleinböck:
Für Sanierung gibt das Land nichts Schillerschule, Gemeinschaftsschule, "Einheitsschule"? Beim Dialogabend mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Gerhard Kleinböck ging es im Café Harmonie um die Bildungspolitik nach dem grün-roten Koalitionsvertrag. Eingeladen hatten die SPD-Ortsvereine Hemsbach und Laudenbach. mehr...
"Die Hoffnung ist grün, aber die Liebe ist rot" Gerhard Kleinböck ruft den Genossen über den Grill hinweg zu: "Der Koalitionsvertrag in Baden-Württemberg trägt eine sozialdemokratische Handschrift." Seine Rede war gestern der einzige politische Tagesordnungspunkt beim 1.-Mai-Grillfest der Laudenbacher SPD. mehr...
AG
SPD 60 plus zu Besuch im Judenhof in Speyer Die Laudenbacher Genossen der AG SPD 60 plus begaben sich zusammen mit anderen Gruppen aus dem Rhein-Neckar-Kreis auf die Spuren der jüdischen Gemeinde in Speyer. Sie wurden von Johannes Bruno begrüßt. mehr...
SPD
60 plus zu Gast im Mehrgenerationenhaus PRISMA in Heidelberg
Mehr
als 50 Menschen wohnen in dem Mehrgenerationenhaus PRISMA in
Heidelberg-Handschuhsheim, die ältesten sind über 90 die jüngsten
gerade ein paar Wochen alt. mehr...
Gemeinderat: Dieter Ehle erhält Ehrennadel des Gemeindetages Ehre
für echten Laudenbacher Der SPD-Fraktionschef im Gemeinderat und Zweite Bürgermeister-Stellvertreter Dieter Ehle ist gestern Abend mit der Ehrennadel in Gold des Gemeindetages Baden-Württemberg ausgezeichnet worden. mehr...
Was Frauen von Männern alles wollenDas war ein langer und - nicht nur für die Damenwelt - äußerst erbaulicher und erkenntnisreicher Samstagabend zwischen politischem Anspruch und kabarettistisch-leichtzüngigem Tiefgang. mehr...
Laudenbacher SPD gedenkt zum Jubiläum ihrer Verstorbenen Zwei Dutzend SPD-Mitglieder haben anlässlich des 110-jährigen Jubiläums des Ortsvereins gestern Morgen im Friedhof ihrer verstorbenen Genossen gedacht. mehr...
AsF-Spende finanziert einen „Spiegelstern“ 250 Euro hat die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratische Frauen (AsF) mit ihrem Stand auf dem Weihnachtsmarkt eingenommen. Der Erlös wird immer einem sozialen Zweck gestiftet, mehr...
Zum
25-jährigen SPD-Reisejubiläum zur mondänen Côte d’Azur Zufallsbegegnung
mit Fürst Albert in Monaco/Großes Programm perfekt bewältigt „Manchmal genügt es, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein“, so beschrieb Reiseleiter Herbert Bangert die Zufallsbegegnung mit Fürst Albert von Monaco vor dem Musée Océanographique mehr...
Stuttgart 21 symbolisiert Vertrauensverlust in die Politik Hans Georg Junginger beleuchtet in Norditalien polarisierendes Thema in der Heimat. Es gibt keine SPD-Reise ohne einen politischen Programmteil. mehr...
Besuch
im Mehrgenerationenhaus in Bensheim Eine Begegnungsstätte für Alt und Jung mit attraktiven Angeboten für ein gutes Miteinander mitten im Herzen der Stadt – so konnten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus der AG SPD 60 plus dieser Tage das Mehrgenerationenhaus im Caritas Zentrum in Bensheim erleben. mehr...
Auf
dem Schulweg mit Steinen beworfen Ruth L. David, geborene Oppenheimer, hat während des Holocaust ihre Familie und ihre Heimat verloren. Über ihre Kindheit hat sie ein Buch geschrieben, aus dem sie am Montagabend in der alten Dorfkirche las. mehr...
SPD
60 plus besuchte den Museumshof Lerchennest in Sinsheim-Steinfurt und
das Auto & Technik Museum Sinsheim Mitunter
wird auch an kleineren Orten große Geschichte geschrieben: So prangt am
Giebel eines schmucken fränkischen Kleinbauernhofes in
Sinsheim-Steinfurt eine schlichte Tafel:
Hier blieb auf seiner Flucht am 4./5. August 1730 Friedrich der
Große dem Vaterland erhalten. mehr...
Kleinböck
sieht in Stuttgart viele Baustellen bei der Schulpolitik Die Landtagswahl am 27. März wird im Hinblick auf die derzeitige Protestbewegung gegen "Stuttgart 21" spannend. Gerhard Kleinböck, SPD-Wahlkreisabgeordneter setzte bei einem Diskussionsabend des SPD-Ortsvereins im Georg-Bickel-Haus aber andere Schwerpunkte, mehr... SPD begrüßt seine Gäste im „Roten Frosch“
Der Vorstand der AG SPD 60 plus wurde einstimmig bestätigt Bei der Jahreshauptversammlung der Arbeitsgemeinschaft SPD 60 plus konnte der Vorstand eine beeindruckende Bilanz von Informations- und Diskussionsveranstaltungen sowie Fahrten zu auswärtigen Veranstaltungen und Besichtigungen vorwiesen. mehr ...
SPD
60 plus Laudenbach besuchte gemeinsam mit dem Kreisverband
Rhein-Neckar die Studios des SWR in Baden-Baden Mit dem SWR Baden-Baden besuchte die AG 60 plus einen der europaweit größten Sendeplätze: Der SWR beherbergt dort acht große Studios. mehr ...
Die
Partei soll wieder Visionen entwickeln Der Schock über die Niederlage bei den Bundestagswahlen sitzt auch bei der SPD in Laudenbach tief. Von Resignation aber ist keine Spur, und so machten sich die Mitglieder des Ortsvereins auf Anregung von Christel Masseck, Sprecherin der AG "60plus" unter der Diskussionsleitung von AsF-Chefin Ulrike Schweizer "Gedanken zur Lage der SPD". mehr ...
SPD 60 plus besuchte die Ausstellung „Alexander der Große“ Die Arbeitsgemeinschaft SPD 60 plus im Rhein-Neckar-Kreis hatte zu einer Führung der Ausstellung „Alexander der Große und die Öffnung der Welt“ eingeladen und eine Gruppe Laudenbacher Seniorinnen und Senioren war der Einladung gefolgt. mehr ...
Arzneimittelbehandlung älterer Menschen – Problemzone im medizinischen Alltag Die Arzneimittelbehandlung älterer Menschen ist ein aktuelles, aber schwieriges Thema. Deshalb hat sich der in Basel ansässige Mediziner, Prof. Dr. Dietmar Braun, dieser Problematik angenommen. Christel Masseck freute sich den kompetenten Referenten zu einer gut besuchten Veranstaltung von 60 plus in Laudenbach begrüßen zu dürfen. mehr...
Herrliche
Landschaften und touristische und politische Informationen 24. Reise des SPD-Ortsvereins bot Schweizer Impressionen - Besuch von UNO und Botschaft Mit dem Erleben von "Schweizer Impressionen" hatte der SPD-Ortsverein seine 24. Reise angekündigt. Das diese Inmpressionen in hervorragenden Hptels in Zermatt und Davos und in den komfortablen Panoramawagen der Ersten Klasse im Glacier- und Brenina-Express erlebt wurde, hatte man erwartet, dass dies alles aber bei strahlend blauem Himmel genossen werden konnte, war ein besonderer Glücksfall. mehr...
Lebenslanges Lernen - eine Vortragsreihe zum Thema Bildung Der Ortsverein Laudenbach der SPD lädt im Herbst 2008 zu einer Veranstaltungsreihe über das Thema Bildung ein: Spätestens seit den ersten Pisa-Erhebungen ist dieses Thema ins allgemeine Bewusstsein gerückt, Diskussionen über die richtigen Bildungsinhalte, über Bildungspläne und die Effizienz der Organisation von Bildungseinrichtungen genießen große Beachtung. mehr...
Gleichstellung noch nicht verwirklicht Zitate und Lesungen aus dem Buch „Das Eva-Prinzip“ hätten für einen unterhaltsamen Satire-Nachmittag gereicht. Doch das Frauen-Team aus der schwäbischen Alb setzte bei der Veranstaltung der ASF (Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen) zum internationalen Frauentag „noch einen drauf“! mehr ...
Zauberei und Heringe statt Politik Seit zwei Tagen warten die 350 Heringe, eingelegt in Marinade. Während sie dann gleich zu Beginn des 24. Heringsessens der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) im Georg-Bickel-Haus auf die Teller kommen, lässt ein anderer Programmpunkt noch ein wenig auf sich warten: Felix Gauger alias Zauberer Felix aus Weinheim. mehr ...
Heimat für 40 Jugendliche Eine gute und eine schlechte Nachricht gab es für die Besucher des von der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) und der Gruppe "SPD 60plus" veranstalteten Diavortrages über das Jugendprogramm Prosoya in Peru gleich zu Beginn. Der peruanische Referent und Projektleiter Hugo Fernández musste sein Kommen krankheitsbedingt absagen. mehr...
SPD-Vorstand: Volkshochschule und Musikschule müssen für Laudenbach erhalten bleiben Der Vorstand befasste sich in seiner letzten Sitzung u.a. mit dem Thema Volkshochschule und Musikschule. Obwohl die Weichen für diese Einrichtungen im Gemeinderat gestellt werden, bestand im Vorstand Einigkeit, dass diese beiden Bildungseinrichtungen mit ihren Angeboten für Laudenbach erhalten werden müssen. mehr...
Jahresabschluss des Ortsvereins Der Winter steht vor der Tür und mit großen Schritten kommt auch das Jahresende näher - Grund für den traditionellen Jahresabschlussabend des SPD-Ortsvereins. mehr...
Die baltischen Staaten als EU-Länder im Übergang Informationsgespräche des SPD-Ortsvereins in der bundesdeutschen Botschaft in Vilnius und in Riga Sie sind elementarer Bestandteil sämtlicher Reisen des SPD-Ortsvereins: die politischen Informationsgespräche zur Beurteilung der jeweiligen Situation der besuchten Staaten. mehr...
Faszinierende Landschaften, pulsierende Zentren und große Kulturdenkmäler SPD-Ortsverein
bei herrlichem Wetter 14 Tage in Polen und im Baltikum Sie war eine der ganz großen Unternehmungen in der 106-jährigen Ortsvereinsgeschichte: Die 14-tägige Reise nach Polen und ins Baltikum, bei der man insgesamt über 5.000 km, 3.900 auf der Straße und 1.200 auf dem Wasser, zurücklegte. mehr...
Die USA in "Wildwestmanier", der IWF als "Rammbock" Seit über 30 Jahren herrscht weltweit Krieg - ein Finanzkrieg, ausgetragen zwischen dem Kapital und in monetäre Schwierigkeiten geratenen Ländern. Den Auslöser bildete 1973 die Freigabe des Dollar-Wechselkurses gegenüber anderen Währungen. mehr...
All die Zeit versucht, aufrecht zu gehen Joana vorstellen zu wollen, hieße Wasser in den Rhein kippen. Auch Ulrike Schweizer, Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) in Laudenbach, erwähnte nicht viel mehr als die 40-jährige Bühnenpräsenz der gelernten Lehrerin und wie geliebt, ja: verehrt sie in der Region und anderswo sei. mehr...
Heringe bei "Pälzer Mudderschprooch" verdaut Seit 23 Jahren legen die Helferinnen der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) die Heringe schon nach dem gleichen Rezept ein: ein paar feine Gewürze und viel Sahne gehören zum Fisch, dazu dann reichlich Pellkartoffeln und fertig ist das traditionelle Heringsessen für den Aschermittwoch. mehr...
Kopftuch ist nicht zwingend Im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe "Aus der Geschichte lernen - nie wieder Rechtsextremismus und Fremdenhass" hat der SPD-Ortsverein jetzt die Moschee in Weinheim besucht. Über 50 interessierte Bürger folgten der Einladung. mehr... |
Frauentag:
Hilde Mattheis übt Kritik an Bundesregierung
AsF fordert die Quote
|
„Wir brauchen eine gesetzliche Quotenregelung.“ Mit diesen Worten mischte sich Hilde Mattheis, Bundestagsabgeordnete und Vorstandsmitglied der SPD Baden- Württemberg, in die Diskussion darüber, wie Frauen in diesem Land mehr gleichberechtigte Teilhabe an Zeit, Macht und Geld erlangen können. Vielmehr ließ die SPDPolitikerin ihre Forderung bei der Veranstaltung der Laudenbacher AsF zum Internationalen Frauentag von deren Sprecherin Ulrike Schweizer verlesen. Mattheis hatte ihr Kommen nämlich abgesagt: Ihr hatte es ob einer schweren Erkältung die Stimme verschlagen, wie Schweizer bei ihrer Begrüßung bedauerte. Für die SPD-Politikerin gibt es in Sachen Gleichberechtigung noch viel Nachholbedarf. Frauen verdienten bei gleicher Qualifikation immer noch deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen, Sie arbeiteten häufiger in Teil- oder Minijobs und liefen damit Gefahr, später in Altersarmut zu leben. Die Sorge um die Kinder und die Pflege von älteren Angehörigen sei fast immer Sache der Frauen. Gleichzeitig fehle eine gut ausgebaute und kostenlose Betreuungsstruktur im Kleinkindalter und Ganztagsschulangebote. Hart ins Gericht ging Mattheis mit der Bundesregierung, die die Frauenquote in deutschen Unternehmen weiter ablehne, obwohl Frauen nur in 11,9 Prozent der Aufsichtsräte und drei Prozent der Vorstände säßen. „Vier Frauen im Kabinett, die es nach ganz oben geschafft haben, blockieren Chancengleichheit für Frauen“, formulierte Mattheis und forderte eine gesetzliche Regelung. AsF-Sprecherin Ulrike Schweizer hatte zuvor die Gäste im evangelischen Gemeindesaal zur 14. Frauen- tagsveranstaltung begrüßt, die die Laudenbacher AsF ausrichtete. SPD-Landesvorstandmitglied Stella Kirgiane-Efremidis sprach ein persönlich gehaltenes Grußwort. |
|
Internationaler Frauentag: Auf der Bühne der Laudenbacher AsF spielen und singen Stefanie Riecker und Stefanie Brunner Einmal innehalten mit Liedern Der Internationale Frauentag hat viel bewegt. Nicht zuletzt hat er im evangelischen Gemeindehaus von Laudenbach am Samstag zwei Künstlerinnen zusammengeführt, wie eine der beiden, die Weinheimer Liedermacherin Stefanie Riecker, zu Beginn des Liederabends bemerkte. Auch zu diesem Frauentag hatte traditionell die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) Laudenbach eingeladen. Mit Stefanie Brunner aus Oldenburg kam noch eine zweite weibliche Stimme mit Gitarre hinzu. Die Zuhörer im voll besetzten Gemeindesaal sollten nicht enttäuscht werden. Beide Musikerinnen haben je ihren ganz eigenen Klang und Charme. Während die Weinheimerin eher mal in die Saiten haut und in fröhlich-leichte Texte und Melodien verpackte philosophische Denkansätze präsentiert, sind es bei der Oldenburgerin eher leise gezupfte Töne, welche Tiefgründiges mit subtil-sarkastischem Witz transportieren. Nachdem AsF-Sprecherin Ulrike Schweizer die rund 80 Besucher, darunter nicht wenige Männer, zum Frauentag begrüßt hatte, präsentierte die „Weinheimer Stefanie“ den musikalischen Auftakt. Es sind Geschichten aus dem alltäglichen Leben, welche die sympathisch rüberkommende Liedermacherin in wirkungsvolle Metaphern kleidet und in energetische Rhythmen verpackt, so dass manch ein Fuß gar nicht anders konnte, als mitzuwippen. Den „Phoenix aus der Asche“ besingt sie oder „Das alte Lied“ von der Liebe. In einem Winterlied sagt sie der „Schaumbad“-Saison ade und frag sich in „Jeden Tag“, warum sie eigentlich immer so „scheiß nett“ ist. Am Ende ihres ersten Sets gab sie damit noch ein „allseits beliebtes“ Mitsinglied zum Besten. Das Publikum sang tatsächlich überaus motiviert mit und dankte es mit begeistertem Jubel. Die Oldenburger Stefanie – eine diplomierte Psychologin – gab sich leise und zurückhaltend und begann entsprechend mit dem Lied „Einmal Innehalten“. Ihre Texte erwiesen sich als außerordentlich intelligent und witzig, ihr tänzelnd zupfendes Gitarrespiel mutete bisweilen fast schon harfenhaft an. Dazwischen wartete sie mit Interessanten psychologischen Fakten auf, etwa dem „fundamentalen Attributionsfehler“ oder der Tatsache, dass 80 Prozent der Kommunikation auf nonverbaler Ebene ablaufe. Nicht nur heiter, sondern urkomisch kam etwa der Titel „Sein Schicksal heißt Klothilde“ daher. Den Vogel jedoch schoss die Liedermacherin mit dem „Traurigen Lied von der Vernichtung der Menschheit“ ab. Darin bleibt nach dem ultimativen Atomkrieg eine zweifach mutierte Spinne als Krone der Schöpfung übrig, die sich Videos vom Untergang der Welt reinzieht, die aufgrund der elektrisierten Luft auch ohne Kraftwerk laufen. Was nicht minder ironisch anmutete, als der Song über den „Probiertag“ im Famila – ein Geschäft, das es offenbar auch in Oldenburg gibt. Auch die Zuhörer durften dann probieren – und zwar in einer ausgiebigen Pause am ebenfalls ausgiebigen kalten Buffet .Dann ging es in die dritte Runde, welche die beiden Stefanies gemeinsam und im Wechsel spielend auf der Bühne des Gemeindehauses bestritten. |
|
Ende
Februar begab sich eine Gruppe der Laudenbacher Arbeitsgemeinschaft 60
plus auf große Fahrt nach Dresden. Im Bus des Reiseunternehmens Schmidt
gelangte man bequem in die schöne Hauptstadt des Freistaates Sachsen. Noch
am Nachmittag erkundete man
Teile der Altstadt: Brühlsche Terrasse, Kathedrale St. Trinitatis und die
bei Dunkelheit in zauberhaftes Licht getauchte Semperoper.
Bevorzugte Sehenswürdigkeit war die Frauenkirche; viele hatten den die
Altstadt prägenden Barockbau nach ihrem Wiederaufbau noch nicht gesehen,
und so ließ man sich von dem wunderschönen Innenraum verzaubern und
genoss den vollen Klang des Orgel bei einer abendlichen Andacht.
Eindrucksvoll war auch die in ihrer Schlichtheit beeindruckende
Unterkirche. Am
nächsten Morgen führte eine Stadtrundfahrt vorbei an schönen
Parkanlagen, am Hygienemuseum und durch das Universitätsklinikum zum
„Blauen Wunder“ und den Elbschlössern. Man sah auch die umstrittene
Waldschlösschenbrücke. Die Führung endete im Dresdner Zwinger, der
unter August dem Starken gebauten wunderschönen Barockanlage. Der
Nachmittag war zur freien Verfügung, und so erkundete jeder
die Stadt auf eigene Faust. Mit dem Stadtschloss, dem Fürstenzug,
dem historischen Grünen Gewölbe und vielen anderen Sehenswürdigkeiten
und Museen gab es viel zu entdecken. Bei einem guten Essen in einem gemütlichen
Lokal tauschte man die Erfahrungen und Eindrücke aus. Und am nächsten
Tag gab es noch eine große Überraschung: Über weite Strecken musste der
Bus durch eine tief verschneite Winterlandschaft fahren. |
SPD Reise 2012 führt nach
Frankreich
|
Flusskreuzfahrt auf der Rhône bietet Natur und Kultur Nach
den positiven Rückmeldungen der vergangenen SPD Reise, hat sich Hans Jürgen
Moser, der Organisator der SPD Reise, dazu entschlossen die Angebote der
letzten Jahre zu kombinieren. Auf
der einen Seite werden die Teilnehmer wieder den Luxus eines
Flusskreuzfahrtsschiffes der Spitzenklasse mit all seinen Annehmlichkeiten
in Anspruch nehmen können und auf der anderen Seite wird ein deutscher
Reisebus die gesamte Reise begleiten, um den Teilnehmern bereits vor der
Einschiffung die Besichtigung von Orange und Marseille zu ermöglichen,
bevor man in Martigues die Kabinen beziehen kann. Im
Verlauf der Reise werden mit Hilfe des Busses weitere Ausflugsorte
angefahren, bevor man am letzten Tag von Lyon die Heimreise antreten wird. Die
Kreuzfahrt, die in der wunderschönen und farbenfrohen Landschaft der
Carmargue beginnt, führt über Martigues und Arles nach Avignon, wo sich
nicht nur die französischen Päpste aufhielten, sondern sich bereits die
Römer mit ihren Bauwerken verewigt haben. Am
nächsten Tag reist man mit dem schwimmenden Hotel nach Le Pouzin, von wo
aus man einen Ausflug in die berühmten Schluchten der Ardèche
unternehmen wird. Weitere
Stationen der Reise werden Städte wie Tournon
sur Rhône, die Römerstadt Vienne, Macôn,
oder Lyon sein. Von
Lyon aus wird die Teilnehmer ein weiterer Höhepunkt erwarten und sie können
bei einem Ausflug die landschaftlich
wunderbare Macônnais mit ihren Weinbergen erkunden, bei dem auch eine
Weinprobe nicht fehlen darf. Nach
einer letzten Nacht auf dem Schiff heißt es dann nach neun Tagen leider
Abschied nehmen und die Teilnehmer fahren
über Dijon, Langres, Toul und Nancy endgültig nach Laudenbach zurück. Die
Reise wird vom 11. bis 19. Oktober stattfinden. Wenn
Sie an dieser Reise teilnehmen möchten, können Sie sich bei Hans Jürgen
Moser, 06201/44022, weitere Informationen einholen und Plätze buchen. Auf
Grund der hohen Nachfrage sind nur noch wenige Kabinen verfügbar und eine
zeitnahe Anmeldung wäre empfehlenswert. |
In Gerd Dembers Stammbaum finden sich seit
1772 nur Rote
|
Gerd Dember gilt als Vorzeige-Genosse: Gewerkschaftsmitglied, Juso, langjähriger Gemeinderat und Ortsvereinsvorsitzender und AWO-Vorsitzender. Als der "Herbert Wehner und als Unruheherd" in Laudenbach wurde der Träger der Willy-Brandt-Medaille einst bezeichnet. Bei der 110-Jahr-Feier des Ortsvereins im evangelischen Gemeindezentrum, die von Schriftführerin Maren Deringer moderiert wurde, kam eine weitere Ehrung hinzu, denn Dember trat vor 50 Jahren in die SPD ein. Der stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion, Gernot Erler, würdigte vor 130 Ehrengästen diese große Leistung mit der goldenen Ehrennadel. Nach der Ehrung ergriff Dember das Mikrophon: "Ich habe hier viele Freunde gefunden. Nur eines gelang mir nicht, nämlich die Sprache zu lernen", brachte er die Gäste zum Lachen. Dass er SPDler durch und durch sei, beweise sein Stammbaum, in dem es seit 1772 nur Rote gebe. Ortsvereinsvorsitzender Hans-Jürgen Moser eröffnete diesen Abend, an dem die Tradition der ältesten deutschen Partei zu spüren war. Bürgermeister Hermann Lenz hob in seinem Grußwort die "politische Fairness und das Arbeiten für die Menschen am Ort" hervor. Bundestagsabgeordneter Lothar Binding zielte auf die schwierige tägliche Arbeit der Genossen ab; dabei gehe es immer darum, einen permanenten Kompromiss zu finden. Hier hatte die SPD laut Binding ein gutes Händchen. Landtagsabgeordneter Gerhard Kleinböck unternahm einen Streifzug durch die örtliche SPD-Geschichte. "2011 gibt es für euch, gleich zwei Gründe zu feiern. Zum einen das 110-jährige Bestehen, zum anderen der wichtige Beitrag zum Wechsel in Stuttgart." Das Fernziel sei aber, wieder stärkste Kraft am Ort zu werden. Der Freiburger Bundestagsabgeordnete Erler unterteilte seine Festrede in drei Punkte. Zunächst befasste er sich mit der Geschichte der SPD, die ihren Ursprung in der Arbeiterbewegung des 19. Jahrhundert hat. Beim Blick auf die Laudenbacher SPD fielen dem ehemaligen Staatsminister im Auswärtigen Amt mehrere Besonderheiten ein. Hierzu zählte Erler die vielen geselligen Veranstaltungen. Dass es bereits 1923 eine Juso-Organisation gab, wertete er ebenso als Marke der Laudenbacher, genauso wie die ab 1969 erschienene Infobroschüre "Laudenbach Heute und Morgen." Als vierte Besonderheit nannte er die von Herbert Bangert organisierten Reisen, an denen in 25 Jahren rund 1500 Gäste teilnahmen. Am 23. Mai 2013 feiert die SPD ihren 150. Geburtstag, die CDU sei 2010 erst 60 Jahre alt geworden. "Wir haben also eine lange Tradition, auf die wir stolz sein können. Speziell in Krisenzeiten gab uns dies Kraft", betonte Erler, der in seinem dritten Teil auf die Europapolitik einging: "Nach dem Zweiten Weltkrieg ließen uns die andere Nationen wieder hinein und übten Solidarität. Wir haben daher die Pflicht, die besten Europäer zu sein. Dieses Prinzip dürfen wir nicht beiseite legen." Jetzt gehe es nicht darum, Fehler zuzuweisen, sondern einen Schutzmechanismus aufzubauen und den unkontrollierten Finanzmarkt zu regulieren. Dass ein Jubiläum ohne Arbeiterlieder nicht denkbar war, verstand sich von selbst. Uli Valnion und seine 14 roten Raben sangen daher Lieder wie "Die Gedanken sind frei", "Die Internationale" oder "Wir sind die Moorsoldaten." |
Die
Bildung ist ihr großes Thema
|
Seit Jahren beschäftigen sich Laudenbachs Sozialdemokraten intensiv mit der Bildung und den Schulen. Sei es die Diskussion im Gemeinderat um den Erhalt der Volkshochschule und der Musikschule, die Erweiterung der Grundschule und der Kinderkrippe, die Erhaltung der Laudenbacher Spielplätze oder die aktuellen Bildungsdiskussionen auf Länder- oder Bundesebene. "Da lassen wir auch in Zukunft nicht locker und werden uns einbringen", kündigen der Vorsitzende Hans-Jürgen Moser, AsF-Sprecherin Ulrike Schweizer und Beisitzer Bernd Hauptfleisch an. Daran hat und wird sich auch im 110. Jahr des Ortsvereins nichts ändern, versprechen sie. "Wenn etwas nicht richtig läuft, ist es unsere Aufgabe, dies zu ändern", so das Selbstverständnis der SPD. Fachmann für Außenpolitik Alle Drei sitzen im Organisationskomitee für den großen Festabend zum 110-jährigen Bestehen am Freitag, 11. November, im evangelischen Gemeindezentrum in der Schießmauerstraße 18. Und wie es sich für eine so großes Jubiläum gehört, haben sich die Laudenbacher Genossen einen Festredner an die Bergstraße geholt. Dabei handelt es sich um den Bundestagsabgeordneten und stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden, Gernot Erler (kleines Bild). Erler wurde 1944 in Meißen geboren und lebt seit 44 Jahren in Freiburg. Seit 1987 ist er Mitglied im Bundestag; und seit 1998 hat er in Freiburg vier Mal das Direktmandat geholt. Erler gilt als Fachmann für die internationale Politik. In der Großen Koalition von 2005 bis 2009 gehörte er als Staatsminister im Auswärtigen Amt der Bundesregierung an. Mit dem höchsten bulgarischen Orden für Ausländer, dem "Stara Planina", und der Ehrendoktorwürde der Universität für Weltwirtschaft in Sofia (Bulgarien) wurde er für sein Engagement ausgezeichnet. Im Frühjahr 2009 hat er das Buch "Mission Weltfrieden. Deutschlands neue Rolle in der Weltpolitik" vorgelegt und im Bundestagswahlkampf mehrere Veranstaltungen dazu durchgeführt. Seit der Bundestagswahl 2009 ist er nun stellvertretender Fraktionsvorsitzender für die Bereiche Außen-, Sicherheits-, Entwicklungs- und Menschenrechtspolitik. Ehrungen verdienter Genossen Langjährige und verdiente Parteimitglieder werden bei diesem Festabend ebenfalls geehrt. Insgesamt sind es 15 Mitglieder, die für zehn-, 20-, 25-, 40- und 50-jährige Treue durch den Bundespolitiker ausgezeichnet werden. Grußworte halten unter anderem Bundestagsabgeordneter Lothar Binding, Landtagsabgeordneter Gerhard Kleinböck und Bürgermeister Hermann Lenz. Die Begrüßung übernimmt der Ortsvereinsvorsitzende Hans-Jürgen Moser. Da die Laudenbacher Genossen wissen, wie man richtig feiert, haben sie auch für die passende Unterhaltung zum Jubiläum gesorgt. "Uli und die Roten Raben", besser gesagt, Uli Valnion, wird Arbeiterlieder singen. Um engen Kontakt zu den Bürgern am Ort zu halten, sind die Einwohner ausdrücklich zu dem Erler-Vortrag über die internationale Politik eingeladen, betont das Organisationsteam. Aktive Organisationen Neben dem Schwerpunkt Bildung gibt es weitere Bereiche, in denen die SPD seit Jahren Akzente setzt. Hier ist beispielsweise die Arbeitsgemeinschaft 60 plus zu nennen, die vor sieben Jahren gegründet wurde. Der Vorstand mit Christel Masseck, Irene Becker und Eckhard Masseck organisiert neben Fahrten auch Vorträge zu den verschiedenen politischen Prozessen. Ein Aktivposten in der SPD ist seit 36 Jahren die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen. Seit ihrer Gründung legt sie Wert auf soziale und kulturelle Themen. Zur festen Tradition gehören das Heringsessen am Aschermittwoch und die Feier zum internationalen Frauentag. Beide Anlässe werden jeweils begleitet von Musik-, Kabarett oder Theaterdarbietungen. Madeleine Sauveur, Silke Hauck, Joana oder "Chawwerusch" waren hierbei schon zu Gast in Laudenbach. 26 Jahre quer durch Europa Andere Länder und andere politische Systeme kennenzulernen, ist ein weiterer Bestandteil der Aktivitäten des Ortsvereins. So reisten die Laudenbacher in den Jahren 2001 bis 2010 unter anderem nach Irland, Slowenien, ins Baltikum oder in die Städte Bremen, Berlin, München oder Cornwall. Ende Oktober ging es mit dem "schwimmenden Fünf-Sterne-Hotel" MS Amadeus Rhapsody auf dem Rhein entlang. Organisiert werden diese Touren seit Jahren von Herbert Bangert. hr Der Festabend zum 110-jährigen Bestehen der SPD Laudenbach findet am Freitag, 11. November, ab 19 Uhr statt. Festredner ist der stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion, Gernot Erler. Ort der Veranstaltung ist das evangelische Gemeindezentrum, Schießmauerstraße 18. |
Dokumentarfilm
"Rollbahn" zu sehen
|
Es ist die dritte Zusammenarbeit dieser Art. Jedes Mal drehte es sich um das Thema "Nationalsozialismus oder Rechtsradikalismus". So auch am Mittwoch, 9. November, wenn um 19 Uhr im Festsaal der Sonnberg-Grundschule, Schillerstraße 6, der Dokumentarfilm über das KZ-Außenlager Walldorf beim Frankfurter Flughafen zu sehen ist. An diesem Abend sind auch die Filmemacher Malte Rauch und Eva Voosen anwesend. "Wir wollen die Erinnerung wach halten. Denn der Rechtsextremismus lauert überall. Er droht immer dann hochzukommen, wenn wir uns in schwieriger Situation befinden", so der Diakon Pierre Gerodez von der katholischen Kirche. Neben den zwei Kirchengemeinden gehören auch Gemeinde, SPD, CDU, Kerwe- und Heimatverein sowie erstmals die Arbeiterwohlfahrt zu den Veranstaltern. Hinzu kommen die "Initiative gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit im Kreis Bergstraße", vertreten durch Margarete Bauer. Wie die ASF-Sprecherin und SPD-Vorstandsmitglied Ulrike Schweizer sowie der SPD-Vorsitzende Hans-Jürgen Moser betonen, wolle man bei diesem Thema möglichst viele mit ins Boot nehmen. Letztes Jahr gab es einen Vortrag mit einer Zeitzeugin, in diesem Jahr stieß man auf das Projekt in Mörfelden-Walldorf, in dem sich Jugendliche auf die Spuren jüdischer Vergangenheit machten. Der entstandene Dokumentarfilm erzählt die Geschichte von jüdischen Mädchen, die 1944 die erste der drei Rollbahnen des Frankfurter Flughafens bauen mussten. Von den 1700 jungen Frauen im KZ-Außenlager Walldorf überstanden nur 200 das Kriegsende. 19 von ihnen waren bereit, noch einmal an den Ort ihres furchtbaren Arbeitseinsatzes zurückzukehren. Im November 2000 landeten sie auf der Rollbahn, die sie 56 Jahre zuvor zu bauen gezwungen waren. |
Neue
Schulart stößt kaum auf Interesse
|
SPD-Gemeinderat
Alfred Moos stellte nach zweistündiger Debatte im Café Max am
Mittwochabend die Kardinalfrage: "Sollen wir die Schillerschule neu
bauen oder sanieren? Immerhin geht es um eine Summe von 4,3 Millionen
Euro." Kultusstaatssekretär Dr. Frank Mentrup (SPD) gab zwar keine
genaue Antwort hierauf, dafür aber die Richtung vor: "Für einen
Neubau aus Gründen der Sanierung gibt es nicht so viel Geld vom Land.
Besser ist ein Neubau wegen einer neuen Schulart, wie etwa der
Ganztagsschule. Hier kann es bis zu 37 Prozent geben und der Fördertopf
ist noch nicht ausgeschöpft." Klar,
dass bei der Bildungsveranstaltung der SPD aus Hemsbach und Laudenbach
auch der mögliche Standort zur Sprache kam. Auch hier gab Mentrup eine
Richtung vor: "Wenn die Gemeinschaftsschule zur Ganztagesschule wird,
benötigen sie eine Mensa. Das Bistro im BIZ reicht da nicht aus. Rücken
hingegen die Schularten immer näher zusammen, kommen sie mit den
klassischen Gebäuden nicht mehr aus." Kurz gesagt: Mentrup wie viele
andere im Raum auch favorisieren einen Neubau auf dem BIZ-Gelände in
Hemsbach. Dort finden sich dann alle Schularten auf einem Fleck. Ein
Gymnasium, eine Realschule und eine baufällige Werkrealschule mit 23 Schülern
- so umschrieb der Staatssekretär die Ausgangssituation. "Für die
Zukunft ist dies nicht sicher", lautete Mentrups Fazit. In
dieser für Hemsbach und Laudenbach so spannenden Situation schlug er zwei
Varianten vor: 1. Die Schiller-Werkrealschule entwickelt sich zur
Gemeinschaftsschule, also zu einer Schulform, die ab dem Frühjahr 2012
landesweit an den Start gehen soll. 2. Zwischen Realschule und
Werkrealschule gibt es bei den 5. Klassen Kooperationen in Fächern oder
bei AGs. In Tübingen gäbe es eine solche Gemeinschaftsschule, wo
Gymnasium, Werkrealschule und Realschule kooperieren würden. Dass
Mentrup und Kleinböck glühende Verfechter der Gemeinschafts-
beziehungsweise Ganztagsschule sind, daran ließen sie keinen Zweifel in
ihren Vorträgen aufkommen. Bessere Bildungsmöglichkeiten unabhängig vom
Wirtschaftsstatus der Eltern, mehr Gestaltungsmöglichkeiten vor Ort sowie
neue Chancen zum Erhalt des Schulstandorts lauten schließlich die Grundüberlegungen
der Landesregierung. Wie sieht der Unterricht in der neuen
Gemeinschaftsschule aus und wie werden die Lehrer darauf vorbereitet? Wie
sehen die Bildungspläne und wie sieht das pädagogische Konzept aus, wenn
Stärkere und Schwächere gemeinsam unterrichtet werden. Auch dazu stellten die Zuhörer fragen. Eine Weinheimerin sah in der Gemeinschaftsschule gar eine "Schule für alle", also auch für Jugendliche mit Handicap (Inklusion). Eine besorgte Mutter klagte über den Unterrichtsausfall. Da keine Stellen abgebaut wurden, hatte Mentrup keine Antwort darauf. "Wir müssen das System durchleuchten und wir brauchen eine größere Krankheitsreserve." Damit die Gemeinschaftsschule in Hemsbach ein Erfolg werde, riet Mentrup dazu, mit Viertklässlereltern, den Schulen und den Elternbeiräten zu reden. Kleinböck kündigte hierzu Veranstaltungen an. SPD-Chef Ulf Dreßler hatte gehofft, an diesem Abend mit möglichst vielen über die neue Schulart zu reden. 7000 Flyer wurden verteilt. Doch nur 35 Interessierte kamen: "Ungenügend - Setzen - Sechs", lautete Dreßlers Bilanz auf diese Veranstaltung. |
Das
Leben der Römer in Osterburken und das mittelalterliche Mosbach erkundet
|
Gelungene
Gemeinschaftsveranstaltung der AG 60 plus Laudenbach, der SPD Ortsvereine
Osterburken und Binau und des Kreisvorstands Neckar-Odenwald 60plus Eine
starke Gruppe der AG SPD 60 plus war zum diesjährigen Ausflug nach
Osterburken und Mosbach gestartet.
Bereits im Vorfeld hatte die
Vorsitzende Christel Masseck Kontakt zu der OV-Vorsitzenden von
Osterburken, Inge Kolesinki-Jelinek, aufgenommen. Bei der Programmplanung
wurde sowohl das Osterburkener Römer-Museum als auch das mittelalterliche
Leben in Mosbach ins Auge gefasst. Dadurch kam auch der SPD-Ortsverein
Binau mit seinem Ortsvereinsvorsitzenden Gerd Teßmer ins Spiel, der
ebenfalls mit den Osterburkener Sozialdemokraten eine gemeinsame
Veranstaltung angedacht hatte. Da die Laudenbacher 60plus-Mitglieder
gleich mit einer größeren Delegation anreisten, klinkte sich Wilfried
Nies, Kreisvorsitzender der AG 60plus im Kreisverband Neckar-Odenwald, mit
seiner Vorstandschaft mit ein. Als fundierter Kenner des Römer-Museum
hatte sich „Cicerona“ Renate Mihan (SPD-OV Osterburken)
sofort bereit erklärt, ihre Besucher im Museum zu führen. Für
das mittelalterliche Mosbach übernahm vom SPD-Ortsverein Binau der
Alt-Mosbacher Peter Wendel die Stadtführung. Umweltfreundlich
reisten die Teilnehmer mit der S-Bahn zunächst bis Osterburken, wo sie
Gerd Teßmer als Gesamtverantwortlicher, Renate Mihan für den Ortsverein
Osterburken und Wilfried Nies für die 60plus-AG Neckar-Odenwald
willkommen hießen. Renate
Mihan stellte bei ihren Ausführungen das Leben der Römer im Bauland, den
Wirtschaftsaustausch zwischen Römern und Germanen am Limes und die römische
Götterwelt in den Mittelpunkt. Eingegangen wurde dabei besonders auf das
Leben im Lagerdorf, das sich um das Kastell bildete. Hier siedelten sich
außer den Soldaten mit ihren Familien Handwerker und Händler an. Wie aus
Funden geschlossen werden konnte, pflegten die Germanen einen blühenden
Handel mit den Römern. Für die Gäste aus Laudenbach von der Bergstraße
waren diese Bereiche des römisch-germanischen Lebens besonders
interessant. Beeindruckt
waren sie auch von dem gelungenen pädagogischen Konzept des Osterburkener
Museums mit der römischen Badekultur und der Götterwelt. Hierbei ging
Renate Mihan besonders auf das berühmte Mithras-Relief von Osterburken
ein.. Mit
der S-Bahn ging es anschließend nach Mosbach, wo nach der Mittagspause
das Leben im mittelalterlichen Mosbach anhand von ausgewählten Plätzen
und Gebäuden erlaufen wurde. Peter Wendel gab dabei so manche Anekdote
zum Besten. Neu für die Gäste von der Bergstraße war, dass Mosbach einst
– wenn auch nur kurz – die Heidelberger Universität in ihren Mauern
hatte und Sitz des Pfalzgrafen war. Die Bedeutung der Mosbacher
Stadtquellen, beim Kandel
noch sichtbar, und die Geschichte vom „Kiwwelschisser“ rundeten die Führung
ab. Da
an diesem Tag die Pforte in der Mosbacher Stiftskirche geöffnet war,
erfuhren die SPD-Besucher auch Einiges aus
der Geschichte der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden in der
gemeinsamen, aber fast immer getrennten Stiftskirche. Ein Kurzbesuch am SPD-Partei- und Abgeordnetenbüro und eine Schlussrunde in der Altstadt mit Dankesworten zeigten, dass diese gemeinsame Exkursion in die eigene Historie immer wieder neue Erkenntnisse bringt und das Leben in früherer Zeit in einem anderen Licht erscheinen lässt. |
Kleinböck:
Für Sanierung gibt das Land nichts
|
Die
Ansichten waren kontrovers, einerseits was die Problematik der
sanierungsbedürftigen Schillerschule betrifft und andererseits den
"Paradigmenwechsel", den das grün-rote Bildungskonzept, Kleinböck
zufolge, eingeläutet habe - weg von der Frage, "Was können Kinder
nicht?", hin zu "Was können Kinder?", über die
"bestmögliche individuellen Förderung" und "längeres
gemeinsames Lernen". Bevor er die Rahmenbedingungen des
Bildungskonzepts vorstellte, räumte er ein, es brauche Zeit, um über
neue Schulen zu reden. Folgende Pläne führte er unter anderem an:
Abschaffung der verpflichtenden Grundschulempfehlung, Wahlmöglichkeit
zwischen "G8" und "G9" in den Klassen 5 bis 7, und vor
allem die Einführung der "Gemeinschaftsschule". Das
Vorhaben gebe es nicht zum Nulltarif, der Bedarf müsse noch errechnet und
Gelder umgeschichtet werden. "Es muss hier keiner mitmachen",
betonte Kleinböck hinsichtlich des Entwicklungsangebotes zur
Gemeinschaftsschule, bevor die Diskussion eröffnet wurde. "Gemischte
Gefühle" bis hin zu ängstlicher Kritik äußerten Eltern und Pädagogen.
Das Schulsystem in Baden-Württemberg sei längst durchlässig - Mit
welchem Recht ein erfolgreiches System in Frage stellen? ("Qualität
statt Durchschnitt!") - Was war denn mit der "Multschule"?
. . .
Zuspruch gab es von einem Teilnehmer, der aus Norwegen stammt. Dort
lernten die Schüler neun Jahre gemeinsam und wenn sie nach Deutschland
zum Studieren kämen, erzielten sie exzellente Ergebnisse. Auch ökonomisch
sei das längere gemeinsame
Lernen interessant. Pro-Hemsbach-Sprecherin Marlies Drissler forderte,
wertneutral über Chancen zu diskutieren und führte das Thema der
Schillerschule an. Nur zehn Anmeldungen für die Hauptschule in Hemsbach lägen
vor, eine Sanierung des Gebäudes lohne sich nicht, doch die Schüler
sollten auch nicht nach Weinheim geschickt werden, sondern in Hemsbach
bleiben. Aus diesem Grund, so SPD-Bürgermeisterkandidat Jürgen Kirchner, sei das Bildungszentrum gebaut worden. Die Hauptschule sei, aufgrund der Zahlen, ein Auslaufmodell. Kommunen unter 5000 Einwohnern haben laut Kleinböck keine Möglichkeit, Hauptschulen zu erhalten. CDU-Bürgermeisterkandidat Christian Falter, Leiter eines Handwerksbetriebs, erklärte, die Hauptschule werde gebraucht und genieße in der Wirtschaft eine hohe Akzeptanz. Fatal sei, laut Drissler, dass es weder ein pädagogisches Konzept noch ein pädagogisches Gebäude für Hemsbach gebe. Für einen Schulhausneubau gebe es Kleinböck zufolge Fördermittel, nicht aber für die Sanierung. Zusammensetzen, Diskutieren, Konzepte erstellen und in die Hand nehmen - diese Idee war konsensfähig. Dreßler kündigte für Anfang September einen ähnlichen Termin an. |
"Die Hoffnung ist grün,
aber die Liebe ist rot"
|
Gerhard Kleinböck ruft den Genossen über den Grill hinweg zu: "Der Koalitionsvertrag in Baden-Württemberg trägt eine sozialdemokratische Handschrift." Seine Rede war gestern der einzige politische Tagesordnungspunkt beim 1.-Mai-Grillfest der Laudenbacher SPD. Aber sie war ein wichtiger Punkt. Schließlich berichtete der Landtagsabgeordnete von den derzeitigen Koalitionsverhandlungen in Stuttgart. "Die Kritiker - und auch die in den eigenen Reihen - sollen auf die Ressorts schauen. Die SPD besetzt die Schlüsselressorts für die Zukunft", sagte Kleinböck. Neben dem Finanz- und dem Kultusministerium, liegen beispielsweise die Ministerien für Integration, Inneres und Justiz in den Händen der SPD. "Die Hoffnung ist grün, aber die Liebe ist rot", rief er ins Mikrofon. Die Rivalität mit dem Koalitionspartner wurde in seiner Rede deutlich - schließlich ist man sich längst nicht in allen Punkten einig. Wichtiger Punkt: BildungAls wichtigen Punkt für die Landespolitik hob Kleinböck die Bildung hervor. Zum einen wolle man eine Ganztagsschule, die einen solchen Namen auch tatsächlich verdiene. Weiterhin werde man die Gemeinschaftsschulen im Schulgesetz verankern. "Außerdem werden wir das vor kurzem abgelehnte Tariftreuegesetz nochmals in den Landtag einbringen", sagte Kleinböck. Dieses besagt, dass öffentlich vergebene Aufträge nur an Firmen gehen, die den Arbeitnehmern ein bestimmtes Gehalt bezahlen und sich an Tarifverträge halten. Tarife - darüber sprach er auch aus bundespolitischer Sicht und forderte Mindestlöhne sowie eine Chancengleichheit für Frauen und Männer: "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit." Zur Frage, wie man denn alle Pläne finanzieren wolle, sagte Kleinböck: "Wir werden erstmal einen Kassensturz machen, die ungeschminkte Finanzsituation betrachten. Wir müssen die Schuldenbremse einhalten und Steuergerechtigkeit wieder auf die Agenda bringen." Dafür gab’s Applaus von den Genossen. Wie in den letzten Jahren waren wieder viele Gäste gekommen, um bei der Laudenbacher SPD an der Alfred-Nagler-Grillhütte eine Rast einzulegen. "Heute geht es uns vor allem um die Geselligkeit. Deswegen gibt es auch keine Bands oder andere Programmpunkte", sagte der stellvertretende Vorsitzende Christoph Schulz. Für politische Fragen der Besucher stehe man dennoch immer zur Verfügung - und von denen gebe es einige. Mit der derzeitigen Mitgliederzahl von 92 sei man durchaus zufrieden, sagte Vorsitzender Hans Jürgen Moser. Mittlerweile gehe es wieder bergauf, nachdem viele Mitglieder vor Jahren aufgrund von Gerhard Schröders Sozialpolitik ausgestiegen seien. Er freute sich auch über den Besuch der Ortsvereine aus Gorxheimertal, Hemsbach und Weinheim. Gerade mit Blick auf die schulische Entwicklung an der Bergstraße sei die Zusammenarbeit sehr wichtig. az Am 6. Mai spricht die ehemalige Bundestagsabgeordnete Dr. Konstanze Wegner ab 19 Uhr im evangelischen Gemeindezentrum zur Geschichte der SPD. Vom 21. bis zum 23. Oktober findet eine Feier zum 110-jährigen Jubiläum des Ortsvereins statt. |
AG SPD 60 plus zu Besuch
im Judenhof in Speyer
|
Die
Laudenbacher Genossen der AG SPD 60 plus begaben sich zusammen mit
anderen Gruppen aus dem Rhein-Neckar-Kreis auf die Spuren der jüdischen
Gemeinde in Speyer. Sie wurden von Johannes Bruno begrüßt. Er erwies
sich als sachkundiger Führer,
der es verstand, die Besichtigung sehr interessant zu gestalten. Das
Areal des Judenhofs liegt mitten in Speyer in unmittelbarer Nähe zum
mittelalterlichen Dom. Auf dem Gelände sind die Ruinen der
mittelalterlichen Synagoge und das vollständig erhaltene Ritualbad zu
besichtigen, außerdem das erst kürzlich eröffnete Museum SchPIRA –
der Name leitet sich von der hebräischen Umschrift des Namens Speyer
her. Von
Johannes Bruno erfuhren die Gäste, dass Speyer im Mittelalter einer der
bedeutendsten jüdischen Gemeinden nördlich der Alpen beherbergte.
Juden aus Italien und Frankreich kamen als Kaufleute und Bankiers, außerdem
Gelehrte aus vielen Teilen Europas. Seit 1084 bestand in Speyer eine jüdische
Gemeinde, oft wohnten die Juden Tür an Tür mit den Christen. Die
Gemeinde bestand 400 Jahre, wobei die Gründe ihres Untergangs um das
Jahr 1500 bis heute nicht
vollständig geklärt werden konnten. Die
mittelalterliche Synagoge wurde 1104 geweiht; von dem ursprünglichen
Bau sind noch die Ostwand mit der vermauerten Apsis für den
Tora-Schrein und Teile der
Westwand erhalten, Die Fenster zeugen von einem Umbau im gotischen Stil
aus der Zeit um 1250, als auch ein Frauenbetraum angebaut wurde. Die
um 1120 errichtete Mikwe, das jüdische Ritualbad ist das älteste noch
erhaltene nördlich der Alpen. Bruno erläuterte den Ablauf der
rituellen Reinigung und konnte am Bau auf viele architektonische
Besonderheiten hinweisen. Das
erst am 9. November vergangenen
Jahres eröffnete Museum SchPIRA stellt eine gelungene Ergänzung
zu den mittelalterlichen Bauten dar. Die Ausstellung widmet sich
den drei wichtigsten Säulen der jüdischen gemeinde: Synagoge, Friedhof
und Ritualbad. Fenster, Kapitelle, weitere Architekturelemente,
Grabsteine, sowie Münzen und der Schatz von Lingenfeld legen Zeugnis ab
vom jüdischen Leben in Speyer im Mittelalter. Christel
Masseck, die Vorsitzende von 60 plus im KV Rhein-Neckar,
dankte im Namen der Gruppe Johannes Bruno, der mit seiner Führung
interessante Einblicke in die Architektur der Bauten, aber auch in die
durch die Religion bestimmte Lebensweise der jüdischen Bürger gegeben
hatte. |
SPD
60 plus zu Gast im Mehrgenerationenhaus PRISMA in Heidelberg
|
Mehr
als 50 Menschen wohnen in dem Mehrgenerationenhaus PRISMA in
Heidelberg-Handschuhsheim, die ältesten sind über 90 die jüngsten
gerade ein paar Wochen alt. Wie
funktioniert so etwas und wie bringt man so etwas zustande? – Das
wollten SPD-Seniorinnen und
Senioren aus dem Rhein-Neckar-Kreis, darunter der Vorsitzende des
Stadtseniorenrates, Hans Mazur, und eine Gruppe Laudenbacher Senioren,
wissen. – Und sie erlebten eine quicklebendige, offene und fröhliche
Atmosphäre. Mit Frau Amrei Schmidt und Frau Ulli Lessmann wurde die
Gruppe von zwei engagierten Frauen „der ersten Stunde“ informiert
und durch das Haus geführt. Die
beiden Damen waren mit dabei, als sich 1999 in Heidelberg eine
Initiativgruppe bildete. Drei Jahre später gründete sich der Verein
OASE e.V. OASE steht für „offen – alternativ – selbstbestimmt –
engagiert“, und, so Schmidt und Lessmann, „das Schönste ist: Die
Leute hier sind so.“ Der
Weg zu Realisierung des Wohnprojektes war nicht einfach, doch man gewann
die Stadt Heidelberg als Unterstützer und die Wohngenossenschaft pro…
als Partner. Und auch die konkrete Planung war eine Herausforderung für
alle Beteiligten: Die ganze Gruppe plante gemeinsam mit dem Architekten
die Anlage, d.h. es mussten viele individuelle Vorstellungen
eingearbeitet werden. Entstanden ist ein wunderschönes, helles Haus in
Handschuhsheim auf einer Fläche von ca. 2000 qm mit 25 Wohneinheiten,
davon 7 geförderte Mietwohnungen (für welche ein
Wohnberechtigungsschein notwendig ist) und 18 Eigentumswohnungen, mit
schöner Grünanlage, Spielplatz, Garten, Kletterwand, mit diversen
Gemeinschaftsräumen zum Feiern, Werken, Musizieren etc. Jede der
Wohnungen hat ihren individuellen Zuschnitt. Es wurde vor ca. 14 Monaten
bezogen. Diese
baulichen Gegebenheiten spiegeln die Vielfalt der Bewohner wider, unter
ihnen 8 Seniorinnen bzw. Senioren, 20 Kinder und Jugendliche, 3
Alleinerziehende, 7 Familien, 7 Singles und 2 Menschen mit Behinderung. Alle
Bewohner sind Mitglied im Trägerverein OASE e.V., dieser wiederum im
Forum Gemeinschaftliches Wohnen e.V., einer Bundesvereinigung. In
monatlichen Vereinssitzungen wird über Verwaltung und Organisation des
Hauses entschieden. Alle Mitglieder tragen – je nach persönlicher Möglichkeit
– zum Gelingen bei. Und
das funktioniert bestens: So berichteten die beiden Damen, dass sie im
vergangenen Jahr während einer Erkrankung hervorragend versorgt
worden seien. Andererseits erfolgte auf die Frage nach Unterstützung
der Kinder von Familien und Alleinerziehenden z.B. in der Betreuung von
Kindern ein freudiges „Aber sicher doch, das ist selbstverständlich.“
Allgemeine Hilfsdienste regelt die Hausgemeinschaft, für die Lösung
spezieller Probleme wie z.B. professionelle Pflege
ist jeder selbst verantwortlich. In der Hausordnung bekennen sich die Bewohner dazu, aufeinander zu achten und sich gegenseitig zu unterstützen – und das funktioniert offensichtlich bestens – schließlich ist das Wohnprojekt auf lebenslanges Wohnen angelegt. – Ein Projekt mit Vorbildcharakter, welches den Gästen von SPD 60 plus viele Denkanstöße bot. |
Gemeinderat:
Dieter Ehle erhält Ehrennadel des Gemeindetages
|
Ehre
für echten Laudenbacher Der
SPD-Fraktionschef im Gemeinderat und Zweite Bürgermeister-Stellvertreter
Dieter Ehle ist gestern Abend mit der Ehrennadel in Gold des Gemeindetages
Baden-Württemberg ausgezeichnet worden. Ehle gehört dem Laudenbacher
Gemeinderat mit einer familiär bedingen Unterbrechung seit 30 Jahren an
und wurde am 27. April 1975 erstmals in das Entscheidungsgremium gewählt. Bürgermeister
Hermann Lenz bescheinigte Ehle hohes Sach- und Fachwissen und als echtem
Laudenbacher hervorragende Ortskenntnisse. Das kommunalpolitische
Engagement sei ihm gewissermaßen in die Wiege gelegt worden. Schon Ehles
Großvater Fritz Molitor und sein Vater Walter Ehle seien in den 50er und
60er Jahren Mitglied des Gemeinderates gewesen. Ehle habe zukunftsweisende
Entscheidungen mitgetragen, sagte Lenz weiter und erwähnte ausdrücklich
die hervorragende Kinderbetreuung in Laudenbach. Neben der Ehrenurkunde
gab es Wein von der Gemeinde und Blumen für Ehles Frau Karin. Klaus-Jürgen
Pittner überreichte seinem Kollegen „eine kleine Rose für eine große
Leistung“. Er wünschte sich, dass Ehle sein „lockeres Mundwerk“
behalte, auch wenn er hin und wieder gebremst werden müsse.
CDU-Fraktionschef Bernhard Wahl attestierte Ehle, dass „wir meistens gut
zusammengearbeitet haben“, und spendierte ihm ebenfalls einen guten
Tropfen. Dieter Ehle bekannte, es habe in den 30 Jahren Gemeinderatstätigkeit viel Vernünftiges, aber auch Unvernünftiges erlebt. „Laudenbach ist heute gut aufgestellt. Da können wir stolz drauf sein“, sagte Ehle. Mit Blick auf die drohende atomare Katastrophe in Japan stellte er an das Ende seiner Rede den Wunsch, dass die Politik daraus die richtigen Lehren ziehe. |
Was Frauen von Männern
alles wollen
|
Das war ein langer und - nicht nur für die Damenwelt - äußerst erbaulicher und erkenntnisreicher Samstagabend zwischen politischem Anspruch und kabarettistisch-leichtzüngigem Tiefgang. Anlass war der 100. internationale Frauentag, zu dessen Feier die örtliche Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) um Ulrike Schweizer im bis zum letzten Platz gefüllten evangelischen Gemeindezentrum mit Lothar Binding und Gerhard Kleinböck überörtliche sozialdemokratische Prominenz begrüßte. Das Wort aber gehörte an diesem Abend ausschließlich den Damen. Kreisvorstandsmitglied Stella Kirgiane-Efremidis zog zum Jubiläumstag Zwischenbilanz. "Die Frauen haben seit 1911 viel erreicht. Sie dürfen wählen und sie dürfen arbeiten. Arbeiten Sie mit, lassen Sie sich nicht einreden, wir hätten schon alles erreicht", machte Kirgiane-Efremidis den (Geschlechts-)Genossinnen Mut und die AsF-Landesvorsitzende Claudia Sünder verdeutlichte die Situation um die Gleichstellung der Frau "Wir sind Meisterinnen darin, uns selbst ein wenig zu vergessen und doch fühlen wir, was wir wert sind, was wir leisten, in wie viel Verantwortung wir eingebunden sind", stärkte Sünder den Frauen den Rücken mit der Aufforderung, sofort zu handeln, denn "Was lange währt, wird auch nicht besser." Reibungsloser als mit diesem beinahe kabarettistischen Zitat hätte der Übergang zum "gemütlichen Teil" nicht sein können, denn mit ihrem Programm "Ich höre was, was du nicht sagst" fesselte Madeleine Sauveur das Publikum für die folgenden zwei Stunden mit geheimnisvoll Hintergründigem im verbalen Mit- respektive Gegeneinander von Mann und Frau. Und ganz dem aktuellen Anlass entsprechend durfte Clemens Maria Kitschen, der kongeniale Mann am Klavier, nur gelegentlich, dann aber mit trotziger Vehemenz, seinen Senf dazugeben. "Was wäre das Leben ohne Wort", fragt die Sauveur scheinheilig, füllt ein Nullkommadrei-Glas mit Rebensaft von Laudenbacher Hängen, damit sie den "roten Faden" nicht verlöre und schwadroniert von ihrem Damenrucksack, in dem stets das pralle Leben zu finden sei, nur nicht ihr Schlüssel. Da ist der rote Faden schon im Nirvana und die Sauveur bastelt mit pianistischer Unterstützung an ihrem Traummann, der gut aussehen und sportlich sein muss, der kochen kann und spüren muss, was sie sich wünscht oder auch nicht wünscht und der kinderlieb sein soll, aber nicht so wie die Erdmännchen und der sie einfach so verstehen soll wie ihre beste Freundin. Da wundert sich die Sauveur, wenn der Göttergatte stöhnt "Ich versteh ums Verrecke net, was du mit denne iwwerflissische Werter eischentlich bezwecke willscht" und führt lieber ein aufschlussreiches Handygespräch mit der "längsten Freundin". Das alles ist, würde Loriot sagen, fein beobachtet. Denn was Sauveur, das gertenschlanke Energiebündel, ihrem quietschvergnügten Publikum vor Augen hält, sind lauter Erkenntnisse aus dem wirklichen Leben. Spätestens als Clemens M. Kitschen zum fulminanten Duett über die "Swirl"-Gebrauchsanleitung die russische Seele aus dem Akkordeon ruft, ist die Stimmung im Saal nicht mehr zu bremsen. Denn schließlich ist nach einer russischen Volksweisheit "das Leben unterm Strich immer noch besser als auf dem Strich" - na sdarowje. Es sind Gratwanderungen zwischen fröhlichem Klamauk, weisen Erkenntnissen und einfühlsamer Nachdenklichkeit, auf denen Sauveur und Kitschen die Spannung halten. Erst nach ausdrücklich herbeigejubelter Zugabe dürfen Sauveur und Kitschen die Bühne verlassen, unter kollektivem Geheul und begleitet von einsamen Wölfen, die die Butter im Kühlschrank nicht finden. |
Laudenbacher
SPD gedenkt zum Jubiläum ihrer Verstorbenen
|
Zwei Dutzend SPD-Mitglieder haben anlässlich des 110-jährigen Jubiläums des Ortsvereins gestern Morgen im Friedhof ihrer verstorbenen Genossen gedacht. Der Laudenbacher Ortsverein habe viele dunkle Zeiten durchlebt, sagte Vorsitzender Hans-Jürgen Moser in einer kurzen Ansprache und nannte die beiden Weltkriege und die deutsche Teilung, die nach 41 Jahren überwunden worden sei. Die Totenehrung sei Anlass, sich an Menschen und Vorgänge zu erinnern, von denen immer weniger Menschen aus eigenem Erleben berichten könnten. „Das birgt die große Gefahr, dass rechte Vorgänge in unserer Gesellschaft falsch eingeschätzt und verharmlost werden“, sagte Moser. Die SPD fühle sich berufen, die Erinnerung wachzuhalten und daraus Schlüsse für das Handeln in der Zukunft abzuleiten. „Der Ruf nach Frieden soll auch hier und heute über die Gräber unserer Toten schallen“, sagte Moser und verlas die Liste der verstorbenen SPD-Mitglieder in den letzten zehn Jahren. Mit der Gedenkveranstaltung hat die Laudenbacher SPD ihr Jubiläumsjahr eröffnet. Neben den anstehenden Veranstaltungen zum Aschermittwoch und zum Internationalen Frauentag plant der Ortsverein eine Veranstaltung zur Geschichte der SPD, eine Matinee mit Arbeiterliedern und im Herbst die eigentliche Festveranstaltung |
AsF-Spende
finanziert einen „Spiegelstern“
|
250 Euro hat die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratische Frauen (AsF) mit ihrem Stand auf dem Weihnachtsmarkt eingenommen. Der Erlös wird immer einem sozialen Zweck gestiftet, in diesem Jahr geht er an die Krippe der kommunalen Kindertagesstätte „Kunterbunt“. AsF-Sprecherin Ulrike Schweizer überreichte gestern zusammen mit einer stattlichen Anzahl Mitstreiterinnen und SPD-Vorsitzenden Hans-Jürgen Moser den Scheck an Einrichtungsleiterin Elsbeth Wind-Palm. Das Geld wird für den Kauf eines Spiegelsterns verwendet. Der besteht aus zehn mit Kunstleder bezogenen Schaumstoffteilen, in die Spiegel eingelassen sind; diese können zu Figuren zusammengesetzt werden. Zusätzlich werden für die „Kunterbunt“-Krabbelkinder noch zwei Bodenspiegel von der AsF-Spende angeschafft. Das neue Spielzeug dient der Sinnes- und Selbstwahrnehmung. Erst im Alter von etwa zwei Jahren sehen Kinder nämlich in ihrem Spiegelbild sich selbst. Von da an ist es dann nur noch ein kurzer Schritt, bis sie ihr Ebenbild „befragen“. Eine vorerst ungelöste Frage bleibt dabei, was sich auf: „Spieglein, Spieglein auf dem Boden“ reimt. |
Zum
25-jährigen SPD-Reisejubiläum zur mondänen Côte d’Azur
|
Zufallsbegegnung
mit Fürst Albert in Monaco/Großes Programm perfekt bewältigt „Manchmal
genügt es, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein“, so
beschrieb Reiseleiter Herbert Bangert die Zufallsbegegnung mit Fürst
Albert von Monaco vor dem Musée Océanographique, die die SPD-Reisegruppe
zu entsprechendem Beifall und den Fürsten zu einem erfreuten Zuwinken
animierte, bei seiner Reise-Schlussbilanz. Sicherlich waren diese wenigen
Sekunden das i-Tüpfelchen der 26. Reise des SPD-Ortsvereins in 25 Jahren,
in denen man nahezu alle Länder Europas besucht hat. Herbert Bangert, der
letztmals für Vorbereitung und Durchführung einer SPD-Reise
verantwortlich zeichnete, hatte eine einwöchige Reise an die Côte
d’Azur mit dem Zwergstaat Monaco geplant und wie seit 25 Jahren gewohnt,
lief das Programm minutiös ab. Zusätzlich erfüllten die drei Hotels in
Grenoble, Nizza und Terruggia alle Erwartungen, man hatte an der Côte
d’Azur eine gleichermaßen sachkundige wie charmante Reiseführerin und
erneut herrschte „SPD-Wetter“ mit strahlend blauem Himmel und
Temperaturen bis zu 23 Grad. Bereits
vor der offiziellen Abfahrtszeit setzte sich der von EVO-Bus zur Verfügung
gestellte Reisebus neuester Generation gen Süden in Bewegung, um über
Basel und Genf den bekannten Wintersportort Grenoble als Zwischenstation
anzusteuern. Am
nächsten Morgen befuhr man die bekannte Route Napoleon und erlebte
herrliche Landschaften und bei der letzten Etappe vor Nizza atemberaubende
Schluchten. In Nizza bezog man ein zentral gelegenes Hotel mit großzügigem
Park und einer Dachterrasse mit Schwimmbad, von der man einen herrlichen
Ausblick „über die Dächer von Nizza“ genießen konnte. Nizza und die
Filmstadt Cannes wurden am nächsten Tag mit Rundfahrt und Rundgang
erkundet. In Nizza, unangefochtene Metropole der Côte d’Azur, befuhr
man zunächst die Strandpromenade „des Anglais“, besuchte die
russische Kirche „Saint Nicolas“, genoss den herrlichen Blick von
einer Aussichtsplattform auf die Stadtkulisse und schlenderte über den
bekannten Blumenmarkt, bevor man in Cannes den Prachtboulevard „La
Croisette“ mit dem Festspielhaus befuhr und die Altstadt erkundete. Der
nächste Tag war der italienischen Blumenriviera gewidmet. Über die überaus
reizvolle Promenadenstraße mit herrlichen Ausblicken steuerte man zunächst
San Remo an, das insbesondere durch seine Blumenzucht bekannt ist. Die unzähligen
Gewächshäuser, die sich nicht immer störungsfrei in das Landschaftsbild
einfügen, zeugen von deren wirtschaftlicher Bedeutung. Nach einem
Stadtrundgang ging es weiter in das Hinterland von Ventimiglia, wo man auf
einem Weingut bei ausreichend Wein, Grappa und einheimischen
Olivenspezialitäten verwöhnt wurde. In Ventimiglia stand insbesondere
die Besichtigung des exotischen Gartens rund um die Villa Hanbury auf dem
Programm, der auf einer Fläche von 18 Hektar mehr als 3.000 tropische
Pflanzen beherbergt und zu den bedeutendsten Gärten Italiens zählt. Das
Fürstentum Monaco und die Stadt Monte Carlo präsentierten sich als die
erwartete pulsierende „Oase der Reichen“. Zunächst stand der Besuch
des hoch über dem Meer an der Felswand liegenden Jardin Exotique an, wo
unzählige exotische Kakteen gepflanzt sind und zahlreiche
Aussichtsplattformen herrliche Ausblicke auf die Stadt ermöglichen. In
den Bummel durch die Altstadt wurde die Kathedrale mit den Fürstengräbern
von Rainier III. und Grace Kelly besichtigt und man erlebte vor dem Fürstenpalast
die Wachablösung. Am
Nachmittag besuchte man das weltbekannte Spielkasino und war erstaunt, mit
welcher Leichtigkeit hier Geldbündel auf den Spieltischen verzockt
wurden. Man beging und befuhr einen Teil der Formel-I-Strecke, sah, wo die
Boxen eingerichtet werden und die Startaufstellung erfolgt und wähnte
sich auf den Spuren von Michael Schumacher und Sebastian Vettel. Bei der Rückreise
machte man in Eze Halt, um bei der Parfumfabrik Fragonard einen Einblick
in die Herstellung von Parfums und weiterer kosmetischer Produkte zu
erhalten. Am nächsten Tag hieß es Abschied nehmen von der Côte d’Azur und auf landschaftlich reizvoller Route der „Autostrada dei Fiori“ (Blumenautobahn) ging es zunächst bis vor die Tore Genuas, ehe man über den Appenin das Monferrato mit Terruggia in der Nähe von Asti ansteuerte, wo man einen überaus stimmungsvollen Abschlussabend erlebte und zum Nachtisch eine Riesentorte mit der Aufschrift „SPD Laudenbach“ genoss. Die Rückreise sah die Fahrt über den 2.005 Meter hohen Simplon-Pass mit verschneiter Bergkulisse als nochmaligen Höhepunkt vor, bevor man über Fribourg, Bern und Basel die letzte Etappe zurück zur Bergstraße bewältigte. Herbert Bangert freute sich über einen überaus positiven Rückblick der Reise, die seine „Zugabe“ an viele treue Reiseteilnehmerinnen und -teilnehmer gewesen sei, ehe im kommenden Jahr der Vorsitzende Hans-Jürgen Moser das Steuer übernehme. Bangerts besonderer Dank galt Hilde Beck, Willi Seitz, Ilse Kornek und Georg und Hildegard Schuhmann, die an fast allen Reisen teilgenommen hatten sowie Fahrer Alois Baus, mit dem er alle Reisen geplant habe und der bei nahezu allen Reisen am Steuer saß. Ilse Kornek würdigte namens der Reisegruppe die einmal mehr untadelige Organisation und überreichte Bangert und dessen Ehefrau Margreet ein Präsent. |
Stuttgart
21 symbolisiert Vertrauensverlust in die Politik
|
Hans
Georg Junginger beleuchtet in Norditalien polarisierendes Thema in der
Heimat Es
gibt keine SPD-Reise ohne einen politischen Programmteil. Nachdem der
deutsche Honorarkonsul in Monaco wegen einer Auslandsreise nicht für ein
Informationsgespräch zur Verfügung stehen konnte, nahm man sich mit
Stuttgart 21 eines brennenden innenpolitischen Themas an und hatte das Glück,
dass Reiseteilnehmer Hans Georg Junginger als langjähriger
Landstagsabgeordneter und Vorsitzender des Innenausschusses seine Sicht
des Projektes vermittelte. Herbert Bangert sah in Stuttgart 21 eines der
polarisierendsten Themen der letzten Jahre in Deutschland, bei dem es um
weit mehr gehe als das Projekt selbst, nämlich um das Vertrauen der
Menschen in Politik und Demokratie. Der Projektverlauf sei geprägt von
Kommunikationsdefiziten von Land, Bahn und Stadt Stuttgart und die
Landes-SPD betrachte es als Chance, mit einer Volksabstimmung Vertrauen
zurückzugewinnen, so Bangert. Junginger
stellte zunächst den Zusammenhang von Stuttgart 21 mit der Neubaustrecke
Ulm – Wendlingen her, die nicht minder wichtig sei. Land und Stadt
Stuttgart hätten „Stuttgart 21“ immer als zentrales Verkehrs- und
Stadtentwicklungsprojekt gesehen, zumal durch die Verlegung der Trasse
unter den Grund 100 ha Flächen frei würden. Kritische Punkte seien zunächst
die sich ständig nach oben entwickelnden Kosten, für die von Land,
Region, Stadt und Flughafen Stuttgart erhebliche Beiträge geleistet
werden müssten. Die vorliegende Kostenkalkulation werde jedenfalls von
einem namhaften Gutachter angezweifelt. Er selbst habe sich in seiner
Funktion als Vorsitzender des Innenausschusses noch 2008, auch unter dem
Einfluss des Landtagsvizepräsidenten und Kommunikationsbeauftragten für
„Stuttgart 21“, Wolfgang Drexler, noch der Beurteilung der
Landesregierung angeschlossen und die Kostenkalkulation als solide
beurteilt. Er
sehe es als notwendig, die Kosten-Nutzen-Kalkulation immer wieder auf den
Prüfstand zu stellen und hier erhoffe er sich von dem aufgenommenen
Schlichtungsverfahren weitere Aufschlüsse. Wenn Kalkulationen derzeit von
Beträgen bis 11 Milliarden Euro ausgingen, so sei dies bei einer
erreichbaren Zeitersparnis von 8 – 10 Minuten nicht mehr vertretbar.
Genau zu ermitteln seien als Entscheidungsgrundlage auch mögliche
Ausstiegskosten. Die immer wieder gehandelten 1,4 Milliarden Euro zweifle
er jedenfalls an, so Junginger. Der
von der SPD angestrebte Volksentscheid sei politisch und juristisch
umstritten und im Landtag abgelehnt worden. Der Widerstand gegen das
Projekt, dem man am 30. September mit großer Härte begegnet sei, gehe in
die Mitte der Gesellschaft, die den Eindruck habe, nicht mehr gehört zu
werden. Hier sei ein neuer, Vertrauen schaffender Politikstil
erforderlich, so Junginger mit Blick auf die Landtagswahl, in der die
Bundeskanzlerin einen Volksentscheid zu „Stuttgart 21“ sehe. |
Besuch im
Mehrgenerationenhaus in Bensheim
|
Eine
Begegnungsstätte für Alt und Jung mit attraktiven Angeboten für ein
gutes Miteinander mitten im Herzen der Stadt – so konnten die
Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus der AG SPD 60 plus dieser Tage das
Mehrgenerationenhaus im Caritas Zentrum in Bensheim erleben. Hannelore
Lehnhardt, die Migrationsbeauftragte in diesem Zentrum, hatte die Gruppe
eingeladen. Zunächst
fielen die fröhlich bunten Bilder in den Fluren auf, Arbeiten, die in
diesem Haus entstanden waren. Auf einer Info-Säule gab es Plakate
„Wunsch-Großeltern“, „Paten für die Zukunft“ und „Zeit
schenken“ und machten die Besucher neugierig. Frau Lehnhardt stellte die
Einrichtung, die fest in das Caritas Zentrum mit Diensten wie
Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen, vielfältiger Migrationshilfe,
Beratung und Pflege für psychisch Kranke eingebettet ist, vor. Entsprechend
vielgestaltig hat sich die Begegnungsstätte entwickelt: Das Café im
Klostergarten ist ein Ort der Begegnung zwischen den Generationen. Mit dem
Angebot eines Mittagessens ist es zugleich ein Dienstleistungsangebot zur
Entlastung vor allem älterer Menschen. Es ist ein offener Treff mit
Angeboten wie Internet-Café, Hör-Bar und Spieletreff, zugleich zusammen
mit einem Beratungsbüro der Mittelpunkt für eine Dienstleistungsbörse
wie „Offener Computertreff für Jung und Alt“, Sprachcafé für Frauen
mit Migrationshintergrund und Internationaler Frauentreff. Das Projekt
„Wunsch-Großeltern“ steht für Kontakte zwischen jungen Familien und
Senioren, die Ersatzgroßeltern sein möchten; im Projekt „Pate für
Zukunft“ stehen ehrenamtliche Paten
jungen Menschen als Lernhelfer zur Verfügung, und das Projekt „Zeit
schenken“ ist ein
ehrenamtlicher Besuchsdienst für Hochbetagte und Langzeitkranke. Vieles
läuft im ehrenamtlichen Bereich, dahinter stehen ein gut durchdachtes
Konzept für Menschen und ein engagiertes Team kompetenter Mitarbeiter.
Auf diese Weise können viele Projekte ineinandergreifen und es entsteht
ein schönes Miteinander von Jung und Alt, eine Basis dafür, dass
Alltagskompetenzen und Erfolgswissen weitergegeben werden von Mensch zu
Mensch. So schafft das Haus Räume und Gelegenheiten mit dem Ziel, den
Zusammenhalt der Generationen zu stärken – auch unabhängig von familiären
Verbünden. Christel
Masseck dankte Hannelore Lehnhardt für die Führung, die viele
nachhaltige Einblicke ermöglichte und wünschte der Einrichtung weiterhin
eine erfolgreiche Entwicklung. |
Auf
dem Schulweg mit Steinen beworfen
|
Ruth
L. David, geborene Oppenheimer, hat während des Holocaust ihre Familie
und ihre Heimat verloren. Über ihre Kindheit hat sie ein Buch
geschrieben, aus dem sie am Montagabend in der alten Dorfkirche las.
Pfarrer Fritz-Norbert Wenzler hatte zuvor an die nationalsozialistische
Vergangenheit erinnert, die auch an dem 800 Jahre alten Gotteshaus nicht
vorbeigegangen ist. Im Jahr 1936 wurde die Kirche gemäß dem Zeitgeist
saniert. Ein Opferaltar wurde errichtet und Kirchenfenster eingebaut, die
etwa Hitler und Hindenburg beim Handschlag zeigten, worüber der
Geistliche seine Scham zum Ausdruck brachte. Im
Odenwald habe damals besondere Linientreue geherrscht. Das Mädchen durfte
1935 die örtliche Volksschule nicht mehr besuchen. Zuvor war sie auf
ihren Schulweg mit Steinen beworfen worden. Die Familie Oppenheimer musste
aus ihrer Villa in einen Anbau der Fabrik ziehen. Einen Tag nach der
Reichpogromnacht drangen die Nazis in das Gebäude ein, verwüsteten es
vollständig, verletzten seine Bewohner und verschleppten den Vater und
einen älteren Bruder Ruths in das Lager Buchenwald. Den zwei ältesten Brüdern
gelang es auszuwandern. "Verbannung"
in England
Ruth
sowie eine ältere Schwester erhielten Asyl in England. Sie hat diese Zeit
als "Verbannung" erlebt und klammerte sich an die Briefe ihrer
Eltern. Im Oktober 1940 wartete sie vergeblich auf Post - der Rest der
Familie war, wie mehr als 6000 andere badische Juden, in das südfranzösische
Lager Gurs verschleppt worden. Die zwei jüngsten Geschwister wurden in Frankreich versteckt und wuchsen in französischen Familien auf. Vater und Mutter Oppenheimer kamen im Vernichtungslager Auschwitz ums Leben. Die sieben Geschwister haben sich nie mehr zusammen gesehen. Heute lebt Ruth L. David in England, wo sie studiert, gearbeitet und eine Familie gegründet hat. |
SPD 60 plus besuchte den
Museumshof Lerchennest in
Sinsheim-Steinfurt
und das Auto & Technik Museum Sinsheim
|
Mitunter
wird auch an kleineren Orten große Geschichte geschrieben: So prangt am
Giebel eines schmucken fränkischen Kleinbauernhofes in Sinsheim-Steinfurt
eine schlichte Tafel: Hier
blieb auf seiner Flucht am 4./5. August 1730 Friedrich der Große dem
Vaterland erhalten. Eine
Gruppe Seniorinnen und Senioren der AG SPD 60 plus, darunter viele aus
Laudenbach, besuchte dieses beachtenswerte Museum und wurde von Herbert
Hecker, dem 2. Vorsitzenden der „Freunde des Lerchennest’s“, geführt.
Hecker erläuterte zunächst die Geschichte dieses unter Denkmalschutz
stehenden Fachwerkhauses, bevor er auf die eigentliche Begebenheit
einging, welche dieses Haus zu einem Ort mit geschichtlicher Bedeutung
werden ließ: Im Jahre 1730 war der damals 18jährige Kronprinz Friedrich
von Preußen mit seinem Vater, König Wilhelm in Preußen, dem Soldatenkönig,
und deren Gefolge auf dem Weg von Ludwigsburg nach Mannheim. Die
Reisegesellschaft machte in Steinfurt Quartier, und für den Kronprinzen,
der mit seinem Gefolge in der Scheune im Anwesen der Familie Lerch
übernachtete, schien die Gelegenheit günstig, sich durch eine
Flucht über Frankreich nach England der für ihn unerträglichen Macht
seines Vaters zu entziehen. Vater und Sohn trennten unter anderem völlig
konträre Lebenseinstellungen: Der Vater lebte für das Militär und die
Jagd, der Sohn fühlte sich zu Musik und französischer Literatur
hingezogen. – Jedoch die Flucht misslang: Nach einen
Kriegsgerichtsverfahren wurden Friedrichs Freund Katte und weitere
Beteiligte hingerichtet, der Kronprinz wurde nach vielen Interventionen
von Seiten des Adels begnadigt; er musste ich mit einem Eid dem Vater
unterwerfen und wurde nach dessen Tod 1740 König von Preußen. Im
Museum sind liebevoll viele Exponate zusammengetragen, die über die Zeit
Friedrich des Großen und über sein Leben als König, Feldherr, Dichter
und Philosoph Zeugnis geben. Durch
ein völlig anderes Museum führte anschließend Fred Frank,
stellvertretender Vorsitzender im Kreisvorstand von 60 plus im KV
Rhein-Neckar: Dieses Museum öffnete im Mai
1981 seine Pforten, nachdem ca. 6 Monate zuvor in einem Kreis begeisterter
Technikliebhaber die Idee dazu entstanden war. Die Ausstellungsfläche
betrug damals lediglich 5000m²; heute kommen jährlich mehr als 1 Million
Besucher nach Sinsheim, um auf über 30000m² Hallenfläche und einem großen
Freigelände Sensationen der Technik zu erleben, die in dieser
Vielfalt einmalig sind. „“Vom Traktor bis zur Concorde ist bei uns
alles vertreten“, so Frank, der selbst Mitglied des Vereins Auto &
Technik Museum e.V. ist, einer von rd. 2000 Mitgliedern in der ganzen
Welt. Man
spürt bei ihm den Stolz und die Begeisterung aus jedem Satz. Und so
erlebten die Besucher eine ganz besondere Führung durch alle Abteilungen.
Viele der Exponate gehören Privatpersonen, die ihre „Lieblingsstücke“
im Museum ausstellen, in der Regel sind sie fahrbereit und die Eigentümer
dürfen die Exponate auch wieder aus dem Museum holen, z.B. für
Oldtimertreffen. Die
Flugzeugsammlung ist ein Kapitel für sich: Sinsheim ist der einzige Ort,
wo die Concorde und die russischen TU144 gemeinsam zu besichtigen uns zu
begehen sind. Fred Frank wurde nicht müde immer wieder neue
Besonderheiten zu präsentieren und zu vielen Exponaten wusste er
Interessantes über deren Geschichte zu berichten. So erlebten die
Besucher und Besucherinnen einen
höchst interessanten Tag. |
Kleinböck
sieht in Stuttgart viele Baustellen bei der Schulpolitik
|
Die
Landtagswahl am 27. März wird im Hinblick auf die derzeitige
Protestbewegung gegen "Stuttgart 21" spannend. Gerhard
Kleinböck, SPD-Wahlkreisabgeordneter setzte bei einem Diskussionsabend
des SPD-Ortsvereins im Georg-Bickel-Haus aber andere Schwerpunkte, etwa
bezüglich der "großen Baustelle" Schulpolitik. So
forderte er eine Reform des Bildungssystems durch die Auflösung des
dreigliedrigen Schulsystems. Nur knapp ein Viertel der Schüler besuche
heute noch die Hauptschule, die Tendenz sei stark sinkend. Er sprach in
diesem Zusammenhang von "Restschule" und
"Hauptschulsterben". Auch Grundschulen gäbe es, laut Studien,
künftig weniger. Die Schule gehöre aber in den Ort, genau wie die
Kirche. Lernen in gemischten Gruppen sei möglich - Stichwort
"Binnendifferenzierung", bei der Schüler Arbeitsaufträge nach
Leistungsvermögen erhielten. Die pädagogischen Kompetenzen müssten
Lehrer in Fortbildungen erlangen. Ab
5000 Einwohnern bestehe die Möglichkeit einer "gemischten
Schule" bis Klasse 10. Er forderte Verwaltung, Gemeinderat, Schule
und Eltern in Laudenbach auf, sich zusammenzusetzen und unter dem Motto,
"Was können wir hier machen?", Konzepte zu erarbeiten. Des
Weiteren sei Inklusion die Herausforderung der nächsten Jahre. Seit dem
26. März 2009 gilt auch in Deutschland die UN-Konvention für die Rechte
von Menschen mit Behinderungen, welche unter anderem ein inklusives
Bildungssystem für alle vorsieht. Derzeit,
so Kleinböck, gebe es die Entscheidung von Eltern behinderter Kinder, auf
welche Schule sie ihr Kind schicken, de facto nicht. Er sprach sich für
die Kompetenz von Eltern aus, die richtige Entscheidung für ihr Kind zu
treffen. Zudem sei inklusiver Unterricht nachweislich für alle Kinder,
mit oder ohne Behinderung, entwicklungsfördernd. Wenn die Kinder ohnehin
alle gemeinsam lernten, warum sollte man sie dann nach der vierten Klasse
trennen? Dieter Ehle, SPD-Fraktionssprecher, mahnte, Bildung beginne
bereits früher. In Laudenbach koste die Vollzeitbetreuung zweier Kinder
derzeit jedoch mehr als 700 Euro. In Sachen Energiepolitik kritisierte er,
dass (Ministerpräsident) "Mappus den Atomausstieg rückgängig
gemacht" habe. Kleinböck rückte das ungelöste Endlagerproblem in
den Fokus. Auch Baden-Württemberg sei davon betroffen, da viel
radioaktiver Müll in den Atomkraftwerken zwischen gelagert werde. Nicht
zuletzt entfalle durch die Laufzeitverlängerung der Druck zur Entwicklung
neuerer Energien. Statt einer "Brückentechnologie", erklärte
Kleinböck - wohl auch mit Blick auf die kommende Landtagswahl - sei diese
Energiepolitik eher eine "Sprungschanze" auf der die Regierung
Mappus fliege.
|
SPD begrüßt seine Gäste
im „Roten Frosch“
|
Der SPD Ortsverein Laudenbach präsentiert sich auf der diesjährigen Froschkerwe im SPD klassischen „Rot“ und lädt seine Besucher in den „Roten Frosch“ ein. Neben den traditionellen Spezialitäten wie frische Fischbrötchen, Guinness Bier, Sekt aus dem Elsass und der roten Früchtebowle wird es in diesem Jahr einige Neuerungen geben. So können sich die Besucher in diesem Jahr sowohl mit Fischbrötchen als auch mit warmen oder kalten Fleischkäsebrötchen für die Kerwe stärken. Außerdem gibt es in diesem Jahr erstmals Cola Apfelwein - auch als KE bekannt - auch zum mitnehmen. Am Kerwesonntag lockt der „Rote Frosch“ bereits ab 12.00 Uhr mit dem traditionellen Kuchenbuffet und frischem Kaffee. Auch für Kinder wird in diesem Jahr wieder einiges geboten sein. So können sie am Sonntag Nachmittag ab 15.00 Uhr, zusammen mit den Jusos, kostenlos ihre eigenen Kerwebuttons erstellen. Am Montag zwischen 15.00 und 16.00 Uhr dürfen die Kleinen ihr Glück am SPD- Glücksrad versuchen und tolle Preise gewinnen. Für alle Nachtschwärmer wird es zur späten Stunde ein besonderes Angebot geben. Der SPD Ortsverein wünscht allen Besuchern der Froschkerwe auch in diesem Jahr wieder vergnügliche Stunden. Wir freuen uns, Sie an unserem Stand zu begrüßen. |
Der Vorstand der AG SPD 60
plus wurde einstimmig bestätigt
|
Bei der Jahreshauptversammlung der Arbeitsgemeinschaft SPD 60 plus konnte der Vorstand eine beeindruckende Bilanz von Informations- und Diskussionsveranstaltungen sowie Fahrten zu auswärtigen Veranstaltungen und Besichtigungen vorwiesen. Die Laudenbacher Gruppe präsentierte sich als politisch sehr interessierte und aktive Gruppe innerhalb des Ortsvereins. Bei
den Wahlen wurden die bisherigen Vorstandsmitglieder Christel Masseck,
Irene Becker und Eckhard Masseck jeweils einstimmig bestätigt. Die nächsten Veranstaltungen sind das Sommer-Grillfest am Montag, dem 13. September, im Garten von Irene Becker und Armin Kast, sowie die Besichtigung des Großlagers Heddesheim der EDEKA am Mittwoch, dem 15.September. Christel Masseck lud zu beiden Veranstaltungen sehr herzlich ein.
|
SPD
60 plus Laudenbach besuchte gemeinsam mit dem
Kreisverband
Rhein-Neckar die Studios des SWR in Baden-Baden
|
Mit
dem SWR Baden-Baden besuchte die AG 60 plus einen der europaweit größten
Sendeplätze: Der SWR beherbergt dort acht große Studios. Zahlreiche
Rundfunk- und Fernsehsendungen werden hier produziert und von hier
ausgestrahlt. Werner
Henn, Journalist bei „arte“ und für dieses Programm als Bindeglied
zwischen dem deutschen und dem französischen Programm tätig, empfing die
Gruppe und betreute sie zunächst zusammen mit zwei Mitarbeitern des SWR. So
erfuhren die Teilnehmer der Reise zunächst von den gewaltigen Dimensionen
des SWR, der für die Bundesländer Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz
zuständig ist: Er beschäftigt 3400 Mitarbeiter als fest Angestellte,
dazu kommen etwa eben so viele fest angestellte freie Mitarbeiter;
zusammen mit den freien Mitarbeitern arbeiten fast 10.000 Personen für
den SWR. Sie produzieren im Bereich Fernsehen
für „Unser Drittes“ im SWR und für „Das Erste“ in der
ARD; hier bestreitet der SWR fast 20 % des Programms u.a. mit drei
Tatorten; Sendungen wie „Verstehen Sie Spaß“, „ARD-Buffet“,
„Nachtcafé“ und „Die Fallers“ werden in Baden-Baden produziert. „3sat“,
„arte“, „PHOENIX“ und „KIKA“ sind Gemeinschaftssender, die
ebenfalls vom Studio Baden-Baden beliefert werden. Redakteure für diese
Sendungen sind in vielen Teilen der Welt vor Ort, um aktuell und
authentisch zu berichten. Beim
Hörfunk unterhält der SWR vier Hörfunksender mit verschiedenen
Programmschwerpunkten, außerdem den Jugendsender „DasDing“ und den
Informationssender „SWRcont.ra“ Dazu kommen noch fünf renommierte
Klangkörper wie das Radio-Sinfonierorchester Stuttgart, die SWR Big Band
und das Vokalensemble Stuttgart. Beim
geführten Rundgang konnten die Gäste mehrere Studios sehen, die
teilweise für bestimmte Sendungen vorbereitet wurden. In einem Studio
lief gerade das „ARD-Buffet“, weshalb es nicht besichtigt werden
konnte. Im Regieraum erfuhr man viel über die äußerst schwierige und
verantwortungsvolle Arbeit
der einzelnen Mitarbeiter. Für viele war es ein besonderes Erlebnis,
durch die original Kulissen der „Fallers“ gehen zu können. Nach
dem Mittagessen begleitete Werner Henn die Gruppe aus dem
Rhein-Neckar-Kreis durch die
gepflegten Kuranlagen von Baden-Baden. Für viele ergab sich dabei die Möglichkeit
eines mehr oder weniger intensiven Gesprächs mit Werner Henn, den sie aus
dem Bundestagswahlkampf 2009 kannten, wo er im Wahlkreis
Schwetzingen-Bruchsal kandidiert hatte. Da er seit geraumer Zeit auch
Stadtrat in Baden-Baden ist, konnte man viel Interessantes über die Stadt
erfahren. |
Die
Partei soll wieder Visionen entwickeln
|
Der
Schock über die Niederlage bei den Bundestagswahlen sitzt auch bei der
SPD in Laudenbach tief. Von Resignation aber ist keine Spur, und so
machten sich die Mitglieder des Ortsvereins auf Anregung von Christel
Masseck, Sprecherin der AG "60plus" unter der Diskussionsleitung
von AsF-Chefin Ulrike Schweizer "Gedanken zur Lage der SPD".
Dieses Thesenpapier des Leipziger Pfarrers Christian Wolff regt in zwölf
Punkten zum Nachdenken und zum Neuaufbruch an. Davon ließen sich
bemerkenswert viele Genossen am Mittwochabend in die "Bahnhofsgaststätte"
locken, machten vom (vorsorglich redezeitbegrenzten) Diskussionsangebot
reichlich Gebrauch und schafften es schließlich, den "Arbeitskreis
politische Bildung" mit neuen Gesprächsrunden zu beleben. Bodenhaftung
verloren Für
Pfarrer Wolff ist es entscheidend, ob es der SPD gelingt, die
innerparteiliche Willensbildung so zu organisieren, dass die die
Mitglieder auch die politische Ausrichtung der Partei mitbestimmen können.
Die Versammlung nahm diese Aufforderung zum innerparteilichen Disput ernst
und schickte, wie etwa Kai Brudermann, an die SPD-Spitze den Vorwurf, man
habe Vorschläge der Basis nicht ernst genommen und die Bodenhaftung
verloren. Von anderer Seite kam der Vorwurf, die SPD agiere kaum noch, sie
reagiere nur, sie stehe nicht zu ihren Aussagen und handle konzeptlos.
Willy Brandt sei der letzte gewesen, der politisch vorausgedacht habe, mit
Helmut Schmidt aber habe die Zeit jener "Macher" begonnen, die
sich, ebenso wie es später Gerhard Schröder getan habe, ganz "im
neuen Zeitgeist selbst inszenieren". Mangel
an Präsenz So
viel Kritik aus den eigenen Reihen nahm Gis Stockmann nicht
unwidersprochen hin. Keinesfalls sei die SPD politisch konzeptionslos, das
Problem liege vielmehr in der Parteiführung und "in unserem Mangel
an Präsenz". Letzterer Vorwurf bezog sich auch auf die Feststellung
des Leipziger Pfarrers, die (West-)SPD habe es in der Endphase der DDR
nicht vermocht, auf die Gestaltung der Vereinigung der beiden deutschen
Staaten umzuschalten und von Ostdeutschland her das neue Deutschland zu
gestalten. Das bestätigten die Laudenbacher Genossen, ergänzten aber
entschuldigend, die DDR-Bürger seien "der D-Mark nachgelaufen"
und damit dem damaligen Bundeskanzler Kohl. Monopol
SPD gebrochen Schließlich
hätten sich auch die "Grünen" und später die
"Linke" gebildet und dem "Monopolisten SPD" die Wählerstimmen
abgenommen, warf der stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende Armin Kast
ein. Deshalb auch habe die SPD in der ehemaligen DDR im Gegensatz zur
ostdeutschen Blockpartei CDU ganz neu starten müssen und es in der rot-grünen
Bundesregierung versäumt, ostdeutsche Minister wie Manfred Stolpe oder
Regine Hildebrandt gebührend zu würdigen. Jedenfalls habe die SPD ihren
ostdeutschen Start verpasst: "Wir waren nur mit Fragmenten des
Godesberger Programms vor Ort, nicht mit Taten", sagte Gis Stockmann.
Nach alledem müsse von der SPD ein Signal ausgehen, mahnte Christel
Masseck und bezog sich auf die Erkenntnis von Pfarrer Wolff, dass die
Mehrheit der Wähler weg wolle von einer reinen Alimentierungspolitik und
sich stattdessen mehr gesellschaftliche Dynamik wünscht. Es sei
jedenfalls falsch zu behaupten, dass der Arbeitnehmer zufrieden sei, gehe
es nur der Wirtschaft gut, fügte ein Diskussionsteilnehmer hinzu. Die
Gesellschaft habe sich verändert, viele früher von Menschen ausgeübte
Funktionen seien von Maschinen übernommen worden: "Wir haben keine
politische, gesellschaftliche und organisatorische Antwort darauf, wie wir
diese Menschen wieder in die Gesellschaft integrieren können". Es müsse
der SPD gelingen, sich selbst zu würdigen und auf ihrer beinahe 150-jährigen
Geschichte weiter zu wachsen, mahnte Ortsvereinsvorsitzender Hans-Jürgen
Moser. Es gehe auch darum, wie die SPD mit ihren Mitgliedern umgehe,
schrieb die Versammlung ihrer Parteispitze ins Stammbuch. So hätte auch
die "desaströse Niederlage" (Stockmann) bei der Wahl
aufgearbeitet werden müssen. Zum Beispiel sollten Abgeordnete aufhören,
sich "zu Fachidioten ausbilden zu lassen". Vielmehr sei es
notwendig, Visionen zu entwickeln und eine politische Richtung vorzugeben,
forderte Moser. "Die SPD sollte sich weniger mit sich selbst beschäftigen,
sondern diszipliniert arbeiten", gingen die Genossen mit ihrer
Parteiführung ins Gericht. Zur
Linken neue Veranstaltung Die entscheidende, von Pfarrer Wolff in die Diskussion geworfene Frage des SPD-Standpunktes zur Partei der "Linken" hatten Ulrike Schweizer und Christel Masseck aus dem Abendprogramm gestrichen. Sie werden diesem komplexen Thema eine Sonderveranstaltung einräumen, zogen zum aktuellen Diskussionsabend aber eine versöhnliche Bilanz: politische Niedergänge seien nicht nur Konzeptlosigkeit, sondern auch Zeiterscheinung, wie man an der CSU erkenne, in der selbst Horst Seehofer "menschliche Züge" zeige. Und Schriftführerin Maren Deringer zog den ebenso provokanten wie visionären Schlussstrich: "Sind Parteien überhaupt noch zeitgemäß?".
|
SPD 60 plus besuchte die
Ausstellung „Alexander der Große“
|
Die
Arbeitsgemeinschaft SPD 60 plus im Rhein-Neckar-Kreis hatte zu einer Führung
der Ausstellung „Alexander der Große und die Öffnung der Welt“
eingeladen und eine Gruppe Laudenbacher Seniorinnen und Senioren war der
Einladung gefolgt. Frau
Dr. Krüsemann führte die Gruppe und brachte den Besuchern zunächst den
Königssohn aus Makadonien, um den sich die Ausstellung dreht, nahe. So
erfuhren die Gäste, dass Alexander am makedonischen Königshof eine für
das 4. Jh.v. Chr. exzellente Ausbildung in allen Bereichen der damaligen
Bildung genossen hatte, als Lehrer hatte man
sogar Aristoteles an den Hof geholt. Als Vorbilder wählte sich der
junge Mann Herakles und Achilles. Heute
ist kaum mehr vorstellbar, wie er als junger makedonischer König im Alter
von 22 Jahren ein Heer von 35.000 Griechen und Makedoniern
zusammenbrachte, um mit ihm gegen das damalige Weltreich der Perser in den
Krieg zu ziehen. Er nahm nicht nur Krieger mit, sondern auch Gelehrte und
Geschichtsschreiber, und dieser Tatsache verdanken wir heute Wissen über
die Person des Alexander und über den 11 Jahre dauernden Feldzug fast über
die ganze damals bekannte Welt. An
einer großen Landkarte und anschaulichen Computeranimationen konnte man
den Feldzug verfolgen, vorbei an Issus und Gaugamela, den Stätten, an
denen Alexander auf den großen Perserkönig Dareios traf. Beeindruckend
war die originalgetreute Kopie des Alexandermosaiks aus Pompei, auf dem
Alexander seinen Widersacher in die Flucht schlägt. Der
Schwerpunkt des Ausstellung liegt im Osten, jenseits des Flusses Oxos, der
heute die Grenze zwischen Afghanistan
auf der einen Seite und Usbekistan sowie Tadschikistan auf der
anderen Seite bildet. Hier konnte Frau Dr. Krüsemann
die Ergebnisse neuester Ausgrabungen präsentieren. Diese
Ausgrabungen und Forschungen, in welche sie selbst eingebunden ist,
belegen die Anwesenheit Alexanders um das Jahr 328 v.Chr. in der Festung
Kurgansol mit vielen Funden – und als Besonderheit eine tönerne
Badewanne, wie sie aus dieser Zeit nur im Mittelmeerraum belegt ist. Frau
Dr. Krüsemann konnte an vielen Beispielen darlegen, wie Alexander auf
seinem Feldzug bedacht war, von ihm eroberte Gebiete auch administrativ zu
festigen und in sein Reich einzubinden. Und sie konnte aufzeigen, wie die
Kulturen sich vermischten. Besonders in Tempeln fand man häufig Beispiele
dafür, wie z.B. die Abbildung des Herakles auf einer Budda geweihten
Tafel. Besonders
anschaulich wurde die Ausstellung durch viele Computeranimationen, so
erstand vor den Besuchern die
Metropole Babylon mit ihrem prächtigen Turm, der zu den sieben
Weltwundern der Antike gehörte, und man konnte per Animation den Einzug
Alexanders in diese Stadt miterleben.
|
Arzneimittelbehandlung älterer Menschen –
Problemzone im medizinischen Alltag
|
Die
Arzneimittelbehandlung älterer Menschen ist ein aktuelles, aber
schwieriges Thema. Deshalb hat sich der in Basel ansässige Mediziner,
Prof. Dr. Dietmar Braun, dieser Problematik angenommen. Christel Masseck
freute sich den kompetenten Referenten, der zugleich stellvertretender
Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft SPD 60 plus in Baden-Württemberg
ist, zu einer gut besuchten Veranstaltung von 60 plus in Laudenbach begrüßen
zu dürfen. Der
Referent stellte zu Beginn seiner Ausführungen die Problematik für Arzt
und Patienten dar: Der Arzt muss sich Klarheit darüber verschaffen, ob
ein älterer Mensch nach den Kriterien eines geriatrischen Patienten
behandelt werden muss: Ältere Patienten weisen zumeist
Vielfacherkrankungen, eine geriatrietypische
Multimorbidität auf. Sie haben nicht nur eine, sondern mehrere
Krankheiten und sind in der Regel 60 Jahre und älter. Geriatrietypische
Multimorbidität liegt dann vor, wenn mindestens zwei von vierzehn
ausgesuchten Symptomen nebeneinander bei einem Patienten bestehen, die
dafür charakteristisch sind - zum Beispiel eine Arthrose,
ein Bluthochdruck, eine chronische Bronchitis, ein Diabetes mellitus und
eine Osteoporose. In einem solchen Fall werden zehn, zwölf oder gar fünfzehn
verschiedene Medikamente verordnet. Studien
zu dieser Situation kommen zu folgendem Ergebnis: In vielen, wenn nicht
sogar in der Mehrzahl der Fälle besteht Unklarheit darüber, ob so viele
Medikamente tatsächlich wirksam sind, ob dadurch unerwünschte
Arzneimittelwirkungen provoziert werden und ob weniger Medikamente nicht
mehr an Wirksamkeit entfalten würden. Kurzum die Frage - welche
und wie viele Arzneimittel einem alten Menschen nützen – ist
nicht wirklich beantwortet. Deshalb forderte Braun gezielte klinische
Studien und verbindliche Leitlinien in diesem medizinischen Bereich. Er
bezeichnete es als beunruhigend,
dass verordnende Ärzte oft gar nicht hinreichend beurteilen können, wie
Arzneimittel in fortgeschrittenem Alter wirken: dazu fehlen – so Braun -
schlicht die erforderlichen kontrollierten klinischen Studien. Er
forderte Forschungen, die nach strengen geriatrietypischen Voraussetzungen
Richtlinien für die Verordnung und Dosierung von einzelnen Wirkstoffen
und Wirkstoffkombinationen erarbeiten: Jedes wirksame Arzneimittel hat
jenseits geprüfter und empfohlener Dosierungsbereiche dosisbezogene
Nebenwirkungen und kann zu unerwünschten Arzneinebenwirkungen führen.
Das sei durch eine relative Abnahme von Körperflüssigkeit einerseits und
eine relativen Zunahme des Körperfettgewebes andererseits zu erwarten;
daraus ergäben sich je nach Wirkstoffart veränderte Verteilungsvolumina:
Im Alter sei oft die Nierenfunktion eingeschränkt; die Folge sei eine
Verminderung der Wirkstoffausscheidung und seine unerwünschte
Anreicherung mit verstärkter Wirkung. Nicht selten liege isoliert oder
zusätzlich eine gestörte Leberfunktion vor; sie bedinge eine verzögerte
Umsetzung durch Stoffwechselprozesse. Die klinische Konsequenz könnten
unerwünschte Nebenwirkungen mit bedrohlicher toxischer Symptomatik sein.
So könne die Verordnung gängiger Schmerz- und Entzündungshemmer gegen
Arthrose die Nierenfunktion bei Hochbetagten gänzlich zum Erliegen
bringen, Beruhigungs- und Schlafmittel vom Typ des Valiums oder auch
Antidepressiva könnten Verwirrtheit und Stürze mit schwerwiegenden
Folgen verursachen. Nicht
unerwähnt bleiben dürften Wirkstoffe, die
Patienten ohne Wissen ihres Arztes dazukaufen; sie können ein bestehendes
Risiko unerwünschter Nebenwirkungen erhöhen. Das Johanniskraut etwa
begünstige die Überdosierung bestimmter Herzmedikamente.
Der Alkoholgehalt im Melissengeist potenziere die Wirkung von
Psychopharmaka, Ginkgo-Präparate steigerten die mit Aspirin verbundene
Gefahr innerer Blutungen. Alkoholkonsum verstärke die Wirkung von
Beruhigungs- und Schlafmitteln. Immer
wieder betonte der Referent die hohe Verantwortung des Arztes. Er riet
unbedingt von sogen. Ärztehopping ab, jeder Patient habe natürlich das
Recht, eine zweite Meinung zu seinen gesundheitlichen Problemen
einzuholen, aber er schade sich selbst, wenn er ständig neue Ärzte
aufsuche. Die Gesundheitskarte sei in diesen Fall sehr hilfreich, da sie
wichtige Informationen über den Patienten für den Arzt beinhalte. Neben
der dringend notwendigen Forschung in dem Bereich der Medikamentierung Älterer
forderte Braun Schulungskurse für Ärzte und Pharmakologen, die jedoch
die einseitige Beeinflussung von bestimmten Bereichen der Pharmaindustrie
ausschließen müssten. Im einzelnen forderte er: 1.
strenge Indikationsstellung mit Priorisierung der
Behandlungsoptionen, 2.
vollständige und regelmäßige Erhebung der
Medikamentenanamnese, 3.
gründliche Kenntnis der Arzneimittelkunde, 4.
niedrige Anfangsdosierung mit langsamer Dosisanpassung, 5.
Vermeidung von Multimedikation, 6.
wiederholte Auslass- und Absetzversuche, 7.
Erfassung und lückenloses Berichtswesen unerwünschter
Wirkungen und Wechselwirkungen, 8.
Aufklärung, Information und Beratung der Patienten und/oder
der Angehörigen und Bezugspersonen sowie 9. einfache und verständliche Dosierungsanweisungen und Verwendung von Dosierungshilfen. Notwendig ist unter Wahrung der Persönlichkeitssphäre die uneingeschränkte Datentransparenz und Informationspflicht zwischen Arztpraxen zum Wohle des einzelnen Patienten, wenn er von verschiedenen Ärzten gleichzeitig behandelt wird.
|
Herrliche
Landschaften und touristische und politische Informationen
24. Reise des SPD-Ortsvereins bot Schweizer Impressionen
Besuch von UNO und Botschaft
|
Mit
dem Erleben von „Schweizer Impressionen“ hatte der SPD-Ortsverein
seine 24. Reise angekündigt. Dass diese Impressionen in hervorragenden
Hotels in Zermatt und Davos und in den komfortablen Panoramawagen der
Ersten Klasse im Glacier- und Bernina-Express erlebt wurden, hatte man
erwartet, dass dies alles aber bei strahlend blauem Himmel genossen werden
konnte, war ein besonderer Glücksfall. „Unser SPD-Wetter ist uns treu
geblieben“, meinte Herbert Bangert, der gemeinsam mit dem
Ortsvereinsvorsitzenden Hans-Jürgen Moser die organisatorischen Fäden
zog, in seiner überaus erfolgreichen Bilanz am Ende der Reise. Schauer
beleuchtete den Menschenrechtsrat und die humanitären Aufgaben in der
Hilfestellung für Flüchtlinge und in Katastrophenfällen und die
Zusammenarbeit mit dem internationalen Komitee des Roten Kreuzes, ehe er
seinen originären Aufgabenbereich beschrieb und hierbei die komplizierten
und komplexen Zuständigkeiten bei der Wirtschaftskommission für Europa
(ECE), der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung
(UNCTAD) und der Welthandelsorganisation (WTO) erläuterte. Diese machten
unzählige Gespräche mit Experten in Arbeitsgruppen und Projekten, bei
Gebertreffen und bei Sondierungen innerhalb der EU-Staaten notwendig.
Insgesamt müsse man feststellen, dass die UNO von einem Gegensatz von
Industriestaaten und Entwicklungsländern durchzogen sei, wobei die
Entwicklungsländer sich aufgrund ihrer unterschiedlichen Interessen
nochmals aufteilten in die Schwellen- und die ärmsten Länder. Hans-Jürgen
Moser dankte Schauer mit Laudenbacher Wein, ehe man zur Stadtrundfahrt in
Genf startete. Der
gleichnamige See mit den gepflegten Uferpromenaden und romantischen Gärten
und dem Wahrzeichen, der bis zu 140 Meter hohen Fontäne war erstes Ziel,
ehe man das historische Genf bei einem Stadtrundgang durchstreifte und die
Patrizierhäuser, Jean-Jacques Rousseaus Geburtshaus, das Rathaus, in dem
1864 die erste Genfer Konvention zur Gründung des Roten Kreuzes
unterzeichnet wurde, und die Kathedrale „Saint Pierre“ besuchte. Man
beendete den Rundgang am Denkmal der Reformation mit den vier bekannten
calvinistischen Reformatoren Farel, Calvin, de Bèze und Knox. Schließlich
erreichte man per Bus den Quai du Mont-Blanc und Quai Wilson und durchfuhr
das weiträumige UNO-Viertel, ehe man dem „Palais des Nations“ den
angekündigten Besuch abstattete und von zwei deutschsprachigen Führerinnen
erwartet wurde. Sie
erläuterten, dass Genf zunächst als Heimstatt des Völkerbundes und seit
1946 als wichtigstes Zentrum der Vereinten Nationen in Europa zum Symbol
von Frieden und Internationalität geworden sei. Das Palais des Nations
sei mit über 8.000 Tagungen im Jahr das aktivste Konferenzzentrum der
Welt. Ein großer Teil der Arbeit der Vereinten Nationen im
wirtschaftlichen, humanitären und sozialen Bereich werde hier geleistet,
dazu kämen die Bemühungen um Abrüstung und internationale Anstrengungen
zum Schutz des gemeinsamen Erbes der Menschheit, die Verteidigung der
Menschenrechte und der Dialog über Handel und Entwicklung, den Industrieländer
und die Dritte Welt sowie die Staaten Europas miteinander führten. Im
Palais fänden auch die jährlichen Konferenzen der Internationalen
Arbeitsorganisation und der Weltgesundheitsorganisation statt. Außer
seinen ständigen Einwohnern, den etwa 3.000 internationalen Beamten, kämen
jedes Jahr rund 25.000 Delegierte zu internationalen Tagungen und
Konferenzen ins Palais. Es diene zugleich als internationales
Pressezentrum, von dem aus etwa 200 Journalisten Nachrichten in alle Teile
der Welt verbreiteten. Bei
der Führung wurde die Organisation der UNO im Detail erläutert, man
lernte den tradierten Palais und den neuen Flügel kennen, nahm einige
Sitzungssäle in Augenschein und war von den Ausmaßen beeindruckt. 575
Meter lang ist die Fassade, das Gebäude beherbergt rund 2.100 Büros und
32 Konferenzsäle, 191 Nationen finden hier zur Arbeit für Frieden und
Sicherheit zusammen. Am
Abend erreichte man über Lausanne, Montreux und Martigny Zermatt, das am
nächsten Morgen individuell erkundet werden konnte, ehe man am Nachmittag
mit der höchstgelegenen Bahnstrecke Europas zum Gornergrat fuhr, wo man
am Fuß zahlreicher Viertausender, darunter das berühmte Matterhorn, den
herrlichen Ausblick genoss. Am nächsten Tag stand die Fahrt mit dem
Glacier-Express ab Zermatt bis Chur an. Schneebedeckte Berge, schroffe
Felswände, verträumte Dörfer und liebliche Täler wurden durchfahren
und machten den Tag zu einem besonderen Erlebnis. In Chur hatte man noch
Gelegenheit, die reizvolle Altstadt bei einem Spaziergang zu erkunden, ehe
man in das mondäne Davos weiterfuhr. Hier
bestieg man am nächsten Morgen den
Bernina-Express und genoss die legendäre Strecke mit vielen
Highlights wie dem Landwasser-Viadukt, die Bergwälder im Albulatal, die
Eisgipfel des Berninamassivs, wo der Zug die stolze Höhe von 2.253 Meter
erreichte und dem mächtigen Morteratschgletscher, ehe man im
italienischen Tirano unter Palmen eine Mittagsrast bei Pasta und Wein
einlegte, bevor dann bei der Rückfahrt die morgendlichen Eindrücke
vertieft werden konnten. Bei der Rückreise durchfuhr man zunächst das bekannte „Heidi-Land“ gen Zürich, wo eine Stadtführerin gleichen Namens den umtriebigen Finanzplatz, die Kulturmetropole und heimliche Hauptstadt zeigte. Zürichsee, Universitäts- und Hochschulviertel, von dem man einen herrlichen Ausblick über die Stadt hatte, Banken- und Versicherungsquartier wurden per Bus erkundet. Zu Fuß ging es zur Bahnhofstraße, der Schweizer Nobelmeile schlechthin, und in die Altstadt mit der schönen Augustinergasse und der Kirche Sankt Peter mit dem größten Ziffernblatt Europas zum Ufer der Limmat, wo ein großes Volksfest die Mobilität der Menschheit würdigte. Unterwegs an die Bergstraße wurde noch ein Buspicknick eingelegt und Ortsvereinsvorsitzender Hans-Jürgen Moser dankte Herbert Bangert und Alois Baus für die perfekte Planung und Durchführung der Reise. Bangert kündigte an, dass auch 2009 eine Reise angeboten werde, mit der 25. feiere man dann ein kleines Jubiläum.
|
Lebenslanges Lernen - eine
Vortragsreihe zum Thema Bildung
|
Der
Ortsverein Laudenbach der SPD lädt im Herbst 2008 zu einer
Veranstaltungsreihe über das Thema Bildung ein: Spätestens seit den
ersten Pisa-Erhebungen ist dieses Thema ins allgemeine Bewusstsein gerückt,
Diskussionen über die richtigen Bildungsinhalte, über Bildungspläne und
die Effizienz der Organisation von Bildungseinrichtungen genießen große
Beachtung. Bildung ist in unserer Gesellschaft zum zentralen Thema
geworden, ein Platz, der ihr eigentlich schon immer zusteht: Bildung
ist ganz allgemein eine unabdingbare Voraussetzung für das Gelingen
unseres Staatswesens. Bildung ist aber auch für jeden Einzelnen die
Voraussetzung für seine persönliche Teilhabe
an der Gesellschaft, sei es als Staatsbürger,
im beruflichen Leben oder im privaten Bereich. Es
gilt also, jedem Einzelnen die best mögliche Bildung zuteil werden zu
lassen, zum Wohle jedes Einzelnen, aber auch der Gesellschaft, wozu auch
die Wirtschaft zählt. Über
die Wege zur best möglichen Bildung gehen die Ansichten zum Teil weit
auseinander. Deshalb wird der SPD-Ortsverein in Laudenbach eine
vierteilige Reihe von Informations- und Diskussionsveranstaltungen mit
verschiedenen Schwerpunkten anbieten: Die
Vortrags- und Diskussionsreihe startet am Mittwoch, dem 1. Oktober, und
wird im 14tätigen Turnus fortgesetzt. Der
erste ist der Bildung im Kleinkind- und Kindergartenalter gewidmet. Er
steht unter dem Thema: „Wie mache ich mein Kind fit für’s Leben“.
Elke Helbig, Dipl.-Sozialpädagogin an der Helen-Keller-Schule,
Weinheim, wird über die Voraussetzungen und Inhalte einer ganzheitlichen
Förderung im Kleinkindalter sprechen. Ulrike Klötzke-Demut,
Fachbereichsleiterin für musikalische Früherziehung an der Musikschule
Badische Bergstraße, wird das Thema aus der Sicht ihres Tätigkeitsbereichs
ergänzen, und der Grundschullehrer Dirk Schmidhuber zeichnet für den
Bereich Bewegungserziehung verantwortlich. Anschließend wird viel Raum für
Fragen und Diskussion sein. Der
zweite Abend wird der schulischen Bildung gewidmet sein. Als einen der
Referenten konnten wir den bildungspolitischen Sprecher der SPD Fraktion
im Landtag, Frank Mentrup, gewinnen.
Außerdem haben wir einen Lehrer, einen Elternvertreter und einen
Lehramtsstudenten eingeladen. Die Referenten werden auf der Grundlage der
aktuellen Schulpolitik über Verbesserungsvorschläge und alternative
Modelle sprechen. Am
dritten Abend geht es um die berufliche Bildung. Hierzu erwarten wir
kompetente Referenten aus den Bereichen Universität, Berufsschule und
betriebliche Ausbildung, sowie einen Auszubildenden. Ziel dieses Abends
wird es sein, über Bildungsinhalte nach Schulabschluss zu informieren. Zum
Abschluss der Reihe wird der Leiter der Volkshochschule Badische Bergstraße,
Dr. Adalbert Knapp zum Thema „VHS und demografischer Wandel – Warum
Bildung ab 60 so schön ist“ referieren. Alle
Vorträge in der Übersicht: Mittwoch,
1. Oktober, 20:00 Uhr: „Wie mache ich mein Kind fit für’s Leben“ Mittwoch,
15. Oktober, 20:00 Uhr: „Schule in
Baden-Württemberg – macht diese Bildung stark fürs Leben?“, Veranstaltungsort:
Evang. Gemeindezentrum Mittwoch,
29. Oktober, 20:00 Uhr: „Schulabschluss
– was dann?“, Veranstaltungsort:
Evang. Gemeindezentrum Mittwoch, 12. November, 20:00 Uhr: „VHS und demografischer Wandel“, Veranstaltungsort: Gaststätte Zum Bahnhof, Nebenzimmer
|
Gleichstellung
noch nicht verwirklicht
|
Zitate
und Lesungen aus dem Buch „Das Eva-Prinzip“ hätten für einen
unterhaltsamen Satire-Nachmittag gereicht. Doch das Frauen-Team aus der
schwäbischen Alb setzte bei der Veranstaltung der ASF
(Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen) zum internationalen
Frauentag „noch einen drauf“! Durch Zitate von Politikern, Historikern
und Frauenrechtlerinnen machten sie die teilweise abstrusen Ansichten des
umstrittenen Buches der Ex-Moderatorin Eva Herrmann sehr drastisch
deutlich – ganz zum Amüsement und zur Freude der rund 70 Besucher(innen)
am Sonntagnachmittag im evangelischen Gemeindezentrum. Kabarettistisches
Fazit: Durch herzliches Gelächter kann man sehr wohl Bücher
kommentieren, die Frauen eine Rolle als liebevolles Heimchen am Herd und
den Männern den Part des triebgesteuerten Machos zuweisen. AsF-Vorsitzende
Ulli Schweizer konnte als ganz besonderen Gast Ute Vogt, die
Landesvorsitzende der SPD, begrüßen. In ihrem knappen Grußwort machte
Ute Vogt deutlich, dass eine echte Gleichstellung der Frau trotz der
Fortschritte seit der Einführung des Frauen-Wahlrechtes im Jahr 1918 noch
nicht verwirklicht sei. Sie warnte davor, die Zeit zurückzudrehen und die
hart von Müttern und Großmüttern erkämpften Rechte der Frauen auf ein
selbstbestimmtes Leben aufzugeben. Die Politik müsse die
Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen
und Männer schaffen. Zum
10. Male, so Ulli Schweizer, feiere die AsF in Laudenbach den
internationalen Frauentag mit einer attraktiven Kulturveranstaltung. Der
Gedenktag habe seine Bedeutung nicht verloren, da die aktuelle Debatte um
eine „Herdprämie“ bereits beginne, die Position der Frau in der
Gesellschaft auf eine „Mutter-Rolle“ zu reduzieren. Ihr besonderer
Dank galt nicht nur den vielen Helferinnen und Helfern, sondern auch den
„politischen“ Gästen der Veranstaltung MdL Hans-Georg Junginger,
SPD-Ortsvereinsvorsitzender Hans-Jürgen Moser, der Kreisrätin Irmgard
Hierholzer und dem SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Horst Wetzel aus
Gorxheimertal. Ein opulentes Kuchen-Buffet rundete den Nachmittag im Gemeindezentrum ab und machte die Veranstaltung wieder zu einem Tag, der in Erinnerung bleiben wird.
|
Zauberei
und Heringe statt Politik
|
Seit zwei Tagen warten die 350 Heringe, eingelegt in Marinade. Während sie dann gleich zu Beginn des 24. Heringsessens der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) im Georg-Bickel-Haus auf die Teller kommen, lässt ein anderer Programmpunkt noch ein wenig auf sich warten: Felix Gauger alias Zauberer Felix aus Weinheim. Zum Geklapper des Bestecks trifft dieser letzte Vorbereitungen für seine rund 30-minütige Show, bevor er dann auch schon auf der Bühne steht. Drei
Gruppen: Mit Magier-Röntgenblick nimmt
er erst einmal sein etwa 80-köpfiges Publikum im AWO-Haus unter die Lupe.
Der Berufsgruppe "Zauberer" begegneten die Menschen mit
gemischten Gefühlen, scherzt der Entertainer. Gruppe I, zu erkennen am
reflexartigen Sicher-Ist-Sicher-Griff in Richtung Handtasche, sehe im
Magier einen Wolf im Schafspelz: einen Taschendieb, getarnt als Zauberer.
Und während Gruppe II vor Begeisterung fast nichts mehr auf den Stühlen
halte, schieße Gruppe III nur ein Gedanke durch den Kopf: "Verdammt,
wie macht er das bloß?", erzählt Profi Felix Gauger. Kann er wirklich Gedanken lesen? Wie lässt er die drei Seile zu einem Ganzen verschmelzen? Und wie um alles in der Welt kommt der gerade eben noch von Zuschauer Armin Kast unterschriebene 20-Euro-Schein in die vermeintlich unangetastete Zitrone? Wohl
behütetes Geheimnis: Die Antworten auf
diese Fragen purzeln nicht urplötzlich aus dem Ärmeln des Zauberers,
erscheinen nicht wie aus dem Nichts unter einem seiner silbernen
Trickspiel-Hütchen. Sie bleiben sein wohl behütetes Geheimnis, hinter
das auch Kai Brudermann, Christoph Schulz und AsF-Vorsitzende Ulrike
Schweizer nicht kommen, als sie Felix bei seinen Tricks assistieren dürfen. Während andernorts am Aschermittwoch neben den Heringen mit politischen Themen der Tisch gedeckt wird, geben die Laudenbacher AsF-Frauen in diesem Jahr bunter Unterhaltung den Vorzug. "Ich denke, die Laudenbacher feiern gerne", sagt Christel Masseck, Vorsitzende der SPD-Arbeitsgemeinschaft "60 plus". Landtagsabgeordneter Hans-Georg Junginger, AWO-Vorsitzender Gerd Dember, der Laudenbacher SPD-Vorsitzende Hans-Jürgen Moser sowie seine Hemsbacher Kollegin Beate Adler sind natürlich dennoch gern gesehene Gäste. Magier Felix packt inzwischen wieder seine sieben Sachen zusammen, auch die ersten Gäste machen sich auf den Heimweg. Lieber nochmal einen Griff an die Handtasche - sicher ist sicher.
|
|
Eine gute und eine schlechte Nachricht gab es für die Besucher des von der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) und der Gruppe "SPD 60plus" veranstalteten Diavortrages über das Jugendprogramm Prosoya in Peru gleich zu Beginn. Der peruanische Referent und Projektleiter Hugo Fernández musste sein Kommen krankheitsbedingt absagen. Die gute Nachricht: AsF-Sprecherin Ulrike Schweizer und ihr Mann Hermann Muschelknautz erklärten sich bereit, bei der Veranstaltung im Georg-Bickel-Haus das Prosoya-Projekt anhand eigener Bilder vorzustellen. Im Oktober hatten sie den Yanachaga-Nationalpark bereist und sich die Arbeit des Jugendprogramms angeschaut. Der
Vortrag begann an der "Puente Rolf", einer Brücke, die nach dem
deutschen Lehrer und Mitbegründer des Projektes, Rolf Schlegel, benannt
wurde. Der inzwischen verstorbene Schlegel gründete 1989 gemeinsam mit
dem ehemaligen Gewerkschaftsführer und Pädagogik-Dozenten Fernández das
Prosoya-Projekt, welches mittlerweile 40 jugendliche Männer im Alter
zwischen 12 und 18 Jahren ein Zuhause bietet. Ziel ist es, vor allem
sozial schwachen Jugendlichen und Straßenkindern, die häufig keine
eigene Familie mehr haben, eine Ausbildung zu bieten. Unterstützt wird
Prosoya überwiegend durch Spenden aus Deutschland über die Trägerorganisation
"Peru-Projekt", die seit dem Tod Schlegels von seiner Frau
Christa weitergeführt wird, sowie durch den Verkauf in Yanachaga
erzeugter Produkte. "Die
Bewohner versorgen sich weitgehend selbst und können sogar im Überschuss
produzierte Waren noch auf Märkten verkaufen", erklärte Ulrike
Schweizer. Neben einer allgemeinen Schulbildung erhielten die dort
aufgenommenen Jugendlichen Ausbildungen und Lehren in den Bereichen
Bienenzucht, Bäckerei-, Schreiner-, Schlosser- und Friseurhandwerk, in
Kleintierhaltung, Fischzucht dem ökologischen Landbau sowie der
Milchverarbeitung. "Das alles sind Berufsfelder, die in Peru eine große
Rolle spielen und gute Berufsaussichten für die Jugendlichen
bieten", sagte Muschelknautz, der abwechselnd mit Schweizer die
zahlreichen Bilder kommentierte und für einen lebendigen und informativen
Vortrag sorgte. Betreut,
versorgt und geschult werden die Kinder von 25 Lehrern, Helfern und Köchen.
"Häufig sind deutsche Zivildienstleistende in Prosoya, die Wissen
und neue Geräte mitbringen", erzählte die AsF-Sprecherin. Aber auch
deutsche Ärzteteams statteten dem Jugendprojekt Besuche ab und kümmerten
sich um die ärztliche Versorgung der Kinder. Wenn Ärzte in der so
genannten "Gesundheitswerkstatt" zu Besuch seien, sei der
Andrang aus den umliegenden Nachbardörfern sehr groß. Auch
über das Leben, die Kultur und die Essgepflogenheiten in Peru erzählten
Schweizer und Muschelknautz ausführlich und sorgten somit bei ihrem
interessierten Publikum für eine möglichst genaue Vorstellung über das
Leben in Prosoya. Die letzten Bilder des Vortrages zeigten das neue
Prosoya- "Quillazú"-Projekt, welches ebenso wie Yanachaga
konzipiert ist, in dem jedoch lediglich Mädchen ausgebildet werden. Mit
viel Applaus bedankte sich das Publikum bei den kurzfristig
eingesprungenen Referenten für den ausführlichen Vortrag. Das Ende des
Abends bildete eine rege Gesprächs- und Diskussionsrunde. Weitere Informationen über die Prosoya-Projekte im peruanischen Yanachaga-Nationalpark gibt es unter der Webadresse: www.peru-aktion.de. |
SPD-Vorstand:
Volkshochschule und Musikschule müssen für
Laudenbach erhalten bleiben
|
Der Vorstand befasste sich in seiner letzten Sitzung u.a. mit dem Thema Volkshochschule und Musikschule. Laudenbach ist eine aufstrebende Gemeinde mit einem hohen Anteil an jungen Familien. Musikschulangebote sind nach Ansicht des SPD-Vorstandes unabdingbar, zumal es längst erwiesen ist, welch positiven Einflüsse Musik vom Kleinkindalter an für die Entwicklung von Kindern hat. Im Jahr 2006 besuchten 196 Laudenbacher Kinder und Jugendliche, Kurse der Musikschule. Auch die Angebote der Volkshochschule in den Bereichen Fremdsprache, Kreativität und Gesundheit genießen viel Zuspruch; im Jahr 2006 wurden in Laudenbach 39 Kurse von insgesamt 455 Teilnehmenden besucht. Doch auch den finanziellen Aspekt ließ man bei der Diskussion nicht außer acht, schließlich beträgt der Zuschuss der Gemeinde Laudenbach im Jahr ca. 11.000,--€ für die Volkshochschule und ca. 55.000,--€ für die Musikschule,( das sind ca. 0,6% des Gemeindehaushaltes ) wobei auch die Teilnehmenden selbst einen beachtlichen Beitrag leisten: Die Teilnehmergebühren für jeden Kurs bringen neben der Abdeckung der Honorarkosten für den jeweiligen Kursleiter noch zwischen 20 und 30% Deckungsbeitrag zur Abdeckung der allgemeinen Personal- und Sachkosten. In den letzten Jahren haben beide Einrichtungen mit enormen Anstrengungen viele Einsparungen erreicht. Man befand im Vorstand, dass das von der Gemeinde für die beiden Einrichtungen bereit gestellte Geld gut angelegt ist, da es in Bildung fließt. Beide Einrichtungen erfüllen einen öffentlichen Auftrag ( Artikel 22 der Landesverfassung BW ) und für die Gemeinde gehören sie zu den sogen. „weichen“ Standortfaktoren. |
Jahresabschluss des
Ortsvereins
|
Der Winter steht vor der Tür und mit großen Schritten kommt auch das Jahresende näher - Grund für den traditionellen Jahresabschlussabend des SPD-Ortsvereins. In gemütlicher Runde haben sich die Genossen am Freitagabend im Restaurant der Bergstraßenhalle getroffen und das zu Ende gehende Jahr gemeinsam Revue passieren zu lassen. Ortsvereinsvorsitzender Hans-Jürgen Moser griff in seinem Jahresrückblick die vielen Veranstaltungen des letzten Jahres auf. Neben dem Besuch in der Weinheimer Moschee erwähnte er unter anderem das Heringsessen, die erfolgreiche Veranstaltung zum Internationalen Frauentag, zu der die Mannheimer Sängerin Joana zu Gast war, das obligatorische Waldgrillfest am 1. Mai, den Besuch der Gruppe "60 plus" in der Friedrich-Ebert-Gedenkstätte und den zweiwöchigen Ausflug ins Baltikum, der 43 Mitglieder der SPD nach Polen, Lettland, Litauen und in die finnische Hauptstadt Helsinki führte. "Es war ein sehr erfolgreiches Jahr für unseren Ortsverein", freute sich Moser. Einen Wermutstropfen gab es dennoch: "Wir hatten leider einige Austritte." Im kommenden Jahr gebe es einige Punkte, an denen der Ortsverein verstärkt arbeiten wolle, sagte Moser weiter. Bereits jetzt richte man den Blick in die Zukunft und konzentriere sich auf kommende Veranstaltungen. Auch Ulrike Schweizer, Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) hatte schon Pläne fürs neue Jahr. "Das Heringsessen und die Veranstaltung zum Weltfrauentag sind bereits in trockenen Tüchern", sagte sie und fügt hinzu, dass zu letzterem Ereignis Landes- und Fraktionsvorsitzende Ute Vogt nach Laudenbach komme. Nach einem gemütlichen Essen ehrte Moser vier treue Parteimitglieder: für 40-jährige Mitgliedschaft erhielten Karlheinz Birke und Gis Stockmann eine Urkunde. Für die 25-jährige Mitgliedschaft bedankte sich der Vorsitzende bei Friedhelm Stiller und Edgar Coutino, die ebenfalls eine Urkunde erhielten. "Wir können sehr stolz auf viele engagierte Mitarbeiter sein - auch unsere Gruppen wie die Jusos, 60 plus und AsF sind ein wichtiger Bestandteil der Partei", sagte Moser. Die schönsten Momente des vergangenen Jahres präsentierten anschließend Maren Deringer und Beate Bangert mit Bildern über die zurückliegenden Veranstaltungen. "So sieht man erst einmal, wie viel wir in den letzten zwölf Monaten unternommen haben - das ist eine sehr schöne Sitte", freute sich Schweizer über den lebendig gestalteten und kommentierten Rückblick. Gemeinsam mit Christel Moser sorgte sie im Anschluss mit verschiedenen interaktiven Sketchen, die das Publikum mit einbezogen für viel Gelächter und Unterhaltung. Mit einem freudigen Ereignis für die Sozialdemokraten ging ein gemütlicher Abend voller Erinnerungen zu Ende: Sie konnten den 17-jährigen Thorsten Bangert als neues Parteimitglied in ihrer Mitte begrüßen. |
Die baltischen Staaten als
EU-Länder im Übergang
|
Informationsgespräche
des SPD-Ortsvereins in der bundesdeutschen Botschaft in Vilnius und in
Riga Sie
sind elementarer Bestandteil sämtlicher Reisen des SPD-Ortsvereins: die
politischen Informationsgespräche zur Beurteilung der jeweiligen
Situation der besuchten Staaten. In diesem Jahr stand zunächst ein Besuch
der bundesdeutschen Botschaft in Vilnius auf dem Programm, bei dem der ständige
Vertreter des Botschafters, Dirk Roland Haupt, die Reisegruppe über die
aktuelle politische Situation aufklärte, zunächst aber bemerkte, dass
das Gebäude der bundesdeutschen Botschaft mit der Geschichte eng verwoben
sei. Früher, zur Zeit der Sowjetunion, sei es Sitz der ZK der litauischen
KP gewesen und der erste Sekretär habe in dem Raum, in dem jetzt das
Informationsgespräch stattfinde, seine Bürotätigkeit ausgeübt. Seit
1993 sei das Gebäude nunmehr Sitz der bundesdeutschen Botschaft in einem
EU-Land im Übergang, das seinen Weg noch finden müsse. Vieles laufe
nicht glatt und die demokratische Entwicklung und die rechtsstaatliche
Festigung seien bei Weitem noch nicht stabil. Mit Blick auf die
parlamentarische Demokratie müsse man feststellen, dass es in Litauen
keine Mitgliederparteien gebe, sondern Wahlvereinigungen, in denen
Menschen mit Geld sich eine Plattform schaffen würden, um ihre gezielten
Interessen verfolgen zu können. Dies gelte auch, so Haupt mit Blick auf
seine Gäste, für die Sozialdemokratische Partei Litauens.
Bedauerlicherweise hätten die alten Repräsentanten der Sowjetzeit
unbeschadet überlebt und der ideologische Staub sei noch nicht weggefegt.
Haupt stellte die Zusammensetzung des Parlamentes vor und bemerkte, dass
die Sozialdemokratie zur Zeit mit 29 Abgeordneten die stärkste Fraktion
sei, wobei allerdings es sich nur um 23 gewählte Vertreter handle, sechs
andere seien „herübergeworben“ worden. Litauen
habe derzeit ein Haushaltsdefizit von 13 %. Würden allerdings die
Wahlversprechen für die nächste Parlamentswahl eingehalten, würde sich
dieses Defizit auf rund 30 % erhöhen. Die Instabilität des Landes werde
besonders deutlich in der Tatsache, dass in den 17 Jahren des unabhängigen
Litauens bereits die 14. Regierung tätig sei. Dies mache sehr deutlich,
dass Litauen in keiner Weise ein innenpolitisch gefestigtes Land sei. Ein
gewisser Stabilisator sei Staatspräsident Valdas Adamkus, der in
Deutschland studiert habe und in den USA politisch tätig gewesen sei. Er
wirke in der Außenpolitik mit einer starken Westbindung und greife ein,
wenn die östlichen alten Bindungen zu stark wirkten. Ein
besonderes Problem seien verlassene Kinder, deren Eltern ins Ausland
gingen, um dort zu arbeiten und bessere Einkünfte zu erzielen. Weiter führte
Haupt aus, dass 1941/42 die jüdische Bevölkerung, die einst 40 % der
Einwohnerschaft in Vilnius ausmachte, restlos liquidiert worden sei.
Hierbei sei zu bemerken, dass diese Aktion zunächst von Litauen selbst
ausging, die Deutschen hätten den bereits in Gang befindlichen Prozess
noch verstärkt und „perfektioniert“. Die Aufarbeitung dieses Teils
der Geschichte des Landes stehe Litauen noch bevor. Bislang sehe man sich
nicht als Täter, sondern als Opfer. Erfreulicherweise wachse die jüdische
Gemeinde in der Stadt heute wieder an. Auf
das Schulsystem eingehend führte Haupt aus, dass die Schulpolitik in
Litauen durchaus erfolgreich gestaltet werde. Zu jedem Schuljahresbeginn
erfolge ein nationales Ranking, das Schwachstellen aufzeige, die dann auch
unmittelbar beseitigt würden. Die Schulpflicht beginne mit sieben Jahren.
Es gebe keine Hauptschule, sondern nur eine Mittelschule und Gymnasien,
die beide zum Hochschulabschluss berechtigen würden. Anders als das
Schulsystem sei das Gesundheitswesen auf schlechtem Niveau. Das staatliche
System, das stark aus Steuermitteln bezuschusst werde, gewährleiste nur
eine minimale Heilfürsorge, so dass eine zusätzliche private Vorsorge
dringend erforderlich sei. Häufig würden Unternehmen
Gruppenversicherungen anbieten, die die Leistungen, die das staatliche
System zwar grundsätzlich vorsehen würde, die aber nicht geleistet würden,
abdeckten. Es bestünden riesige Haushaltsprobleme und lange Wartelisten für
bestimmte Operationen. Viele öffentliche Krankenhäuser seien in
katastrophalem Zustand. Es sei deshalb nicht verwunderlich, dass Litauen
diesbezüglich von den 27 EU-Staaten an letzter Stelle stehe. Trotz aller
Probleme seien die Litauer stolz auf ihr Land und würden sich sehr mit
Land, Geschichte und Kultur identifizieren. Im Jahr 2009 sei Vilnius europäische
Kulturhauptstadt und unzweifelhaft stärke dies das Selbstbewusstsein zusätzlich. Nach
einer sehr regen Diskussion dankte Herbert Bangert dem ständigen
Vertreter für seine Bereitschaft, der Reisegruppe zu einem
Informationsgespräch zur Verfügung zu stehen und überreichte ihm
Laudenbacher Wein mit der Bemerkung, dass dies in Anbetracht des Zustandes
des Gesundheitswesens beste Prävention sei. In
Riga stand der Reisegruppe der Politikwissenschaftler Dr. Axel Reetz zu
einem Gespräch zur Verfügung. Reetz hatte seine Dissertation zum Thema
„Aktuelle Probleme postsozialistischer Länder am Beispiel Lettland“
geschrieben und er hat derzeit an drei verschiedenen Hochschulen Lehraufträge.
Ähnlich wie in Litauen der ständige Vertreter schilderte auch Reetz die
Zustände in Lettland als überaus instabil, wobei auch hier ständige
Regierungswechsel zu verzeichnen seien. Anders als in Deutschland laufe
die Identifikation in der Politik nicht über Parteien, zumal der
Parteienbegriff aufgrund der Sowjetzeit verbraucht sei. Die Identifikation
laufe über Personen. Populäre Persönlichkeiten würden ihre Partei gründen
und sie würden auch entsprechend gewählt. Die
Europäische Union sei trotz des Beitritts im Jahr 2004 kein aktuelles
politisches Thema. Die Europapolitik und die Europäische Union würden
noch weniger verstanden als die nationale Politik. Nachdem es in Lettland
keine klassischen Parteizuordnungen gebe, bestünde mit Blick auf Europa
das Problem, dass sich die jeweiligen Interessengruppen entsprechend
orientieren und sich in ein politisches Parteiensystem einbinden müssten.
Was die Einführung der gemeinsamen Währung Euro angehe, könne er
feststellen, dass Lettland noch weit von den Maastricht-Kriterien entfernt
sei. So betrage die Inflationsrate derzeit 10,2 %. Dieser stünde
allerdings ein Wirtschaftswachstum von 11 % gegenüber, das insbesondere
auf dem Einzelhandel basiere. Die offizielle Arbeitslosenquote betrage 7
%, es sei allerdings gewährleistet, dass jeder, der Arbeit finden wolle,
sie auch bekomme. Aktuell habe Lettland zum 1. Januar die Wehrpflicht
abgeschafft und es bestehe nunmehr eine Berufsarmee. Die Korruption habe
in der lettischen Politik „ein sehr weites Feld“, so Reetz. Was die
Zukunft des Staates angehe, müsse entweder ein politisches Erdbeben oder
ein weiteres Dahinlavieren erwartet werden. Anders als die Nachbarstaaten
Litauen und Estland, die durchaus selbstbewusst seien, sei Lettland durch
einen Minderwertigkeitskomplex gekennzeichnet. Entgegen der Einschätzung
vieler Menschen im Westen gebe es zwischen den baltischen Staaten keine
Zusammenarbeit und diese werde auch nicht angestrebt. Zu sehr habe man um
die Selbstständigkeit gerungen, als dass man sich jetzt wieder binden
wolle. Die Zusammenarbeit habe lediglich seinerzeit bestanden, als es
gemeinsam darum gegangen sei, sich von der Sowjetunion zu lösen. Herbert
Bangert machte in dem Schlusswort deutlich, dass der Vortrag, wie auch
schon bereits jener in Vilnius, durchaus ernüchternd sei. Die politische
Instabilität, häufig verbunden mit Korruption, sei mit Blick auf die
Einbindung in die Europäische Union besorgniserregend. Auch Reetz wurde für
seine Ausführungen mit einem edlen Tropfen von der Bergstraße belohnt,
wobei er im Anschluss auch die Stadtführung in Riga vornahm und im Laufe
der zahlreichen Stationen weitere Hintergrundinformationen zu Staat und
Gesellschaft vermittelte. |
Faszinierende
Landschaften, pulsierende Zentren und große Kulturdenkmäler
|
SPD-Ortsverein
bei herrlichem Wetter 14 Tage in Polen und im Baltikum Sie
war eine der ganz großen Unternehmungen in der 106-jährigen
Ortsvereinsgeschichte: Die 14-tägige Reise nach Polen und ins Baltikum,
bei der man insgesamt über 5.000 km, 3.900 auf der Straße und 1.200 auf
dem Wasser, zurücklegte. Mit den Masuren und der Kurischen Nehrung
erlebte man herrliche Landschaften bei warmer spätsommerlicher Witterung,
nahm Stettin und Danzig ganz im Norden Polens in Augenschein und besuchte
die drei baltischen Hauptstädte Vilnius, Riga und Tallinn, genoss die Fährüberfahrt
von Helsinki nach Travemünde bei ruhiger See und strahlend blauem Himmel
und machte schließlich im reizvollen Lübeck, dessen mittelalterliche
Altstadt seit 1987 Unesco-Weltkulturerbe ist, den touristischen Abschluss.
Der gesamte Ablauf verlief ohne jegliche Reibungsverluste oder
organisatorische Probleme bei bester Stimmung innerhalb der Reisegruppe,
die sich einmal mehr als interessiert und diszipliniert erwies und damit
die Grundlage des überaus erfolgreichen Gesamtablaufs legte. Die
Abfahrt erfolgte am 23. September zu früher Stunde. Vorbei an Leipzig und
Berlin wurde Stettin angesteuert, das man ohne Stau am frühen Nachmittag
erreichte und unmittelbar die Stadtführung antrat. Die Hauptstationen
waren das Schloss der Pommerschen Könige, das Alte Rathaus, die
Jakobskathedrale und die Haken-Terrassen, die in mehreren Stufen von der
Oder zu einer Reihe repräsentativer Bauten emporführen. Am folgenden Tag
wurde Danzig angesteuert, wo sich ein großartiges Ensemble von
kunstvollen Baudenkmälern wie das Krantor, das Rathaus, der Artushof, der
Neptunbrunnen am Langen Markt, die schönen Patrizierhäuser und die
Marienkirche präsentierte. Die Reiseteilnehmerinnen und -teilnehmer waren
begeistert von der „Königin der Ostsee“, bevor man am nächsten Tag
auf dem Weg nach Nikolaiken, dem Zentrum der Masuren, Marienburg anfuhr.
Die dortige Backsteinburg ist Polens mächtigste und schönste Burganlage
und war die einstige Machtzentrale des Deutschen Ordens. Bei einer
Besichtigung wurden Hoch-, Mittel- und Niederschloss, die sich heute als
einzigartiges monumentales Museum darstellen, besucht. Am nächsten Tag
wurden bei einer großen Masuren-Rundfahrt die schönsten Stellen
aufgesucht. In Rössel waren es Burg und Kirche Peter und Paul, in
Rastenburg die Ordensburg und die gotische Wehrkirche St. Georg und in
Heilige Linde die bekannte Wallfahrtskirche, in der man ein
beeindruckendes Orgelkonzert erlebte. Am Nachmittag besuchte man das
ehemalige Führerhauptquartier „Wolfsschanze“ und wurde dort von
Stanislaw Sieminski, Autor zahlreicher Publikationen über die
Wolfsschanze und die Masuren, durch die Anlage geführt. Sieminski
vermittelte, dass die Anlage einerseits für den Machtapparat Hitlers,
andererseits aber auch für den Widerstand und das Attentat Stauffenbergs
stehe. Auf
dem Weg in die litauische Hauptstadt Vilnius besuchte man Kaunas, das als
litauischste Stadt gilt. Burg, Rathausplatz mit Rathaus, Jesuitenkirche
und gotischen Kaufmannshäusern sowie die Peter-und-Paul-Kathedrale waren
u. a. Stationen des Rundgangs. Am nächsten Tag stand nach dem Besuch der
bundesdeutschen Botschaft die Führung in Vilnius an, die man in der
barocken Peter-und-Paul-Kirche eröffnete. Das gotische Viertel, die
Universität mit der Johanniskirche, der Rathausplatz mit dem
klassizistischen Rathaus und der Präsidentenpalast waren Haltepunkte des
Rundgangs. Am Nachmittag konnten dann individuell noch entsprechende
Sehenswürdigkeiten erkundet werden. Am kommenden Tag steuerte man wieder
die Ostsee an und machte zunächst Station in Trakai, das einst als
litauische Hauptstadt Geschichte schrieb und heute mit der Wasserburg über
ein imposantes, wieder aufgebautes Backsteinensemble verfügt, das ein
historisches Museum beherbergt. Weiter ging es nach Polangen, den
beliebtesten Badeort Litauens, wo sich im Schloss Europas größte
Bernsteinsammlung, die in besonderer Weise die mitgereisten Damen
begeisterte, befindet. Die Übernachtung erfolgte in Klaipeda (Memel), wo
man am nächsten Tag zunächst eine Stadtbesichtigung vornahm. Wahrzeichen
ist der Simon-Drach-Brunnen mit der Statue des Ännchen von Tharau. Weiter
wurden Theater, Post und Neues und Altes Rathaus besichtigt. Der folgende
Tag stand ganz im Zeichen der Kurischen Nehrung, ein grandioses
Naturschutzgebiet, geschaffen von Wind und Wasser, von unvergesslicher Schönheit.
Man besuchte Schwarzort, das älteste Dorf der Nehrung, das
Thomas-Mann-Haus, bestieg die Parnidis-Wanderdüne, von der man einen
fantastischen Blick über das Haff und bis zur russischen Grenze hatte.
Schließlich war der kleine Fischerort Nidden, beliebtester Ferienort auf
der Nehrung, Aufenthaltsort, bevor man an der Ostsee bei Sandkrug noch
einen ausgedehnten Strandspaziergang unternehmen konnte. Am
kommenden Tag ging es weiter in die lettische Hauptstadt Riga. Doch ehe
man das Land Litauen verließ, besuchte man das litauische
Nationalheiligtum, den Berg der Kreuze bei Schaulen. Nirgendwo zeigen sich
der Wille zur Unabhängigkeit und die tief empfundene Religiosität der
Litauer so eindrucksvoll wie hier. Hunderttausende Kreuze
unterschiedlichster Formen sind hier auf dem Berg versammelt. In Lettland
wurde zunächst das Schloss Ruhenthal, ein Meisterwerk des genialen
Architekten Rastrelli, Hofarchitekt des russischen Reiches, besichtigt.
Das heute prächtigste Schloss von Lettland eifert dem bekannten Schloss
in Versailles nach. Prachtsäle, Gemächer, Porzellankabinetts und der
Schlosspark nach Regeln französischer Gartenbaukunst faszinierten die
Besucher. In
Riga stand am folgenden Tag ein Rundgang durch die Altstadt an. Schloss,
Herderdenkmal, Katzenhaus, Johannis-, Georgen- und Petrikirche, Rathaus
und das glänzend restaurierte Schwarzhäupterhaus sowie die große und
kleine Gilde und die bekannten Häuser „Drei Brüder“ wurden ebenso
wie der Dom als größter Kirchenbau des Baltikums erkundet. Am folgenden
Tag wurde zunächst eine Fahrt durch das Jugendstilviertel vorgenommen,
bevor man Riga verließ und im Gauja-Nationalpark Station machte. Hier
besuchte man zunächst die Gutmannshöhle mit seiner bekannten Heilquelle,
die Kirche und den Gedenkort der Rose von Turaida und schließlich die
Burg Turaida, von deren Turm man einen herrlichen Blick über den
Nationalpark hatte. Weiter bestand Gelegenheit für einen Rundgang durch
das „Tal der Sänger“, wo 26 Großskulpturen lettische Volkslieder
darstellen. Am
späten Nachmittag erreichte man die estnische Hauptstadt Tallinn, wo man
unmittelbar am Rande der Altstadt Quartier bezog, so dass am Abend noch
Gelegenheit bestand, einen Bummel durch die Altstadt zu unternehmen. Am
folgenden Morgen konnte man zunächst den Yachthafen, wo 1980 die
Olympischen Segelwettbewerbe stattfanden, besuchen und sehr beeindruckend
war die Sängerwiese, wo in regelmäßigen Abständen große Sängerfeste
stattfinden und die „singende Revolution“, bei der 1988
hunderttausende Esten Lieder von der estnischen Nation und Freiheit
sangen, ihren Ausgangspunkt nahm. Die mitgereisten Mitglieder des
Singvereins trafen hier auf das Monument von Gustav Ernesaks, des langjährigen
Chorleiters des nationalen estnischen Männerchors, mit dem der Singverein
1870 in den 70er Jahren im Mannheimer Rosengarten gemeinsam ein Konzert
gestaltete und der später nochmals in der Laudenbacher Bergstraßenhalle
gastierte. Stationen beim Stadtrundgang war der Domberg mit der
Alexander-Newski-Kathedrale, dem Schloss, heute Sitz von Parlament und
Regierung, der Domkirche St. Marien und einer Aussichtsplattform mit einem
herrlichen Blick auf die Altstadt und die sie prägenden Kirchen,
historischen Gebäude und die erhaltenen Teile der Stadtmauer, die im
Anschluss noch bei einem Rundgang aufgesucht wurden. Am Nachmittag ging es
per Fähre nach Helsinki, wo bei dem Transfer von Fährhafen zu Fährhafen
noch der klassizistische Dom und die Uspenski-Kathedrale in Augenschein
genommen werden konnten. Von der Fähre aus bot sich beim Auslaufen ein
unvergleichliches Panorama auf die finnische Metropole. Den
kommenden Tag konnte man bei herrlichem Wetter auf See genießen, bevor
man am Abend Travemünde erreichte und die letzte Station, die Hansestadt
Lübeck, anfuhr. Hier wartete am nächsten Tag die letzte Stadtführung,
in deren Verlauf man Holstentor, Salzspeicher, Rathaus, Marienkirche,
Buddenbrookhaus, Jakobi- und Katherinenkirche, das künftige
Willy-Brandt-Haus und natürlich das Haus „Niederegger“ kennenlernte,
wo reichlich Marzipan eingekauft wurde. Nach dem Mittagessen in dem
bekannten Haus der Schiffergesellschaft begab man sich dann endgültig auf
den Heimweg. In dessen Verlauf zog Herbert Bangert, der in den vergangenen
22 Jahren die insgesamt 23 Reisen organisiert hat, ein überaus positives
Fazit. Etwas Wehmut kam dann auf, als er bestätigte, dass er seinen vor
zwei Jahren angekündigten Rückzug wahr macht. Er hoffe allerdings, so
Bangert, dass die Tradition im SPD-Ortsverein aufrechterhalten bleibe, er
werde sich jedenfalls bei der Ortsvereinsführung dafür einsetzen und
hoffe, dass jemand künftig den Stab übernehme. |
Die
USA in "Wildwestmanier", der IWF als "Rammbock"
|
Seit über 30 Jahren herrscht weltweit Krieg - ein Finanzkrieg, ausgetragen zwischen dem Kapital und in monetäre Schwierigkeiten geratenen Ländern. Den Auslöser bildete 1973 die Freigabe des Dollar-Wechselkurses gegenüber anderen Währungen. Die
Folge war eine Vielzahl dramatischer Finanzkrisen rund um den Globus, die
allein seit 1995 mehr als 100 Millionen Menschen in Armut und prekäre Abhängigkeiten
gestürzt hätten. So
lautete die Kernaussage eines Fachvortrags, zu dem der SPD-Ortsverein
Laudenbach ins Gasthaus "Grüner Baum" eingeladen hatte. Gis
Stockmann, Fachjournalist und örtliches SPD-Mitglied, befasste sich mit
den "Risiken und Nebenwirkungen der globalen Finanzwirtschaft".
Dabei bekam vor allem die "gnadenlose Kapitalismuspolitik" der
USA und des Internationalen Währungsfonds (IWF) ihr Fett ab. Bei
seiner Einführung in die Thematik blickte Stockmann zunächst auf den
"Schwarzen Freitag" im Oktober 1929 zurück. Erstmals brachen
damals weltweit Börsen- und Finanzmärkte zusammen. Um ein ähnliches
Desaster für kommende Zeiten auszuschließen, gab es 1944 schließlich
eine Zusammenkunft von 730 Wirtschaftswissenschaftlern aus 44 Nationen im
amerikanischen Bretton Woods. Ziel war die Schaffung einer
"krisenfesten Weltwirtschaftsordnung". Ein Eckpfeiler war dabei
die Koppelung internationaler Währungen an den Dollar zu einem fest
vereinbarten Wechselkurs, was auch als Schutz vor ausufernden
Spekulationen gedacht war. "Als Feuerwehr", so Stockmann, wurde
1944 zudem der IWF mit Sitz in Washington ins Leben gerufen. Er sollte
unter anderem in finanzielle Not geratenen Mitgliedsstaaten mit Krediten
aushelfen. Das
"Bretton-Woods-System" sei jedoch im Jahr 1973 zusammengestürzt,
als sich die USA im Krieg in Vietnam befand. Ein Krieg, der von den USA
per "Notenpresse" bezahlt worden sei, so Stockmann. Aufgrund der
"dramatischen Erhöhung des Geldvolumens" geriet der Dollar kräftig
unter Druck, der Wechselkurs wurde schließlich freigegeben. "Das war
im Grunde Wildwest", betonte Stockmann. Schon bei den vergeblichen Stützkäufen
durch die Nationalbanken von England, Frankreich und Deutschland sei eine
riesige Menge Geld verloren gegangen. Als Konsequenz habe es seit 1973
weltweit "zehn bis elf gigantische Währungs- und Finanzkrisen"
gegeben. Die Mehrzahl davon sei letztlich von Großbanken und Großfinanziers
selbst ausgelöst worden, auch der IWF habe dabei eine alles andere als rühmliche
Rolle gespielt, sagte Stockmann. Offenbarungseid
So
hätten ärmere Staaten in Lateinamerika, Asien und Afrika ihre in Dollar
gewährten Kredite nicht mehr zurückzahlen können, nachdem der
Dollarkurs Ende der 70er Jahre wieder enorm in die Höhe gedrückt worden
sei. Zinsdienst und Kreditrückzahlungen, die ebenfalls in Dollar
abgewickelt werden mussten, verteuerten sich so um ein Vielfaches. Als
erstes Land musste Mexiko 1982 den Offenbarungseid leisten. Es folgten
Brasilien oder Nicaragua. Überall habe der von den USA dominierte IWF
seine Hilfszusagen mit "Diktaten" verknüpft. Gefordert wurden
etwa die Liberalisierung von Kapital- und Warenmarkt, die Privatisierung
von Staatsunternehmen sowie die Reduzierung der Staatsausgaben. In den
betroffenen Ländern habe dies wiederum verstärkt zu Armut und hoher
Arbeitslosigkeit geführt. Weitere große Finanzkrisen gab es in den 90er
Jahren in Russland nach dem Auseinanderfallen der GUS-Staaten sowie in Südostasien
in den so genannten "Tiger-Staaten" mit Indonesien, Thailand, Südkorea
und Malaysia. Nur Letztere hätten sich gegen die Vorgaben des IWF zur
Wehr gesetzt und seien dadurch "mit einem blauen Auge" aus der
Krise herausgekommen. Bis heute sei eine Reform des IWF, dessen Geschäftsführer
bis 2004 der heutige Bundespräsident Horst Köhler war, nicht gelungen,
erklärte Stockmann. Einst
eigentlich als "Hilfsorganisation" gegründet, trete der IWF
eher als "Rammbock" auf, um weltweit ein bestimmtes
Wirtschaftssystem zu verankern. Stockmann kritisierte ferner die Unsumme
von "1,3 Billionen Dollar", die täglich als freies Kapital rund
um den Erdball verschoben werde. "Rein spekulatives Geld", mit
dem das Börsensystem wiederum Geld verdienen wolle. Kein gutes Haar ließ Stockmann auch am "Offshore-System", das massiv Kapital in Steueroasen wie etwa die Cayman Islands abziehe, oder der Einrichtung von weltweit 900 "Sonderwirtschaftszonen". Hier müssten allein in der Textilindustrie 27 Millionen Arbeitnehmer ohne Rechte für Hungerlöhne ihr Tagwerk verrichten. |
All
die Zeit versucht, aufrecht zu gehen
|
Joana vorstellen zu wollen, hieße Wasser in den Rhein kippen. Auch Ulrike Schweizer, Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) in Laudenbach, erwähnte nicht viel mehr als die 40-jährige Bühnenpräsenz der gelernten Lehrerin und wie geliebt, ja: verehrt sie in der Region und anderswo sei. "Frauen
verdienen mehr Anerkennung", erinnerte Schweizer an den gerade
zelebrierten Weltfrauentag in dieser Zeit des Umbruchs, in der die Welt
Kopf stehe. Stichwort für Joana, die Diseuse mit der kastanienroten Mähne,
denn "Kopfstand" heißt ihr neues Programm, mit dem sie nun auch
im restlos ausverkauften evangelischen Gemeindezentrum Beifallstürme
anzettelte. Denn
unverzüglich zerrupft die Liedermacherin, ganz Emanze, genüsslich (und
zu Recht) den "von lauter Männern gemachten"
Grand-Prix-Vorentscheid und motzt zur Gaudi des weit überwiegend
weiblichen Publikums, der Siegertitel könne allenfalls Eva Herman freuen.
Sie habe nämlich Erfahrungen im Metier, ist ihre bitterliche Erkenntnis,
zusammengefasst im unvergesslichen Couplet-Stil Otto Reutters "Stell`n
se das Denken ein, sei`n se mein". Darauf aber lässt eine Joana sich
nicht ein, die sich als wieder geborene Johanna (jene von Orleans) nicht
noch einmal verbraten lassen will. Entsprechend zielsicher sind ihre
Lieder und Balladen auf ebendas gerichtet, was gerade Kopf steht: auf das
Katzenfutter, garniert mit Petersilie und auf die verrückte Alltagshetze
"wenn ich aufstehe, stehe ich auf, du aber, wenn du aufstehst, stehst
du schon". Das
alles verpackt Joana "eindeutig, nicht mehrdeutig"
kabarettistisch, auch das Bekenntnis zum Fremdgehen beim lasziv gehauchten
"O mi amor", derweil "er" beim Baktereologen-Kongress
Steptokokken zählt. Dann aber, überraschend in ihrer Heftigkeit, zeigt
die Aktrice aggressiv die Zähne, als sie den "auserwählten
Kreuzritter Schorsch Dabbelju" ins Fadenkreuz nimmt, jenen
"Kriegspräsidenten", der mit "seiner amerikanischen
Freiheit und seinen amerikanischen Menschenrechten" den rechten
"Way of Life" bringe. Hier erntet die Chansonette Szenenapplaus
vom rundum einverstandenen Publikum und schwenkt in dankbarer Ironie das
Sternenbannerlein. Das
sind die nachdenklichen Momente wie auch der traurige Abgesang auf die
"Mutterkugel" Erde, die sich anschickt, einige ihrer Wunder zurück
zu nehmen oder die bange "Wessi-Ossi-Frage", wo sie denn sei,
die Utopie nach Einheit und nach Harmonie. Und natürlich ist da auch die
Klage über den Rechtsradikalismus "in de Quadrate vun Monnem",
den Joana in Marschtakt und Mollakkorde so stramm einwickelt, dass man
meinen möchte, die Gewaltorgien Linksautonomer hierzulande seien schiere
Einbildung. Nun ja, das muss wohl sein und es dämpft - durchaus
absichtsvoll, aber vorübergehend - die Stimmung. Denn Joana weiß zu
unterhalten und zu amüsieren - genau aus nämlichem Grund ist das
Publikum so zahlreich. Und
es kommt auf seine Kosten. Beispielsweise beim Ausflug zur
"Loreley", der schaurigen säk"schen Ballade von Lene Voigt
selig "da waggelt ganz furchtbar der Gahn": da offenbart Joana
ihr ganzes komödiantisches Talent und ihr Faible fürs Dialektische, das
natürlich muttersprachlich "dahääm" ist im Kurpfälzischen.
Denn "in der Heimat isses schää, du kennscht die Leit, bischt net
allää", und das kreuzvergnügte Publikum jodelt diplomverdächtig
mit. Hier, beim Kontakt zu den kurpfälzischen Menschen, ist Joana im
Element. Ihnen verrät sie Intimes aus dem Poesiealbum der Volksschulzeit
("so etwa 1956, awwer hert uff nochzurechne") und lässt sie im
Chor die Verslein der Kinderzeit rezitieren: "wenn du einst nach
vielen Jahren". Sie
kann auch anders, die Joana, bei einem kleinen Lied über eine Götterfrucht,
die Tomate, zum Beispiel. Oder eindrucksvoll und mit großem Gefühl in
der Reminiszenz an ihre verstorbene Gesanglehrerin. Das Publikum lauscht
andachtsvoll der warmen Altstimme, von der Joana "einen kleinen Hauch
zurücklassen" will und mit bedeutungsschwangerem Timbre bekennt, sie
habe "mit verrückt heißem Herzen versucht, all die Zeit aufrecht zu
gehen". Die bejubelten Zugaben sind Programm und heizen noch mal richtig ein, denn ""s Schenschte vum Meer bis uff die Alm, des is de Hildegard ehr Yuccapalm". So schön singt das Laudenbacher Publikum mit, dass Joana es beim Sommerkonzert im Luisenpark extra begrüßen wird. Sie hat"s versprochen! |
Heringe
bei "Pälzer Mudderschprooch" verdaut
|
Seit 23 Jahren legen die Helferinnen der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) die Heringe schon nach dem gleichen Rezept ein: ein paar feine Gewürze und viel Sahne gehören zum Fisch, dazu dann reichlich Pellkartoffeln und fertig ist das traditionelle Heringsessen für den Aschermittwoch. Und
das scheint den über 100 Gästen im Georg-Bickel-Saal auch in diesem Jahr
wieder geschmeckt zu haben. Während die einen noch Kartoffeln pellten
oder mit klirrendem Besteck die letzten Reste genüsslich von ihren
Tellern kratzten, ließen sich andere schon eine Portion für zu Hause
einpacken. Nachdem
sich alle satt gegessen hatten und einige dem Hering bereits mit einem
Verdauungsschnäpschen zu Leibe gerückt waren, eröffnete die "Pälzer
Mudderschproochlerin" Ingrid Heisel das kulturelle Programm für
diesen Abend. Zunächst ließ sie "de Fritz" den Zuhörern erklären:
"Mer secht deshalb Mudderschprooch, weil de Vadder nix ze sache hott."
Vor allem die Damen im Publikum lachten bei diesen Versen von Philipp
Randoll herzlich. Weiter ging es passend zum Aschermittwoch mit einem
Hering, der auch nach Fastnacht noch "Ahoi" rief und deshalb
kurzum als Rollmops endete. Dass die "Pälzer" neben ihrer
"Mudderschprooch" auch des Englischen mächtig sind, zeigte sich
bei Paul Tremmels Gedicht "Branche geh": "Heit duhscht zum
Friehschtick "Breckfescht" sache, gelernt in viele Urlaubsdache,
schtatts Mittagesse gibt`s jetz Lanch un sunndags - sunndags do is Branch."
Der
Höhepunkt erwartete die Zuhörer allerdings gegen Ende, als die ehemalige
Grundschullehrerin in verschiedene Stereotypen nach Versen von Lina Sommer
schlüpfte. Als Melancholiker mit weinerlicher Stimme, traurigem Blick und
tief nach unten gezogenen Mundwinkel, klagte sie kümmerlich schniefend
ihr Leid. Ganz anders der Choleriker. Wild in der Luft fuchtelnd, mit
aufgerissenen Augen und grimmigem Blick polterte das SPD-Mitglied vor den
Zuschauern mit lauter Stimme: "Rege, Rege, nix als Rege, wie mit Küwwel,
dra und druff - e Gewitterdunnerkeitel, nää - do heert sich alles
uff!" Das Publikum grölte vor Lachen über diese schauspielerische
Leistung und dankte der "Mudderschproochlerin" mit großem
Applaus. "So gut besucht war unser Aschermittwoch schon lange nicht mehr", freute sich die Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen, Ulrike Schweizer. Aber ob das an dem leckeren Hering oder an den angekündigten "Mudderschprooch"-Gedichten lag, bleibt im Dunkeln. Unter den Gästen weilten neben den Verantwortlichen aus dem Laudenbacher SPD-Ortsverein und zahlreichen Mitgliedern des Hemsbacher Ortsvereins auch Hans Georg Junginger mit Gattin, die Integrationsbeauftragte der Stadt Weinheim, Stella Kirgiane-Efremidis, und Irmgard Hierholzer, die Mitglied im Kreistag ist. |
|
Im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe "Aus der Geschichte lernen - nie wieder Rechtsextremismus und Fremdenhass" hat der SPD-Ortsverein jetzt die Moschee in Weinheim besucht. Über 50 interessierte Bürger folgten der Einladung. Die
Gäste wurden mit Getränken und Kuchen bewirtet und fühlten sich gleich
ein wenig zu Hause. Informationen erhielten die Gäste von Ishak Ünal,
dem Vorsitzenden des Moschee-Vereins. Die Türken in Weinheim seien zwar
als Fremde gekommen, Deutschland sei aber für die meisten von ihnen
inzwischen ihr Vaterland geworden, sagte er. Der
Moschee-Verein Weinheim sei 1976 nach deutschem Recht gegründet worden
und gehöre mit insgesamt 900 Moschee-Vereinen dem Dachverband DITIB an.
Der Verein habe rund 3000 Mitglieder, darunter 600 mit deutschem Pass. Er
habe sieben Vorstandsmitglieder, darunter zwei Frauen. Der geografische
Bereich umfasse Weinheim, Heddesheim, Mörlenbach und Bensheim.
Schwerpunkte der Arbeit sei die Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden,
die Seelsorge, die Organisation von Festen und Pilgerfahrten. Ferner würden
Sprachkurse und Hausaufgabenbetreuung angeboten. Der Imam werde von der Türkei
für jeweils vier Jahre freigestellt; inzwischen jedoch, so Ünal, würden
Imame in Deutschland theologisch ausgebildet; dies sei von großem
Vorteil, da sie die Sprache beherrschten. Natürlich
hatten die Gäste viele Fragen mitgebracht: Fragen nach dem Ramadan und
welche Regelungen es beispielsweise für arbeitende oder kranke Menschen
gibt. Das Kopftuchgebot, betonte der Imam, werde vom Koran nicht zwingend
vorgeschrieben. Auch die Frage, inwieweit türkische Mädchen und Frauen
frei seien, Partner für ihr Leben zu wählen, wurde angesprochen - eine
schwierige Frage für die Gastgeber: Aus der Sicht von Ishak Ünal sollte
jeder Mensch das Recht haben, selbst seinen Partner zu wählen.
Integration war ebenfalls ein wichtiges Gesprächsthema: Man war sich
einig, dass die Sprachkompetenz eine wichtige Voraussetzung für
Integration ist und dass hier von beiden Seiten mehr getan werden müsse.
Eine wichtige Rolle für Begegnung und Integration spielten auch Sport und
Vereine. Nach dem etwa zweistündigen Gespräch war man noch in die Moschee eingeladen. Ishal Ünal und der Imam Oezkan Tahfin führten in der Moschee und erklärten die Bedeutung der verschiedenen Gegenstände wie die Gebetsrufgalerie, die Gebetsnische, die Vortrags- und die Predigtkanzel und sie erläuterten die fünf Säulen des Islam, als da sind: das Glaubensbekenntnis, das Gebet, das Fasten, die Armensteuer und die Pilgerfahrt. Voller Eindrücke von den Gesprächen und auch von der Gastfreundschaft dankte SPD-Ortsvereinsvorsitzender Hans-Jürgen Moser den Gastgebern; man vereinbarte weitere Treffen. |